• Neun Bundesliga-Teams in der Saison 2021/22 international am Start
    VBL | Pressemitteilungen
    Eine rekordverdächtige Anzahl von 197 Teams aus 36 nationalen Verbänden hat sich für die Teilnahme an den Europapokalwettbewerben 2022 angemeldet. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als 164 Teams international im Einsatz waren.

    Eine rekordverdächtige Anzahl von 197 Teams aus 36 nationalen Verbänden hat sich für die Teilnahme an den Europapokalwettbewerben 2022 angemeldet. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als 164 Teams international im Einsatz waren. Dies kann als ein sehr erfreuliches Signal dafür gewertet werden, dass trotz aller Herausforderungen, die die globale Gesundheitskrise noch mit sich bringt, der Volleyball in Europa lebt und sich nach wie vor eines großen Zuspruchs erfreut.

    Bei den Frauen hat sich der Dresdner SC als Deutscher Meister direkt für die Gruppenphase der CEV Champions League Volley 2022 qualifiziert. Die Teams von Allianz MTV Stuttgart und vom SSC Palmberg Schwerin treten in der kommenden Spielzeit im CEV Cup an. Ein Startplatz in den Qualifikationsrunden zur Champions League-Gruppenphase der Frauen steht für einen deutschen Vertreter in dieser Saison nicht zur Verfügung. Der SC Potsdam wird Deutschland im Challenge Cup vertreten.
    Ein weiterer möglicher Startplatz im Challenge Cup der Frauen bleibt unbesetzt.


    Greifen auch in der Saison 2021/22 wieder international an: Dresdner SC (Champions League) und Allianz MTV Stuttgart (CEV
    Cup) / Foto: Dirk Michen

    Zwei Dauergäste in der Champions League der Männer sind auch in der kommenden Saison wieder in der Königsklasse dabei: Serienmeister BERLIN RECYCLING Volleys gehört ebenso zu den 18 Mannschaften, die direkt für die Gruppenphase qualifiziert sind, wie der VfB Friedrichshafen. Zusätzlich werden die United Volleys Frankfurt, die SWD powervolleys Düren sowie die SVG Lüneburg die deutschen Farben im CEV Cup vertreten. Alle drei Teams können dort auf interessante sowie hochkarätige Gegner wie Zenit Kazan (RUS) oder Volley Modena (ITA) treffen. Die SVG Lüneburg wird erstmals in ihrer Vereinsgeschichte auf internationalem Parkett zu sehen sein.
    Erstmals seit Jahren werden damit alle fünf zur Verfügung stehenden Startplätze im Europapokal der Männer auch in Anspruch genommen.


    Will es in der kommenden Saison auch international wissen: SVG Lüneburg / Foto: Guenter Kram

    Die Auslosung der Partien im CEV- und Challenge Cup findet am 25. Juni im European Broadcasting Center (EBC) in Luxemburg statt und wird ab 12:30 Uhr live auf den Social-Media-Kanälen der CEV zu sehen sein.

    Die Auslosung der CEV Champions League Volley 2022 Gruppenphase erfolgt am 24. September im Rahmen der CEV Volleyball Gala in Ljubljana (SLO).

    Die Spiele in der CEV Champions League Volley 2022 beginnen mit den Qualifikationsrunden (ohne deutsche Beteiligung) ab dem 21. September. Die Gruppenphase der Frauen startet am 23. November, die der Männer eine Woche später.

    Die Spiele in den ersten Runden im CEV Cup und Challenge Cup der Frauen sind für den 26. Oktober terminiert. Die ersten Spiele dieser Wettbewerbe bei den Männern starten ab dem 9. November. Ab welcher Runde die deutschen Teams in den Wettbewerb eingreifen, steht noch nicht final fest.

    17.06.2021 15:26
  • „Wir begeistern uns immer wieder gegenseitig.“ − Leidenschaft, die durch die Krise trägt
    VBL | Pressemitteilungen
    Alexander Burchartz (Teammanager der BADEN VOLLEYS SSC Karlsruhe) und Klaus Utke (Teammanager des TuS Mondorf) versetzen sich noch einmal zurück in den Februar 2020, nehmen uns mit durch die Höhen und Tiefen der letzten Saison und erzählen, was sie persönlich motiviert hat, weiter zu machen.

    Mit Corona veränderte sich die Sportwelt, wie wir sie bis dahin kannten, dramatisch. Keine Fans mehr in den Hallen, Test- und Hygienekonzepte bestimmten unseren Alltag und die Sorge, wie es weitergehen würde. Für unsere Zweitligisten war vor allem ihre Leidenschaft zum Volleyball und ihre Arbeit mit den Teams der Antrieb, um die größten Herausforderungen und Widerstände gemeinsam zu bewältigen und sich um Normalität zu bemühen.

    Corona gibt Digitalisierungsschub: Karlsruhe brachte schnell Livestream an den Start | Foto: Andreas Arndt 

    Alexander Burchartz (Teammanager der BADEN VOLLEYS SSC Karlsruhe) und Klaus Utke (Teammanager des TuS Mondorf) versetzen sich noch einmal zurück in den Februar 2020, nehmen uns mit durch die Höhen und Tiefen der letzten Saison und erzählen, was sie persönlich motiviert hat, weiter zu machen.


