DJK geht auf Spielersuche

DJK Delbrück
Mannschaft DJK Delbrueck
Foto: Jörg Janke

Fünf Delbrücker verlassen den Volleyball-Zweitligisten

Einmal mehr steht Volleyball-Zweitligist DJK Delbrück vor einem Umbruch. Nachdem feststeht, dass insgesamt fünf Spieler die DJK verlassen haben, hat Trainer Uli Kussin die Aufgabe, in den nächsten Wochen neue Spieler an den Driftweg zu holen. Große Sprünge kann er dabei aber nicht machen.

»Wir gehören zu den drei finanzschwächsten Zweitligisten«, erklärt DJK-Vorsitzender Rudolf Fraune. Zwar sei seit zwei, drei Jahren ein positiver Trend bei der Akquirierung von Sponsorengeldern aus der heimischen Wirtschaft erkennbar, der Etat für die nächste Saison sei auch gesichert und die wirtschaftliche Lizenzierung durch die DVL käme in Kürze, aber dass deswegen Spieler gekauft würden, ist weiterhin ausgeschlossen. »Das würde auch unser ganzes Gefüge durcheinanderbringen, wenn wir jetzt anfingen und ein, zwei Spielern Geld zahlen würden«, berichtet Fraune. Die Delbrücker setzen vielmehr ihren bekannten Weg fort. Junge Spieler aus der Region, Studenten, die an die Uni Paderborn wechseln und Volleyballer aus unteren Ligen: Das ist der Kreis, aus dem bis zu drei Neue kommen sollen. »Die einzige Chance, vielleicht einmal einen fertigen Spieler zu bekommen, der gleich weiterhilft, ist die Aussicht auf eine berufliche Perspektive, die wir eventuell bieten könnten«, sagt Fraune. Oft genug hatte Kussin in der Vergangenheit Neuverpflichtungen an der Angel, die dann aber von potenteren Vereinen mit Geld geschnappt wurden. »Aber es hilft kein Wehklagen. Uns ist allen bewusst, dass es eben nur auf unserem Weg geht«, sagt Fraune.

Dabei bräuchte Coach Kussin eigentlich genau diese ein, zwei erfahrenen Volleyballer, die schon höherklassig aktiv waren, um insbesondere den Abgang von Tobias Daniels zu kompensieren. »Es ist halt die Krux, dass wir an solche Leute nicht drankommen. Wir haben eben keine Million auf dem Konto oder verfügen über eine große Halle«, weiß der Trainer. Der langjährige Kapitän Daniels war schon beim Zweitliga-Aufstieg 2008 dabei und ist nun wie Fabian Dicken, Kevin Kreker, Benjamin Kratz und Christian Hönisch in Zukunft nicht mehr dabei, weil es bei allen aus beruflichen, privaten und insbesondere zeitlichen Gründen nicht mehr passt, für einen Zweitligisten aufzuschlagen. Wer vom alten Kader weitermacht oder nicht, wurde auf einer Mannschaftssitzung Mitte des Monats bei Kussin, der Leiter des Hochschulsports ist, an der Uni besprochen. »Ich hätte Tobi natürlich noch gerne ein, zwei Jahre gehalten, um mit ihm junge, nachrückende Spieler zu integrieren, kann aber seine Gründe nachvollziehen.« Dass wegen der Demission des Kapitäns vielleicht der eine oder andere Delbrücker Spieler auch an Rücktritt gedacht haben mag, weil die Spielstärke fehlen könnte, verneint Kussin vehement: »Das wäre auch der falsche Weg. Jeder muss für sich entscheiden, wie er der Mannschaft helfen kann und dies nicht von anderen abhängig machen.« Dass es aus dem Umfeld zu leichter Kritik wegen der manchmal fehlenden letzten Entschlossenheit einzelner Spieler gekommen sei, bestätigt Kussin. »Vielleicht war es so, dass ab und an mal gedacht wurde ›Ach, den Klassenerhalt schaffen wir schon irgendwie‹ und die nötige Energie fehlte, aber das haben wir uns dann tatsächlich selbst zuzuschreiben. Das werden wir auch ändern. Da werde ich, was den Trainingsfleiß angeht, rigoroser sein. Der eine oder andere muss sich auch mehr quälen. Gerade, wenn er am Anfang seiner Laufbahn steht«, erklärt der Trainer. Der wurde übrigens neulich selbst gefragt, ob er aufhört. »Wenn ich aufhören will«, antwortete Kussin, »dann teile ich das vorher rechtzeitig mit.« Aktuell nimmt er die Herausforderung an, mit einem neu formierten Kader, in die elfte aufeinanderfolgende Zweitliga-Saison zu gehen und hält damit seine schon gegebenen Zusagen ein: »Unser Ziel dafür kann ich jetzt auch schon durchgeben: nicht absteigen!«

Dafür muss sich die DJK in einer Zwölfer-Staffel durchsetzen. Neu dabei sind die Aufsteiger TV Baden und KMTV Eagles Kiel. Weiterhin mit dabei ist auch Meister CV Mitteldeutschland, der auf den Aufstieg verzichtete. Diesen nahmen dann die Helios Grizzlys Giesen wahr. Der SV Warnemünde, gegen den sich die DJK am letzten Spieltag im direkten Duell mit einem 3:0 den Klassenerhalt sicherte, muss nicht absteigen, da sich Erstliga-Absteiger Bergische Volleys (Solingen) aus wirtschaftlichen Gründen in die 3. Liga West zurückgezogen hat.

Dahin will die DJK nicht. Der alte Kapitän ist zwar weg, aber Kussin hat mit Johannes Grodde, Benjamin Hunke, Christian Wuttke, Maximilian Protte und Thomas Konrad Cieslar einen Stamm mit Zweitliga-Erfahrung. Dazu kommen Youngster wie Lars Wienhues und Fabian-Alexander Albrecht sowie der Langzeitverletzte Martin Steinbrück. Zum Aufrücken stehen Niklas Hinz und Finn von Soldenhoff bereit. Ganz so aussichtslos ist es nicht, was Fraune fordert, nämlich, dass Delbrück weiterhin ein fester Bestandteil der 2. Liga bleibt.

Die neue Saison fängt im September an. Der Spielplan soll in Kürze erscheinen. Die DJK muss aber eventuell am Anfang der Spielzeit ihr Heimrecht tauschen, weil die alte Halle am Driftweg renoviert wird. »Vielleicht wird das aber nur eine Partie betreffen«, hofft Kussin.

veröffentlicht am Dienstag, 29. Mai 2018 um 13:51; erstellt von Westfalen Blatt, DJK Graf Sporck 1920 e.V. Delbrück
letzte Änderung: 29.05.18 13:51