• #MissionMannheim: »Wie Sand zwischen den Fingern«
    VBL | Pressemitteilungen
    Es soll Volleyballfans geben, denen noch heute – zwei Jahre danach – der Mund offen steht. Das DVV-Pokalfinale 2017 der Frauen übertraf sämtliche Erwartungen. Hier erzählen drei Spielerinnen, wie sie dieses Finale erlebten. 

    Es soll Volleyballfans geben, denen noch heute – zwei Jahre danach – der Mund offen steht. Das DVV-Pokalfinale 2017 der Frauen übertraf sämtliche Erwartungen. Ein Spiel, das sich in die Pokalhistorie eingebrannt hat, in das kollektive Gedächtnis eines jeden Volleyball-Fans. Dieser 29. Januar 2017 hallt in der Volleyball-Welt bis heute nach.


    Viel Freude in einem Bild: Allianz MTV Stuttgart feiert den DVV-Pokalsieg 2017 (Foto: Conny Kurth) 

    Aber der Reihe nach: Vor dem historischen Finale verfolgten beide Teams konträre Strategien: Während ein Team in den letzten Wochen vor dem Event alle Ligaspiele dem großen Traum unterordnete, versuchte man im anderen Lager, dem Druck mit Normalität entgegen zu wirken. Schon vor dem Spiel war eine besondere Stimmung in der Halle zu spüren.

    Hier erzählen drei Spielerinnen, wie sie dieses Finale erlebten:

    Kim Renkema
    Damals Kapitänin Allianz MTV Stuttgart, verletzt und kurz vor ihrem Karriereende, heute Sportdirektorin Allianz MTV Stuttgart

    Jennifer Pettke
    Damals Allianz MTV Stuttgart, erstes DVV-Pokalfinale, heute Rote Raben Vilsbiburg

    Lenka Dürr    
    Damals SSC Palmberg Schwerin, Libera, drittes DVV-Pokalfinale, heute Rote Raben Vilsbiburg

    Kurz vor Spielbeginn: 14 Uhr

    Renkema      
    Wenn man in die Arena läuft und die blaue und gelbe Wand sieht, ist das beeindruckend. Vor 10.000 Zuschauern zu spielen – das erlebt man als Volleyballerin nicht oft.

    Pettke
    Da bekommt man Gänsehaut und geht mit einem Lachen aus der Kabine.

    Dürr
    Man merkt, dass etwas Besonderes passiert.

    Satz 1, Spielstand 6-4: Lichtausfall in der SAP Arena, das Spielfeld liegt im Dunkeln

    Dürr
    Ernsthaft? Kann ich mich gar nicht daran erinnern.

    Renkema
    Das weiß ich noch. Wenn man auf dem Feld steht, erinnert man sich viel weniger an das, was passiert ist.

    Satz 1, Spielstand 18-19: Jennifer Pettke wird eingewechselt

    Pettke
    Ich war total überrascht, als der Trainer mich kurzfristig aufs Spielfeld beordert hat. Es ging für mich nie darum, ob ich spiele oder nicht. Ich wollte einfach diesen Pokal gewinnen.

    Satz 2, Spielstand 24-14 (1:0) für den SSC

    Dürr
    Man kämpft sich in das Spiel und die ersten beiden Sätze liefen wirklich gut für uns.

    Pettke
    Schwerin hatte den Flow und das Lachen im Gesicht.

    Renkema
    Wir hatten nur wenig Hoffnung, das Spiel noch zu drehen.

    Trotz kämpferischer Aufholjagd heißt es am Ende des zweiten Satzes 25-21 für den SSC (2:0)

    Satz 3, Spielstand 6-3 (2:0) für den SSC: Der MTV scheint geschlagen und wechselt die Zuspielerin

    Renkema
    Als unsere zweite Zuspielerin aufs Feld kam, lief es auf einmal.

    Pettke
    Es wurde immer knapper und dann ist das Momentum gekippt.

    Dürr
    Man hat genau gemerkt, dass sie uns das Spiel, das wir eigentlich in der Hand hatten, wieder entrissen. Es war wie ein Tauziehen.

    Renkema
    Wir wurden stärker und Schwerin hat immer mehr Probleme bekommen.

    Pettke
    Und dann kamen Spaß und Leidenschaft dazu.

