• Netzhoppers lösen Ticket nach Mannheim
    Netzhoppers KW-Bestensee vs. WWK Volleys Herrsching, 10.12.20, POK M
    Der befreiende Jubel vom Team nach dem letzten Punkt zeigte die Anspannung beim Team und die Freude über den Einzug ins Pokalfinale.
    Netzhoppers ziehen ins Pokal-Finale ein
    Foto: Dagmar Jaschen

    Pokalspiele des Volleyball-Bundesligisten Netzhoppers KW-Bestensee sind in dieser Saison definitiv nichts für schwache Nerven. Konnte das Dahmeland-Team im Achtelfinale gegen SWD Powervolleys Düren und anschließend im Viertelfinale beim Pokalverteidiger und Deutschen Meister BR Volleys jeweils einen 0:2-Rückstand noch in einen eigenen 3:2-Sieg umwandeln, gelang es den Brandenburgern auch im Halbfinale am Donnerstagabend in der Potsdamer MBS-Arena gegen WWK Volleys Herrsching. Nach 136 Spielminuten und einem ziemlich nervenaufreibenden und spannenden Tie-Break, in dem die Netzhoppers acht und die Bayern vier Matchbälle hatten, setzten sich die Brandenburger erneut mit 3:2-Sätzen (21:25, 26:28, 25:16, 25:22, 26:24) durch. Im Finale am 28. Februar 2021 treffen sie auf die United Volleys Frankfurt am Main, die sicherlich etwas überraschend beim VfB Friedrichshafen mit 3:2 gewinnen konnten.

    „Ich kann gar nicht glauben, was meine Mannschaft heute geschafft hat. Erneut einen 0:2-Rückstand in einen Sieg umzuwandeln, war einfach nur der blanke Wahnsinn. Die ganze Region kann unheimlich stolz auf die Netzhoppers sein, die alles dafür gegeben haben, um das erste Mal in der Vereinsgeschichte ein Pokalendspiel zu erreichen“, sagt ein überglücklicher Netzhoppers-Coach Christophe Achten nach dem Endspieleinzug. Herrschings Head-Coach Max Hauser gratulierte sportlich sehr fair: „Es ist verdient, dass die Netzhoppers im Finale stehen. Sie haben drei tolle Tiebreak-Spiele gespielt. Das muss man anerkennen.“

    Bis zum 10:10 verlief der erste Durchgang sehr ausgeglichen. Doch dann schafften es die Gäste, sich eine Drei-Punkte-Führung zu erspielen (14:11). Ein Ass von Johannes Tille, dem zweitbesten Aufschläge der Liga, zum 21:17 brachte dann Herrsching endgültig auf die Siegerstraße. Ein Ausball von Johannes Mönnich sorgte für den 25:21-Satzgewinn für die Oberbayern. Auch im folgenden Abschnitt verlief die Anfangsphase (10:10) sehr ausgeglichen. Mit der Einwechslung von James Jackson, der die zwei Spiele zuvor nicht eine einzige Minute auf der Platte stand, gelang Achten ein kleiner Schachzug, der sich im weiteren Verlauf der Begegnung auszahlen sollte. Der Kanadier sorgte für deutlich Belebung im Spiel der Netzhoppers, die aber nach dem Ausball von Karli Allik zum 26:28 auch den zweiten Abschnitt an die Volleys abgeben mussten.

    Achten appellierte in der Wechselpause an seine Spieler, noch einmal alles reinzuhauen, um doch noch die Wende herbeizuführen. Diese Worte des Trainers schienen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben, denn im dritten Abschnitt überzeugten die Brandenburger mit einer richtig starken Vorstellung, die mit einem deutlichen 25:16 belohnt wurde. Im vierten Abschnitt hatte Herrsching in der Anfangsphase leicht die Nase vorn (4:2). Mit einem Block zum 4:4 leitete James Weir die Wende ein. Nach einem Ass von Allik setzten sich die Netzhoppers auf 10:8 ab. Diese Führung verwaltete das Achten-Team auch bis in die wichtige Schlussphase des Satzes erfolgreich. Ein Aufschlagfehler vom sonst so sicheren Tille zum 18:22 bedeutete die Vorentscheidung. Nach einem weiteren Aufschlagfehler von Luuc van der Ent zum 22:25 aus Herrschinger Sicht konnten die Brandenburger den 2:2-Satzausgleich herbeiführen.

