VOLLEYBALL BUNDESLIGA
  • Zurück in den Wettkampfmodus: VBL legt Konzept für Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs vor
    VBL | Pressemitteilungen
    Damit der Aufschlag in die Saison 2020/21 auch in Corona-Zeiten gelingen kann, hat die VBL ein „Konzept zur Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs“ erarbeitet.

    Damit der Aufschlag in die Saison 2020/21 auch in Corona-Zeiten gelingen kann, hat die Volleyball Bundesliga (VBL) ein „Konzept zur Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs“ erarbeitet. Die VBL liefert mit dem Konzept die Grundlage für einen national einheitlichen Spielbetrieb, vergleichbare Bedingungen für Aktive, bestmöglichen Schutz für alle Beteiligten und Regeln für die Zulassung von Zuschauern.


    Trotz Corona sicher in die neue Saison: VBL legt Konzept vor (Foto: Sebastian Wells)

    Wir sind zuversichtlich, dass mit dem Konzept nun die Grundlage vorhanden ist, um die notwendigen Genehmigungen vor Ort einzuholen und den Spielbetrieb im September bzw. Oktober starten zu können. Ich möchte an dieser Stelle an alle Beteiligten appellieren, im Umgang mit der Zulassung von Zuschauern vorsichtig, bedacht und wohl überlegt vorzugehen und sich langsam an die jeweils vorgegebenen Maximalwerte heranzutasten“, sagt VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung.

    Die endgültige Entscheidung zur Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs liegt bei den Landesregierungen und den lokalen Behörden. Die Entscheidung über die Zulassung von Zuschauern treffen die Vereine in enger Abstimmung mit den lokalen Gesundheitsbehörden. Dabei wird vereinsseitig ein Schutz- bzw. Hygienekonzept für den Zuschauerbereich in Abhängigkeit vom lokalen Infektionsgeschehen und der Infrastruktur der Hallen vorgelegt.

    Wichtiger Bestandteil bei der Konzepterarbeitung war die enge Abstimmung zwischen der VBL und ihren Vereinen. Durch den konstruktiven Austausch können die Vereine mit Informationen zu Abstandsregelungen, Kontaktnachverfolgung oder Hallen-Belüftung ein standortspezifisches Vereinskonzept entwickeln. Dabei kann in Abstimmung mit den lokalen Gesundheitsbehörden für jeden Verein eine angepasste Anzahl von Zuschauern in der Halle zugelassen werden.

    Oberste Priorität: Risikominimierung

    Das Konzept kann jedoch keine 100-prozentige Sicherheit für Vereine und Aktive bieten. Es wurde erarbeitet, um die Aufnahme des Spielbetriebs in der VBL 2020/21 unter Berücksichtigung der anhaltenden Covid-19-Pandemie sicherzustellen. Die Minimierung des Risikos aus gesellschaftlicher und medizinischer Sicht hat dabei oberste Priorität.

    Das vorgelegte Konzept entstand in einer Taskforce aus DEL2, DBBL, BBL2, TTBL, HBF und VBL auf Grundlage der Initiative Profisport Deutschland (IDP) und greift auf die „Konzeption eines Leitfadens für die Wiederzulassung von Besuchern“ zurück, die HBL, BBL und DEL dem Bundesministerium für Gesundheit bereits vorgelegt haben. Grund für das jeweils eigene Konzept sind die Abweichungen in den Spielbetriebs-Anforderungen zwischen den Ligen.

    Der Saisonauftakt für die 2. Bundesliga ist für den 12. September 2020 geplant. Am 3. Oktober 2020 soll die 1. Bundesliga Frauen folgen, am 17. Oktober 2020 die 1. Bundesliga Männer. „Da der Verlauf der Corona-Pandemie trotz aller risikominimierender Maßnahmen unvorhersehbar ist, werden wir mit dem Konzept auf Sicht fahren und im Saisonverlauf prüfen, ob Anpassungen, in die eine oder andere Richtung notwendig bzw. möglich sind“, sagt VBL-Geschäftsführer Jung.