    Alexander: „Unser drittes Jahr in der 2. Bundesliga (2019/20) lief richtig gut. Wir sind planmäßig zu Saisonbeginn mit unserer eigenen Marke BADEN VOLLEYS gestartet und der sportliche Erfolg übertraf alle Erwartungen: Teilnahme im Achtelfinale des DVV-Pokals und der Herbstmeistertitel! Besser hätte es nicht laufen können.“

    Klaus: „Als frischer Aufsteiger waren wir grade noch dabei, uns auf dem neuen sportlichen und organisatorischen Niveau zurechtzufinden. Wir wussten, dass es eine harte Saison wird, sind aber an den ersten Spieltagen getragen von unseren Fans regelrecht auf einer Euphoriewelle geritten und haben Sieg um Sieg eingefahren. Im Herbst holte uns dann mit sieben Niederlagen am Stück die sportliche Realität ein.“

    „Am 12. März 2020 hat uns mit dem Saisonabbruch alle noch eine ganz andere Realität eingeholt.“ [Datum des historischen Bundesliga-Abbruchs, Anm. der Redaktion]

    „Oh ja, wir standen zu dem Zeitpunkt auf Platz 11 und wollten uns unbedingt sportlich den Klassenerhalt erkämpfen. Es fühlte sich unvollständig an und es war irgendwie schade, als uns die Nachricht vom Abbruch erreichte.“

    „Absolut verständlich. An uns nagt es emotional noch bis heute ein bisschen, dass wir die Meisterschaft nicht ausspielen konnten. Das Topspiel in Mimmenhausen stand noch aus, der Bus für die Fanfahrt war sogar schon gebucht. Aber trotzdem: Der Abbruch war die richtige Entscheidung!“

    „Auf jeden Fall. Es gab noch keine Hygienekonzepte, Testungen oder andere Hilfsmittel. Ein Weiterspielen wäre einfach nicht möglich gewesen. Und auch die Unsicherheit war groß. Ganz persönlich habe ich mir wirklich Sorgen gemacht, als man von den Todesfällen in Italien hörte.“

    „Unsere Jungs wollten sogar gerne weiter trainieren, aber wir haben erstmal alle nach Hause geschickt. Das war eine harte Zeit für viele. Nach kurzer Zeit haben wir angefangen, mehrere digitale Meetings für gemeinsames Krafttraining oder auch Kabinengeplauder anzusetzen. Unsere Spieler wohnen in kleinen Wohnungen oder Zimmern. Ohne Volleyball, Training und Uni war da einfach auch das Bedürfnis nach Gemeinschaft da.“

    „Auf einmal war alles anders. Und gleichzeitig musste es ja auch mit Blick auf die neue Saison irgendwie weitergehen. Bis dato hatten wir jedes Jahr einen kleinen Schritt nach vorne gemacht: wirtschaftlich, strukturell und organisatorisch. Auf einmal war ich mir unsicher, ob wir für die Saison 2020/21 überhaupt noch einmal einen Lizenzantrag stellen können. Erst im Mai hatten wir die Zusagen der wichtigsten Sponsoren zusammen. Da war ich zuversichtlich, dass auch die restlichen Lücken im Etat irgendwie gefüllt werden könnten.“

    „Das war wirklich keine leichte Entscheidung. Alle Unternehmen haben sofort ihr Marketingbudget eingefroren. Neue Sponsoren zu finden, war unmöglich. Wir sind froh, dass zumindest die meisten unserer bestehenden Partner im alten Umfang dabeibleiben konnten. In der Planung haben wir mit ganz unterschiedlichen Szenarien kalkuliert. Im Normalfall decken wir z. B. ca. 20% des Etats durch Zuschauereinnahmen ab, auf die konnten wir uns nicht mehr verlassen.“

    „Im Gegenteil. Mit der zweiten Welle im Oktober kamen die deutschlandweiten Geisterspiele. Wie habt ihr in Karlsruhe die Nachricht aufgefasst?“

    „Wir sind sofort im Streaming eingestiegen. Wir wollten und mussten für die Region und unsere Sponsoren sichtbar bleiben. Eine erste Ausrüstung hatten wir noch von früher, aber wir haben schnell mit Equipment für die Kommentatoren und zusätzlichen Grafiken aufgestockt.
    Ihr habt nicht von Anfang an gestreamt, Klaus?“

    „Uns haben zunächst die Kosten und der Aufwand abgeschreckt. Aber zwei unserer ehemaligen Spieler sind uns mit ihrem beruflichen Know-how zur Seite gesprungen und haben andere begeistert und mitgezogen. Über eine Kommunikationsagentur und einen Elektronik-Handel wurde uns Equipment zur Verfügung gestellt, sodass wir mittlerweile fünf Kameras und eine ganze Streaming-Crew haben.“

    Für die Fans der TuS engagiert sich die Streaming-Crew. | Foto: TuS Mondorf

    „Wow. Das kommt sicher gut an. Wir dachten früher, die Zuschauer bleiben uns aus, wenn es einen attraktiven Live-Stream gibt, aber da machen wir uns jetzt keine Sorgen mehr. Nach den ersten Streamingzahlen war klar, dass diese Zuschauer gar nicht alle in unsere Halle passen. Die Sponsoren waren begeistert und auch sonst bekommen wir viel positives Feedback.“

