Die SVG Lüneburg steht als erster Finalist der diesjährigen Playoffs der Volleyball Bundesliga fest. Die Mannschaft von Cheftrainer Stefan Hübner setzte sich im zweiten Spiel der Halbfinalserie 3:1 (25:20, 26:24, 22:25, 26:24) bei den SWD powervolleys Düren durch. Der Finalgegner steht noch nicht fest. Am Samstag hatte der amtierende Meister BERLIN RECYCLING Volleys beim VfB Friedrichshafen den Einzug ins Finale im ersten Anlauf verpasst. Die „Häfler“ setzten sich in einem nervenaufreibenden Classico des deutschen Volleyballs 3:2 (16:25, 25:22, 21:25, 25:20, 15:12) durch. Die Entscheidung in der Best-of-Three-Serie fällt am 26.04. ab 17 Uhr in Berlin.
Die Lüneburger, die noch das Final-Rückspiel im CEV Cup vor der Brust haben, verhinderten ein drittes Spiel in einer Nervenschlacht: „Es war wirklich ein schwieriges Spiel. Wir haben gerade in diesem vierten Satz aber immer daran geglaubt, dass wir das schaffen können. Das hat die Mannschaft die gesamte Saison über ausgezeichnet“, sagte Axel Enlund, der sich durch ein Ass zum Matchgewinn an diesem Abend unsterblich machte. Gegen welches Team es im Finale geht, ist dem jungen Schweden egal: „Wir wollen gewinnen, egal gegen wen.“ Ein Finale, in dem auch Dürens Geschäftsführer Tomáš Kocian-Falkenbach gern gestanden hätte: „Ich habe gemerkt, was für ein Spirit in der Mannschaft war. Sie hat auch heute alles gegeben. Lüneburg war besser heute, das müssen wir zugeben. Natürlich hätten wir uns ein drittes Spiel gewünscht, das hätte die Serie verdient gehabt.“
Lüneburg gewinnt Nervenschlacht
Die „Lüne-Hühnen“ setzten der Begegnung in Durchgang eins schnell ihren Stempel auf. Starke Aufschlag- und Blockarbeit führten zum 25:20-Satzerfolg. Im Folgenden gelang es der Mannschaft von Trainer Christophe Achten, die Partie offen zu gestalten. Doch Lüneburg blieb das abgeklärtere Team mit den besseren Lösungen zum 26:24. In Satz drei verlor die SVG den Druck im Aufschlag und Düren war sofort voll da. Mehr Variabilität im Angriff und eine stimmungsvolle Halle brachten dem Zoi DVV-Pokalfinalisten von 2025 die notwendigen Emotionen. Mit dem dritten Satzball stellten die Dürener auf 1:2.
Die powervolleys, die auch in dieser Partie ohne ihren Topangreifer Robin Baghdady auskommen mussten, nahmen eben jene Energie auch in Durchgang vier mit und zwangen SVG-Coach Hübner beim Stand von 7:2 bereits in seine zweite Auszeit. Bis zum 12:6 sah es danach aus, als hole Düren auch diesen Durchgang, doch die Lüneburger arbeiteten den Vorsprung Punkt für Punkt ab. Beim Stand von 22:20 aus Sicht der Gastgeber ging es in die entscheidende Phase. Lüneburg punktete weiter, bei 22:22 nahm Achten eine Auszeit. In einer zerfahrenen Endphase des Satzes bewies die SVG die besseren Nerven und sicherte sich durch MVP Enlund den Finaleinzug.
Im Anschluss erhielten die Powervolleys, für die die Saison nun beendet ist, aus den Händen von VBL-Geschäftsführerin Kim Oszvald-Renkema, DVV-Vorstand Sport und Ex-Dürener Jaromir Zachrich sowie Bürgermeister Frank Peter Ullrich die Bronzemedaille für den 3. Platz.
Emotionen pur auch in Friedrichshafen
Auch am Bodensee war es ein Auf und Ab der Gefühle. Im ersten Satz erhielt das Team von Cheftrainer Adam Swaczyna keinen Zugriff auf das Spiel und erzielte beim 16:25 keinen einzigen Breakpunkt. Doch wer dachte, dass dies ein schneller Abend für den BRV werden würde, der irrte. Swaczyna brachte in Durchgang zwei Marcus Böhme auf der Mittelblockposition und der Aufschlagjoker Simon Kohn stach. Die „Häfler“ drehten einen 18:20-Rückstand. Während Berlin in Satz drei schnell die Oberhand zurückeroberte und auf die 2:1-Satzführung stellte, bewies der VfB im vierten Durchgang erneut seine Comeback-Qualitäten, die auch im Tiebreak noch eine Rolle spielen sollten.
Das Wechselbad der Emotionen blieb auch hier nicht aus. Der amtierende Meister lag dank des wie gewohnt auffälligen Berliners Jake Hanes bereits 7:4 vorn, ehe Friedrichshafen die erneute Wende einleitete. Der spätere MVP des Spiels, Marcus Böhme, der im Anschluss von Publikum und Verein in der ausverkauften SPACETECH ARENA mit emotionalen Worten in den Ruhestand verabschiedet wurde, setzte sich mit einem Ass zum 9:7 in Szene. Danach war der Bodensee-Express nicht mehr aufzuhalten.

Berlin gegen Friedrichshafen: Nachdem der VfB Friedrichshafen Spiel zwei der Halbfinalserie mit 3:2 gewann, kommt es am 26. April ab 17 Uhr in Berlin zum entscheidenden dritten Duell um den Finaleinzug. (Foto: Alexander Hoth)
Swaczyna: „Es ist noch nicht vorbei.“
„Das war ein wirklich hartes Spiel, weil wir im ersten Satz überhaupt nicht reingekommen sind“, sagte Swaczyna. „Genau darüber haben wir in den vergangenen Tagen gesprochen: dass wir weitermachen, auch wenn wir leiden. Es ist noch nicht vorbei, es war nur der Ausgleich.“ Der Niederlage entsprechend enttäuscht zeigte sich Berlins Libero Kyle Dagostino: „Wir hatten unsere Chancen. Über weite Strecken haben wir gut angenommen, aber sie haben eben in Schlüsselmomenten mit dem Aufschlag gepunktet. Wir wissen, worum es jetzt geht, werden durchatmen und uns erholen. Es ist immer besser, zu Hause zu gewinnen als auswärts.“
Dyn überträgt live
Alle Spiele der Playoffs werden live und on demand bei Dyn übertragen, inklusive Highlights und Zusammenfassungen.
Halbfinale 3 Berlin vs. Friedrichshafen
- So., 26.04.26, 17:00 Uhr: BERLIN RECYCLING Volleys vs. VfB Friedrichshafen