• Siegmar Müller ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Volleyball Bundesliga
    VBL | Pressemitteilungen
    Siegmar Müller ist neuer Vorsitzender des neuen Aufsichtsrats der Volleyball Bundesliga.

    Die Volleyball Bundesliga (VBL) geht mit neuen Köpfen in die nächsten vier Jahre. Die Jahresversammlung der 75 Bundesligisten wählte Siegmar Müller einstimmig zum Vorsitzenden des neuen Aufsichtsrats. Mit der Strukturreform endete zugleich die Amtszeit des VBL-Präsidenten Michael Evers, der über die letzten 20 Jahre hinweg an der Spitze der Bundesligen stand.

    Der neue Aufsichtsratsvorsitzende Siegmar Müller. | Foto: privat

    Siegmar Müller (65 Jahre, wohnhaft in Germersheim) ist derzeit Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Südpfalz, scheidet dort zum Jahresende aus, und freut sich nun darauf, sich im Ruhestand ehrenamtlich für die Entwicklung der Bundesligen zu engagieren. Weitere Mitglieder des Aufsichtsrats sind Martina Stoof (46, Potsdam), Hubert Körner (57, Dresden, Vertreter 1. Bundesliga Frauen), Heino Konjer (50, Emlichheim, Vertreter 2. Bundesliga Frauen), Erich Peterhoff (52, Düren, Vertreter 1. Bundesliga Männer), Diego Ronconi (56, Bühl, Vertreter 2. Bundesliga Männer) sowie DVV-Präsident René Hecht (59, Berlin). Der Aufsichtsrat hat neben der Aufsichtsfunktion über die zukünftig dreiköpfige Geschäftsführung vor allem die Aufgabe, die strategischen Ziele zu schärfen sowie die Netzwerkarbeit der VBL zu intensivieren. Die neue Geschäftsführung tritt zum 01. Juli ihr Amt an.

    „Mit dem Ausscheiden des bisherigen VBL-Vorstandes wird eine Zäsur in der Geschichte der VBL manifestiert, und es muss nunmehr das gemeinsame Ziel des neuen Aufsichtsrats sein, den immensen Erfahrungsschatz des bisherigen Vorstandes nicht zu verlieren“, erklärte Müller anlässlich seiner Wahl und ergänzte: „Ich bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen der Bundesligaversammlung und sehe meine künftige Hauptaufgabe darin, der neuen Geschäftsführung als Sparringspartner und Interessensvermittler zur Seite zu stehen. Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit.“

    Der scheidende VBL-Präsident Michael Evers bedankte sich für das Vertrauen, das ihm die Bundesligavereine in den letzten Jahren an der Spitze der VBL geschenkt haben. 2001 war Evers an die Spitze des Ligaausschusses des Deutschen Volleyball-Verbands gewählt worden, verwirklichte im Jahr 2006 die Gründung der Deutschen Volleyball-Liga (DVL), welche im Jahr 2014 in die VBL überging und förderte von Beginn an maßgeblich die Professionalisierung der Ligaorganisation. Thorsten Endres, Generalsekretär des Europäischen Volleyballverbands (CEV) und ehemaliger Geschäftsführer der DVL, würdigte Evers: „Mit Michael Evers verlässt ein streitbarer und leidenschaftlicher Kämpfer für den Volleyballsport in Deutschland nach 25 Jahren in den Vorstandsgremien der Ligaorganisationen die große Bühne. Ein Diplomat wird er nie sein, aber ohne seine Zielstrebigkeit und seine Beharrlichkeit wäre die Volleyball Bundesliga jetzt nicht da wo sie ist. Der Volleyball braucht mehr solch streitbare Charakterköpfe!“

    Auch für die Vorstandsmitglieder Andreas Bahlburg, André Jungen, Rüdiger Hein, Gerald Kessing, Johannes Oswald, Jörg Papenheim und André Wehnert endete mit der Bundesligaversammlung die Tätigkeit für die VBL. Die VBL hatte im Februar mit umfangreichen Satzungsänderungen die Voraussetzungen für die personelle wie strukturelle Neuausrichtung geschaffen.

    Neben den Personalentscheidungen fasste die Bundesligaversammlung zahlreiche Beschlüsse zur Umsetzung der Strukturreform und verlängerte diverse Maßnahmen, mit denen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Spielbetrieb und die Bundesligisten abgemildert werden sollen.

    04.06.2021 17:33
  • #MissionMannheim | DVV-Pokalrunden für die Saison 2021/22 ausgelost
    VBL | Pressemitteilungen
    Die Partien des Achtelfinals im DVV-Pokal der Frauen und Männer wurden ausgelost.

    Die Auslosung der Achtelfinals in Berlin ergab für die 1. Bundesliga Frauen folgende vier internen Duelle: Es messen sich der VC Wiesbaden mit dem Titelverteidiger SSC Palmberg Schwerin, die Roten Raben Vilsbiburg treten gegen die Ladies in Black Aachen an. Der Liganeuling VC Neuwied 77 trifft auf den VfB Suhl LOTTO Thüringen und der SC Potsdam misst sich mit Schwarz-Weiß Erfurt. Der Dresdner SC, Allianz MTV Stuttgart, NawaRo Straubing und der USC Münster spielen auswärts gegen die Sieger aus den Ansetzungen der Regionalpokalsieger.

    Bei den Männer-Erstligisten hat der Finalist von 2021, Energiequelle Netzhoppers KW-Bestensee, als einziges Team aus der 1. Bundesliga Männer ein Heimrecht zugelost bekommen. Gegner wird der 16-fache DVV-Pokalsieger VfB Friedrichshafen sein. Alle anderen sieben Mannschaften aus dem Oberhaus treten auswärts gegen einen Regionalpokalsieger an.

    DVV-Pokal, Achtelfinale der Frauen:

    • AF1: Sieger aus Nord gegen Nordwest – Dresdner SC
    • AF2: Sieger aus Nordost gegen West – Allianz MTV Stuttgart
    • AF3: Sieger aus Süd gegen Südwest – NawaRo Straubing
    • AF4: Sieger aus Südost gegen Ost – USC Münster
    • AF5: VC Wiesbaden – SSC Palmberg Schwerin
    • AF6: Rote Raben Vilsbiburg – Ladies in Black Aachen
    • AF7: VC Neuwied 77 – VfB Suhl LOTTO Thüringen
    • AF8: SC Potsdam – Schwarz-Weiß Erfurt

    DVV-Pokal, Achtelfinale der Männer:

    • AF1: Sieger Süd – United Volleys Frankfurt
    • AF2: Sieger Südwest – TSV Unterhaching
    • AF3: Sieger Nord – SVG Lüneburg
    • AF4: Sieger Nordwest – BERLIN RECYCLING Volleys
    • AF5: Sieger Nordost – Helios GRIZZLYS Giesen
    • AF6: Sieger West – SWD powervolleys Düren
    • AF7: Sieger aus Südost gegen Ost – WWK Volleys Herrsching
    • AF8: Energiequelle Netzhoppers KW-Bestensee – VfB Friedrichshafen

    Termine für die Achtel-, Viertel und Halbfinalspiele:

    Frauen

    • Achtelfinale: 6. und 7. November 2021
    • Viertelfinale: 27. und 28. November 2021
    • Halbfinale: 14. und 15. Dezember 2021

    Männer

    • Achtelfinale: 6. und 7. November 2021
    • Viertelfinale: 24. November 2021
    • Halbfinale: 22. Dezember 2021

    Das DVV-Pokalfinale der Frauen und Männer findet am 6. März 2022 zum siebten Mal in Folge in der SAP Arena Mannheim statt.