    „Uns erreicht auch regelmäßig viel Lob, aber gleichzeitig kommen auch Fragen und Anregungen teilweise schon während des Spiels über unsere sozialen Medien. Die Sponsoren bekommen zusätzlich zum Stream kurze Videosequenzen ihrer Werbeschaltungen, das kommt sehr gut an. Es ist schön zu sehen, dass es so positiv aufgenommen wird.“

    „Es entsteht eine richtige mediale Volleyball-Community, die wir auch in Zukunft weiter mit Highlight-Videos und anderen Formaten bedienen wollen.“

    „Das stimmt, Corona hat nicht nur Nachteile. Uns hat es einen richtigen Schub gegeben. Ohne die Krise hätten wir zu 99% keinen Live-Stream produziert. Jetzt haben wir ein neues Medium erschlossen. Aber ich habe auf der Reise dahin auch eine Menge Nerven verloren.“

    „Hygienekonzepte, Testungen, Ausgangsbeschränkungen, Spielverlegungen und Veränderungen der Reisepläne. So viele und kurzfristige Herausforderungen gab es wirklich noch nie. Ich bin dankbar, dass wir im Team ohne Corona-Fälle durch die Saison gekommen sind und rückblickend bin ich froh, dass wir in den letzten Jahren das Team ums Team aufgestockt haben, die Digitalisierung vorangetrieben und andere Entwicklungsschritte in Angriff genommen haben. So hat uns die Pandemie nicht völlig unvorbereitet getroffen.“  

    „Ich persönlich bin auch sehr froh, dass wir so ein gutes Team in Mondorf und in der Kooperation mit Bonn haben. [SSF Fortuna Bonn, 2. Bundesliga Frauen, Anm. der Redaktion] Als ehemaliger Volleyballer möchte ich etwas zurückgeben und die jetzigen Spieler unterstützen, dabei werde ich motiviert von der guten Arbeit der anderen, wie zum Beispiel unserer Streaming-Crew. Hätten wir nicht so ein gutes Team, wäre es im letzten Jahr noch viel schwieriger gewesen. Wir begeistern uns immer wieder gegenseitig.“

    „Das Rad am Laufen zu halten, war nicht einfach, aber es war keine Option von der Bildfläche zu verschwinden, in den Medien, in der Region oder den Sponsoren gegenüber. Das wird auch das Credo für die kommende Saison bleiben. Wir sind noch nicht am Ende der Pandemie, aber wir haben die erste Hürde gemeistert und wollen auch die nächsten nehmen.“

    „Wir haben es als Privileg empfunden, weiter spielen zu dürfen. Ausruhen dürfen wir uns jetzt trotzdem nicht, Stillstand ist Rückschritt. Aber auch ich hoffe darauf, dass wir uns im kommenden Jahr auch wieder anderen Entwicklungsthemen widmen können.“

    16.06.2021 11:59
  • Volleyball Bundesliga wird zukünftig von dreiköpfiger Geschäftsführung geleitet
    VBL | Pressemitteilungen
    Zum 1. Juli 2021 bekommt die Volleyball Bundesliga (VBL) eine neue Führung. Der Aufsichtsrat der VBL hat Daniel Sattler, Julia Retzlaff und Gunter Hardt als neuen Vorstand des Vereins berufen. Sie stehen zukünftig zudem als dreiköpfige Geschäftsführung an der Spitze der hundertprozentigen Tochtergesellschaft, der Volleyball Bundesliga GmbH.

    Zum 1. Juli 2021 bekommt die Volleyball Bundesliga (VBL) eine neue Führung. Der Aufsichtsrat der VBL hat Daniel Sattler, Julia Retzlaff und Gunter Hardt als neuen Vorstand des Vereins berufen. Sie stehen zukünftig zudem als dreiköpfige Geschäftsführung an der Spitze der hundertprozentigen Tochtergesellschaft, der Volleyball Bundesliga GmbH.


    Das neue Geschäftsführertrio: (v. l. n. r.) Daniel Sattler, Julia Retzlaff und Gunter Hardt | Foto: Falk Weiß

    Daniel Sattler (45) wurde zum Sprecher der Geschäftsführung berufen. Er ist seit 12 Jahren im Unternehmen und verantwortet seit 2013 als Prokurist die Geschäftsbereiche Unternehmensorganisation und Finanzen. Zu seinen Kernaufgaben gehören zukünftig zudem die strategische Steuerung der VBL und das Gremienmanagement. Nach seinem Studium der Politischen Wissenschaft und des Öffentlichen Rechts war der in Flensburg gebürtige Sattler vor seinem Wechsel zur VBL viele Jahre für den Schleswig-Holsteinischen Volleyball-Verband und den Bundesligisten FT Adler Kiel tätig. „Ich freue mich, die Entwicklung der Volleyball Bundesliga in verantwortungsvoller Position weiter zu fördern,“ erklärte Sattler anlässlich seiner Berufung. „Vor uns liegen arbeitsintensive Monate. Bis zum Jahresende wollen wir zusammen mit unseren Vereinen und dem Aufsichtsrat den Masterplan für die kommenden acht Jahre erarbeiten.“