    31.07.2020 09:00
  • Aus eins mach zwei: comdirect Supercup 2020 wird geteilt
    VBL | Pressemitteilungen
    Der comdirect Supercup 2020 wird nicht an einem Tag und in einer Arena ausgetragen. Es wird je ein Supercup der Frauen und der Männer gespielt.

    Der comdirect Supercup bekommt für die Austragung 2020 einmalig ein neues Gewand. Der Saisonauftakt der Frauen und Männer wird corona-bedingt nicht gemeinsam an einem Tag und in einer Arena ausgetragen. Anstelle einer Großveranstaltung wird das Event geteilt: Zeitlich am jeweiligen Saisonstart orientiert und im Umfeld eines der teilnehmenden Teams ausgerichtet, wird je ein Supercup der Frauen und der Männer ausgetragen.

    Um diese Trophäe spielen die Mannschaften im comdirect Supercup 2020. (Foto: Sebastian Wells)

    „Aufgrund der durch die Corona-Pandemie entstandenen behördlichen Beschränkungen und Unsicherheiten in Zusammenhang mit der Durchführung von Großveranstaltungen und dem damit einhergehenden wirtschaftlichen Risiko, hat der Vorstand entschieden, den Supercup in diesem Jahr in einer veränderten Form stattfinden zu lassen“, sagt Klaus-Peter Jung, Geschäftsführer der Volleyball Bundesliga (VBL).

    Besonders die Frage, ob zum Zeitpunkt der Veranstaltung Zuschauer – für die Wirtschaftlichkeit des Events ein unabdingbarer Faktor – in den Arenen zugelassen sind sowie die Minimierung des Infektionsrisikos durch die Aufsplittung der teilnehmenden Teams führten letztlich zu der Entscheidung, den Austragungsmodus zu ändern.

    „Mit dem Wechsel in kleinere Hallen verringern wir das wirtschaftliche Risiko, falls die Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden müssen“, sagt VBL-Geschäftsführer Jung. „Die Austragung im Umfeld eines der teilnehmenden Klubs reduziert mögliche Infektionswege und Unterbringungskosten.“

    Für die beiden Partien, die voraussichtlich am 27. September (Frauen) und 11. Oktober (Männer) gespielt werden sollen, mussten nach dem Saisonabbruch neben den beiden DVV-Pokalsiegern Dresdner SC und BERLIN RECYCLING Volleys zwei weitere Teams über ein Wertungsverfahren festgelegt werden, die die für die Deutschen Meister vorgesehenen Plätze einnehmen. Zur Ermittlung der Teilnehmer wurde die Quotientenregelung basierend auf den Ergebnissen der abgebrochenen Spielzeit 2019/20 angewandt. Demnach komplettieren die Mannschaften des SSC PALMBERG Schwerin und der United Volleys Frankfurt den comdirect Supercup 2020.

    „Für uns war es wichtig, die objektiv fairste Ermittlung der Rangfolge zu wählen – und das war die Quotientenregelung“, führt Jung über die Entscheidungsfindung aus. „Wir freuen uns, trotz der Herausforderungen vor die die Corona-Pandemie alle Beteiligten auch aktuell weiterhin stellt, mit diesem neuen Format den Fans Spitzenvolleyball präsentieren zu können.“

    Die Wahl der Veranstaltungsorte erfolgt über ein Ausschreibungsverfahren.

    27.07.2020 15:19
  • Unterstützer in schwierigen Zeiten: Allianz Deutschland AG wird Partner der Volleyball Bundesliga
    VBL | Pressemitteilungen
    Die Allianz Deutschland AG wird für die Saison 2020/21 Partner der Volleyball Bundesliga.

    Die Allianz Deutschland AG wird für die Saison 2020/21 Partner der Volleyball Bundesliga (VBL). Die Allianz wird mit dem Slogan „Gemeinsam. Stark.“ zum Saisonstart 2020/21 auf der Brust und auf dem Rücken aller Schiedsrichter-Trikots sowie einem Bodenaufkleber in jeder Erstliga-Spielhalle sichtbar sein. Zudem tritt der Versicherer bei den 45 TV-Spielen der neuen Bundesliga Saison auf Sport1 als Co-Presenter auf und wird damit sowohl im direkten Spielumfeld als auch im Rahmen der sendereigenen Programmtrailer zu sehen sein.