    Die Termine für die Runden bis einschließlich der Halbfinals verbleiben unter Vorbehalt bis der internationale Rahmenspielplan des Europäischen Volleyballverbandes (CEV) vorliegt. Sollte es terminliche Überschneidungen zwischen dem CEV-Kalender und der aktuellen Spielplanung des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) bzw. der Volleyball Bundesliga (VBL) geben, können sich die Termine der Partien im DVV-Pokal noch ändern.

    Nach der corona-bedingten Änderung der Spielordnung für den DVV-Pokal in der Saison 2020/21 werden in der neuen Pokalsaison wieder die Regionalpokalsieger am Wettbewerb teilnehmen. Die weiteren Runden: Viertelfinale und Halbfinale werden ebenfalls ausgelost. Einen Turnierbaum, wie in der vergangenen Pokalspielzeit gibt es nicht.

    04.06.2021 16:42
  • Abschied: Michael Evers & Klaus-Peter Jung im Doppelinterview
    VBL-News
    Die virtuelle Bundesligaversammlung bringt für die VBL viele einschneidende Veränderungen. Personell ändert sich, dass Michael Evers das Amt als Präsident der VBL abgibt und Klaus-Peter Jung als Geschäftsführer aus Altersgründen ausscheidet. Zum Abschluss ihrer Ära schauen die beiden zurück zu den Anfängen und sprechen über Herausforderungen.

    Die virtuelle Bundesligaversammlung am 4. Juni bringt für die Volleyball-Bundesliga (VBL) viele einschneidende Veränderungen. Neben einer neuen Strukturreform, die am 1. Juli in Kraft tritt, auch personelle: Michael Evers gibt das Amt als Präsident der VBL ab, Klaus-Peter Jung scheidet als Geschäftsführer aus Altersgründen aus. Seit 2006 war Michael Evers Vorsitzender der Deutschen Volleyball-Liga, seit 2014 führt er die VBL als Präsident an. Zuvor war er von 1996 bis 2001 Sprecher der Frauen-Bundesliga und dann fünf Jahre lang Vorsitzender des Ligaausschusses im Deutschen Volleyball-Verband. Evers bleibt als Manager des SSC Palmberg Schwerin im Liga-Geschäft aktiv. 25 Jahre für die VBL sind in jedem Fall eine Ära, die ihresgleichen sucht.


    Michael Evers konzentriert sich auf Aufgaben beim SSC Palmberg Schwerin. | Foto: Robert Felgentreu

    Klaus-Peter Jung wechselte 2013 als Manager der Roten Raben Vilsbiburg in das VBL-Center in Berlin, um den Posten als Geschäftsführer zu bekleiden. Hinter ihm lagen bereits acht Jahre als Vorstandsmitglied und Ligasprecher der 1. Bundesliga Frauen. Sein Ruhestand zum 30. Juni war lange geplant, dass er jetzt auch aus gesundheitlichen Gründen aufhören muss, dagegen nicht. Im Mai hat er eine Hirntumor-OP gut überstanden, seither ist er in einer Reha-Phase.

     
    Klaus-Peter Jung geht nach acht Jahren als VBL-Geschäftsführer in den wohlverdienten Ruhestand. | Foto: Robert Felgentreu

    Zum Abschluss ihrer Ära als Spitzen-Duo der VBL sprechen sie in einem Interview mit Klaus Wegener über die Herausforderungen und erinnern sich an die Anfänge des Liga-Verbandes.

     

    Herr Evers, wie war das in den Anfangszeiten der VBL vor gut 15 Jahren?

    Evers: Geschäftsführer Thorsten Endres hat als erster hauptamtlicher Mitarbeiter im Jahr 2006 ein Büro in der Paul-Heyse-Straße bezogen. Ganz allein in einem Hochhaus, ohne Telefon, ohne Infrastruktur und als ich das sah, dachte ich, oh Gott, was soll das werden. Heute sitzt das Center mit zwölf Mitarbeitern in einem hochmodernen Bürokomplex. Das ist eine beeindruckende Veränderung, die wir hinter uns haben. Die geht einher mit der Entwicklung der Vereine und den sportlichen Highlights. Die Austragung der Champions League-Endrunde in Berlin, die Pokalfinals in Bonn, Halle/Westfalen und jetzt Mannheim, das sind alles Events von höchster Qualität, an der die Liga mitgestaltet hat und damit auch Trendsetter gewesen ist.

    Sind die Pokalfinals als ureigene Ligaveranstaltung hervorzuheben?

    Evers: Auf jeden Fall. Ich sehe uns noch 2005 in Bonn beim ersten Pokalfinale in der Hardtberghalle sitzen mit großen Augen. Die Halle war zum Platzen gefüllt. Als wir im Folgejahr mit den Endspielen ins Gerry Weber Stadion nach Halle/Westfalen umgezogen sind, haben uns viele für verrückt erklärt. Aber zur Premiere kamen mehr als 11.000 Zuschauer. Das waren Gänsehautmomente und wir wurden für das Risiko belohnt.

    Über viele Jahre haftete an der Bundesliga der Makel der fehlenden Professionalisierung. 

    Jung: Vor 20 Jahren war Volleyball ein reiner Amateursport, betrieben und verwaltet von Amateuren. Was mit Gründung des Liga-Verbandes immer über allem stand, war die Entwicklung hin zur Professionalisierung. Diese Hauptaufgabe zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Liga und durch meine Amtszeit als Geschäftsführer.

    Was waren die größten Herausforderungen?

    Evers: Sicher der Masterplan 2013 und aktuell die Strukturreform. Der Masterplan war prägend und ich denke, die Strukturreform wird der VBL einen neuen Schub geben. Der Masterplan stieß von an Anfang an auf heftige Widerstände, weil die Vereine über die Belastung, auch in finanzieller Hinsicht, klagten.

    Jung: Das war schon eine Mammutaufgabe. Aus den Klubs war zu hören, dass wir zu viel verlangt haben und sie das nicht leisten können. Heute ist vieles eine Selbstverständlichkeit. Die Etats haben sich deutlich erhöht, dadurch konnten sich die Vereine freier bewegen. Parallel sind wir den steinigen Weg gegangen, das Büro in Berlin immer weiter als Dienstleistungscenter auszubauen. Steinig, weil die Klubs die Vorfinanzierung leisten mussten. Mittlerweile profitieren sie davon. Es war die richtige Entscheidung, sonst wären wir immer noch Amateure.