    Julia Retzlaff (33) verantwortet als Geschäftsführerin Sport die Fachbereiche Spielbetrieb und Lizenzierung, Sportentwicklung und Nachwuchs sowie Vereinsentwicklung. Retzlaff ist seit 2015 Mitarbeiterin des VBL-Centers und gestaltete die erfolgreiche Entwicklung des DVV-Pokalfinals und die Etablierung des Supercups. Zudem betreute sie die Vereinsentwicklung in der 1. und 2. Bundesliga. Retzlaff war von 2005 bis 2012 Profi-Volleyballerin und langjährige Kapitänin in ihrer Geburtsstadt beim Schweriner SC. Die studierte Sportmanagerin erklärt anlässlich ihrer neuen Aufgabe: „Volleyball bestimmt schon seit meiner Kindheit den Großteil meines Lebens. Nun dabei helfen zu können, dass sich meine Sportart weiterentwickelt, ist ein großer Antrieb für mich. Für die Zukunft der VBL wird es entscheidend sein, dass wir in ganz Deutschland gut aufgestellte, gesunde und starke Vereine haben.“

    Geschäftsführer Gunter Hardt (48) steuert die Arbeitsfelder Vertrieb, Vermarktung und Marketing in der VBL. Hardt startete seine Tätigkeit für die VBL im April 2020 bereits mit dem Fokus, in diesem Jahr in die Geschäftsführung einzutreten. Er bringt langjährige Branchenerfahrung (u. a. Adidas/cip, Sportfive, Special Olympics Deutschland) und ein tiefes Fachwissen im Bereich Marketing mit. Die anspruchsvolle Herausforderung, die VBL erfolgreich als Marke zu platzieren und Sponsoringpartner für die Bundesliga zu gewinnen, kommentiert der gebürtige Berliner wie folgt: „Der Volleyball-Sport bietet sich durch seine vielfältigen Vorteile und Mehrwerte für Partner geradezu an, um im Rahmen einer langfristig angelegten Sponsoring- und Kommunikationsstrategie nachhaltige Wirkung zu erzielen. Marken können in der VBL von attraktiven Rechten und Free TV-Awareness profitieren und sich an der wertebasierten Positionierung im Rahmen von Kooperationen orientieren."

    Die Geschäftsführung folgt auf den langjährigen Geschäftsführer Klaus-Peter Jung, der zum 30.06.2021 in den Ruhestand geht. Jung stand seit 2013 an der Spitze der VBL und hatte deren Professionalisierung in den letzten Jahren maßgeblich vorangetrieben. Der langjährige VBL-Präsident Michael Evers dankte Jung anlässlich seines Abschieds für die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit: „Klaus-Peter Jung war ein Glücksgriff für die VBL. Mit seinen Erfahrungen als erfolgreicher Clubmanager, seinen Visionen für den Volleyballsport sowie dank seiner Fähigkeit, Menschen von seinen Ideen zu überzeugen, hat er die VBL über Jahre hinweg erfolgreich geprägt. Ich wünsche ihm für den Ruhestand alles Gute.“

    Die Bildung einer mehrköpfigen Geschäftsführung und eines hauptamtlichen Vorstands war ein Kernelement der von der Bundesligaversammlung bereits im Februar verabschiedeten Strukturreform zum neuen Spieljahr. 

    15.06.2021 15:24
  • Siegmar Müller ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Volleyball Bundesliga
    VBL | Pressemitteilungen
    Siegmar Müller ist neuer Vorsitzender des neuen Aufsichtsrats der Volleyball Bundesliga.

    Die Volleyball Bundesliga (VBL) geht mit neuen Köpfen in die nächsten vier Jahre. Die Jahresversammlung der 75 Bundesligisten wählte Siegmar Müller einstimmig zum Vorsitzenden des neuen Aufsichtsrats. Mit der Strukturreform endete zugleich die Amtszeit des VBL-Präsidenten Michael Evers, der über die letzten 20 Jahre hinweg an der Spitze der Bundesligen stand.

    Der neue Aufsichtsratsvorsitzende Siegmar Müller. | Foto: privat

    Siegmar Müller (65 Jahre, wohnhaft in Germersheim) ist derzeit Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Südpfalz, scheidet dort zum Jahresende aus, und freut sich nun darauf, sich im Ruhestand ehrenamtlich für die Entwicklung der Bundesligen zu engagieren. Weitere Mitglieder des Aufsichtsrats sind Martina Stoof (46, Potsdam), Hubert Körner (57, Dresden, Vertreter 1. Bundesliga Frauen), Heino Konjer (50, Emlichheim, Vertreter 2. Bundesliga Frauen), Erich Peterhoff (52, Düren, Vertreter 1. Bundesliga Männer), Diego Ronconi (56, Bühl, Vertreter 2. Bundesliga Männer) sowie DVV-Präsident René Hecht (59, Berlin). Der Aufsichtsrat hat neben der Aufsichtsfunktion über die zukünftig dreiköpfige Geschäftsführung vor allem die Aufgabe, die strategischen Ziele zu schärfen sowie die Netzwerkarbeit der VBL zu intensivieren. Die neue Geschäftsführung tritt zum 01. Juli ihr Amt an.