    Volleyballfans jubeln ihrer Mannschaft beim DVV-Pokalfinale 2020 zu. (Foto: Sebastian Wells)

    „Wir freuen uns sehr über das Engagement der Allianz in der Volleyball Bundesliga – gerade in diesen aktuell für den Sport schwierigen Zeiten“, sagt VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung. „Durch die Partnerschaft werden die Vereine in der Krise finanziell unterstützt;  sie hilft ihnen aber auch dabei, strukturelle Verbesserungen in der Medialisierung und Digitalisierung voran zu treiben.“

    „Als Partner und Versicherer des Sports ist es uns ein Anliegen, dem Volleyballsport mit allen Vereinen durch eine schwierige Zeit zu helfen und so für die sportbegeisterten Zuschauer mit unserer Marke sichtbar zu sein“, sagt Nathalie Vogt, Head of Sponsoring bei der Allianz Deutschland AG.  „Gemeinsam blicken wir optimistisch in die Zukunft und freuen uns, wenn der Ball bald wieder fliegt.“

    Die Partnerschaft soll helfen, die negativen Folgen der Corona-Pandemie bei den Vereinen der 1. Bundesliga abzumildern. Das Engagement der Allianz hilft allen Vereinen der 1. Bundesliga der Frauen und Männer in gleichem Maße. Gemeinsam wurden Bereiche identifiziert, in denen die Unterstützung den größten Mehrwert für die Vereine bietet.

    So entlastet die Allianz die Vereine signifikant bei den Kosten für die Schiedsrichter. Auch in die Nachwuchsförderung wird investiert. Hier übernimmt die Allianz die Kosten für Auditverfahren, die zur Verbesserung der Nachwuchsarbeit in den Vereinen führen.

    Darüber hinaus ermöglicht die Partnerschaft jedem Verein die Erstellung einer eigenen App für Android und iOS. In Zusammenarbeit mit dem französischen Unternehmen bFan entwickeln die Teams dabei auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene App-Angebote, die zur neuen Saison gelauncht werden sollen.

    Im Bereich Livestream unterstützt die Allianz die Kommentierung aller Partien der 1. Bundesliga der Frauen und Männer auf der VBL-Partner-Plattform sporttotal.tv durch die Anschaffung der notwendigen Hardware.

    „Die gezielte Unterstützung der Allianz erleichtert den Vereinen die Planungen für die kommende Saison“, sagt VBL-Präsident Michael Evers. „Mich freut es dabei besonders, dass es nicht um eine rein finanzielle Hilfe geht, sondern dass damit sinnvolle strukturelle Maßnahmen finanziert werden, die langfristige Verbesserungen einleiten können.“

    Die Allianz Deutschland AG

    Die Allianz Deutschland AG ist in der Schaden- und Unfallversicherung, der Lebensversicherung sowie der Krankenversicherung tätig. Ihren über 20 Millionen Kunden hilft sie, sich gegen Risiken zu schützen und finanzielle Chancen zu nutzen.

    Als führender Versicherer in Deutschland bietet die Allianz Deutschland AG umfassende und auf den Bedarf ihrer Kunden zugeschnittene Lösungen rund um Versicherung, Vorsorge und Vermögen aus einer Hand.

    Mit mehr als 8.200 Vertretern und 26.400 Mitarbeitern erwirtschaftet die Allianz Deutschland AG einen Umsatz von 42,0 Milliarden Euro. Sie trägt damit fast ein Drittel zum Gesamtumsatz der Allianz Gruppe bei.

    16.07.2020 10:29
  • TV Bliesen und Island: Burkhard Disch – Volleyballcoach in zwei Welten
    VBL | Pressemitteilungen
    Burkhard Disch lebt seine Leidenschaft für den Volleyball in zwei Welten aus, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Er ist Chefcoach des saarländischen Zweitliga-Aufsteigers TV Bliesen und isländischer Nationaltrainer sowie High Performance Manager des Volleyballverband Blaksamband Island.