    Inwieweit helfen die sportlichen Events auf dem Weg zur Professionalisierung?

    Jung: Das sind unsere Plattformen, um die Bundesliga zu präsentieren. Hier schaffen wir eine Sichtbarkeit und erzielen Reichweiten. Dadurch konnten wir vor drei Jahren erstmals einen Medienrechtevertrag abschließen. Kritiker werden sagen, das war spät. Ja, richtig, aber es war auch ein wichtiger Prozess, so weit zu kommen, dass wir vor allem unsere Werte nennenswert monetarisieren konnten. Und der Prozess ist noch nicht beendet.

    Auf welchen Ebenen musste bei der Einführung des Masterplans die meiste Überzeugungsarbeit geleistet werden?

    Evers: Die Vereine mussten erkennen, dass sie in das Produkt zu investieren haben. Nicht immer nur in die eigene Mannschaft, sondern in die gesamte Infrastruktur, in die Hallen, in die Geschäftsstellen, in das Liga-Center, in das Umfeld. Dadurch konnten sie Sponsoren Raum geben, sich zu präsentieren. So konnten sie den Spielen einen Eventcharakter geben. Bestes Beispiel sind doch die BR Volleys. Früher spielten sie in der altehrwürdigen Halle in der Sömmeringstraße auf engstem Raum, heute präsentieren sie sich in einer Arena, die ihresgleichen sucht. Sie sind Trendsetter in ganz Europa.

    Stelian Moculescu, erfolgreichster Trainer in Deutschland, sprach immer gern von Schulsporthallen, wenn er die mangelnde Professionalisierung kritisierte.

    Evers: Heute spielt keiner mehr in einer Schulturnhalle. Heute reden wir fast überall von modernen Arenen. Kleine Ausnahmen gibt es noch wie in Aachen, Straubing und beim Aufsteiger Neuwied. Aber alle anderen haben nachgezogen. Unsere Arena in Schwerin gibt es erst seit zehn Jahren und inzwischen planen wir einen Erweiterungsbau. Das ist eine schöne Folge der Entwicklung, die wir in den letzten Jahren gemacht haben.

    Aber alle Vereine schaffen es nicht, da mitzuziehen. Sie haben drei aus der Frauen-Bundesliga erwähnt, bei den Männern gibt es auch Sorgenkinder wie die Netzhoppers oder Haching. Kann die VBL da Unterstützungshilfe geben?

    Jung: Erst mal müssen wir differenzieren. Bei den Frauen kommen die Klubs fast überwiegend aus großen Städten bzw. Landeshauptstädten. Dort ist es einfacher zu überleben. Zudem konnten kleinere Standorte wie Vilsbiburg mitgenommen werden. Es war der richtige Schritt, die Vereine zu zwingen, neue Hallen zu bauen oder wenigstens umzuziehen. Damit gab es einen großen Schub. Bei den Männern haben wir weniger große Städte wie Berlin und Frankfurt, wo die Liga vertreten ist. Unterhaching ist aber nicht München, und dann reden wir noch über Bestensee. Da fällt eine Investition für einen Arena-Neubau von zehn bis zwanzig Millionen natürlich schwer.

    Ohne die Investition in eine neue Infrastruktur geht es wirklich nicht?

    Jung: Nein. Die Vereine werden sich nur entwickeln, wenn sie den Schritt wagen, in größere Hallen zu gehen. Sie brauchen eine Halle für mindestens zwei, drei Tausend Plätze, um sich auf allen Ebenen moderner und eventisiert darstellen zu können. Sonst werden sie nicht mithalten können und in der Folge nicht in der Liga existieren.

    Ein klarer Appell zu mehr Mut. Herr Evers, Sie leben seit Jahren in der Doppelrolle als Liga- und Klubvertreter. War der Spagat schwierig?

    Evers: Ich habe immer das Ziel verfolgt, der größte Ligaverband zu bleiben. Weil es besser ist, im Haifischbecken Sponsorensuche mit einer Stimme aufzutreten. So groß ist Volleyball nicht, als dass man mit mehreren Parteien wie Männerliga, Frauenliga und dann noch mit den zweiten Ligen getrennt aufzutauchen.

    Sie wurden wiederholt kritisiert, zu oft die Schweriner Vereinsbrille zu tragen.

    Evers: Das war immer mehr für Außenstehende ein Reibungspunkt, die geglaubt haben, Schwerin wird bevorzugt behandelt. Wenn Sie die Schweriner fragen, werden die sagen, gut, dass Du Dich jetzt endlich mal um uns kümmern kannst. Damit musste ich immer leben. Ich habe für die Männer gekämpft, um zwei Mal die Olympia-Qualifikation nach Deutschland zu holen und hätte das für die Frauen genauso getan, wenn wir eine echte sportliche Chance gehabt hätten.

    Sie betonen, dass Männer und Frauen mit einer Stimme auf dem Markt auftauchen sollen. Aber künftig werden beide Ligen mit verschiedenen TV-Partnern in die Saison starten. Droht da eine Spaltung?

    Evers: Ich hoffe nicht. Es ist völlig legitim, dass jede Partei ein eigenes Meinungsbild hat. Keiner weiß, welcher Weg der richtige ist, das wird man erst in drei, vier Jahren erkennen. Es ist wie in jeder Familie: Der interne Knatsch gehört in den inner circle, sonst wirst Du von außen her angreifbar. Nach außen hin sollte die Volleyball-Welt mit einer Stimme sprechen.

    Gibt es Themen, wo Sie rückblickend sagen, das hätten wir oder ich besser machen können?

    Evers: Die Suche nach einem Titelsponsor ist nicht abgeschlossen, sie verfolgt alle Bundesligen im Tagesgeschäft. Wir in Schwerin haben zehn Jahre auf Palmberg als Hauptsponsor gewartet. Wenn Kaweh Niroomand nicht Berlin Recycling gefunden hätte, würde es Volleyball in Berlin vielleicht nicht mehr geben. Ohne langen Atem geht das nicht. Natürlich gibt es immer Kritiker, die sagen „Hätte, hätte, hätte”.

    Jung: Der Titelsponsor wird auch kommen, auch wenn wir beide nicht mehr daran beteiligt sind. Letztlich müssen wir auch selbstkritisch bleiben.

    Weil?

    Jung: Weil wir beim Masterplan lange Zeit übersehen haben, dass die Frauen-Bundesliga eine Sonderstellung hat. Wir sind immer den Weg gegangen, Männer und Frauen auf Augenhöhe zu sehen. Den muss die VBL auch weiter gehen, denn im Volleyball sind Frauen und Männer gleichwertig, das gibt es weder im Handball, Basketball, Fußball, noch in anderen Teamsportarten. Trotzdem ist Frauen-Volleyball als Frauen-Teamsportart die Nummer eins in Deutschland. Das war uns bewusst, aber wir haben es nicht zum Thema gemacht, sondern tun das erst seit einem Jahr.