    „Mit dem Ausscheiden des bisherigen VBL-Vorstandes wird eine Zäsur in der Geschichte der VBL manifestiert, und es muss nunmehr das gemeinsame Ziel des neuen Aufsichtsrats sein, den immensen Erfahrungsschatz des bisherigen Vorstandes nicht zu verlieren“, erklärte Müller anlässlich seiner Wahl und ergänzte: „Ich bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen der Bundesligaversammlung und sehe meine künftige Hauptaufgabe darin, der neuen Geschäftsführung als Sparringspartner und Interessensvermittler zur Seite zu stehen. Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit.“

    Der scheidende VBL-Präsident Michael Evers bedankte sich für das Vertrauen, das ihm die Bundesligavereine in den letzten Jahren an der Spitze der VBL geschenkt haben. 2001 war Evers an die Spitze des Ligaausschusses des Deutschen Volleyball-Verbands gewählt worden, verwirklichte im Jahr 2006 die Gründung der Deutschen Volleyball-Liga (DVL), welche im Jahr 2014 in die VBL überging und förderte von Beginn an maßgeblich die Professionalisierung der Ligaorganisation. Thorsten Endres, Generalsekretär des Europäischen Volleyballverbands (CEV) und ehemaliger Geschäftsführer der DVL, würdigte Evers: „Mit Michael Evers verlässt ein streitbarer und leidenschaftlicher Kämpfer für den Volleyballsport in Deutschland nach 25 Jahren in den Vorstandsgremien der Ligaorganisationen die große Bühne. Ein Diplomat wird er nie sein, aber ohne seine Zielstrebigkeit und seine Beharrlichkeit wäre die Volleyball Bundesliga jetzt nicht da wo sie ist. Der Volleyball braucht mehr solch streitbare Charakterköpfe!“

    Auch für die Vorstandsmitglieder Andreas Bahlburg, André Jungen, Rüdiger Hein, Gerald Kessing, Johannes Oswald, Jörg Papenheim und André Wehnert endete mit der Bundesligaversammlung die Tätigkeit für die VBL. Die VBL hatte im Februar mit umfangreichen Satzungsänderungen die Voraussetzungen für die personelle wie strukturelle Neuausrichtung geschaffen.

    Neben den Personalentscheidungen fasste die Bundesligaversammlung zahlreiche Beschlüsse zur Umsetzung der Strukturreform und verlängerte diverse Maßnahmen, mit denen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Spielbetrieb und die Bundesligisten abgemildert werden sollen.

    04.06.2021 17:33

Aktuelles aus der Volleyball Bundesliga

Abschied: Michael Evers & Klaus-Peter Jung im Doppelinterview

VBL-News

Die virtuelle Bundesligaversammlung am 4. Juni bringt für die Volleyball-Bundesliga (VBL) viele einschneidende Veränderungen. Neben einer neuen Strukturreform, die am 1. Juli in Kraft tritt, auch personelle: Michael Evers gibt das Amt als Präsident der VBL ab, Klaus-Peter Jung scheidet als Geschäftsführer aus Altersgründen aus. Seit 2006 war Michael Evers Vorsitzender der Deutschen Volleyball-Liga, seit 2014 führt er die VBL als Präsident an. Zuvor war er von 1996 bis 2001 Sprecher der Frauen-Bundesliga und dann fünf Jahre lang Vorsitzender des Ligaausschusses im Deutschen Volleyball-Verband. Evers bleibt als Manager des SSC Palmberg Schwerin im Liga-Geschäft aktiv. 25 Jahre für die VBL sind in jedem Fall eine Ära, die ihresgleichen sucht.


Michael Evers konzentriert sich auf Aufgaben beim SSC Palmberg Schwerin. | Foto: Robert Felgentreu

Klaus-Peter Jung wechselte 2013 als Manager der Roten Raben Vilsbiburg in das VBL-Center in Berlin, um den Posten als Geschäftsführer zu bekleiden. Hinter ihm lagen bereits acht Jahre als Vorstandsmitglied und Ligasprecher der 1. Bundesliga Frauen. Sein Ruhestand zum 30. Juni war lange geplant, dass er jetzt auch aus gesundheitlichen Gründen aufhören muss, dagegen nicht. Im Mai hat er eine Hirntumor-OP gut überstanden, seither ist er in einer Reha-Phase.

 
Klaus-Peter Jung geht nach acht Jahren als VBL-Geschäftsführer in den wohlverdienten Ruhestand. | Foto: Robert Felgentreu

Zum Abschluss ihrer Ära als Spitzen-Duo der VBL sprechen sie in einem Interview mit Klaus Wegener über die Herausforderungen und erinnern sich an die Anfänge des Liga-Verbandes.

 

Herr Evers, wie war das in den Anfangszeiten der VBL vor gut 15 Jahren?