    Dürr
    Man merkt, wie es bröckelt. Man versucht es festzuhalten, aber es rinnt wie Sand zwischen den Fingern.

    Satz 4, Spielstand 4-8 (2:1): erste technische Auszeit

    Renkema
    Da hab ich gesagt: „Wir gewinnen das noch!“

    Dürr
    Wir hatten Stuttgarts Außenangreifer nicht mehr gut im Griff. Es gab taktische Anweisungen. Die will man umsetzen, aber obwohl man es versucht, schafft man es einfach nicht. Das führt dazu, dass man noch mehr Risiko geht und dann gelingt es trotzdem um Millimeter nicht.

    Satz 5, Spielstand 0 - 0 (2:2)

    Renkema
    Wenn man in den Gesichtern der Gegnerinnen sieht, dass sie nicht mehr die Zuversicht ausstrahlen, geht man voller Vertrauen in den letzten Satz. Das Vertrauen ist das Wichtigste in so einem Pokalfinale.

    Pettke
    Das ist dieser Flow, in dem man ist. Man riskiert mehr, aber man weiß auch, dass man es kann. Der letzte Ballwechsel war dann extrem lang, es ging immer wieder hin und her.

    Renkema
    Zum Schluss greift Renata Sandor nur noch mit halber Kraft an, aber schafft es den Ball durch den Schweriner Block zu bringen. Unberechenbar taumelt der Ball vor die Füße der Abwehr.

    Pettke
    Als der Ball endlich auf dem Boden war …

    Renkema
    … war das ein so euphorischer Moment, dass man sich später gar nicht so genau daran erinnern kann.

    Die Siegerehrung

    Pettke
    Gänsehaut pur. Die Wangen tun weh vor Lachen, aber man kann nicht aufhören, weil es einfach so schön ist.

    Renkema
    Das sind die schönsten Momente der Karriere, wenn man Titel gewinnt.

    Dürr
    Es gibt Spieler, die nach so einer Niederlage frustriert sind, aber für mich gibt es andere Dinge im Leben, die mich mehr aus der Bahn werfen würden. Da nehme ich eher das Positive mit und erfreue mich an dem, was ich habe.

    Das DVV-Pokalfinale der Männer live auf SPORT1+ und SPORT1.de

    24.02.2019, 13:30 Uhr: SVG Lüneburg vs. VfB Friedrichshafen

    Das DVV-Pokalfinale der Frauen live auf SPORT1

    24.02.2019, 16:15 Uhr: SSC Palmberg Schwerin vs. Allianz MTV Stuttgart

    Tickets

    Eintrittskarten (ab 15 Euro) für das DVV-Pokalfinale am 24. Februar 2019 in der SAP Arena, das gemeinsam von der Volleyball Bundesliga und vom Deutschen Volleyball-Verband veranstaltet wird, sind über www.ticketmaster.de (Ticket-Hotline 01806-999 0000*), ADticket (Ticket-Hotline 0180 6050400*) und über www.saparena.de (Ticket-Hotline 0621-18190333) erhältlich.

    * (0,20 EUR/Verbindung aus dt. Festnetz / max. 0,60 EUR/Verbindung aus dt. Mobilfunknetz

    18.02.2019 16:18
  • #MissionMannheim: Wenn die Freundschaft ruhen muss
    VBL | Pressemitteilungen
    Im Erfolg vereint: Denise Hanke und Pia Kästner bilden in der Nationalmannschaft ein Zuspiel-Duo. Gemeinsam sorgten sie bei der Weltmeisterschaft 2018 für den ersten WM-Sieg der Geschichte gegen Brasilien.

    Im Erfolg vereint: Denise Hanke und Pia Kästner bilden in der Nationalmannschaft ein Zuspiel-Duo. Gemeinsam sorgten sie bei der Weltmeisterschaft 2018 für den ersten WM-Sieg der Geschichte gegen Brasilien. Doch nicht nur auf dem Court verstehen sich die beiden – auch privat sind sie befreundet. Am 24. Februar aber ruht diese Freundschaft: Beim DVV-Pokalfinale in der SAP Arena stehen sie sich mit ihren Mannschaften SSC Palmberg Schwerin und Allianz MTV Stuttgart als Gegnerinnen gegenüber. 