    In der Vergangenheit war immer wieder mal zu hören, die VBL stünde kurz vor einem Vertragsabschluss mit einem Partner.

    Evers: Das war auch so, aber dann sollten sich die Konditionen ändern. Wir wollten aber nie die Liga verscherbeln, das war immer unser Kurs. Zu verschenken gibt es nichts. Wir sind in der VBL einen Weg gegangen, der noch nicht abgeschlossen ist, der aber der richtige ist. Über kurz oder lang wird er zum Ziel führen. Und wenn der erste Titelpartner eingestiegen ist, werden andere dazu kommen.

    Corona wird der Entwicklung nicht förderlich gewesen sein. Bühl hat kapituliert, andere wackeln. Muss die VBL noch mit heftigen Folgeschäden rechnen?

    Jung: Wir haben den Weg durch schnelles Handeln und klare Hygienekonzepte gut begleitet. Da war Volleyball Vorreiter, auch, weil wir mit den großen Ligen wie Handball, Basketball und Eishockey eine Feinabstimmung hinbekommen haben. Keiner hat den Kopf in den Sand gesteckt, sondern wir haben immer nach Lösungen gesucht. Den Abbruch der Saison 2020 haben wir nicht selbst verschuldet, vielmehr waren wir dazu gezwungen. Das tat unglaublich weh, dass wir immer noch ohne Zuschauer spielen, ist emotional und finanziell schwer zu verkraften. Die Schäden sind noch nicht absehbar. Auch in der kommenden Saison wird sich jeder neu finden müssen und schauen, welche Partner noch an Bord bleiben. Es wird aber auch neue geben, die, weil sie gut aufgestellt sind, sich weiter im Sport engagieren. Kommen die Fans nach der Pandemie auch wieder zurück, oder wie werden sie sich verhalten? Das sind noch spannende Fragen.

    Haben Sie Wünsche oder Empfehlungen für Ihre Nachfolger?

    Jung: Es ist alles bestens angerichtet. Im VBL-Center gibt es eine hochmotivierte Mitarbeitercrew. Die neue dreiköpfige Geschäftsleitung kann sich besser auf die einzelnen Bereiche konzentrieren. Das war in der Vergangenheit eine Mammutaufgabe, für mehr als 75 Vereinen alles zu beachten und ein gutes Händchen zu haben. Das ging nur mit einem gut funktionierenden Vorstand, der sich aus allen Ligen-Bereichen zusammensetzte, der aber ehrenamtlich tätig war. Da spielte der Zeitfaktor eine große Rolle. Mit der Strukturreform kann sich der VBL-Aufsichtsrat um die Strategie kümmern und festlegen, wohin soll die Reise gehen. Da wird das Hauptamt gestärkt. Entscheidend bleibt aber die Rolle der Vereine. Jeder einzelne Vereinsmanager muss Verantwortung übernehmen und sie müssen ins Handeln kommen. Es muss ein Flow mit Synergieeffekten entstehen. Dann haben alle was davon. Die Strukturreform wurde mit einer hohen Übereinstimmung realisiert. Das zeichnet die VBL eben immer wieder aus.

    Welche Erinnerungen bleiben hängen nach Ihren so langen Amtszeiten?

    Evers: Bei mir stehen die Pokalfinals ganz oben und auch das Champions League Final in Berlin. Die internationalen Veranstaltungen behalte ich in guter Erinnerung, auch, weil wir dort viel für die Liga und den eigenen Verein lernen konnten. Dazu die vielen persönlichen Freundschaften. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mit Thorsten Endres noch eng befreundet bin. Oder dass mich mit Klaus-Peter Jung und Wolfgang Söllner aus Dresden viel verbindet, obwohl wir auch immer Konkurrenten waren.

    Jung: Mein Highlight ist, Geschäftsführer der VBL geworden zu sein. Als mich 2013 Wolfgang Söllner bei einer Tagung ansprach, ob ich nicht den Job übernehmen wollte, war meine Reaktion: Du spinnst. Damals war ich der „Fürst in Niederbayern” bei den Roten Raben, alles lief gut, wir hatten in der kleinen Stadt Vilsbiburg mit 11.500 Einwohnern den Bau einer Halle nur für Volleyball angeschoben, alles war bestens. Aber die Herausforderung, noch mehr für meinen Sport tun zu können, hat mich gereizt. Nach einem Familienrat beschlossen wir den Schritt nach Berlin zu gehen. Die acht Jahre waren gut, aber auch mit dem ein oder anderen Nackenschlag. Das gehört dazu. Aber ich konnte mein Know-how als Vereinsmanager der Basis einbringen, und daran arbeiten, dass sich Volleyball weiterentwickelt. Ich bin mir sicher, dass ich es gut hinbekommen habe und bin jetzt stolz, mit einem guten Gefühl auf die Zeit zurück blicken zu können.

    Und auf was freuen Sie beide sich in der Zukunft?

    Evers: … dass ich mich auf einer der schönsten Golfanlagen Deutschlands direkt vor der Haustür öfter sehen lassen kann. Beruflich darf ich noch ein bisschen arbeiten und habe auch noch Ziele. Zum einen den Umbau der Halle und dann den Bau eines Vereinsheims. Wenn das fertig ist, sind wir für die Zukunft gut aufgestellt und ich werde mich auch in Schwerin langsam vom Felde machen.

    Jung: … dass ich mich Rentner nennen darf. Auch wenn der Einstieg nach einer gut verlaufenen Tumor-OP im Mai anders verläuft als geplant. Das Thema VBL ist für mich nun abgearbeitet und ich freue mich auf eine entspannte Rekonvaleszenz. Ich werde mit der Familie wieder nach Landshut ziehen und wir werden es uns da gut gehen lassen. Mit kurzen Wegen an den Chiemsee, über den Brenner, in die Toskana …

    03.06.2021 11:06
  • 76 Lizenzanträge für Volleyball Bundesliga
    VBL-News
    Zwölf für 1. Bundesliga Frauen, neun 1. Bundesliga Männer und 55 Vereine für 2. Bundesligen

    Nach einer Saison unter Pandemiebedingungen haben 76 Vereine der 1. und 2. Bundesliga fristgerecht (15. Mai 2021) einen Antrag auf die Erteilung einer Lizenz für die Saison 2021/22 gestellt. Dabei entfallen zwölf Anträge auf die 1. Bundesliga Frauen und neun auf die 1. Bundesliga Männer. Insgesamt 55 Vereine möchten in der zweithöchsten Spielklasse an den Start gehen.

