Grimma zähmt die Dingos nur zeitweise

Vorwärts Sachsen Volleys Grimma vs. TV Dingolfing, 17.04.21, 2. BLSF
lehrbuchreifes Annahmeverhalten von Libero Maria Eckelmann
Foto: Memofotografie

Zwei Stunden sportliche Schwerstarbeit verrichten mussten die Vorwärts Sachsen Volleys Grimma am Sonnabendabend in der Seume-Sporthalle: Nach 119 Spielminuten setzten sich die Zweitliga-Damen des Volleyballvereins Grimma erst im Tiebreak mit 16:25, 25:11, 24:26, 25:22 und 16:14 gegen erwartet schwer bespielbare Dingolfingerinnen durch. Wobei es der Wahrheit näherkommt, davon zu sprechen, dass die Volleyball-Damen aus Niederbayern niedergerungen wurden. Und dies hatte nicht nur mit deren zähem Widerstand, sondern vor allem damit zu tun, dass die Leichtigkeit, mit der der Tabellen-Fünfte von der Mulde in den vergangenen beiden Meisterschaftspartien gegen Dresden und Holz über weite Strecken hinweg agierte, wie weggeblasen schien.

Schon der erste Durchgang erwies sich als äußerst zähe Angelegenheit. Als Außenangreiferin Elena Kömmling den ersten langen Ballwechsel für ihr Team zu einem erfolgreichen Abschluss bringen konnte, sah die Welt für die Gastgeberinnen beim Spielstand von 3:2 noch gut aus. In der Folgezeit allerdings nahm die Fehlerquote zu. Doch weil dies auch bei den Gästen der Fall war, stellte sich das sportliche Geschehen zum Zeitpunkte der ersten Technischen Auszeit mit 6:8 aus Sicht der Grimmaerinnen noch einigermaßen ausgeglichen dar. Dies sollte sich aber bald ändern, weil unter anderem die beiden Dingolfinger Außenangreiferinnen ihre Angriffe zunehmend präziser und härter auszuspielen in der Lage waren. Folgerichtig sah sich der Grimmaer Chefcoach Ronny Leder beim Stand von 7:10 zum Nehmen einer ersten Auszeit genötigt.

Aus dieser jedoch kamen die Gäste noch stärker hervor. Immer wieder war es in der Folge die zur „wertvollsten Spielerin“ ihres Teams gekürte Diagonalspielerin Teresa Piller, die in dieser Spielphase einen Weg am Grimmaer Block vorbei fand. Hinzu gesellten sich präzise Services sowie eine gute Blockarbeit auf Seiten der „Dingos“. In der Folge setzten sich die Gäste scheinbar mühelos von den Hausherrinnen ab und bogen frühzeitig auf die Siegerstraße ein. Auch Ulrike Schemels erster erfolgreicher Angriffsschlag der Marke „Hammer“ zum zwischenzeitlichen 9:15 vermochte nichts daran zu ändern, dass der erste Satz, in dem Ronny Lederer einige Personal-Rochaden vornahm, nach 22 Spielminuten eine sichere Beute der „Dingos“ wurde.

Auch Durchgang Nummer 2 sollte in exakt der gleichen Zeit heruntergespielt sein. Mit dem Unterschied, dass die Hausherrinnen den Spieß umzudrehen in der Lage waren. Mit einem starken Block gingen die Vorwärts Sachsen Volleys mit 7:6 und damit zum zweiten Mal im Satzverlauf in Führung und bauten diese von diesem Zeitpunkt an kontinuierlich aus. Mittelblockerin Michelle Hofmann und Angreiferin Nora Fleischer setzten in diesem Spielabschnitt die Akzente bei den nun sicherer in der Abwehr stehenden Hausherrinnen, derweil die Gäste ihren spielerischen Faden zu verlieren schienen. Daran vermochte auch eine beim Stand von 7:12 aus Dingolfinger Sicht genommene Auszeit nichts zu ändern. Die Hausherrinnen zogen ungefährdet davon, wobei es auch zum Ende des Satzes hin dem Duo Hofmann/Fleischer vorbehalten war, wichtige Punkte zu machen.

Den Turnaround geschafft hatte der Südstaffel-Meister der Jahre 2012 und 2013 damit aber keineswegs. Ganz im Gegenteil setzte sich auch im dritten Satz die Fehlerhäufung auf beiden Seiten fort. Vorwärts Sachsen Volleys-Manager Frank Geißler, der erneut als Internet-Kommentator an der Seite der ehemaligen Grimmaer Leistungsträgerin Steffi Kuhn agierte, musste gestehen, „schon bessere Spiele auf höherem Niveau gesehen“ zu haben. An Spannung indes ermangelte es diesem dritten Durchgang nicht, ebenso wenig wie an verrückten Spielabschnitten. Beim Stand von 1:4 aus ihrer Sicht etwa punkteten die Gäste sieben Mal am Stück, um postwendend sechs Punkte hintereinander an die Hausherrinnen abgeben zu müssen. Mitte des Satzes jedoch, als Grimmas Chefcoach Lederer seine Trainingsjacke schon lange abgelegt hatte, schien das Pendel in Richtung der Gastgeberinnen auszuschlagen, die sich mit einigen starken Services und guten Aktionen am Block ein wenig von den „Dingos“ abzusetzen vermochten (16:13, 18:14). Doch die nach wie vor zu hohe Fehlerquote bei den Vorwärts Sachsen Volleys verhinderte die vorzeitige Entscheidung, sodass sich der Satz zum Ende hin zu einer knappen Angelegenheit entwickelte, die die Gäste mit ihrem zweiten Satzball nach weiteren 30 Spielminuten für sich entscheiden konnten.

Auch im vierten Satz sah sich keines der beiden Teams in der Lage, das Heft des Handelns in die Hände zu nehmen. Das Geschehen auf dem Parkett gestaltete sich phasenweise sehr hitzig, was seinen Ausdruck in einer Roten Karte für Michelle Hofmann wegen Meckerns fand. Diese Verwarnung führte aber immerhin dazu, dass den Hausherrinnen das Adrenalin in die Adern schoss und sie sich in der weiterhin von viel Hektik geprägten Partie einen kleinen Vorsprung zu erspielen und diesen bis zum Satzball zum 25:22 aufrechtzuerhalten vermochten.

Einmal mehr musste der Tiebreak die Entscheidung bringen. Hatten in diesem Mitte Oktober vergangenen Jahres noch die „Dingos“ die Oberhand behalten, setzten sich diesmal die Muldestädterinnen durch. Allerdings benötigten sie dafür drei Matchbälle, bis sie mit einem starken Block den Sieg und die damit verbundenen zwei Punkte in Sack und Tüten bringen konnten.

Leichter werden die sportlichen Aufgaben für die Kömmling, Eckelmanns & Co in den beiden ausstehenden Saisonpartien in jedem Fall nicht. An diesem Sonnabend reist der frisch gebackene Meister VC Neuwied in Grimma an, im eine Woche später anstehenden Saisonfinale sind die Vorwärts Sachsen Volleys beim Tabellen-Dritten Lohhof gefordert.

veröffentlicht am Montag, 19. April 2021 um 15:31; erstellt von Volleyballverein Grimma e.V.
letzte Änderung: 19.04.21 15:31
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