    Der folgende Tie-Break sollte in die Geschichtsbücher eingehen, denn er dauerte mit 28 Minuten länger als die Durchgänge eins (26), drei (23) und vier (27). Die Gäste setzten sich zwar im Entscheidungssatz frühzeitig mit 4:2 ab, doch nach einem 5:0-Lauf lagen die Netzhoppers mit 7:4 vorn. Die folgenden Minuten waren von Spannung kaum zu überbieten. Kurz vor dem Ende des Tie-Breaks führte WWK mit 12:11, doch beim 15:15 waren die Gastgeber zurück im Geschäft. Ihren achten Matchball nutzten die Netzhoppers dann durch Byron Keturakis, der den Ball mit viel Wut im Bauch erfolgreich in die Herrschinger Hälfte jagte, zum 26:24 aus. Anschließend gab es kein Halten mehr, denn das Erreichen des Pokalendspiels wurde von der siegreichen Mannschaft noch auf dem Parkett gefeiert.

    Ein kleines Extralob gab es nach dem Spiel von Achten für seinen Außenangreifer James Jackson. „James hatte gut trainiert und sich dadurch für einen Einsatz empfohlen. Es hat mit seiner Leistung gezeigt, wie wichtig er für uns sein kann. Aber nicht nur James hat stark gespielt. Alle Spieler waren heute in Bestform und von der Bank kam erneut die lautstarke Unterstützung, die uns nach vorne gepowert hat. Vielen Dank dafür“, so der belgische Netzhoppers-Coach. Erfolgreichste Punktesammler beim Dahmeland-Team waren Routinier Dirk Westphal (18), Karli Allik (17), James Jackson (11) und Keturakis (9). Der Kapitän wurde nach dem Spiel mit der Goldmedaille für den wertvollsten Spieler ausgezeichnet (MVP). Gästelibero Ferdinand Tille bekam Silber. „Wir haben nach dem Rückstand immer an uns geglaubt und nie die Köpfe hängengelassen. Jetzt freuen wir uns auf das Finale gegen Frankfurt. Auch gegen die Hessen rechnen wir uns etwas aus“, kündigt Allik an.

    „Mit Publikum hätte die Halle gebebt. Gratulation an die Netzhoppers, die durch ihren tollen sportlichen Erfolg beste Werbung für unsere Region betrieben haben“, so Swen Ennulat, Bürgermeister von Königs Wusterhausen. „Es war eine richtig tolle Leistung der Netzhoppers“, fügt sein Bestenseer Amtskollege Klaus-Dieter Quasdorf noch hinzu.

    Bilder zum Krimi gibt es bei Dagmar Jaschen.

    11.12.2020 22:56
  • „Juaniteds“ erfüllen sich Pokalfinal-Traum
    VfB Friedrichshafen vs. United Volleys Frankfurt, 10.12.20, POK M
    Es war nicht nur der wichtigste Sieg in gut fünf Jahren United Volleys-Geschichte, sondern wohl auch der lauteste – und das ohne einen einzigen zahlenden Zuschauer in der Halle.
    Unbändiger Jubel bei den „Juanited“ Volleys nach dem langersehnten Einzug ins DVV-Pokalfinale
    Foto: United Volleys

    Es war nicht nur der wichtigste Sieg in gut fünf Jahren United Volleys-Geschichte, sondern wohl auch der lauteste – und das ohne einen einzigen zahlenden Zuschauer in der Halle. Beim 3:2 (25:23, 25:27, 25:21, 15:25, 16:14)-Pokalhalbfinalsieg der Frankfurter Erstligavolleyballer in der neuen Arena des VfB Friedrichshafen – live übertragen auf SPORT1 – standen sich beiden Teams auch beim Anfeuern auf und neben dem Feld in nichts nach. „Wir wussten, dass das ein sehr intensives Spiel wird, im Pokal ist der Druck eben ein ganz anderer“, befand Cheftrainer Juan Manuel Serramalera. „Einen Gegner wie Friedrichshafen besiegt man nur mit einer Topleistung, und die hat die Mannschaft heute abgeliefert.“

    Dass seine „Juanited“ Volleys „heiß wie Frittenfett“ auf den Endspieleinzug waren, machten direkt zu Beginn die beiden Ex-Häfler Daniel Malescha und Jakob Günthör mit den Gäste-Punkten eins und zwei unmissverständlich klar. Eine brachiale Aufschlagserie von VfB-Diagonalangreifer Linus Weber brachte die Frankfurter dennoch mit 3:7 ins Hintertreffen. Als erstem Bundesligaakteur überhaupt gelang es dem Italien-Rückkehr, selbst den unerschrockenen „Bonsai-Samurai“ Satoshi Ide in der United-Annahme zumindest kurzzeitig in Verlegenheit zu bringen. Bis zum 17:21 konnten die Hausherren ihren Vorsprung halten, dann stellte der gebürtige Friedrichshafener Günthör per Block und Schnellangriff den Anschluss her.

