Ein Wahnsinn in fünf Sätzen

SV Lindow-Gransee vs. Kieler TV, 03.11.18, 2. BLNM
Am Ende stand der Block
Foto: MOZ, Matthias Haack

Zu dominant präsentierte sich der starke Aufsteiger Kieler TV in der Dreifelderhalle. Doch eine Verletzung brachte die Norddeutschen aus dem Tritt. Der Heimsechser wiederum zeigte tolle Moral und drehte das Spiel.

War das verletzungsbedingte Aus von Top-Beachvolleyballer Sebastian Fuchs der Knackpunkt des Spiels? „Ja und nein“, sagt der Kieler Trainer Matthes Behlen. „Klar haben wir den dritten Satz dann deutlich abgegeben. Da war schon auch ein bisschen Schockstarre. Aber im vierten Satz und bis zur Mitte des Tie-Breaks haben wir gezeigt, dass wir auch mit den anderen Spielern mitspielen können.“

Bis zum Ende sei es ein Spiel auf Augenhöhe gewesen, bemerkte dann auch der heimische Trainer Jan-Philipp Marks. „Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Jungs. Dass wir das Spiel noch so gedreht haben, war sehr stark.“ Mit 20:25 und 19:25 hatten die Grün-Weißen die beiden ersten Sätze abgegeben. Vor gut 300 Zuschauern lief wenig zusammen. Der Block stand selten, hinzu kamen einfache Fehler bei Aufschlägen und Annahmen. Auf der anderen Netzseite spielte sich der ungeschlagene Neuling in einen Rausch. Marks: „Was Kiel in den ersten beiden Sätzen gespielt hat, war das Beste, was wir in dieser Saison von einem Gegner gesehen haben. Das war richtig klasse.“ Das Zusammenspiel sei perfekt gewesen, die Abwehrarbeit auch. „Da können sich meine Jungs was abschneiden.“

Dass das Spiel dann eine derartige Wendung nahm, „habe ich nach den ersten beiden Sätzen nicht erwartet“. Lindow-Gransee führte in Durchgang drei mit 4:1, als Sebastian Fuchs zu Boden ging und nach einer Behandlung aufgeben musste. „Dass es nach so einer Verletzung einen Knick gibt, haben wir selbst schon erfahren. Sich davon zu erholen, ist natürlich schwer“, bemerkte Marks. Und ähnlich formulierte es der Gäste-Coach: „Wir mussten ohnehin schon zwei Stammkräfte ersetzen, haben aber gezeigt, dass wir als Team funktionieren. Am Schluss fehlen uns jedoch vielleicht ein bisschen die Alternativen. Trotzdem Kompliment an Lindow: Sie haben nie aufgegeben und wir haben Robin Hafemann nie in den Griff bekommen.“

veröffentlicht am Montag, 5. November 2018 um 14:51; erstellt von Stefan Zwahr, Lindower SV Grün-Weiß e.V.