    Der VC Neuwied 77 wagt nach der Zweitliga-Meisterschaft den Schritt ins Oberhaus. | Foto: Eckhard Schwabe

    In der Frauen-Bundesliga haben alle Mannschaften, die in der abgeschlossenen Spielzeit 2020/21 im Volleyball-Oberhaus aktiv waren, auch für die kommende Saison gemeldet - hinzu kommt der Meister der 2. Bundesliga Süd Frauen VC Neuwied 77. Der Klub aus Rheinland-Pfalz durchläuft seit November 2020 das Entwicklungsprogramm der Volleyball Bundesliga der Frauen und wird in diesem Rahmen eng von der VBL begleitet und auf den Aufstieg vorbereitet und unterstützt.

    In der Saison 2021/22 muss die 1. Bundesliga Männer ohne die Volleyball Bisons Bühl auskommen. Der Klub aus dem Schwarzwald hatte bereits Anfang Mai bekannt gegeben, aus wirtschaftlichen Gründen bedingt durch die Corona-Pandemie auf einen Antrag zu verzichten. Die neun verbliebenen Vertreter aus der Vorsaison haben erneut Lizenzanträge gestellt.

    Der Corona-Krise zum Trotz erfreut sich die 2. Volleyball Bundesliga über alle Regionen hinweg großer Beliebtheit. 28 Frauen- und 27 Männer-Teams bewerben sich für eine Lizenzerteilung in der 2. Bundesliga für die kommende Saison.

    „Eine maximal herausfordernde Saison 2020/21 liegt hinter uns, aber die freudige Erwartung auf eine hoffentlich etwas normalere Spielzeit trägt uns gerade“, sagt VBL-Präsident Michael Evers. „Die Lizenzanträge und die vielzähligen Transfers unserer Klubs zeigen uns, dass nach Monaten des Spielbetriebs unter Pandemiebedingungen die Zuversicht auf eine reguläre Saison 2021/22 bei Vereinen, Spieler*innen, Partnern und Sponsoren vorhanden ist.“

    Die Lizenzanträge im Überblick

    1. Bundesliga Frauen: Allianz MTV Stuttgart, Dresdner SC, Ladies in Black Aachen, Rote Raben Vilsbiburg, SC Potsdam, SSC Palmberg Schwerin, USC Münster, VC Neuwied 77 (Aufsteiger 2. BL Süd), VC Wiesbaden, VfB Suhl LOTTO Thüringen, NawaRo Straubing, Schwarz-Weiß Erfurt

    1. Bundesliga Männer: Berlin Recycling Volleys, Helios GRIZZLYS Giesen, Energiequelle Netzhoppers KW-Bestensee, SVG Lüneburg, SWD powervolleys Düren, TSV Unterhaching, United Volleys Frankfurt, VfB Friedrichshafen, WWK Volleys Herrsching

    2. Bundesliga Frauen Nord: BBSC Berlin, DSHS SnowTrex Köln, ETV Hamburg, RC Sorpesee, SCU Emlichheim, Skurios Volleys Borken, SSF Fortuna Bonn, Stralsunder Wildcats, SV Blau-Weiß Dingden, TSV Bayer 04 Leverkusen, VC Allbau Essen, VfL Oythe, VCO Berlin (Sonderspielrecht), VCO Münster (Sonderspielrecht)

    2. Bundesliga Frauen Süd: Allianz MTV Stuttgart II, proWIN Volleys TV Holz, Rote Raben Vilsbiburg II, SV Lohhof, TG Bad Soden, TV 05 Waldgirmes, TV Altdorf, TV Dingolfing, TV Planegg-Krailling, VC Wiesbaden II, VCO Dresden (Sonderspielrecht), Vorwärts Sachsen Volleys Grimma, SSC Freisen (Antrag auf freien Platz), TSV TB München (WildCard-Antrag)

    2. Bundesliga Männer Nord: FC Schüttorf 09, Kieler TV, Moerser SC, PSV Neustrelitz, SV Lindow-Gransee, SV Warnemünde, TuB Bocholt, TuS Mondorf, TV Baden, VC Bitterfeld-Wolfen, USC Braunschweig, VCO Berlin (Sonderspielrecht), VV Humann Essen

    2. Bundesliga Männer Süd: BADEN VOLLEYS SSC Karlsruhe, BlueVolleys Gotha, Dentalservice Gust VC Dresden, FT 1844 Freiburg, GSVE Delitzsch, L.E. Volleys, SV Schwaig, TGM Mainz-Gonsenheim, TSV Grafing, TSV Mimmenhausen, TV/DJK Hammelburg, TSV Mühldorf, TuS Kriftel, VYS Friedrichshafen (Sonderspielrecht)

    Über die Sonderspielrechte der Bundesstützpunkte (VCO Berlin, VCO Münster, Volley Young Stars Friedrichshafen) sowie über die Anträge von SSC Freisen und dem TSV TB München wird noch entschieden.

    Im September wird die 2. Bundesliga starten. Die Spielzeit der 1. Bundesliga ist für Anfang Oktober geplant.

    18.05.2021 17:12

Aktuelles aus der Volleyball Bundesliga

Alle Infos zum Saisonstart der 1. Bundesliga Männer

VBL | Pressemitteilungen

Netzhoppers KW-Bestensee – VfB Friedrichshafen

Die Pflichtspielsaison 2020/21 hat noch gar nicht begonnen und hält für den VfB Friedrichshafen trotzdem schon einem Paukenschlag bereit. Die ZF-Arena ist baufällig und steht für die Heimspiele des VfB Friedrichshafen nicht mehr zu Verfügung. Durch den Tausch des Heimrechts zum Auftakt können die Häfler trotzdem pünktlich in die Saison starten. VfB-Trainer Michael Warm erklärt: „Es war ein feiner Zug von den Netzhoppers, dass das so kurzfristig und unbürokratisch funktioniert hat.“

Vor der Auftaktpartie konnte Warm den Auftritt der Netzhoppers in der Vorbereitung analysieren und meint: „Sie haben sich sehr strukturiert gezeigt und einen guten Eindruck bei den Testspielen hinterlassen.“

Für die Randberliner ist „der VfB Friedrichshafen ein Gegner, der uns nicht gerade liegt“, formuliert Teammanagerin Britta Wersinger. Einen Grund für Optimismus gibt es trotzdem, denn in der vergangenen Saison konnten die Brandenburger „den VfB zum allerersten Mal in seiner Heimspielstätte, der ZF-Arena, mit 3:1 schlagen“.

Allen Widrigkeiten zum Trotz bringt VfB-Kapitän Markus Steuerwald die Erwartungen für den Bundesligastart auf den Punkt: „Nach sechs Monaten Stille in der Halle vermisse ich das Quietschen der Schuhe auf dem Hallenboden. Und klar, die Zuschauer fehlen am meisten.“

Die Vorbereitung der Häfler war laut Warm von „vielen Teamevents auf dem Bodensee wie z. B. Rudern im Vierer“ geprägt. Grundsätzlich hat „Corona die Situation natürlich nicht einfacher gemacht. Erst wollten wir ein Turnier auf Gran Canaria spielen, später in Chaumont. Beides mussten wir aufgrund von Reisewarnungen schlussendlich absagen“, so Warm. „Zusätzlich kam dann die Schließung unserer Halle Ende September. Fürchterlich komfortabel war das nicht“, fasst der VfB-Trainer die Trainingssituation zusammen.

