Die verlorenen Töchter kehren zurück

proWIN Volleys TV Holz vs. TG Bad Soden, 18.12.21, 2. BLSF
proWIN Volleys mit erstem Heimspiel in der Saison
Foto: proWIN

Die verlorenen Töchter kehren nach Hause zurück

Das ewige Warten hat ein Ende. Nach über drei Monaten, zehn Auswärtsspielen, zwei verlegten Partien und Tausenden Kilometern unterwegs auf den Straßen Süddeutschlands kommen die proWIN Volleys TV Holz nach Hause. Am Samstag und Sonntag tragen sie in einem Doppelspieltag kurz vor Weihnachten ihre ersten beiden Heimspiele der Saison 2021/2022 aus. Zu Gast sind die TG Bad Soden am Samstag um 20 Uhr und der SV Lohhof am Sonntag um 16 Uhr (Spiel gg lohhof wurde abgesagt). Wer sich nicht mehr sicher war: Die proWIN Volleys TV Holz tragen all ihre Heimspiele in der „Grünen Hölle“ aus. Gemeint ist die Multifunktionssporthalle an der Landessportschule in Saarbrücken.

„Die bisherige Saison ist natürlich nicht so verlaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Dass wir noch gar keinen Sieg mitnehmen konnten, ist super frustrierend für alle“, bringt Kapitänin Julie Teso die sportlichen Leistungen seit dem ersten Saisonspiel am 12. September auf den Punkt. Beschönigen hilft an dieser Stelle nichts. Zwar zeigte die Mannschaft, dass sie an guten Tagen absolut in der Liga konkurrieren kann, Konstanz suchte man bis dato aber vergebens. Im Ergebnis heißt das: Nach zehn Spielen stehen die proWIN Volleys TV Holz als einzige Mannschaft der 2. Bundesliga Süd ohne Sieg auf dem letzten Tabellenplatz.

In den Heimspielen soll die Wende eingeleitet werden. Wenn es nicht in Saarbrücken funktioniert mit dem ersten Saisonsieg, wo denn dann? Dafür müssen sich die Volleys aber strecken. Denn die Gegner gehören nicht nur auf dem Papier zu den stärksten Mannschaften der Liga. „Bad Soden hat aktuell zwei, drei Verletzungsprobleme und ihr Headcoach ist gerade nicht an der Seitenlinie verfügbar. Aber sie bleiben ein sehr unangenehmer Gegner und sind auch definitiv wieder Favorit“, schätzt Frederik Scheller den Samstags-Gegner ein. „Der SV Lohhof sagt selber, sie sind Top Drei der Liga. Ich habe Lohhof in Freisen gesehen im November. Da haben sie sehr konstant auf allen Positionen gespielt. Das werden zwei sehr, sehr harte Spiele für uns. Die Vorzeichen sind zweimal minus. Aber irgendwann ergibt minus mal minus auch bei uns plus“, sagt proWIN Volleys-Coach Frederik Scheller mit dem nötigen Galgenhumor, ohne den Ernst der sportlichen Lage zu missachten. Seine Forderung lautet: „Wir müssen in den absoluten Kampfmodus schalten. Wir haben keine andere Wahl. Wir stehen mehr oder weniger mit dem Rücken zur Wand und müssen einfach nach vorne gehen.“ In der schwierigen Lage würdigt der Headcoach dennoch die Einstellung der Mannschaft: „Ich habe riesigen Respekt vor den Mädels, die da nicht aufgeben und ihren Kopf nicht hängen lassen, sondern, wenn sie gesund sind, zum Training kommen und immer weitermachen. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man so viel Zeit investiert und lange ohne Erfolgserlebnis bleibt.“

Ein erster Lichtblick ist zu erkennen: Vorbei scheinen die Wochen, in denen die proWIN Volleys teilweise nur mit fünf, sechs Spielerinnen im Training standen und regelmäßig ohne einige Stammkräfte zu den Auswärtsspielen reisen mussten. Passend zum Heimauftakt in Saarbrücken hat sich das Kranken-Lazarett gelichtet. „Wir haben uns im Training nochmal richtig reingehängt und wollen im Spiel auch zeigen, dass wir gute Szenen und Ballwechsel zeigen können. Es spielt in den Köpfen eine große Rolle, dass wir in der Woche mit fast allen Spielerinnen im Training waren und auch am Wochenende nahezu mit der kompletten Mannschaft antreten können. Das hatten wir die letzten Wochen überhaupt nicht“, sagt die Kapitänin Teso, die mit der Unterstützung der Heim-Zuschauer in gewohntem Umfeld wohlwollend auf das bevorstehende Wochenende schaut: „Wir freuen uns alle mega auf dieses Wochenende. Jetzt direkt zwei Heimspiele zu haben, ist mega cool. Auch mit Zuschauern ist das richtig, richtig toll. Es gab andere Mannschaften, wo das zum Beispiel nicht erlaubt war. Deswegen bin ich umso glücklicher, dass wir vor unseren Zuschauern spielen dürfen. Und wir hoffen natürlich, dass ganz, ganz viele Leute in die Halle kommen und uns anfeuern. Das macht das Feeling bei Heimspielen aus.“

veröffentlicht am Freitag, 17. Dezember 2021 um 13:09; erstellt von Lucas joost, TV Holz 02 e.V.
letzte Änderung: 17.12.21 13:09