VOLLEYBALL BUNDESLIGA

Eine Portion Respekt im Handgepäck

BADEN VOLLEYS SSC Karlsruhe vs. TSV Mühldorf, 19.09.20, 2. BLSM
Test gegen den österreichischen Erstligisten Ried. Mit dabei: Neuzugang Zied Chalghmi (Nummer 18).
Foto: Fabian Bartsch

Mühldorf - Die Hausaufgaben sind gemacht, die Jungs haben fleißig trainiert, jetzt kann es losgehen, das Abenteuer 2. Bundesliga für die Volleyballer des TSV Mühldorf. Am kommenden Samstag fahren die Mannen um Trainer Michi Mayer aber mit einer gehörigen Portion Respekt zu ihrem Auftaktgegner, den Baden Volleys vom SSC Karlsruhe. Ursprünglich war diese Partie als Heimspiel in der Innstadt geplant. Wegen der unsicheren Situation rund um das Corona-bedingte Wettkampfverbot in Bayern, hat man nun die Heimspiele getauscht und so geht am Samstg die Reise nach Baden. Dass die Mühldorfer zum Auftakt gleich eine Topmannschaft der vergangenen Saison als Gegenüber haben, nötigt den Mühldorfern zwar Demut ab. "Allerdings ist mir ein starker Auftaktgegner lieber als eine Mannschaft, die wir vielleicht, je länger die Saison dauert, schlagen können", gibt Trainer Michi Mayer zu.

Nach Karlsruhe reist er mit einem zwölf Mann starken Kader, dem ab dieser Saison als Verstärkung Zied Chalghmi (32 Jahre/1,81 Meter) vom TSV Unterhaching angehört und der ehemalige Spielertrainer beim Regionalligisten VC Amberg, David Fecko (30 Jahre/1,97 Meter). Die beiden Neuzugänge waren nicht nur nach dem Aufstieg in die 2. Liga notwendig geworden. Fecko soll als Mittelblocker Iven Ferch ersetzen, der zurück zu seinem Club Herrsching gewechselt ist. Chalgmi soll neben Kapitän Tom Brandstetter als Außenannahmespieler Akzente setzen, zumal Leistungsträger Fabian Bartsch auf die Diagonalposition wechseln wird, nachdem sich der Verein nach dem nur einjährigem Gastspiel von Dennis Nelson getrennt hatte.

"Wir sind technisch und taktisch noch nicht so weit", gibt Trainer Michi Mayer zu, wenngleich man sich in Testspielen gegen Dachau, Niederviehbach, Grafing, Unterhaching, gegen den österreichischen Bundesligisten Ried - alles  Gegner von der 3. Liga bis zum Challenge-Cup - auf die Aufgaben in der zweiten Liga gut vorbereiten konnte. Deswegen ist der Mühldorfer Trainer auch gar nicht unglücklich darüber, dass einer der stärkeren Gegner der zweiten Liga gleich zu Beginn auf die Mühldorfer wartet und nicht unbedingt mit einem Sieg zu rechnen sei. "Ein Satzgewinn wäre schon ein Erfolg", stapelt auch Abteilungsleiter Stefan Bartsch tief. Man werde das Spiel nutzen, um erst einmal die Liga kennen zu lernen. "Respekt fährt mit, aber auch Selbstbewusstsein!" Und auch Mayer ist Realist: "Man darf nicht vergessen, dass das Gros der Mannschaft vor drei Jahren noch Vierter in der Regionalliga war."

Doch der Aufwärtstrend lässt sich ebenso wenig leugnen. Man setzt auf die Zukunft und will deswegen auch die Chance nutzen, junge Spieler Zweitliga-Luft schnuppern zu lassen. Universalspieler Kilian Nennhuber (16 Jahre) wird ebenso seine Spielzeiten bekommen wie Fritz Vähning (15 Jahre). Nennhuber konnte sogar seinen Beachvolleyball-Kumpel nach Mühldorf locken. Tim Aust wird neben Youngster Jonas Zusann (18 Jahre) die Zuspieler-Position besetzen, die Lars Rommel frei gemacht hatte, weil er nach Berlin gezogen ist. Aust ist nicht nur auf dem Beachplatz erfolgreich. Auch in der Halle hat der 15-Jährige Grafinger ein sehr feines Händchen und konnte das letzte Saison in der Regionalliga beim VCO München, in der Grafinger U18 und in der Bayernauswahl unter Beweis stellen. In Mühldorf nutzt er sein Zweitspielrecht neben dem Internatsteam in der 3.Liga.

"Wir treffen auf eine erfahrene, saustarke Mannschaft, rundum solide", ist sich Trainer Mayer nach den erfolgten Videoanalysen vor dem Spiel am Samstag sicher. Darüber soll auch die 0:3-Niederlage der Karlsruher gegen Leipzig zum Saisonauftakt nicht hinwegtäuschen. Und wie will Mühldorf die Karlsruher ärgern? "Mit effektiven Aufschlägen. Hier hat die Mannschaft enorm zugelegt und wird hoffentlich das richtige Maß an Risikobereitschaft einsetzen." Verzichten muss Mayer auf Fabian Liemer (Diagonal), der sich im Training einen Bänderriss am rechten Sprunggelenk zugezogen hat und noch mindestens vier Wochen pausieren muss. Ebenfalls noch keine Option wird Charles Kahn sein, der sich einen Finger gebrochen hat und das Blocken nun Nico Philipeit, Flo Gschwendtner und David Fecko überlassen muss.

veröffentlicht am Mittwoch, 16. September 2020 um 21:18; erstellt von TSV Mühldorf
letzte Änderung: 17.09.20 10:17