Was miese Stimmung ausmacht

VC Bitterfeld-Wolfen vs. CV Mitteldeutschland, 10.03.18, 2. BLNM
MVP Chris Warsawski (im Angriff) machte ein herausragendes Spiel gegen seinen Ex-Club
Foto: CV Mitteldeutschland e. V.

Bitterfeld/Spergau, 12.03.2018. Im zweiten Derby in einer Woche gegen den VC Bitterfeld-Wolfen siegen die Piraten mit 3:1 (20:25, 25:17, 25:16, 26:24) und erobern damit die Tabellenspitze.

Wer am vergangenen Samstag von Beginn an volleyballerische Höchstleistungen sehen wollte, hätte den ersten Durchgang gut und gerne weglassen können. Der Satz glich in weiten Teilen einem unspektakulären Aufschlagsspiel, bei welchem von beiden Teams insgesamt 17 Servicefehler begangen wurden. Ein einziges Hin und Her in 22 Minuten. Und wenn doch ein Ball das gegnerische Feld erreichte, waren es eher die Bitterfelder, die daraus Punkte erzielten. Die Piraten blieben hinter ihren gewohnten Möglichkeiten.

In der Pause rauften sich die Chemie Volleys aber wieder zusammen. Coach Mircea Dudas zeigte wie so oft in dieser Saison, dass er seinen Schützlingen wertvolle Tipps und eine gehörige Portion Selbstvertrauen mit auf den Weg geben kann. Die Jungs strotzen vor Kampfgeist und Motivation. Zusätzlich beflügelt von den ohrenbetäubenden Anfeuerungsschreien und Trommeleinlagen der über 40 mitgereisten Fans nahmen sie Fahrt auf. Insbesondere der Ende des ersten Satzes eingewechselte Chris Warsawski und Mittelblocker Alan Wasilewski nutzen die sich ihnen bietenden Chancen. Immer wieder fanden sie die Lücken im Bitterfelder Block oder in dessen Abwehr und punkteten unablässig für die Mitteldeutschen. Die Stimmung auf der Gastgeberseite ballte sich zu Fäusten.

Und eben diese Stimmung fraß sich in den Köpfen der Bitterfelder fest. Besonders VC-Libero Michael Haßmann fiel mit unablässigen Schimpftiraden gegen die eigenen Teamkollegen auf, deren Gesichter und Körperhaltung Bände sprachen. Für die Mitteldeutschen ein gefundenes Fressen, diese Laune für sich zu nutzen. Ebenso souverän wie Satz zwei behielten die Gäste aus Spergau auch Durchgang drei in den Händen.

Im entscheidenden Vierten fingen sich die Bitterfelder wieder ein wenig und boten ihre letzten Reserven auf. Beinahe auf Augenhöhe duellierten sich die Teams, sprangen und flogen nach jedem Ball, gaben spektakuläre Szenen zum Besten und zogen immer wieder gleich auf. Ein Schmankerl für die Zuschauer. Erst ab der zweiten Hälfte konnten sich die Mitteldeutschen mit drei Punkten in den Vorteil bringen (18:15, 23:20). Doch der Aufschlagfehler von Warsawski zum Matchball und ein erfolgreicher Angriff der Bitterfelder schufen noch einmal den Ausgleich (24:24). Letztlich war es Piraten-Kapitän Lukasz Szablewski, der mit einem angetäuschten Zuspiel den Sack zumachte und die Mitteldeutschen an die Tabellenspitze katapultierte.

Sports&Travel MVPs: Chris Warsawski (CVM, gold), René Menzel (Bitterfeld, silber)

veröffentlicht am Montag, 12. März 2018 um 11:19; erstellt von Chemie Volley Mitteldeutschland e.V.
letzte Änderung: 12.03.18 11:19