    Nach Vertragsverlängerung mit Allianz MTV Stuttgart freut sich Pia Kästner auf das DVV-Pokalfinale. (Foto: Sebastian Wells)


    Zwei Generationen

    Fast ein Jahrzehnt trennt das Zuspielduo: Denise Hanke, 29 Jahre, seit über zehn Jahren Teil der Nationalmannschaft, zweifache DVV-Pokalsiegerin, fünffache deutsche Meisterin und das Gesicht des SSC Palmberg Schwerin. Pia Kästner, 20 Jahre, erst frisch zur Nationalmannschaft gestoßen, steht am 24. Februar in ihrem ersten großen Finale.

    Erstes Treffen in der Nationalmannschaft

    Ein Altersunterschied, der sich nicht bemerkbar macht – weder auf dem Court, noch abseits davon. Kennengelernt haben sich beide im vergangenen Sommer in der Nationalmannschaft: „So etwas wie Konkurrenzdenken gab es nicht. Ich wusste, dass ich da bin, um zu lernen“, sagt Kästner über ihr Debüt. Eine Einstellung, die auch Denise Hanke gefallen hat: „Wir haben uns von Beginn an super verstanden. Auf den Flügen haben wir oft nebeneinander gesessen und uns zwischendurch sogar ein Zimmer geteilt.“

    Ritterschlag gegen Brasilien

    SSC-Coach und Nationalmannschaftstrainer Felix Koslowski fand schon vor der Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer lobende Worte für seine Strippenzieherinnen: „Pia ist eines der größten Talente in Deutschland. Denise spielt seit Jahren auf hohem Niveau und ist mit ihrer Qualität sehr wichtig für uns.“ Es sollte eine WM werden, die durch den Sieg über Brasilien in die Volleyballhistorie einging: Deutschland lag mit 0:2 und 17-21 in Rückstand, drehte das Spiel aber noch. 
    „Es war ein unglaublich schöner Moment für uns alle“, sagt Hanke, „Pia hat nach ihrer Einwechslung ein starkes Spiel gemacht.“ Und das, obwohl Kästner bei ihrer Einwechslung mit Lampenfieber zu kämpfen hatte. „Nach meiner Einwechslung gegen Brasilien wurde die Aufregung noch einmal stärker“, sagt Kästner. „Ich habe den Blickkontakt mit Denise gesucht.“ 

    Erinnerungen an 2017

    Wenn sich die beiden am 24. Februar in die Augen schauen, wird ein Netz zwischen ihnen sein. Die Ansetzung des DVV-Pokalfinals der Frauen weckt Erinnerungen an 2017. Vor zwei Jahren standen sich Schwerin und Stuttgart schon einmal in der SAP Arena gegenüber und lieferten sich ein legendäres Fünfsatz-Match, das die Stuttgarterinnen für sich entschieden. Damals schon dabei: Denise Hanke: „Ohne Frage war es eine bittere Niederlage. Im Team ist dies aber kein Thema mehr, auch weil wir heute ein anderes Team sind“, sagt sie. 
    Ganz anders die Situation in Stuttgart: „Wir reden im Team oft über das Spiel. Ich habe es 2017 noch live vor dem TV verfolgt. Ich dachte mir damals schon, dass ich dieses Gefühl auch unbedingt einmal erleben möchte, daher ist für mich ist jetzt schon ein Traum in Erfüllung gegangen,“ sagt Kästner, die unlängst ihren Vertrag mit dem Allianz MTV Stuttgart bis 2021 verlängerte.

    Die Freundschaft muss ruhen

    In Schwerin träumen sie dagegen vom ersten Pokalgewinn seit sechs Jahren. Aber auch für Hanke ist das Spiel an sich ein Highlight. „Dieses Finale ist das größte Spiel, das wir Volleyballer in Deutschland erreichen können – ein unvergessliches Erlebnis“, sagt Hanke. 
    Es ist ein Tag, den die beiden Freundinnen getrennt erleben werden, jeweils in ihrem eigenen Film. Die Freundschaft wird für die Dauer des Finals ausgesetzt. „Während des Spiels ist es mir egal, gegen wen ich spiele. Ich will gewinnen“, sagt Kästner. 