Die Netzhoppers hingegen konnten „einige Testspiele gegen den VCO Berlin, die HELIOS GRIZZLYS Giesen und die BERLIN RECYCLING Volleys bestreiten. Ein Turnier in Genf mussten wir leider absagen“, so Teammanagerin Wersinger.

Laut Linus Weber konnten die Häfler bereits in der Saisonvorbereitung ihre Stärken entdecken: „Wir sind ein gutes Team - und das nicht nur auf, sondern auch neben dem Feld. Gerade in dieser schwierigen Situation mit der Halle war das jetzt wichtig, um nicht den Fokus zu verlieren.“ Für Netzhoppers-Chefcoach Christophe Achten zeichnet sich seine Mannschaft durch „Biss und eine große Portion Motivation“ aus.

Mit diesen besonderen Argumenten im Gepäck verfolgen beide Teams ihre offiziellen Saisonziele. „Wir wollen natürlich Titel gewinnen, auch wenn wir wissen, dass die Konkurrenz stark ist und die Pandemie einige Fragezeichen in diese Richtung hinterlässt“, sagt VfB-Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt. Britta Wersinger von den Netzhoppers will „an die gute Leistung der vergangenen Saison anschließen“ und strebt Platz sechs in der Abschlusstabelle an. Grundsätzlich ist die Saison „allerdings schon erfolgreich, wenn sie nicht corona-bedingt angehalten werden muss“.

Die Netzhoppers jubeln zusammen. (Foto: Tobias Ullerich)

BERLIN RECYCLING Volleys – SWD powervolleys DÜREN

Die Wiederholung des diesjährigen Pokalfinals „ist einfach ein Klassiker der Volleyball Bundesliga“, sagt Kaweh Niroomand Geschäftsführer der BR Volleys. Das erste Match seines Vereins nach dem Sieg im comdirect Supercup weckt die Erinnerung an das intensive Bundesligaspiel in Düren aus der vergangenen Saison, das  „mit Sicherheit zu den fesselndsten der letzten Jahre in der Bundesliga“ zählt.

Ein „ähnlich intensives Duell ist am 1. Spieltag zu erwarten, weil beide Teams ihren Kern erhalten konnten“, analysiert Niroomand. Bei der Auftaktbegegnung freut er sich „vor allem darauf, so viele unserer treuesten Fans wie aktuell möglich wiederzusehen. Gemeinsam werden wir alles dafür tun, zumindest ein Stück der bekannten Volleyballtempel-Atmosphäre zu schaffen.“

Für die powervolleys verlief das Saison-Warm-Up „unter Einhaltung aller Hygienebestimmungen und ohne weitere Einschränkungen insgesamt gut“, sagt Dürens Gesellschafter Erich Peterhoff. „Der Rücktritt unseres Cheftrainers Stefan Falter war allerdings ein großer Schock für alle Beteiligten“, beschreibt Peterhoff die Situation auf der Bank kurz vor Saisonstart.

Der frischgebackene comdirect Supercupsieger und amtierende DVV-Pokalsieger aus Berlin konnte intensiv in die Saisonvorbereitung einsteigen, da „die Mannschaft trotz aller Visa- und Einreiseprobleme früher als je zuvor komplett beisammen war“, so BR-Volleys-Trainer Cédric Énard. Nach corona-bedingten Schwierigkeiten musste jedoch das geplante Trainingslager auf Gran Canaria abgesagt werden. An weiteren internationalen Turnieren konnte ebenfalls nicht teilgenommen werden. Eine „kurze Testspiel-Reise nach Polen und Matches gegen die HELIOS GRIZZLYS Giesen, Netzhoppers KW-Bestensee und SVG Lüneburg“ konnten jedoch trotzdem durchgeführt werden. Aus diesen Begegnungen erkannte Enard insgesamt „einen Aufwärtstrend bei unserer Mannschaft“.

Der Kader wurde auf Berliner Seite mit sechs Neuen verstärkt. Der französische Nationalspieler Timothée Carle besetzt dabei den Außenangriff. „Außerdem freuen wir uns über das größte deutsche Talent im Mittelblock, Anton Brehme“, sagt Niroomand. Von den drei neuen Brasilianern Davy Moraes, Renan Michelucci und Éder Carbonera ist Letzterer sogar mit Olympiagold ausgezeichnet. Neuzugang Robin Baghdady wechselt aus dem College in Kanada an die Spree.„ Er stammt aus einer Volleyball-Familie - seine Mutter war deutsche Nationalspielerin, sein Vater iranischer Nationalspieler“, sagt Niroomand.

Bei den powervolleys setzten die Klubverantwortlichen auf Konstanz. So bleiben unter anderem die Routiniers Björn Andrae, Michael Andrei, Tomas Kocian, Sebastián Gevert und Blair Bann den Dürenern erhalten. Mit Craig Ireland und Jordan Deshane wurden zwei Kanadier für die neue Spielzeit verpflichtet. Zusätzlich konnte Marcin Ernastowicz aus dem Weltmeisterland Polen verpflichtet werden.

Für den Verlauf der Saison wünscht sich BRV-Geschäftsführer Niroomand: „Wir hoffen, dass diese Saison vollständig gespielt werden kann. Das ist für unseren Sport das übergeordnete Ziel und daher muss sich jeder nach bestem Gewissen an die aktuellen Regeln halten.“ Für seine Mannschaft visiert er einen Titel aus der Teilnahme beim DVV-Pokalfinale und dem Finale um die Deutsche Meisterschaft an. Drei klare Argumente für das Erreichen dieses Ziels sind laut Chefcoach Énard „die große Erfahrung, Selbstvertrauen und mentale Stärke“. Aus seiner Sicht „konnten Eckpfeiler des Teams wie Sergey Grankin, Benjamin Patch oder Samuele Tuia gehalten werden. Mit Timothée Carle, Éder Carbonera und Anton Brehme haben wir sportliche Qualität dazugewonnen, die unsere Abgänge aus der Stammformation hoffentlich auffangen“, analysiert Énard seinen Kader.

Der comdirect-Supercup-Sieger 2020 heißt BERLIN RECYCLING Volleys. (Foto: Conny Kurth)

HELIOS GRIZZLYS Giesen – WWK Volleys Herrsching

„Ich hoffe, uns gelingt gleich zu Hause ein Coup“, wünscht sich Sascha Kucera, Sportlicher Leiter der HELIOS GRIZZLYS Giesen, einen guten Start in die neue Saison. Bisher konnten die Grizzlys in ihren beiden Bundesliga-Spielzeiten je eine Partie gegen Auftaktgegner WWK Volleys Herrsching für sich entscheiden. Die Mannschaft vom Ammersee schätzt Kucera „diese Saison noch stärker als vergangene Spielzeit“ ein. Das Team von Cheftrainer Max Hauser wird besonders motiviert sein, da „mit David Wieczorek nun auch ein ehemaliger GRIZZLY zu Gast ist“, beschreibt Kucera die Vorzeichen für die Partie. Herrsching-Coach Hauser möchte sich vor allem „für die herbe 0:3-Heimniederlage vergangene Saison revanchieren“.

