Knappe Niederlage gegen einen Titelfavorit

Allianz MTV Stuttgart II vs. Vorwärts Sachsen Volleys Grimma, 22.11.20, 2. BLSF
Women in Red: Viel hat im Stuttgarter Team nicht gefehlt, gegen den Favoriten aus Sachsen.
Foto: Tom Bloch | www.tombloch.de

Des Trainers Erwartungen wurden erfüllt. Eine spannende Begegnung hatte Stuttgarts Trainer Johannes Koch prophezeit, und genauso gestaltete sich auch das Heimspiel gegen Vorwärts Sachsen Volleys Grimma. Spannend, eng, und heiß umkämpft – und nach zwei Stunden Schlagabtausch unterlag Allianz MTV Stuttgart II knapp mit 1:3 (25:21, 16:25, 24:26, 26:28).

Anfangs lief es aus Stuttgarter Sicht rund. Mit Jugendnationalspielerin Helena Dornheim (16 Jahre) und Beach-Nachwuchsnationalspielerin Nele Schmitt in der Startformation sicherten sich die Gastgeberinnen den ersten Durchgang und führten bereits im zweiten Satz mit 13:8. Doch nahezu gleichzeitig mit einer kurzen Schwächeperiode bei Trainer Johannes Koch („Ich weiß auch nicht, was das los war“), der sich erst auf die Trainerbank setzten musste und später sogar die Halle verließ, um seinen Kreislauf mit frischer Luft und Kola wieder in Schwung zu bringen, schwand auch der Spielfluss in seinem Team.
Grimma wehrte sich tapfer, übernahm die Führung, und glich nach Sätzen aus.

In der Zwischenzeit hatte Stuttgarts Co-Trainer Dirk Peuser die Betreuung vom Seitenrand aus übernommen. Im dritten Satz lag Stuttgart anfangs erneut komfortabel vorne, was Grimmas Trainer Ronny Lederer beim Rückstand von 3:7 zu einer Auszeit zwang, obwohl einen Ballpunkt später die übliche technische Auszeit zu erwarten war. Erfolgreich: Mit Vorwärts Sachsen ging es ab da aufwärts, der Stuttgarter Vorsprung schmolz dahin. Auch ein Doppelwechsel beim Stuttgarter Nachwuchsteam, der die Routiniers Martha Deckers und Alexandra Bura aufs Feld brachte, führte von einem 20:20-Gleichstand nur zum 24:24. Zwei Stuttgarter Fehler später jubelte Grimma erneut.
Genauso ging es weiter, in der Zwischenzeit wieder mit einem erholten Chefcoach Johannes Koch. Ein eng umkämpfter Satz, der ebenfalls in die Verlängerung ging, und am Ende Grimma einen wohl erkämpften 3:1-Erfolg beschied – obwohl Stuttgart bei 21:24 sogar einige Satzbälle zum Ausgleich zur Verfügung hatte. „Wir haben gegen ein ausgebufftes Team gespielt, dass es verstand, in den entscheidenden Situationen die entscheidenden Punkte zu machen“, fasste anschließend Trainer Koch zusammen.
„Und uns ist bei unseren Satzbällen es nicht gelungen, den Ball auf den Boden zu bringen“. In der Tat, ein Tiebreak, gar ein Sieg wäre möglich gewesen gegen einen der Meisterschaftsfavoriten. Doch der Druck, den die Sächsinnen im Schwabenland aufs Feld brachten, war enorm. Insgesamt 13 Aufschlagasse ergab der Blick in die Statistik. „Grimma hat sehr aggressiv gespielt und wurde am Ende dafür belohnt“, sagte Stuttgarts Trainer Johannes Koch – und nahm aus der Partie wertvolle Informationen für den Trainingsalltag mit. Im Grunde geht es ja immer darum, klare Angriffssituationen zu schaffen, also den bestmöglichen Ball über die in diesem Moment beste Angreiferin zu spielen. Was in der Theorie einleuchtend und simpel klingt, ist in der Praxis dann doch ein anspruchsvolles Unterfangen. „Und daran müssen wir arbeiten“, sagte Koch.

Die nächste Praxis-Einheit für sein junges Team folgt am kommenden Wochenende, wenn Allianz MTV Stuttgart II am Samstag, 28. November, um 16 Uhr beim Tabellenletzten TV Waldgirmes bei Wetzlar anzutreten hat.  

 

 

veröffentlicht am Montag, 23. November 2020 um 12:17; erstellt von Tom Bloch, MTV Stuttgart 1843 e.V.
letzte Änderung: 23.11.20 12:17
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