    Das DVV-Pokalfinale der Männer live auf SPORT1+ und SPORT1.de
    24.02.2019, 13:30 Uhr: SVG Lüneburg vs. VfB Friedrichshafen

    Das DVV-Pokalfinale der Frauen live auf SPORT1
    24.02.2019, 16:15 Uhr: SSC Palmberg Schwerin vs. Allianz MTV Stuttgart

    Tickets

    Eintrittskarten (ab 15 Euro) für das DVV-Pokalfinale am 24. Februar 2019 in der SAP Arena, das gemeinsam von der Volleyball Bundesliga und vom Deutschen Volleyball-Verband veranstaltet wird, sind über www.ticketmaster.de (Ticket-Hotline 01806-999 0000*), ADticket (Ticket-Hotline 0180 6050400*) und über www.saparena.de (Ticket-Hotline 0621-18190333) erhältlich.

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    15.02.2019 20:41
  • #MissionMannheim: Presse-Brunch läutet Endspurt ein
    VBL | Pressemitteilungen
    Mit einem Presse-Brunch in der SAP Arena in Mannheim haben der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) und die Volleyball Bundesliga (VBL) den Endspurt in Richtung des DVV-Pokalfinals am 24. Februar eingeleitet.

    Mit einem Presse-Brunch in der SAP Arena in Mannheim haben der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) und die Volleyball Bundesliga (VBL) den Endspurt in Richtung des DVV-Pokalfinals am 24. Februar eingeleitet. Dabei sprachen Jens Reithmann (operative Geschäftsleitung SAP Arena), Christian Dünnes (DVV-Sportdirektor) und Lothar Quast (Sportbürgermeister von Mannheim) vor knapp 20 Journalisten über Deutschlands größtes Volleyball-Highlight.


    Jens Reithmann, Christian Dünnes und Lothar Quast (v.l.n.r.) beim Pressebrunch in der SAP Arena (Foto: Alfred Gerold)

    Lothar Quast, Sportbürgermeister Mannheim
    "Wir sind begeistert, dass wir das DVV-Pokalfinale bereits zum vierten Mal in Mannheim austragen. Es ist jedes Jahr ein tolles Event, mit über 10.000 Volleyballfans in der Stadt. Das passt, denn Mannheim ist eine Sportstadt. Ich weiß nicht genau, wer 2016 den Einfall hatte, das Pokalfinale nach Mannheim zu holen. Aber es war eine fantastische Idee. Es ist ein wichtiges Event – für uns als Stadt und für den deutschen Volleyball."

    Jens Reithmann, operative Geschäftsleitung SAP Arena
    "In der SAP Arena haben wir jährlich etwa 500.000 Sportfans zu Gast. Bei den Volleyballern fällt auf, wie sehr auch auf den Rängen das Motto „Home of Respect“ gelebt wird. Es ist jedes Jahr ein Highlight und mittlerweile fest in unseren Veranstaltungskalender integriert. Und, so viel sei verraten: Auch im kommenden Jahr wird das Pokalfinale wieder in der SAP Arena stattfinden, am 16. Februar 2020."  

    Christian Dünnes, DVV-Sportdirektor
    "Der Umzug nach Mannheim 2016 war der nächste Schritt in der Entwicklung des Events. Hier herrschen perfekte Bedingungen. Aus Spielerperspektive ist der Wettbewerb etwas ganz Besonderes, das sind Highlight-Momente einer Karriere. Jeder Volleyballer will einmal ins DVV-Pokalfinale nach Mannheim. Am 24. Februar erwarten uns spannende Spiele: Bei den Frauen ist es in diesem Jahr ausgeglichen. Bei den Männern scheint es von den Namen her ein Duell Klein gegen Groß zu sein. Aber sportlich sind Lüneburg und Friedrichshafen in dieser Saison auf Augenhöhe."

    Das DVV-Pokalfinale der Männer live auf SPORT1+ und SPORT1.de

    24.02.2019, 13:30 Uhr: SVG Lüneburg vs. VfB Friedrichshafen

    Das DVV-Pokalfinale der Frauen live auf SPORT1

    24.02.2019, 16:15 Uhr: SSC Palmberg Schwerin vs. Allianz MTV Stuttgart

    Tickets

    Eintrittskarten (ab 15 Euro) für das DVV-Pokalfinale am 24. Februar 2019 in der SAP Arena, das gemeinsam von der Volleyball Bundesliga und vom Deutschen Volleyball-Verband veranstaltet wird, sind über www.ticketmaster.de (Ticket-Hotline 01806-999 0000*), ADticket (Ticket-Hotline 0180 6050400*) und über www.saparena.de (Ticket-Hotline 0621-18190333) erhältlich.