Evers: Geschäftsführer Thorsten Endres hat als erster hauptamtlicher Mitarbeiter im Jahr 2006 ein Büro in der Paul-Heyse-Straße bezogen. Ganz allein in einem Hochhaus, ohne Telefon, ohne Infrastruktur und als ich das sah, dachte ich, oh Gott, was soll das werden. Heute sitzt das Center mit zwölf Mitarbeitern in einem hochmodernen Bürokomplex. Das ist eine beeindruckende Veränderung, die wir hinter uns haben. Die geht einher mit der Entwicklung der Vereine und den sportlichen Highlights. Die Austragung der Champions League-Endrunde in Berlin, die Pokalfinals in Bonn, Halle/Westfalen und jetzt Mannheim, das sind alles Events von höchster Qualität, an der die Liga mitgestaltet hat und damit auch Trendsetter gewesen ist.

Sind die Pokalfinals als ureigene Ligaveranstaltung hervorzuheben?

Evers: Auf jeden Fall. Ich sehe uns noch 2005 in Bonn beim ersten Pokalfinale in der Hardtberghalle sitzen mit großen Augen. Die Halle war zum Platzen gefüllt. Als wir im Folgejahr mit den Endspielen ins Gerry Weber Stadion nach Halle/Westfalen umgezogen sind, haben uns viele für verrückt erklärt. Aber zur Premiere kamen mehr als 11.000 Zuschauer. Das waren Gänsehautmomente und wir wurden für das Risiko belohnt.

Über viele Jahre haftete an der Bundesliga der Makel der fehlenden Professionalisierung. 

Jung: Vor 20 Jahren war Volleyball ein reiner Amateursport, betrieben und verwaltet von Amateuren. Was mit Gründung des Liga-Verbandes immer über allem stand, war die Entwicklung hin zur Professionalisierung. Diese Hauptaufgabe zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Liga und durch meine Amtszeit als Geschäftsführer.

Was waren die größten Herausforderungen?

Evers: Sicher der Masterplan 2013 und aktuell die Strukturreform. Der Masterplan war prägend und ich denke, die Strukturreform wird der VBL einen neuen Schub geben. Der Masterplan stieß von an Anfang an auf heftige Widerstände, weil die Vereine über die Belastung, auch in finanzieller Hinsicht, klagten.

Jung: Das war schon eine Mammutaufgabe. Aus den Klubs war zu hören, dass wir zu viel verlangt haben und sie das nicht leisten können. Heute ist vieles eine Selbstverständlichkeit. Die Etats haben sich deutlich erhöht, dadurch konnten sich die Vereine freier bewegen. Parallel sind wir den steinigen Weg gegangen, das Büro in Berlin immer weiter als Dienstleistungscenter auszubauen. Steinig, weil die Klubs die Vorfinanzierung leisten mussten. Mittlerweile profitieren sie davon. Es war die richtige Entscheidung, sonst wären wir immer noch Amateure.

Inwieweit helfen die sportlichen Events auf dem Weg zur Professionalisierung?

Jung: Das sind unsere Plattformen, um die Bundesliga zu präsentieren. Hier schaffen wir eine Sichtbarkeit und erzielen Reichweiten. Dadurch konnten wir vor drei Jahren erstmals einen Medienrechtevertrag abschließen. Kritiker werden sagen, das war spät. Ja, richtig, aber es war auch ein wichtiger Prozess, so weit zu kommen, dass wir vor allem unsere Werte nennenswert monetarisieren konnten. Und der Prozess ist noch nicht beendet.

Auf welchen Ebenen musste bei der Einführung des Masterplans die meiste Überzeugungsarbeit geleistet werden?

Evers: Die Vereine mussten erkennen, dass sie in das Produkt zu investieren haben. Nicht immer nur in die eigene Mannschaft, sondern in die gesamte Infrastruktur, in die Hallen, in die Geschäftsstellen, in das Liga-Center, in das Umfeld. Dadurch konnten sie Sponsoren Raum geben, sich zu präsentieren. So konnten sie den Spielen einen Eventcharakter geben. Bestes Beispiel sind doch die BR Volleys. Früher spielten sie in der altehrwürdigen Halle in der Sömmeringstraße auf engstem Raum, heute präsentieren sie sich in einer Arena, die ihresgleichen sucht. Sie sind Trendsetter in ganz Europa.

Stelian Moculescu, erfolgreichster Trainer in Deutschland, sprach immer gern von Schulsporthallen, wenn er die mangelnde Professionalisierung kritisierte.

Evers: Heute spielt keiner mehr in einer Schulturnhalle. Heute reden wir fast überall von modernen Arenen. Kleine Ausnahmen gibt es noch wie in Aachen, Straubing und beim Aufsteiger Neuwied. Aber alle anderen haben nachgezogen. Unsere Arena in Schwerin gibt es erst seit zehn Jahren und inzwischen planen wir einen Erweiterungsbau. Das ist eine schöne Folge der Entwicklung, die wir in den letzten Jahren gemacht haben.

Aber alle Vereine schaffen es nicht, da mitzuziehen. Sie haben drei aus der Frauen-Bundesliga erwähnt, bei den Männern gibt es auch Sorgenkinder wie die Netzhoppers oder Haching. Kann die VBL da Unterstützungshilfe geben?