    Er ist ein Volleyballvisionär für spezielle Aufgaben. Burkhard Disch lebt seine Leidenschaft für den Volleyball nun in zwei Welten aus, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Neben seinen Aufgaben als Chefcoach des saarländischen Zweitliga-Aufsteigers TV Bliesen bekleidet er eine internationale Doppelposition. Beim isländischen Volleyballverband Blaksamband Island - oder kurz: BLI – ist er seit Mitte Juni als Nationaltrainer der Herren und High Performance Manager angestellt. Hier kommt seine zweite Leidenschaft zum Tragen: die Konzeption.

    Ein seit Jahren eingespieltes Team: Michel Beautier und Burkhard Disch (Foto: TV Bliesen)

    Es sind die Unterschiede, die Burkhard Disch an seinen beiden Jobs so schätzt. „Beim TV Bliesen gibt es eine seit 20 Jahren gewachsene Struktur in der Nachwuchsarbeit, da kann ich mich zwar punktuell einbringen, aber als Zweitliga-Coach liegt der Schwerpunkt ganz klar auf der Arbeit mit dem Team“, sagt der 50-Jährige.

    Gemeinsam mit dem isländischen Verband erarbeitet Disch, der in der internationalen Volleyball-Szene auf Kleinstaaten-Ebene bei seinem langjährigen Arbeitgeber Luxemburg für einen sportlichen Aufschwung sorgte, langfristig angelegte Strukturen für die Trainerausbildung und Spielerförderung. In einem über das ganze Land verteilte Schulprojekt sollen zudem Kinder an den Volleyball herangeführt und in die Vereine integriert werden. Das groß angelegte Projekt erreicht jährlich mehr als 5000 Kinder. Im besten Fall empfehlen sich später einige von ihnen für Mannschaften in den großen europäischen Ligen.

    „Einen Spieler mit all seinen Fähigkeiten zu entwickeln und ihn dann an einer herausragenden Stelle spielen zu sehen, macht uns als Trainerteam stolzer als eine Medaille, die wir um den Hals gehängt bekommen“, sagt Disch, dessen ehemaliger Schützling aus luxemburgischen Zeiten, Kamil Rychlicki, mittlerweile bei Champions-League-Sieger Cucine Lube Civitanova unter Vertrag steht.

    Vorbild Reichert

    Dischs Credo lässt sich leicht auf seine Arbeit in Bliesen übertragen. Die 2. Bundesliga hat sich in ihrem DNA-Papier ausdrücklich die Förderung des Nachwuchses zum Ziel gesetzt - in Bliesen gelebte Praxis mit einem herausragenden Beispiel: Moritz Reichert.

    Moritz Reichert beim Aufschlag im comdirect Supercup 2019 (Foto: Sebastian Wells)

    Der ehemalige Kapitän von Serienmeister Berlin Recycling Volleys ist seinem saarländischen Heimatverein weiterhin eng verbunden. „Wenn sich junge Spieler so entwickeln, wie es Moritz getan hat, dann bekommst du als Verein davon unheimlich viel zurück“, sagt Disch und verweist auf die Vorbildfunktion solcher Spieler als „Role Model für den Nachwuchs“.

    Gemeinsam mit seinem langjährigen Assistenten und Scout Michel Beautier will er diesen Weg in Bliesen weitergehen. Die Trainingszeiten sind so gestaffelt, dass es den Trainern leichtfällt, sich einen persönlichen Eindruck vom Leistungsstand beim Nachwuchs zu machen. Mit Bliesens Sportlichem Leiter Gerd Rauch und Matthias Pons, die die Geschicke im Nachwuchsbereich lenken, arbeitet Disch zudem eng zusammen.