Die Vorbereitung verlief auf Giesener Seite im Rahmen der Einschränkung durch Corona insgesamt gut und es konnten „genügend Testspielen absolviert werden“, so Grizzlys-Trainer Itamar Stein. Damit es gleich beim ersten Spiel mit dem Heimsieg klappt, wollen die Niedersachsen mit ihrer „Zusammenarbeit als Team und mit unseren hoch motivierten und ambitionierten Spielern“ punkten.

Als Vorsatz für die neue Saison strebt Hauser mit seiner Mannschaft das Play-Off-Halbfinale als offizielles Saisonziel an. Die HELIOS GRIZZLYS Giesen haben laut Kucera für 2020/21 in der Bundesliga die Qualifikation für die Play-Offs, das Halbfinale im DVV-Pokal und den ersten Sieg im Challenge Cup fest im Visier. Der Sportliche Leiter der Giesener freut sich dabei „besonders auf das Abenteuer Challenge Cup mit dem ‘Superlos‘ Lissabon".

Neben dem Debüt im Challenge Cup konnten die Giesener weitere Erfolge abseits des Feldes für sich verbuchen: „Wir konnten trotz Corona neue Sponsoren gewinnen und haben mit Helios als Namenssponsor um drei Jahre verlängert“, sagt Kucera.

Auch die WWK Volleys entwickeln sich weiter und werden in der neuen Spielzeit einige Matches im Audi Dome in München austragen.

Ein Spieler der HELIOS GRIZZLYS Giesen in Aktion. (Foto: Stefan Saltzmann)

United Volleys Frankfurt – SVG Lüneburg

„Mit acht Siegen in Folge hat mir die Mannschaft eigentlich nur schöne Momente beschert - eine Leistung, auf die alle für immer stolz sein können“, beschreibt Frankfurts Cheftrainer Juan Manuel Serramalera „den“ schönsten Moment der vergangenen Saison. Trotz des zweiten Platzes in der Abbruch-Tabelle „müssen wir unter diesen Voraussetzungen sicherlich bescheiden sein und dürfen nicht erwarten, dass direkt noch einmal eine Steigerung möglich sein wird. Sportlich haben wir einen ungeplanten Umbruch erlebt und wichtige Leistungsträger verloren“, schätzt der Chefcoach der United Volleys die Ambitionen seines Teams ein. „Jetzt nehmen wir neu Anlauf und verlieren dabei die langfristige Perspektive nicht aus den Augen.“ In Lüneburg möchte Cheftrainer Stefan Hübner nach der Saison 2020/21 sagen können, dass „wir unser Bestmögliches geleistet haben“.

United-Trainer Serramalera ist nach der Niederlage im comdirect Supercup bereit für Auftakt in der Liga gegen die SVG Lüneburg und freut sich auf “ein tolles Gefühl, weil wir endlich wieder auf die anderen Mannschaften in der Liga treffen, mit denen uns so viele gemeinsame sportliche Erlebnisse verbinden“´. Auf SVG-Seite steht im Zentrum der Vorfreude, „dass mit dem 1. Spieltag wieder ein Stück Normalität im Volleyball eintritt“, so Hübner.

Zu einhundert Prozent eingespielt sind die Frankfurter noch nicht, da „wir mehrere Testmatches gegen starke Gegner im Ausland corona-bedingt jeweils kurzfristig absagen mussten, so dass wir sicherlich noch einige Zeit benötigen werden, um uns wirklich einzuspielen“, sagt Serramalera, für den „Lüneburg in den zurückliegenden Jahren immer ein schwerer und unangenehmer Gegner war. Das erwarten wir auch diesmal.“ Mit dem Ex-Lüneburger Noah Baxpöhler auf dem Feld werden die Hessen sicherlich mit einer Prise mehr Motivation in die Partie gehen.

Neben "Baxe" haben die Mainstädter mit „Jakob Günthör und Daniel Malescha insgesamt drei starke Spieler mit Nationalmannschaftserfahrung für uns gewonnen. Dazu Tim Grozer und Mario Schmidgall, die ebenfalls schon beim Bundestrainer auf der Liste standen“, freut sich Serramalera. Neben den fünf erfahrenen deutschen Spielern „dürfen sich die Zuschauer auf die beiden energiegeladenen Liberos, Kyle Dagostino aus den USA und den Japaner Satoshi Tsuiki, sowie unsere neuen ‚jungen Wilden‘ und Europacup-Überraschung Ben Bierwisch freuen“.

Auf die größte Stärke seines Teams will sich Serramalera nicht festlegen, gibt aber zu bedenken, dass „wir einige Spieler haben, die auf dem Sprung vom Talent zum Leistungsträger stehen, und bei uns jetzt wirklich zeigen können, was sie volleyballerisch und als Persönlichkeit draufhaben“. Die Mischung aus Jung und Alt schätzt UVF-Chef-Coach als charakteristisch für seine Mannschaft ein: „Auf jeden Fall haben wir wieder eine Mannschaft, die Spaß macht, immer alles gibt und vom ersten bis zum letzten Ballwechsel mit Leidenschaft auf dem Feld steht, auch wenn es durch die vielen ganz jungen Spieler im Kader sicherlich zu Leistungsschwankungen kommen wird, wenn eine oder mehrere zentrale Stützen ausfallen.“

Zur Erklärung - ursprünglich wollten die Uniteds auf viele Tranfers verzichten: „Vor Corona war es unser Ziel, den Stamm des erfolgreichen Teams aus der Vorsaison zusammenzuhalten, was dann nicht mehr möglich war.“

Tim Grozer von den United Volleys Frankfurt greift beim comdirect Supercup an. (Foto: Conny Kurth)

Volleyball Bisons Bühl

Die Volleyball Bisons Bühl wären zu Beginn der neuen Spielzeit gleich mit einem Doppelspieltag gestartet. Die Betonung dabei liegt auf „wären“. Aufgrund mehrerer Corona-Infektionen beim VCO Berlin muss der Auftakt der Zwetschgenstädter verschoben werden. Auch die zweite geplante Partie muss aufgrund eines Covid-19-Falles im Umfeld der Erstligamannschaft des TSV Unterhaching auf einen noch unbestimmten Zeitpunkt verschoben werden. Damit verlängert sich die Vorbereitung der Bisons um eine Woche, bevor die Bühler am 24. Oktober 2020 auswärts in Lüneburg gefordert sind. Die Saisonvorbereitung war „trotz der Situation ähnlich wie in einer ‘normalen‘ Saison, aber mit vielen Vorschriften. Am Anfang war es vielleicht etwas schwierig, sich an die Regeln zu gewöhnen, aber nach ein paar Tagen haben wir uns alle daran angepasst“, sagt Mittelblocker Alpár Szabó. Tim Stöhr und ein „paar meiner Mitspieler hatten glücklicherweise die Möglichkeit, bei der Nationalmannschaft dabei zu sein, um ein bisschen am Ball zu bleiben, sodass der Einstieg in Bühl nicht allzu schwerfiel“.