Jung: Erst mal müssen wir differenzieren. Bei den Frauen kommen die Klubs fast überwiegend aus großen Städten bzw. Landeshauptstädten. Dort ist es einfacher zu überleben. Zudem konnten kleinere Standorte wie Vilsbiburg mitgenommen werden. Es war der richtige Schritt, die Vereine zu zwingen, neue Hallen zu bauen oder wenigstens umzuziehen. Damit gab es einen großen Schub. Bei den Männern haben wir weniger große Städte wie Berlin und Frankfurt, wo die Liga vertreten ist. Unterhaching ist aber nicht München, und dann reden wir noch über Bestensee. Da fällt eine Investition für einen Arena-Neubau von zehn bis zwanzig Millionen natürlich schwer.

Ohne die Investition in eine neue Infrastruktur geht es wirklich nicht?

Jung: Nein. Die Vereine werden sich nur entwickeln, wenn sie den Schritt wagen, in größere Hallen zu gehen. Sie brauchen eine Halle für mindestens zwei, drei Tausend Plätze, um sich auf allen Ebenen moderner und eventisiert darstellen zu können. Sonst werden sie nicht mithalten können und in der Folge nicht in der Liga existieren.

Ein klarer Appell zu mehr Mut. Herr Evers, Sie leben seit Jahren in der Doppelrolle als Liga- und Klubvertreter. War der Spagat schwierig?

Evers: Ich habe immer das Ziel verfolgt, der größte Ligaverband zu bleiben. Weil es besser ist, im Haifischbecken Sponsorensuche mit einer Stimme aufzutreten. So groß ist Volleyball nicht, als dass man mit mehreren Parteien wie Männerliga, Frauenliga und dann noch mit den zweiten Ligen getrennt aufzutauchen.

Sie wurden wiederholt kritisiert, zu oft die Schweriner Vereinsbrille zu tragen.

Evers: Das war immer mehr für Außenstehende ein Reibungspunkt, die geglaubt haben, Schwerin wird bevorzugt behandelt. Wenn Sie die Schweriner fragen, werden die sagen, gut, dass Du Dich jetzt endlich mal um uns kümmern kannst. Damit musste ich immer leben. Ich habe für die Männer gekämpft, um zwei Mal die Olympia-Qualifikation nach Deutschland zu holen und hätte das für die Frauen genauso getan, wenn wir eine echte sportliche Chance gehabt hätten.

Sie betonen, dass Männer und Frauen mit einer Stimme auf dem Markt auftauchen sollen. Aber künftig werden beide Ligen mit verschiedenen TV-Partnern in die Saison starten. Droht da eine Spaltung?

Evers: Ich hoffe nicht. Es ist völlig legitim, dass jede Partei ein eigenes Meinungsbild hat. Keiner weiß, welcher Weg der richtige ist, das wird man erst in drei, vier Jahren erkennen. Es ist wie in jeder Familie: Der interne Knatsch gehört in den inner circle, sonst wirst Du von außen her angreifbar. Nach außen hin sollte die Volleyball-Welt mit einer Stimme sprechen.

Gibt es Themen, wo Sie rückblickend sagen, das hätten wir oder ich besser machen können?

Evers: Die Suche nach einem Titelsponsor ist nicht abgeschlossen, sie verfolgt alle Bundesligen im Tagesgeschäft. Wir in Schwerin haben zehn Jahre auf Palmberg als Hauptsponsor gewartet. Wenn Kaweh Niroomand nicht Berlin Recycling gefunden hätte, würde es Volleyball in Berlin vielleicht nicht mehr geben. Ohne langen Atem geht das nicht. Natürlich gibt es immer Kritiker, die sagen „Hätte, hätte, hätte”.

Jung: Der Titelsponsor wird auch kommen, auch wenn wir beide nicht mehr daran beteiligt sind. Letztlich müssen wir auch selbstkritisch bleiben.

Weil?

Jung: Weil wir beim Masterplan lange Zeit übersehen haben, dass die Frauen-Bundesliga eine Sonderstellung hat. Wir sind immer den Weg gegangen, Männer und Frauen auf Augenhöhe zu sehen. Den muss die VBL auch weiter gehen, denn im Volleyball sind Frauen und Männer gleichwertig, das gibt es weder im Handball, Basketball, Fußball, noch in anderen Teamsportarten. Trotzdem ist Frauen-Volleyball als Frauen-Teamsportart die Nummer eins in Deutschland. Das war uns bewusst, aber wir haben es nicht zum Thema gemacht, sondern tun das erst seit einem Jahr.

In der Vergangenheit war immer wieder mal zu hören, die VBL stünde kurz vor einem Vertragsabschluss mit einem Partner.

Evers: Das war auch so, aber dann sollten sich die Konditionen ändern. Wir wollten aber nie die Liga verscherbeln, das war immer unser Kurs. Zu verschenken gibt es nichts. Wir sind in der VBL einen Weg gegangen, der noch nicht abgeschlossen ist, der aber der richtige ist. Über kurz oder lang wird er zum Ziel führen. Und wenn der erste Titelpartner eingestiegen ist, werden andere dazu kommen.

Corona wird der Entwicklung nicht förderlich gewesen sein. Bühl hat kapituliert, andere wackeln. Muss die VBL noch mit heftigen Folgeschäden rechnen?