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    15.02.2019 20:41
  • Champions League Super Finals in Berlin
    VBL | Pressemitteilungen
    Die historischen CEV Champions League Volley 2019 Super Finals kommen nach Berlin! Am 18. Mai 2019 wird die Max-Schmeling-Halle erstmals Austragungsort für die Königsklassen-Endspiele der Frauen und Männer.

    Die historischen CEV Champions League Volley 2019 Super Finals kommen nach Berlin! Am 18. Mai 2019 wird die Max-Schmeling-Halle erstmals Austragungsort für die Königsklassen-Endspiele der Frauen und Männer. Im Rahmen einer Pressekonferenz im Säulensaal des Roten Rathaus verkündete CEV Präsident Aleksandar Boričić am Donnerstag die frohe Kunde, dass der Kampf um Europas Krone zum zweiten Mal nach 2015 in der Sportmetropole stattfindet.


    CEV Präsident verkündet: Berlin ist Ausrichter der CEV Champions League Volley 2019 Super Finals (Foto: Conny Kurth)

    Die CEV Champions League Volley 2019 Super Finals bilden einen weiteren Meilenstein in der Volleyball-Historie. Die zwei Finalisten der Frauen und Männer spielen in der Max-Schmeling-Halle an einem Tag, nämlich dem 18. Mai 2019, jeweils um den Titel. Schon im vergangenen Jahr verkündete die CEV ihr neues Format für die Finals. Bislang spielten Frauen und Männer zwei getrennte Final-Four-Turniere

    Dafür wurde mit der Sportmetropole Berlin und dem Volleyballtempel ein neutraler Austragungsort gesucht und gefunden. Die deutsche Hauptstadt ist als wachsende Metropole im Herzen des Kontinents ideal, um Gastgeber für das Premiumprodukt des europäischen Volleyballs zu sein. Die Super Finals in Berlin sind dahingehend besonders, weil der Europäische Volleyball-Verband (CEV), der Deutsche Volleyball-Verband (DVV), die Volleyball Bundesliga (VBL) und der beheimatete Club BR Volleys ihre Kräfte bündeln, um Sportlern und Fans ein unvergessliches Volleyball-Erlebnis zu liefern.

    „Wir hätten keinen geeigneteren Austragungsort für die ersten CEV Champions League Volley Super Finals finden können. Berlin ist eine pulsierende Stadt, der Mittelpunkt der europäischen Wirtschaft, ein beliebtes Touristenziel und war bereits Gastgeber für zahlreiche internationale Sportwettbewerbe in den vergangenen Jahren. Wir werden das Fan-Erlebnis auf das nächste Level heben und gemeinsam mit den besten Volleyballspielern der Welt ein hoffentlich unvergessliches Sportereignis in Deutschlands Volleyballtempel schaffen“, zeigt sich CEV Präsident Aleksandar Boričić begeistert und ergänzt: „Das Event wird im Einklang mit unserem neuen CEV-Brand innovative, frische und fanorientierte Standards setzen. Mit den Super Finals läuten wir eine neue Ära im europäischen Volleyball ein.“

    Für BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand, der als Präsident des Organisationskomiteesfungieren wird, ist Berlin die ideale Wahl: „Die Heimspiele der BR Volleys oder auch das Olympia-Qualifikationsturnier 2016 zeigen, dass der Volleyballsport hier in Berlin auf ganz besondere Weise präsentiert und zelebriert wird. Im Mai soll die Max-Schmeling-Halle ihrem Ruf als Europas Volleyballtempel einmal mehr gerecht werden.“

    Aleksander Dzembritzki, Staatssekretär für Sport im Berliner Senat, erklärte: „Die Champions League Finals austragen zu dürfen ist eine große Ehre und eine tolle Sache für die Sportmetropole Berlin. Mit den BR Volleys als Aushängeschild im Profibereich ist diese Sportart bei uns tief verwurzelt. Deshalb sind wir sehr stolz, nach einigen Jahren wieder Gastgeber eines herausragenden internationalen Volleyball-Turniers sein zu dürfen. Damit gehen wir weiter den Weg, große und prestigeträchtige Sportevents in unsere Stadt zu holen. Das Champions League Finale der Damen und der Herren 2019 ist zugleich ein wichtiger Impuls für die nachhaltige Entwicklung des Volleyballsports in Berlin.“

