Frank Fischer, Gründer und Inhaber der Firma Webix, deckt im Gespräch die Parallelen von Sport und Unternehmertum auf. Wir lernen: Warum im Volleyball zählt, was auch in der IT wichtig ist. Spitzenleistungen haben in beiden Welten dieselben Regeln.
Er ist gekommen, um zu bleiben. Nur wusste Frank Fischer das an diesem Abend noch nicht. „Volleyball gehörte damals nicht zu den Sportarten, die meinen Alltag bestimmten“, sagt Frank Fischer. Das sollte sich ändern. Als ihn ein Freund zu einem Spiel von Allianz MTV Stuttgart in die SCHARRena einlud, erwartete er einen unterhaltsamen Abend. Was er nicht ahnte: Aus diesem ersten Besuch würde Jahre später eine enge Verbindung zum Volleyball entstehen.
Fußball ja. Irgendwie ist ja jeder mit dem Fußball verbunden. Und sei es nur als VfB-Fan im Stuttgarter Stadion. Oder am Spielfeldrand bei den Einsätzen seiner Kinder. Sport spielte bei Frank Fischer keine übergeordnete Rolle. Viele Jahre waren andere Dinge wichtiger: die Unternehmensgründung, der Aufbau von Webix und natürlich die Familie.

Frank Fischer, Gründer von webix solutions GmbH, konnte bereits die einzigartige Stimmung beim Zoi DVV-Pokalfinale erleben.
(Foto: Justus Stegemann)
Dann kam dieser Abend in der SCHARRena.
Das Tempo auf dem Feld. Die Stimmung in der Halle. Die Nähe zwischen Mannschaft und Publikum. All das begeisterte Frank Fischer. Noch wichtiger: Nach dem Spiel verschwanden die Spielerinnen nicht hinter verschlossenen Türen. Sie blieben in der Halle, sprachen mit Fans, schrieben Autogramme und machten Fotos. „Diese Nähe zwischen Sportlerinnen und dem Publikum hat uns beeindruckt“, erinnert sich Fischer.
Aus einem Besuch wurde ein zweiter und schließlich viele. Aus dem Zuschauer wurde ein Unterstützer. Aus dem Unterstützer ein Sponsor. Aus dem Sponsor später sogar ein Gesellschafter der Spielbetriebsgesellschaft stuttgart indoors GmbH, unter deren Dach Allianz MTV Stuttgart organisiert ist. Man könnte sagen: Aus dem Spaß des ersten Abends wurde Ernst. Aus dem losen Interesse wurde tiefe Verbundenheit zu einem Sport und den Menschen dahinter.
Dabei ging es Fischer nie nur um Sichtbarkeit oder Sponsoring. „Uns ging es nie nur um Werbung“, bekräftigt er. Denn dieser Satz beschreibt mehr als nur seine eigene Volleyball-Geschichte. Er beschreibt, warum Unternehmen und Partner im Volleyball eine ganz besondere Rolle einnehmen. Denn Volleyball funktioniert anders als viele andere Sportarten. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten sind begrenzter. Die Strukturen familiärer. Die Nähe zwischen Sport, Verein, Ehrenamt und Wirtschaft ist viel größer. Wer sich in diesem Sport engagiert, kauft nicht einfach nur Reichweite. Er wird gewissermaßen ein Teil des Systems. Oder, wenn man es treffender ausdrücken möchte: Er wird Teil der Volleyball-Familie.
Was Fischer damals nur fühlte, kann er heute klar benennen: Volleyball macht sichtbar, woran er auch als Unternehmer glaubt. Leistung entsteht selten durch Einzelne. Vielleicht erklärt das auch, warum ihn eine Person besonders beeindruckt hat: Tore Aleksandersen. Der langjährige und 2023 zu früh verstorbene Erfolgstrainer von Allianz MTV Stuttgart. Er war bekannt für seine Klarheit, seinen hohen Anspruch und seine Fähigkeit, ein Team zu bilden. Aleksandersen glaubte an Disziplin, Verantwortung und kontinuierliche Entwicklung. Nicht in der grauen Theorie. Der Norweger lebte es täglich vor. Das Ziel dahinter: Jede einzelne Spielerin besser zu machen und aus vielen guten Spielerinnen eine Top-Mannschaft formen. Genau dieser Gedanke findet sich auch bei Webix wieder. Und mit Konstantin Bitter hat der Allianz MTV Stuttgart jemanden gefunden, der diese Philosophie weiterträgt und weiterentwickelt.

Der Stuttgarter Erfolgscoach Tore Aleksandersen (links) hinterließ bei Frank Fischer (rechts) einen prägenden Eindruck.