Jung: Wir haben den Weg durch schnelles Handeln und klare Hygienekonzepte gut begleitet. Da war Volleyball Vorreiter, auch, weil wir mit den großen Ligen wie Handball, Basketball und Eishockey eine Feinabstimmung hinbekommen haben. Keiner hat den Kopf in den Sand gesteckt, sondern wir haben immer nach Lösungen gesucht. Den Abbruch der Saison 2020 haben wir nicht selbst verschuldet, vielmehr waren wir dazu gezwungen. Das tat unglaublich weh, dass wir immer noch ohne Zuschauer spielen, ist emotional und finanziell schwer zu verkraften. Die Schäden sind noch nicht absehbar. Auch in der kommenden Saison wird sich jeder neu finden müssen und schauen, welche Partner noch an Bord bleiben. Es wird aber auch neue geben, die, weil sie gut aufgestellt sind, sich weiter im Sport engagieren. Kommen die Fans nach der Pandemie auch wieder zurück, oder wie werden sie sich verhalten? Das sind noch spannende Fragen.

Haben Sie Wünsche oder Empfehlungen für Ihre Nachfolger?

Jung: Es ist alles bestens angerichtet. Im VBL-Center gibt es eine hochmotivierte Mitarbeitercrew. Die neue dreiköpfige Geschäftsleitung kann sich besser auf die einzelnen Bereiche konzentrieren. Das war in der Vergangenheit eine Mammutaufgabe, für mehr als 75 Vereinen alles zu beachten und ein gutes Händchen zu haben. Das ging nur mit einem gut funktionierenden Vorstand, der sich aus allen Ligen-Bereichen zusammensetzte, der aber ehrenamtlich tätig war. Da spielte der Zeitfaktor eine große Rolle. Mit der Strukturreform kann sich der VBL-Aufsichtsrat um die Strategie kümmern und festlegen, wohin soll die Reise gehen. Da wird das Hauptamt gestärkt. Entscheidend bleibt aber die Rolle der Vereine. Jeder einzelne Vereinsmanager muss Verantwortung übernehmen und sie müssen ins Handeln kommen. Es muss ein Flow mit Synergieeffekten entstehen. Dann haben alle was davon. Die Strukturreform wurde mit einer hohen Übereinstimmung realisiert. Das zeichnet die VBL eben immer wieder aus.

Welche Erinnerungen bleiben hängen nach Ihren so langen Amtszeiten?

Evers: Bei mir stehen die Pokalfinals ganz oben und auch das Champions League Final in Berlin. Die internationalen Veranstaltungen behalte ich in guter Erinnerung, auch, weil wir dort viel für die Liga und den eigenen Verein lernen konnten. Dazu die vielen persönlichen Freundschaften. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mit Thorsten Endres noch eng befreundet bin. Oder dass mich mit Klaus-Peter Jung und Wolfgang Söllner aus Dresden viel verbindet, obwohl wir auch immer Konkurrenten waren.

Jung: Mein Highlight ist, Geschäftsführer der VBL geworden zu sein. Als mich 2013 Wolfgang Söllner bei einer Tagung ansprach, ob ich nicht den Job übernehmen wollte, war meine Reaktion: Du spinnst. Damals war ich der „Fürst in Niederbayern” bei den Roten Raben, alles lief gut, wir hatten in der kleinen Stadt Vilsbiburg mit 11.500 Einwohnern den Bau einer Halle nur für Volleyball angeschoben, alles war bestens. Aber die Herausforderung, noch mehr für meinen Sport tun zu können, hat mich gereizt. Nach einem Familienrat beschlossen wir den Schritt nach Berlin zu gehen. Die acht Jahre waren gut, aber auch mit dem ein oder anderen Nackenschlag. Das gehört dazu. Aber ich konnte mein Know-how als Vereinsmanager der Basis einbringen, und daran arbeiten, dass sich Volleyball weiterentwickelt. Ich bin mir sicher, dass ich es gut hinbekommen habe und bin jetzt stolz, mit einem guten Gefühl auf die Zeit zurück blicken zu können.

Und auf was freuen Sie beide sich in der Zukunft?

Evers: … dass ich mich auf einer der schönsten Golfanlagen Deutschlands direkt vor der Haustür öfter sehen lassen kann. Beruflich darf ich noch ein bisschen arbeiten und habe auch noch Ziele. Zum einen den Umbau der Halle und dann den Bau eines Vereinsheims. Wenn das fertig ist, sind wir für die Zukunft gut aufgestellt und ich werde mich auch in Schwerin langsam vom Felde machen.

Jung: … dass ich mich Rentner nennen darf. Auch wenn der Einstieg nach einer gut verlaufenen Tumor-OP im Mai anders verläuft als geplant. Das Thema VBL ist für mich nun abgearbeitet und ich freue mich auf eine entspannte Rekonvaleszenz. Ich werde mit der Familie wieder nach Landshut ziehen und wir werden es uns da gut gehen lassen. Mit kurzen Wegen an den Chiemsee, über den Brenner, in die Toskana …

veröffentlicht am Donnerstag, 3. Juni 2021 um 11:06; erstellt von Kuhnt, Franziskus
letzte Änderung: 03.06.21 11:07

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