    Für Michael Evers, Präsident der VBL, hebt die Zusammenarbeit aller Partner bei diesem Event hervor: „Internationale Großveranstaltungen sind ein wesentlicher Baustein in unserem Plan, Volleyball in Deutschland weiter voranzubringen. Dazu bündeln wir erstmals die Ressourcen von vier Partnern. Ich bin fest überzeugt, dass wir für unseren Sport viel erreichen können, wenn Verbände, Liga und Vereine an einem Strang ziehen.“ 

    DVV-Präsident René Hechtlädt alle aktiven Volleyballerinnen und Volleyballer dazu ein, den 18. Mai zu einem großartigen Sporterlebnis zu machen: „Die Super Finals bieten Volleyball auf internationalem Spitzenniveau. Ich wünsche mir, dass wir den internationalen Mannschaften eine begeisternde Kulisse präsentieren.“

    Der Ticketverkauf für das nächste Sportgroßevent in Berlin startet in Kürze.

    14.02.2019 13:37

Spiele

Samstag, 16. Februar 2019

18:00
Aachen Ladies in Black Aachen
Potsdam SC Potsdam
2:3
18:00
Erfurt Schwarz-Weiß Erfurt
Stuttgart Allianz MTV Stuttgart
1:3
19:00
Vilsbiburg Rote Raben Vilsbiburg
Schwerin SSC Palmberg Schwerin
0:3

Sonntag, 17. Februar 2019

Mittwoch, 20. Februar 2019

18:40
Dresden Dresdner SC
Suhl VfB Suhl LOTTO Thüringen
-:-

Aktuelles aus der Volleyball Bundesliga

„Es ist wichtig, sich sein eigenes Bild zu machen“

VBL-News

Dirk Westphal im Interview über polnische Fankultur, iranische Begrüßungsrituale und seine Rückkehr in die Volleyball-Bundesliga.  

Auf einen Kaffee im VBL-Center: Dirk Westphal erzählt von seiner Reise durch die Volleyball-Welt

VBL: Vor neun Jahren bist Du aus Berlin weggegangen, jetzt kehrst Du in Deine Heimat zurück. Was waren damals Deine Beweggründe, ins Ausland zu gehen? 

Dirk Westphal: In der Saison 2008/2009 ist beim SCC Berlin, bei dem ich damals gespielt habe, viel passiert. Mit dem Umzug in die Max-Schmeling-Halle hat sich eine total neue Volleyballwelt aufgetan. Es war eine Umbruchzeit und ich war 23 Jahre alt. Ich wollte raus in die Welt, sehen, wie andere Nationen Volleyball spielen, wo die Unterschiede liegen. In Russland wird härter gespielt als in Deutschland. Andere Ligen – wie etwa Frankreich – haben einen technischeren Ansatz. Das wollte ich erleben. Und es hat mich gereizt, andere Menschen und Kulturen kennenzulernen.  

Du hast in Italien, Belgien, Polen, Frankreich und im Iran gespielt. Bleiben wir mal bei den europäischen Stationen. Was sind die größten Unterschiede in den Ligen?

In Polen genießt Volleyball eine andere Wertschätzung als hier in Deutschland. Nach den Problemen mit Fußball-Hooligans in den 1990er Jahren, hat der polnische Staat Volleyball gefördert, um ein Gegengewicht zum Fußball zu etablieren. Im Supermarkt findet man die Konterfeis der Spieler auf verschiedenen Produkten, selbst auf der Zapfsäule an der Tankstelle hängt Volleyball-Werbung. Und diesen Stellenwert merkt man auch in der Halle. Die Fankultur ist deutlich ausgeprägter, die Fans gehen richtig ab. Viele Menschen geben eine Menge Geld aus, um ihre Mannschaft auch bei Auswärtsfahrten zu begleiten. Diese Wertschätzung hat mir persönlich sehr viel gegeben.    

Hältst Du eine staatliche Förderung wie in Polen auch in Deutschland für denkbar? 