    Bärenstarker Baxpöhler sichert Satz drei

    Neuzugang Facundo Imhoff packte nach seiner Einwechslung sofort entschlossen zu und legte damit den Grundstein für den 21:21-Ausgleich. Sein argentinischer Landsmann Rodrigo Quiroga tat es ihm nach, schraubte seine 1,90 Meter Körpergröße genau zum richtigen Zeitpunkt empor und eroberte die Führung für die Uniteds. Nach einer cleveren Angabe von Käpt’n Matthias Vakiers machte der Dreier-„Mainblock“ den Deckel drauf. Die United Volleys würden bis zum letzten Punkt um ihre Finalchance kämpfen, das war nun eindeutig klargestellt und wurde im zweiten Durchgang noch einmal unterstrichen. 18:10 war der VfB da bereits nach einem noch gewaltigeren „Weber-Grill“ von der Aufschlaglinie davongezogen.

    Dadurch sah sich allerdings „Hammertim“ Grozer herausgefordert und blies mit dem Abschuss von Friedrichshafens Libero Markus Steuerwald zum 12:18 und dem nächsten Ass zum 14:18 zur Aufholjagd. Spätestens beim 20:23 schienen die Gastgeber erneut von Torschlusspanik befallen, und tatsächlich: Ein Block des mit insgesamt 15 Punkten bärenstarken Baxpöhler sorgte für den kaum noch für möglich gehaltenen 24:24-Ausgleich. Auch wenn der Satz in der Verlängerung verloren ging, hatten die Frankfurter danach wieder Oberwasser. Seinem nächsten Abschuss zum 8:6 in Durchgang drei ließ Grozer einen wahren Urschrei folgen. Nach der zweiten Technischen Auszeit brachten Baxpöhlers Angaben den VfB zunächst ins Schwimmen und wenig später mit 1:2 in Satzrückstand.

    Mit „perfekter Teamleistung“ ins Finale

    Kurz schien der Bundesliga-Rekordmeister und Rekord-Pokalsieger am Boden, stand jedoch wieder auf. Nun wurde mit offenem Visier gekämpft, wobei einige zu ungestüme Aktionen auf United-Seiten in den ebenso unausweichlichen wie hochemotionalen Tiebreak mündeten. Den eröffneten die Uniteds stark mit einem Daniel Malescha, der den gegnerischen Block nun meist komplett zu ignorieren schien. Einmal wechselte noch die Führung, bevor Baxpöhler und Günthör mit einem Doppelschlag die ersten zwei Matchbälle bescherten. Zwar wurden diese noch einmal abgewehrt, im dritten Anlauf bereitete sich Tim Grozer mit einem weiteren Hammeraufschlag jedoch selbst den Boden, um aus dem Hinterfeld unwiderstehlich zu vollenden und danach die ganze aufgestaute Anspannung herauszubrüllen. 

    „So einen Ball zu verwandeln ist natürlich ein Traum. Ich bin dankbar, dass mir unser Zuspieler Matthias in der Situation das Vertrauen geschenkt hat und ich zu unserer perfekten Teamleistung beitragen konnte“, jubelte der Youngster. „Genau wie im Viertelfinale haben die Spieler ihren großartigen Charakter gezeigt und sich dadurch die Möglichkeit geschenkt, diese schwere Saison mit einem absoluten Highlight zu krönen“, freute sich auch Coach Serramalera: „Das Pokalfinale in der SAP Arena ist eines der wichtigsten und attraktivsten Ereignisse im deutschen Volleyball.“ Am 28. Februar treffen die United Volleys dort auf die Netzhoppers KW-Bestensee, die sich ebenfalls in fünf Sätzen gegen Herrsching durchsetzten. Erstmals seit acht Jahren wird dann keiner der „Giganten“ Berlin oder Friedrichshafen dabei sein – eine mehr als spannende Ausgangslage.

