Suhl krallt sich das größere Ostergeschenk
Foto: Sebastian Schmidt
Suhl krallt sich das größere Ostergeschenk
Mit einem 3:1-Heimspielerfolg im ersten Playoff-Halbfinalspiel für den gastgebenden VfB Suhl LOTTO Thüringen gegen den amtierenden Deutschen Meister SSC Palmberg Schwerin, legen die Südthüringerinnen in der "Best-of-Three"-Serie vor. Nach fast zwei Stunden Spieldauer und den 25:13, 25:16, 23:25 und 26:24 Satzergebnissen tobten die 1.800 VfB-Fans in der ausverkauften ANTENNE-THÜRINGEN-Volleyballarena und zelebrierten den ersten Playoff-Erfolg gegen den Rekordmeister aus dem hohen Norden. Bereits im Vorjahr standen sich beide Teams im Halbfinale gegenüber, nur diesmal starteten die Laakkonen & Co. mit dem Heimrecht der besser postierten Mannschaft nach der Hauptrunde. Und diesen Heimvorteil in der "Festung Wolfsgrube", denn Suhl gewann seine letzten 14 Heimspiele allesamt, nutzen die Hollosy-Schützlinge mit einem starken Auftritt von Beginn an. Die Schützlinge von Meistertrainer Felix Koslowski hatten Mühe überhaupt in diese Partie zu finden. Suhl ging mit einem "Raketenstart" zum 11:3 in Führung und ließ sich diesen Vorsprung nicht mehr nehmen, sodass ein 25:13-Satzgewinn nach 21 Minuten zu Buche stand. Der zweite Satz begann etwas ausgeglichener, als jedoch die "Wölfinnen" bis zum 16:9 einen "Zahn zulegten", war die erneute "Beute" mit 25:16 Punkten nach 23 Minuten eingesackt. Insbesondere die Außenangreiferin Mackenzie Foley erwischte einen Start nach Maß und stellte zurecht unter Beweis, warum sie als die Top-Angreiferin der Bundesliga auf der Außenposition nach der Hauptrunde von den Bundesligatrainern gewählt wurde. Auch VfB-Diagonalangreiferin Monika Brancuska füllte ihre Rolle als Bundesliga-Topscorerin wieder aus, sodass im Verbund mit Sanaa Dotson und den Mittelblockerinnen Roosa Laakkonen sowie Laura Berger die VfB-Angriffsmaschinerie deutlich "Oberwasser" hatte. Nach der 2:0-Satzführung und der längeren Pause, schien der VfB da weiter zu machen, wie zum Spielstart. Nach der 6:1-Führung rieb sich so mancher im "Hallenrund" die Augen und dachte schon an einen möglichen und nie zu erwartenden 3:0-Erfolg gegen die Koslowski-Schützlinge. Doch wie auch beim Pokalfinale gegen Stuttgart konnten die Gastgeberinnen die Konzentration im Angriff nicht mehr konstant hochhalten und Schwerin nutzte die auftretenden VfB-Defizite wirkungsvoll zur Aufholjagd bis zum 10:11-Zwischenstand. Nun war es wieder die erwartete "Achterbahnfahrt der Gefühle" auf den Zuschauerrängen, denn Suhl legte wieder deutlich vor (14:10) und Schwerin kämpfte sich wieder, durch starke SSC-Aktionen insbesondere von Helena Kok und Britte Stuut heran (18:18). Beim 23:21 für die Hollosy-Schützlinge sah es wieder "rosiger" beim VfB-Anhang aus. Doch dieser Schein sollte trügen, denn die SSC-Damen gingen beim 24:23 überhaupt erstmals in diesem dritten Satz in Führung. Und prompt der erste Satzball wurde zum 25:23-Satzgewinn nach 28 Minuten genutzt, sodass Schwerin damit im Spiel angekommen war. An diesem doch noch erlittenen Satzverlust hatten die Laakkonen & Co. im vierten Abschnitt deutlich zu "nagen". Beim 7:11 reagierte VfB-Coach Laszlo Hollosy bereits mit der zweiten taktischen Auszeit, denn der amtierende Meister trumpfte nun noch weitaus erfolgreicher auf, führte bis zum 23:19 fast immer mit vier Punkten Vorsprung. Und als Schwerin beim 24:21 insgesamt drei Satzbälle zum möglichen 2:2 nach vier Sätzen in eigener Hand wähnte, waren eigentlich alle Zuschauer auf den neuerlichen Tiebreak eingestellt. Doch es sollte wohl die "Oster-Überraschung" schlechthin werden, als Mackenzie Foley am Aufschlag und die VfB-Angreiferinnen Sanaa Dotson sowie Monika Brancuska am Netz die entscheidenden Punkte für die Gastgeberinnen zum 24:24-Ausgleich erkämpften. Die Gäste ließen insgesamt fünf Punkte am Stück für die Suhlerinnen zu und mussten den sicher geglaubten Satzgewinn noch herschenken zum 26:24 nach hochdramatischen 31 Minuten Spielzeit. Es waren wie ein paar "Ostergeschenke", die Schwerin zum Ende dann doch noch an Gastgeber Suhl verteilte und so jubelten, wie so oft in dieser Saison die "Wölfe in ihrer Wolfsgrube", nach einem hart umkämpften 3:1-Sieg, nach dem dann Roosa Laakkonen als wertvollste Spielerin (Gold-MVP) bei Suhl und Britte Stuut (Silber-MVP) bei Schwerin gewählt wurden.
Mit diesem Auftaktsieg im Rücken reisen die VfB-Damen nun zum "Rückspiel" am Mittwochabend in Schwerin, wo dann Titelverteidiger Schwerin unbedingt gewinnen muss, um eine dritte Partie und das notwendige Entscheidungsspiel in Suhl zu erzwingen. Der bisher einzige VfB-Sieg in Mecklenburgs Landeshauptstadt datiert aus dem Jahre 2005, reißt vielleicht am Mittwochabend eine lange "Endlosserie"? In dieser Saison scheint für die Hollosy-Schützlinge nichts unmöglich - warum also nicht die nächste Überraschung in Schwerin?
In diesem Sinne allen Volleyballfans zunächst erst einmal "Frohe Osterfeiertage"!