Ich weiß es nicht. Letztlich betrifft das Problem der wenigen medialen Aufmerksamkeit nicht nur den Volleyballsport. Wir haben hierzulande viele Leichtathleten, die nicht die Wertschätzung erfahren, die sie verdient hätten. Es gibt mehr als nur Fußball. Aber diese Vielfältigkeit wird nicht genügend abgebildet. Das ist ein großes Problem, das wir in Deutschland angehen müssen. Wir haben mit Eurosport und Sport1 zwei private Sender, die probieren, diese Vielfalt zu zeigen. In anderen Ländern gibt es einen öffentlich-rechtlichen Sender, der sich rund um die Uhr nur mit Sport beschäftigt. Das war in Belgien so, in Polen und Italien. Wir haben die Sportschau, aber das ist zu wenig, um die Schönheit der Sportlandschaft darzustellen. 

Vor zwei Jahren sah es so aus, als würdest Du nach Berlin zurückkommen. Was hat Dich damals dazu bewogen, wieder in die Heimat zu ziehen? 

Ich bin 2012 Vater geworden. Wir erziehen unseren Sohn bilingual, aber eine dritte Sprache wollten wir ihm nicht zumuten. Da gab es auch die ersten Irritationen, etwa im polnischen Kindergarten. Da haben die Kinder immer „Papa“ gerufen. Und mein Sohn dachte, ich würde ihn abholen und hat nach mir gesucht. Das Wort bedeutet im Polnischen so etwas wie ‚Auf Wiedersehen‘. Es war also klar eine Entscheidung für die Familie, wieder zurück nach Berlin zu gehen. Die Netzhoppers haben mir damals die Chance gegeben, die Saisonvorbereitung mitzumachen. Aber es war auch klar: Wenn ein interessantes Angebot kommt, könnte ich aus dem Vertrag mit den Netzhoppers wieder rauskommen. Das interessante Angebot kam aus dem Iran. 

Wie bahnt sich ein solcher Transfer an? 

Tatsächlich über Facebook. Ich bekam eine Freundschaftsanfrage von einem iranischen Agenten. Eigentlich interessieren sich die Iraner nicht sonderlich für den Volleyballsport in Europa. Aber die Bronzemedaille mit der Nationalmannschaft bei der WM 2014 ist einigen wohl doch in Erinnerung geblieben. Nach dem ersten Kontakt kamen direkt weitere Agenten aus dem Iran auf mich zu. Mir wurde das suspekt, weil ich das unprofessionell fand. Es wurde ein Vierecks-Spiel zwischen mir, meinem Agenten, dem Verein und deren Agenten. Als es dann konkret um das Gehalt ging, wurde es richtig wild. Ich dachte schon, dass der Deal platzt, aber schließlich kam ein weiterer Agent ins Spiel – der dann auch nachweisen konnte, dass er tatsächlich für den Verein arbeitet. Am Ende ging es ganz fix und wir hatten uns innerhalb von zwei Tagen geeinigt. 

Wie war Dein Bild vom Iran, bevor Du gewechselt bist?

Ich hatte Bedenken, ob ich das Angebot annehmen sollte. Für mich war der Iran aus der Ferne ein verbrecherischer Schurkenstaat, in dem fanatische Leute den Gottesstaat preisen und man immer ganz vorsichtig sein muss, was man macht und wie man sich bewegt. Zum Glück hatte ich einen Freund, der von Berlin bis nach Neu Dehli gefahren ist und den Iran einmal komplett durchquert hat. Er hat mein Bild vom Land revidiert, mir von der enormen Gastfreundschaft erzählt. Er war mit einem alten VW-Bulli unterwegs. Und jedes Mal, wenn er eine Panne hatte, wurde ihm sofort geholfen. Wenn eine Reparatur mal länger gedauert hat, wurde er direkt eingeladen, mit der Familie zu essen und dort zu übernachten. Alles ohne Gegenleistung. Diese Gastfreundschaft und Herzlichkeit habe ich dann später selbst erlebt. Aber klar, es gibt natürlich auch die Fanatiker und kulturellen Prägungen, die für uns unverständlich sind. Als ich das erste Mal nach Täbris geflogen bin, hat mich der Teammanager um Mitternacht vom Flughafen abgeholt. Das war dann ganz klassisch: Wir Männer vorne, die Frau vom Teammanager ‚im respektvollen Abstand‘, wie man dort sagt. Aber sobald wir im Auto saßen, drehte sich das Bild ins Gegenteil: Die Frau hat sofort das Steuer übernommen, dem Mann das Navigationsgerät aus der Hand genommen und ihm ausführlich erklärt, warum er das nicht bedienen könne. Es war echt interessant zu sehen, wie sich das Frau-Mann-Verhältnis verändert, sobald man im privaten Raum ist. 
 