    Auch in anderer Hinsicht gibt es Parallelen zwischen seinen beiden Jobs: Die Auswahl an Spielern ist eingeschränkt. „Ziel muss es immer sein, aus einem begrenzten Talentpool das Beste herauszuholen“, erklärt Disch. „Wenn es dann einer schafft, sich für höhere Aufgaben zu qualifizieren, hat man einen guten Job gemacht.“

    Bei Máni Matthíasson hat Disch die Entwicklung künftig in beiden von ihm trainierten Mannschaften in der Hand. „Ich freue mich, dass ich ganzjährig mit Máni arbeiten kann“, sagt Disch über seinen Zuspieler in Verein und Nationalteam. Für den 21-Jährigen sieht er in der 2. Bundesliga beste Voraussetzungen. „Für die Entwicklung eines Spielers ist ein gutes Trainingsumfeld entscheidend“, sagt Disch. „Außerdem hilft eine hohe Zahl von Einsätzen auf einem gleichbleibend hohen sportlichen Niveau weiter. Auf all das kann ein Spieler wie Máni in Bliesen und der 2. Bundesliga besser aufbauen als vielleicht in der ersten Liga eines kleineren Verbandes, wo die Leistungsdichte meist geringer ist und man bei einem Topklub nur in wenigen Spielen wirklich gefordert wird.“

    „Erfolge“, sagt Disch, „lassen sich nicht immer in Ranglisten abbilden. Oftmals ist man besser beraten, sich die Entwicklungen anzuschauen.“ In Luxemburg arbeitete Disch erfolgreich mit einer Zehn-Jahres-Vision. Mit Blick auf seine neuen beruflichen Herausforderungen wird er seine Konzepte systematisch an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen und setzt dafür einen ähnlichen Zeithorizont an. „In fünf bis zehn Jahren“, so Disch, „wird man sehen, wohin wir gegangen sind.

    Im neuen Volleyball Magazin (volleyball.de) am 23. Juli 2020 erscheint ein Porträt über Burkhard Disch für alle, die mehr über ihn erfahren möchten.

    15.07.2020 12:47

Aktuelles aus der Volleyball Bundesliga

"Faire und umsetzbare Lösungen finden": Bundesspielwart Kessing über größere Staffelstärken und Wertung 2019/20

VBL | Pressemitteilungen

In der vergangenen Woche haben der Vorstand der Volleyball Bundesliga (VBL) sowie der Vorstand und das Präsidium des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) auf Vorschlag des Bundesspielausschusses (BSA) die Regelungen zur Wertung der Saison 2019/20 in den nationalen Ligen verabschiedet. Im Nachgang wurden in der Volleyballgemeinschaft viele Fragen zur Auslegung dieser Regelungen diskutiert. Im Interview beantwortet Bundesspielwart Gerald Kessing einige dieser Fragen.


Bundesspielwart Gerald Kessing (Foto: VBL)

Gerade was die Staffelstärke der 2. Bundesliga angeht, ist es zu Missverständnissen gekommen. Wie groß wird die Staffelstärke der 2. Bundesliga in der kommenden Saison 2020/21 sein?

Gerald Kessing: „Die Regelstaffelstärke laut Lizenzstatut beträgt weiterhin zwölf Mannschaften. Da keine Mannschaften sportlich absteigen, es gleichzeitig aber Aufsteiger aus dem Bereich der Dritten Liga geben kann, wird für die kommende Saison eine Staffelstärke von bis zu 14 Mannschaften möglich sein. Zudem wäre in den 2. Bundesligen auf Antrag des DVV eine Mannschaft mit Sonderspielrecht zuzulassen. Die laut Lizenzstatut mögliche Zulassung einer zweiten Mannschaft mit Sonderspielrecht würde der VBL-Vorstand ablehnen.“

Was passiert mit freien Plätzen in der 2. Bundesliga – also, wenn nicht 14 Mannschaften in einer Staffel zusammenkommen?
Kessing: „Zusätzliche freie Plätze werden wir unbesetzt lassen. Es bleibt dann bei zwölf oder 13 Mannschaften. Damit reduzieren wir zum einen den Termindruck und zum anderen die Anzahl möglicher zusätzlicher Absteiger am Ende der kommenden Saison.“

In der Entscheidung der letzten Woche heißt es, die Bundesligaversammlung würde über die Fortführung der 2. Bundesliga mit einer Regelstaffelstärke von 14 Mannschaften oder einen vermehrten Abstieg nach der Saison 2020/21 entscheiden. Was hat es damit auf sich?