Der Mittelblocker sieht sein Team nicht ganz oben in der Tabelle. “Deshalb müssen wir schlauer und mental stark sein und so Volleyball spielen, wie es für uns am effektivsten ist, um unsere Ziele zu erreichen. Aber wir sind sowohl physisch als auch mental stark.“ Wobei der DVV-Nationalspieler Stöhr zu Bedenken gibt: “Die größte Stärke der Mannschaft lässt sich so früh noch nicht benennen. Man muss jeden einzelnen in jeder Spielsituation verstehen und als Team fungieren.“

Für die neue Spielzeit setzt sich Szabo folgendes Ziel: „Wir würden definitiv gerne auf einem der Playoff-Plätze landen. Im Pokal müssen wir lediglich ein Spiel gewinnen, um im Halbfinale zu stehen, daher denke ich, dass für die erste Hälfte der Saison unser größtes Ziel ist, dieses Spiel zu gewinnen.“ Stöhr formuliert seine Ziele für die Volleyball Bisons etwas prozesshafter: „Eine erfolgreiche Saison wäre es, die Saison ohne Komplikationen zu spielen. Alles andere wird man sehen. ‚Von Spiel zu Spiel‘, wie man so schön sagt. Wenn wir am Ende Pokalsieger sind, dann kann ich mich auch mal kurz darüber freuen.“

Die Spieler der Volleyball Bisons Bühl jubeln ihrem Libero zu. (Foto: Lucas Martin)

VCO Berlin

In der Saisonvorbereitung fokussierten sich Erik Röhrs und seine Mitspieler vom VC Olympia Berlin „schon früh auf die U20-Europameisterschaft im September“. Der Außenangreifer und seine Teamkollegen haben sich während des Lockdowns „zuhause gut fit halten können und verhältnismäßig früh wieder mit dem Training anfangen dürfen“, so Röhrs. Im Rahmen der Nationalmannschaft konnten dann auch in Kienbaum einige Testspiele durchgeführt werden.

Bei der U20-EM in Brno/Tschechien sicherte sich die DVV-Auswahl Platz acht. Leider hatte dieses europäische Turnier unangenehme Folgen für den VCO-Kader. Im Rahmen des Wettbewerbs infizierten sich sechs Spieler mit dem Coronavirus. Durch die Quarantäne verschiebt sich deshalb der Auftakt in der 1. Bundesliga für die Berliner.

Für Erik Röhrs und seine VCO-ler wird dann aber „ein Traum in Erfüllung gehen. Es ist eine große Ehre für die ganze Mannschaft, gegen große Namen und Vorbilder spielen zu können“. Die jungen Wilden aus Hohenschönhausen brennen auf ihren ersten Satz in der 1. Bundesliga: „Wir freuen uns auf die Erstliga-Atmosphäre und wollen viel Erfahrung sammeln“.

Der Kader der Hauptstädter wird für die neue Spielzeit mit sechs Ex-Spielern der Volley Youngstars Friedrichshafen verstärkt. Dabei ist unter anderem der U18-Europameister Leon Meier. Vom VCO sind diesen Sommer Benedikt Gerken, Odin Gnilitza und Adrian Kloos abgegangen.

Die neu formierte Mannschaft setzt sich, laut Röhrs, folgendes Saisonziel: “Wir wollen es jedem Team so schwer wie möglich machen, gegen uns zu spielen und uns dabei spielerisch, technisch und taktisch immer weiterentwickeln. Vielleicht springen diese Saison dabei Satz- und Punktgewinne heraus.“

Damit dieser Vorsatz Wirklichkeit werden kann, setzten die Berliner auf ihren „sehr breiten Kader mit guten Spielern auf allen Positionen“. Ein weiterer „großer Vorteil für uns ist, dass wir keine Ergebnisrunde haben. Wir können mutig und befreit aufspielen“. Auch die Teamchemie stimmt, da „wir bis auf die Neuzugänge, schon die letzten drei Jahre zusammengespielt haben und uns damit auf und neben dem Platz gut verstehen“.

Abseits des Feldes gab es personell ebenfalls einige Wechsel. Die Geschäftsstelle des VC Olympia Berlin wird seit Februar 2020 von der ehemalige Beachvolleyball-Nationalspielerin Ilka Niklaus verstärkt. Zusätzlich konnten Arvid Kinder, ehemaliger Geschäftsführer der Netzhoppers KW-Bestensee, als Manager sowie Shyann König als Teammanagerin gewonnen werden.

TSV Unterhaching

„Ich glaube, ich habe noch nie eine Vorbereitung erlebt, bei der alles glatt läuft“, meint der neue Co-Trainer der Unterhachinger, Patrick Steuerwald, angesprochen auf die Einschränkungen durch Corona. „Natürlich war es eine besondere Vorbereitung unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. Am Ende haben alle Teams ähnliche Voraussetzungen, da wollen wir nicht jammern“, analysiert Steuerwald die Vorbereitung aller Bundesligisten.

Für 2020/21 peilt Steuerwald an, „mit der jungen Mannschaft mit jedem Spiel näher an das Niveau der 1. Bundesliga“  heranzukommen. „Uns erwartet sportlich ein schwieriges Jahr, aber der Abstieg ist zum Glück in dieser Saison kein Thema“, sagt Steuerwald zur Marschroute für seine Truppe.

Aus dem Kader der Vorsaison sind sechs Spieler der Bayern verblieben. Geschäftsführer Mihai Paduretu: „Mit Paul Gehringer und Jonas Sagstetter kehren aber auch zwei bekannte Gesichter zurück, die das TSV-Trikot schon in der 2. Bundesliga getragen haben.“ Zusätzlich verstärken „viele hoffnungsvolle Nachwuchsspieler“ den Kader der Rand-Münchner. Auch auf der Trainerbank wurde neues Personal verpflichtet: „Eine absolute Top-Lösung haben wir natürlich an der Trainerlinie gefunden, in dem unser Ex-Spieler Patrick Steuerwald aus Friedrichshafen kommt und gemeinsam mit Stan Pochop die Mannschaft coacht.“

Spielerisch will der TSV mit seinem unermüdlichen Einsatz und seiner jugendlichen Frische in der 1. Bundesliga bestehen. „Die Jungs sind belastbar, fit und haben richtig Bock, sich in der 1. Liga zu zeigen“, sagt Steuerwald. Wenn dann im Verlauf der Spielzeit auch das spielerische Niveau steigen sollte, „dann wird es am Ende eine tolle Geschichte“.

veröffentlicht am Mittwoch, 14. Oktober 2020 um 16:22; erstellt von Kuhnt, Franziskus
letzte Änderung: 14.10.20 14:56

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