In Deutschland dürfte Irans Hauptstadt Teheran vielen ein Begriff sein. Aber wie dürfen wir uns Täbris vorstellen? 

Man muss im Iran stark zwischen dem städtischen und ländlichen Raum unterscheiden. Ich hatte das Glück mit Täbris in einer Stadt zu wohnen, die fast zwei Millionen Einwohner hat, die eher türkisch geprägt ist. Die Leute sind weltoffen und wissbegierig – das ist nicht anders als in Teheran. Was ich überhaupt nicht erwartet hätte: Dass man an öffentlichen Plätzen, etwa in einem großen Einkaufszentrum, offensiv von Frauen angeflirtet und nach der Telefonnummer gefragt wird. Generell tragen die Frauen ihre Hijab häufig im Nacken. Und Vollverschleierte sieht man fast gar nicht. Aber es gibt durchaus Unterschiede. Gerade die Älteren sind noch sehr konservativ. Wobei auch da vieles mit Humor genommen wird. Es gab mal eine Szene, als ich die Eltern eines iranischen Mitspielers kennengelernt habe. Ich habe der Mutter direkt meine Hand ausgestreckt. Damit wusste sie überhaupt nicht umzugehen. Mein Mitspieler und sein Vater haben sich kaputt gelacht, als sie mir letztlich ihren Ellbogen hingehalten hat. 

Welchen Stellenwert hat Volleyball im Iran?

Das ist vergleichbar mit Polen. Die Hallen sind im Durchschnitt mit 6000 Zuschauern jedes Mal voll. Die Fankultur ist härter als in Deutschland – es sind ja auch ausschließlich Männer vor Ort. Wenn man verliert, fliegen Münzen oder Sonnenblumenkerne von der Tribüne. Der Sport ist im Iran ein Ventil. Und wenn der große Deutsche den Ball nicht auf den Boden bringt, wirft man halt was. 

Wie unterscheiden sich das Spiel und die Trainingsphilosophie im Gegensatz zum deutschen Volleyball? 

Im taktisch-strategischen Bereich haben wir sehr wenig gearbeitet. Auch die Feldorganisation war anarchisch. Das Credo war: hoch springen, hart schlagen, möglichst auf die gegnerischen Finger und zu Allah beten, dass der Ball dann von dort ins Aus fliegt. Ableger sind verpönt. Wenn ich im Training mal einen gemacht habe oder auch nur einen leichten Schlag, hat mich der Zuspieler direkt gefragt, ob er etwas falsch gemacht hätte. Ich habe dann versucht, zu erklären, dass es Situationen gibt, in denen es besser ist, nicht hart zu schlagen. Aber das war ein Kampf gegen Windmühlen. Ich habe mich dann angepasst. Auch weil die Trainer schnell böse werden, wenn man trotzdem seinen Spielstil durchzieht. Ich glaube auch, dass die vorher nie ein Spiel von mir gesehen haben. Die haben gedacht: Da kommt ein 2,03-Meter-Mann, der 100 Kilogramm auf die Waage bringt – der muss hart angreifen können. Aber rausgeschmissen haben sie mich nicht, also waren sie am Ende wohl doch ganz zufrieden.

Inwiefern hat Dich die Zeit im Iran geprägt?

Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, sich sein eigenes Bild zu machen. Es ist natürlich nicht immer möglich, sich jeden Ort auf der Welt persönlich anzuschauen. Aber dann sollte man in seiner Meinungsbildung zurückhaltender sein. Nach fünf Monaten im Iran kann ich behaupten, ein ganz gutes Bild von Land und Leuten bekommen zu haben. Und die meisten Menschen sind uns in ihrer kulturellen Prägung und in Sachen Weltanschauung deutlich näher, als viele in Deutschland glauben. Diese Erfahrung lässt heute einen anderen Dirk Westphal hier sitzen als noch vor einem Jahr.
 

veröffentlicht am Donnerstag, 19. Juli 2018 um 17:36; erstellt von Drutschmann, Dominik
letzte Änderung: 20.07.18 12:57