(Foto: Frank Voß)
Wer mit Frank Fischer über das Thema Fachkräfte spricht, hört keine großen Schlagworte. Kein Employer Branding. Kein War for Talent. Keine Hochglanzbegriffe aus dem Personalmarketing. Stattdessen sagt er: „Wir stellen Menschen nicht wegen ihres Geschlechts ein. Wir stellen Menschen ein, weil sie etwas können und ins Team passen.“ Dahinter steckt ein klares Verständnis von Zusammenarbeit. In der IT-Branche verändern sich Technologien beinahe täglich. Wissen veraltet schnell. Deshalb entsteht Stabilität nicht dadurch, dass eine Person alles weiß. Königswissen ist eher schädlich. Stabilität entsteht, wenn Wissen geteilt wird und Menschen bereit sind, voneinander zu lernen. „Es bringt wenig, wenn nur einer alles kann“, sagt Fischer. „Eine Volleyballmannschaft gewinnt selten wegen einer herausragenden Spielerin. Sie gewinnt, weil sechs Menschen gleichzeitig das Richtige tun.“
Auch dieser Satz könnte wieder von Tore Aleksandersen stammen. „Viele der Fragen, die auf dem Spielfeld beantwortet werden müssen“, so Fischer, „stellen sich auch in einer IT-Firma.“ Wie entsteht Vertrauen? Wie entwickelt man Menschen? Wie wird aus guten Einzelnen ein leistungsfähiges Team? Fischer weiß: Die Antworten darauf finden Menschen am einfachsten in der frühen Entwicklung. Kinder lernen im Mannschaftssport Werte, die sich nicht aus Büchern aneignen lassen: Fairness. Verantwortung übernehmen. Mit Niederlagen umgehen. Rückschläge aushalten. Sich für andere einsetzen. Sich zurücknehmen, wenn es das Team verlangt. Genau diese Fähigkeiten sucht er heute auch bei Bewerberinnen und Bewerbern.
Die Diskussion über Frauen in technischen Berufen verfolgt er aufmerksam. Gleichzeitig beschreibt er die Realität seiner Branche nüchtern. „Schon während meines Informatikstudiums waren Frauen deutlich in der Minderheit“, sagt er und lacht, „daran hat sich bis heute wenig geändert.“ Auch bei ihm bewerben sich überwiegend Männer. Für ihn beginnt die Frage nach mehr Frauen in der IT deshalb viel früher. Lange vor dem Bewerbungsgespräch. Warum? Die Logik ist simpel: Vorbilder prägen Erwartungen. Erwartungen beeinflussen Entscheidungen. Gerade im Volleyball sieht er Frauen in Führungsrollen, als Leistungsträgerinnen und Identifikationsfiguren. VBL-Geschäftsführerin Kim Oszvald-Renkema sei das beste Beispiel. Wer erlebe, wie Frauen Verantwortung übernehmen, Leistung zeigen und Erfolg haben, erweitert auch seinen Vorstellungshorizont von Karriere. Ganz gleich, ob der Beruf bisher von Männern dominiert war.
Das erlebt Fischer in Stuttgart auch bei seinem Verein: „Dort stehen Frauen im Mittelpunkt. Sie zeigen Mut, treffen Entscheidungen und liefern Leistungen auf höchstem Niveau ab.“ Das fasziniert ihn. Nicht etwa wegen gesellschaftspolitischer Debatten um Gleichstellung. Auch das sei wichtig. Aber ihm geht es vielmehr darum, was Leistungssport mit seinem Wertekanon in Stuttgart sichtbar macht: Eine verschworene Einheit, die sich dem Erfolg verpflichtet.
Was Letzteres für Frank Fischer bedeutet, macht er mit einem Beispiel anschaulich: Während der Corona-Pandemie unterstützte er mit seiner Firma Webix Allianz MTV Stuttgart durch technisches Know-how beim Streaming der Spiele. Für Fischer war das selbstverständlich. Unterstützung sei schließlich keine Einbahnstraße, sondern ein gemeinsamer Weg. Vielleicht liegt genau darin die Verbindung zwischen Webix und Volleyball: Nämlich, dass jeder seine Potenziale in den Dienst der gemeinsamen Aufgabe stellt.
Und damit landet er wieder unwillkürlich bei „seinem“ Trainer: Tore Aleksandersen. Wenn Fischer über ihn spricht, zählt er nicht seine Erfolge auf. Er spricht über den Menschen Aleksandersen: „Er hatte immer erst das Gefüge im Sinn. Jeden Tag. Nicht nur die Besten. Alle.“ Kim Oszvald-Renkema kann diese Einschätzung aus ihrer Zeit als Sportdirektorin in Stuttgart nur bestätigen: „Er war ein Mensch, der trotz seiner Krankheit anderen immer wieder Energie, Zuversicht und Inspiration gegeben hat.“ Vielleicht ist es genau das, was Frank Fischer bis heute an ihm beeindruckt. Dass sich Führung nicht nur darin zeigt, Menschen voranzubringen, sondern sie auf dem gemeinsamen Weg mitzunehmen. Sie aus Überzeugung handeln lässt.
Ganz wie bei Frank Fischer selbst. Die Verbindung zum Volleyball entstand nicht bei einem Business-Termin. Sie begann in einer Sporthalle. Mit einer Einladung. Einem Freund. Und mit dem Eindruck, dass hier etwas gelebt wird, was sich weder kaufen noch verordnen lässt: die Verbindung von Menschen und Werten, die prägen und tragen.
Martin Haar
Über Webix
Die webix solutions GmbH ist ein inhabergeführter IT-Partner aus Stuttgart. Mit rund 90 Mitarbeitenden berät webix mittelständische Unternehmen und Konzerne in allen Fragen rund um Digitalisierung, Big Data, IT-Infrastruktur und IT-Sicherheit.
Seit der Gründung 1996 als Studenten-Startup und der Umwandlung zur GmbH im Jahr 1998 steht webix für einen konsequent beratungsorientierten Ansatz: von der Analyse über die Umsetzung bis hin zur Weiterentwicklung digitaler Lösungen.
Mit Standorten in Stuttgart, Freiburg, Bruchsal/Karlsruhe und Ulm sowie den Tochterunternehmen Greenova (Tschechien) und Netzwelt (Philippinen) realisiert Webix individuelle Lösungen weltweit – On Premises, in der Cloud oder im Rechenzentrum.
Mehr Informationen unter: www.webix.de