Kessing: „Laut Lizenzstatut kann es derzeit maximal drei Absteiger in einem Spieljahr geben. Daher wollen wir zusammen mit den Vereinen beraten, ob am Ende der Saison 2020/21 einmalig vier Mannschaften absteigen müssen oder ob der Abbau der zusätzlichen Teams über mehrere Jahre gestreckt werden soll. Es gab in der 2. Bundesliga aber im Rahmen des Masterplans bereits Diskussionen, die Staffelstärke generell auf 14 Teams zu erhöhen. All das werden wir uns zusammen mit den Vereinen anschauen und entscheiden.“

Sind VBL und DVV auf den Fall vorbereitet, dass Mannschaften in eine tiefere Spielklasse zurückziehen und die Staffelstärke dort zusätzlich steigt?

Kessing: „Vor dieser Situation stehen wir ungeachtet der Corona-Krise immer. Mit der Verlängerung der Lizenzierungsfristen wollen wir den Vereinen zum einen mehr Zeit für die Entscheidungsfindung geben, zum anderen werden wir uns im Fall der Fälle die Situation genau anschauen müssen. Es ist klar, dass es Grenzen des Machbaren gibt. Die Vereine können darauf vertrauen, dass wir in diesem Fall für alle Beteiligten faire und umsetzbare Lösungen finden werden.“

Wie werden die zusätzlichen Spiele im kommenden Jahr im Spielplan untergebracht?

Kessing: „Ganz fremd ist uns die Situation ja nicht. Wir spielen in der Südstaffel der Männer auch heute schon mit 14 Teams. Wir werden im Spielplan durch zusätzliche Spieltage und die Genehmigung von Doppelspieltagen ausreichend Termine bereitstellen können. Vielerorts hat sich zudem der Freitagabend als „Derbyspieltag“ bewährt und kann zusätzlich genutzt werden. Die Spielleitung wird sich aufgrund der außerordentlichen Umstände im höchsten Maße flexibel zeigen.“

Können Sie nochmal erläutern, warum es überhaupt dieser Sonderregelungen bedurfte?

Kessing: „Für die entstandene Situation gibt es keine festen Regelungen. Die Wertung nach einem Saisonabbruch ist weder im Lizenzstatut, noch in der Bundesspielordnung festgeschrieben. Es musste daher von den verantwortlichen Gremien eine sportpolitische Entscheidung getroffen werden, um diese Lücke im Ordnungswerk zu schließen.“

Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Kessing: „Der Weg bis zur Entscheidung war lang. Zunächst wurde geprüft, ob andere Sportarten Regelungen für den Fall eines Saisonabbruchs vorsehen, an denen man sich für eine Entscheidung orientieren könnte. Dabei wurde festgestellt, dass auch die anderen großen Spielsportarten Fußball, Handball, Basketball und Eishockey in ihren Spielordnungen keine solche Regelungen vorsehen. Alle Entscheidungen wurden in enger Abstimmung zwischen der Volleyball Bundesliga und dem Deutschen Volleyball-Verband und dessen Gremien getroffen, um eine möglichst einheitliche Regelung für alle nationalen Ligen zu treffen.“

Welche Regelungen standen zur Diskussion?

Kessing: „Im Sinne aller Teams musste eine einheitliche Lösung für alle Staffeln der 1. und 2. Bundesliga gefunden werden. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass in allen Ligen noch mehrere Mannschaften aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen oder Meister werden konnten. Am letzten Hauptrundenspieltag der Frauen-Bundesliga wäre es zum Beispiel in den direkten Duellen zwischen dem SSC PALMBERG Schwerin und ALLIANZ MTV Stuttgart um Platz eins sowie Schwarz-Weiß Erfurt und dem VfB Suhl LOTTO THÜRINGEN um den Klassenerhalt gegangen.

Das Einfrieren der Tabelle mit aktueller Rangfolge war eine der geprüften Optionen. Aufgrund von Wettbewerbsverzerrungen durch die unterschiedliche Anzahl absolvierter Spiele, die unterschiedlich schweren verbleibenden Partien sowie die ungleiche Anzahl absolvierter Heim- und Auswärtsspiele wurde diese Option verworfen.