     

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    11.12.2020 02:45
  • Final-Premiere für United Volleys und Netzhoppers
    Pokal | News
    Die Siegerliste im DVV-Pokal der Männer wird im Jahr 2021 um einen neuen Namen erweitert. Beide Finalisten stehen erstmals im Endspiel.

    Die Siegerliste im DVV-Pokal der Männer wird im Jahr 2021 um einen neuen Namen erweitert. Beide Finalisten stehen erstmals im Endspiel des deutschen Cup-Wettbewerbs. In zwei an Dramatik kaum zu überbietenden Halbfinals setzen sich die United Volleys Frankfurt und die Netzhoppers KW-Bestensee jeweils im Tiebreak und buchten damit ihre Premieren-Tickets für das große Finale in Mannheim.


    Jubel bei den Pokalfinalisten 2021: United Volleys Frankfurt und Netzhoppers KW-Bestensee (Fotos: Lorenz/Ullerich)

    Die United Volleys gewannen ihr Semifinale bei Rekordsieger VfB Friedrichshafen mit 3:2 (25:23, 25:27, 25:21, 15:25, 16:14). 

    Beim dritten Matchball bereitete sich Tim Grozer mit einem Hammeraufschlag selbst den Boden, um aus dem Hinterfeld unwiderstehlich zu vollenden und danach die ganze aufgestaute Anspannung herauszubrüllen. "So einen Ball zu verwandeln ist natürlich ein Traum. Ich bin dankbar, dass mir unser Zuspieler Matthias in der Situation das Vertrauen geschenkt hat und ich zu unserer perfekten Teamleistung beitragen konnte", jubelt der Youngster.

    "Genau wie im Viertelfinale haben die Spieler ihren großartigen Charakter gezeigt und sich dadurch die Möglichkeit geschenkt, diese schwere Saison mit einem absoluten Highlight zu krönen", freut sich auch Coach Juan Serramalera: "Das Pokalfinale in der SAP Arena ist eines der wichtigsten und attraktivsten Ereignisse im deutschen Volleyball."

    Der VfB verpasste hingegen nach dem bislang letzten Triumph 2019 erneut die Chance auf seinen 17. Pokalsieg. "Die Mannschaft konnte leider die Leistung der vergangenen Woche in Italien nicht wiederholen", zeigt sich VfB-Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt enttäuscht. "Dann wird es eben gegen eine stark aufspielende Frankfurter Mannschaft schwierig. Gratulation an Jochen Schöps und Co."

    Die Netzhoppers schlugen die WWK Volleys Herrsching ebenfalls mit 3:2 (21:25, 26:28, 25:16, 25:22, 26:24). Für das Team von Coach Christophe Achten ist es in der diesjährigen Pokalrunde bereits der dritte Erfolg nach 0:2-Satzrückstand. Im Achtelfinale hatten die Netzhoppers Vorjahresfinalist SWD powervolleys Düren aus dem Rennen geworfen. Im Viertelfinale beendeten sie dann den Traum von der Titelverteidigung für den amtierenden Pokalsieger Berlin Recycling Volleys.

    "Es war ein denkwürdiges Pokalspiel, sehr emotional", sagt Herrsching-Coach Max Hauser und gratuliert sportlich fair: "Es ist verdient, dass die Netzhoppers im Finale stehen. Sie haben drei tolle Tiebreak-Spiele gespielt. Das muss man anerkennen."

    Das Finale findet am 28. Februar in Mannheim statt.

    10.12.2020 23:27
  • „Viel Charakter“ für den Endspiel-Einzug
    VfB Friedrichshafen vs. United Volleys Frankfurt, 10.12.20, POK M
    Wirkliches Losglück hatten die United Volleys im DVV-Pokal noch nie. Man denke nur an das Premierenjahr 2015, als man sensationell im Viertelfinale den Titelverteidiger Friedrichshafen ausschaltete...
    Jakob Günthör (links) und Daniel Malescha (rechts) kehren an ihre alte Wirkungsstätte zurück.
    Foto: Corinna Seibert

    Wirkliches Losglück hatten die United Volleys im DVV-Pokal noch nie. Man denke nur an das Premierenjahr 2015, als man sensationell im Viertelfinale den Titelverteidiger aus Friedrichshafen ausschaltete, um den in der nächste Runde prompt auf das nächste „Über-Team“ aus Berlin zu treffen. Oder die Saison darauf, als es direkt zum Auftakt die Begegnung mit dem amtierenden Meister gab. Selbst die Corona-Pandemie, die den Spielmodus ordentlich durcheinandergewirbelt hat, konnte daran nichts ändern: Während die Berliner sich mit einer 2:3-Heimniederlage gegen Königs Wusterhausen frühzeitig verabschiedet und den Weg für ein spannendes Halbfinale der Netzhoppers gegen Herrsching frei gemacht haben, bekommen es die Frankfurter am Donnerstag (20 Uhr live auf SPORT1) einmal mehr mit dem Rekord-Pokalsieger vom Bodensee zu tun. 

