VOLLEYBALL BUNDESLIGA

„Als hätte jemand den Strom abgestellt“

CV Mitteldeutschland vs. TuB Bocholt, 05.10.19, 2. BLNM
Nichts zu holen!
Foto: Sanne

Einen Samstagabend zum Vergessen erlebten die Zweitliga-Volleyballer von TuB Bocholt beim CV Mitteldeutschland. Bereits nach 77 Minuten stand die 0:3 (14:25, 13:25, 15:25)-Niederlage für das Team von Trainer Sebastian Lyczlo fest. Trotz der ersten Saisonniederlage bleiben die Bocholter Tabellenerster. Der Gastgeber machte einen Riesensprung auf den dritten Rang und weist nur noch einen Punkt weniger als TuB auf.

„Wir sind eigentlich nie richtig in die Partie reingekommen und waren einfach schlecht. Dagegen ist dem Gegner alles gelungen. Er hat um jeden Ball gekämpft und war uns mental deutlich überlegen“,sagte Lyczko. „Irgendwie sind Parallelen zu Bayern München erkennbar. Erst gewinnen sie mit 7:2 in Tottenham, um dann daheim gegen Hoffenheim mit 1:2 zu patzen. Damit hat niemand gerechnet. Wir haben drei Spiele in Folge gegen sehr gute Gegner gewonnen, um dann gegen Mitteldeutschland unterzugehen. So was passiert im Sport eben auch den Spitzenmannschaften“, so der Bocholter Übungsleiter weiter.

Dabei kam seine Mannschaft zunächst sehr gut in die Partie. Bis zur ersten technischen Auszeit führte TuB vor gut 200 Zuschauern mit 8:4 und bot dabei eine überzeugende Vorstellung im 4-2-System. Luis Kubo und Lukas Essing agierten im Wechsel als Zuspieler und setzten ihre Angreifer Lars Geukes, Ziga Zupanc, Jonas Kubo und Otto Feltges gut ein. Als Libero bot Lennart Bevers einmal mehr eine überzeugende Vorstellung und wurde hinterher als bester Bocholter Spieler ausgezeichnet.

Nach der technischen Auszeit war es aber mit der Bocholter Herrlichkeit vorbei. „Es war so, als hätte jemand bei uns den Strom abgestellt. Ab diesem Zeitpunkt lief bei uns nichts mehr zusammen. Die Annahme hakte, unsere Aufschläge kamen nicht mehr und im Spielaufbau herrschte dementsprechend ebenfalls Flaute“, sagte Lyczko. Die Hausherren dominierten nun die Partie ganz nach Belieben und hauten die Bälle den Gästen nur so um die Ohren. Mit 25:14 ging der Satz letztendlich deutlich nach Mitteldeutschland.

Nach dem ersten Satzverlust ließ das Lyczko-Team die Köpfe ein wenig hängen. Es fehlte der nötige Druck. Vor allem die Annahme ermöglichte es den Bocholtern nicht, das Spiel nach Punkten ausgeglichen zu gestalten. So ging auch der zweite Durchgang schnell mit 13:25 verloren.

Auch im dritten Satz konnten die Bocholter keine Wende mehr herbeizaubern. Mitteldeutschland führte Bocholt regelrecht vor und glänzte weiterhin mit variablem Spiel. Mit 25:15 ging auch dieser Satz klar an die Hausherren. „Es hat sich gezeigt, dass Mitteldeutschland nicht umsonst jahrelang ganz oben in dieser Liga mitmischt. Die Mannschaft trainiert zwei Mal am Tag, wir drei Mal die Woche. Zudem waren wir ersatzgeschwächt und irgendwie nach der sehr langen Anreise müde. Vielleicht hätten wir nicht direkt in die Halle gehen, sondern noch einen Spaziergang unternehmen sollen, um frische Luft zu schnappen“, so Lyczko.

Trotz dieser erster Saisonniederlage ist Lyczko mit dem bisherigen Abschneiden seiner Mannschaft sehr zufrieden: „Besser einmal hoch verloren, als dreimal sehr knapp. Meine Jungs haben nach vier Spieltagen acht Punkte auf dem Konto. Dabei haben wir bereits dreimal auswärts gegen starke Konkurrenz gespielt und sind dennoch immer noch Erster.“ Am nächsten Sonntag empfängt der Tabellenführer den Neunten TuS Mondorf und will dann den vierten Saisonerfolg einfahren und die Spitze verteidigenn.

veröffentlicht am Montag, 7. Oktober 2019 um 09:12; erstellt von TuB Bocholt 1907 e.V.
letzte Änderung: 07.10.19 09:12