Die Möglichkeit, die Wertung nur auf die Hinrunde zu beschränken, wurde abgelehnt, weil sie zum einen der Leistungsentwicklung einer Mannschaft im Saisonverlauf nicht gerecht wird und zudem die ungleiche Verteilung von Heim- und Auswärtsspielen sowie die unterschiedliche Schwere der Gegner bei diesen Spielen nicht berücksichtigt.“

Was sprach für die nun getroffene Regelung?

Kessing: „Die manuelle Berechnung der Tabelle für jede einzelne Staffel mit der Fokussierung auf den Auf- und Abstieg schien in der Betrachtung der verfügbaren Optionen noch die fairste zu sein. Da aus dem Kreis der Zweitligisten jedoch nur zwei Mannschaften (Anm. d. Red.: VC Neuwied 77 bei den Frauen und Moerser SC bei den Männern) am Vorlizenzierungsverfahren für die 1. Bundesliga teilgenommen haben, war die Aufstiegsfrage praktisch irrelevant – beide Teams können unabhängig von ihrer Platzierung aufsteigen.

Gilt das auch für den Übergang von der Dritten zur 2. Liga?

Kessing: „Im Grundsatz ja. Alle Mannschaften, die an der Vorlizenzierung teilgenommen haben und zum Zeitpunkt des Abbruchs rechnerisch noch die Chance hatten, einen Aufstiegsplatz zu erreichen, erhalten das Angebot, in die höhere Spielklasse aufzusteigen. Das gilt allerdings nur, wenn dort die maximale Staffelstärke von 14 Mannschaften in der Saison 2020/2021 nicht überschritten wird.“

Wie sieht es bei den Absteigern für die abgebrochene Zweitligasaison aus?

Kessing: „Alle Mannschaften, die in der 2. Bundesliga zum Zeitpunkt des Abbruchs auf einem Abstiegsplatz standen, hätten noch den sportlichen Klassenverbleib schaffen können. Daher wurde die Entscheidung getroffen, dass keine Mannschaft absteigen muss.“

...und dass es keine Meister gibt...

Kessing: „Aus Sicht des VBL-Vorstands sind die Fragen um Abstieg, Wertung und Meisterschaft untrennbar miteinander verzahnt. Man kann nicht an einer Stelle eine Wertung aussetzen, aber an anderer Stelle eine Wertung vornehmen. Die aktuelle politische und gesellschaftliche Lage lässt den Sport in den Hintergrund treten. Die Verantwortlichen von DVV und VBL hielten es daher für angemessen, dass im Sport in dieser Situation keine Meister gekürt werden. Dies gilt für alle nationalen Ligen von der 1. Bundesliga bis zur Regionalliga.“

Inzwischen entscheiden immer mehr Sportarten und Ligen wie der Volleyball.

Kessing: „Wir sehen uns durch die Entscheidungen der anderen Ligen in unserer Meinung bestärkt, dass der Saisonabbruch – so bitter er auch für die Sportlerinnen und Sportler und die gesamte Volleyballgemeinschaft war – der richtige Schritt war. Darüber hinaus schließen sich auch immer mehr Sportarten in Sachen Wertung dem Volleyball an. Einige Ligen hatten den Spielbetrieb zunächst nur ausgesetzt – nun brechen sie den Spielbetrieb ab. In Deutschland haben nach der 1. und 2. Eishockeyliga auch die Handball-Bundesliga der Frauen, die 1. und 2. Basketball-Bundesliga der Frauen, die 2. Basketball-Bundesliga der Männer (Anm. der. Red.: ProA und ProB) die Saison ohne Meister beendet. Aber auch im Ausland gibt es viele Ligen, die den Spielbetrieb abgebrochen haben. Und die meisten von denen verfahren in Auf- und Abstiegs- sowie der Meisterfrage wie der Volleyball.“

veröffentlicht am Montag, 23. März 2020 um 18:41; erstellt von Kunze, Fabian
letzte Änderung: 23.03.20 18:41
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