    Unbekanntes Terrain wartet auf die Gäste

    „Die Favoritenrolle ist eindeutig verteilt. Friedrichshafen hat wieder ein herausragendes Team, das erst eine Niederlage in der Bundesliga erlitten und zudem den Heimvorteil auf seiner Seite hat“, stellt United-Cheftrainer Juan Manuel Serramalera fest. Wie stark die Häfler aktuell drauf sind, konnten sie vergangene Woche in der Champions League unter Beweis stellen, wo sie sogar über die Russen von Lokomotive Nowosibirsk triumphierten. Auf der Diagonalposition präsentiert sich Italien-Rückkehrer Linus Weber in bestechender Form. Mit dem erfahrenen Zuspieler Dejan Vincic aus Slowenien und dem französischen Europameister und World League-Gewinner Nicolas Maréchal haben zwei weitere Neuzugänge im Kader von Ex-United-Coach Michael Warm voll eingeschlagen.

    Selbst die Berlin Recycling Volleys, Pokal-Verteidiger und Liga-Dominator aus dem Vorjahr, mussten sich in Friedrichshafen vor wenigen Wochen sang- und klanglos in drei Sätzen geschlagen geben. Genau wie diese Partie finden auch das Match der United Volleys und das nur zwei Tage später anstehende Wiedersehen in der Volleyball Bundesliga nicht in der altbekannten ZF Arena statt. Genauer gesagt wird dort überhaupt nie wieder ein Volleyballspiel ausgetragen. Die langjährige VfB-Heimstatt wurde aufgrund baulicher Mängel unmittelbar vor dem Saisonstart für immer geschlossen, mit der neuen Zeppelin CAT Halle A1 fand sich jedoch in beeindruckend kurzer Zeit ein mehr als adäquates Ausweichquartier. Ähnlich unverhofft konnte man dazu noch einen ganz großen Namen des deutschen Volleyballs an Bord holen: Nationalspieler Marcus Böhme verstärkt mittlerweile den Bodensee-Block.

    Rückkehr für Schöps, Günthör und Malescha

    Dafür gibt es im Team der Uniteds gleich drei feste Größen mit VfB-Vergangenheit: Jochen Schöps machte hier die ersten Schritte in seiner langen Weltkarriere und gewann 2007 die Champions League. Jakob Günthör ist in Friedrichshafen nicht nur sportlich (2,12 Meter) groß geworden, und auch Daniel Malescha schlug dort vor seinem Wechsel an den Main vier Jahre lang auf. Motiviert für den großen Pokal-Coup und den Einzug ins Finale in der Mannheimer SAP Arena sind jedoch alle Frankfurter, bestätigt der Trainer: „Jeder weiß, dass das eine einmalige Chance ist, gerade in einem so schweren Jahr wie 2020, und will diese beim Schopf packen.“ Trotz der Übermacht der Gastgeber „sind auch wir in den zurückliegenden Wochen immer besser geworden und haben im Viertelfinale in Bühl mit viel Charakter unser bislang bestes Spiel gezeigt“, so Serramalera.

     

    10.12.2020 11:20
  • Netzhoppers bestreiten Pokal-Halbfinale
    Netzhoppers KW-Bestensee vs. WWK Volleys Herrsching, 10.12.20, POK M
    Auf der Road to Mannheim gibt es nur noch einen Stop! Beide Teams wollen das Ticket fürs Pokalfinale lösen. Spannung garantiert.
    Netzhoppers und Herrsching kämpfen ums Ticket für Mannheim
    Foto: Dagmar Jaschen
    Der Volleyball-Bundesligist Netzhoppers KW-Bestensee hat das Halbfinale des DVV-Pokals erreicht. War das Dahmeland-Team bei seiner ersten Halbfinalteilnahme am 24. November 2016 gegen den deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen bei der 0:3-Niederlage in der heimischen Landkost-Arena einfach chancenlos, könnte dieses Mal der Sprung ins Endspiel durchaus im Bereich des Machbaren sein. Am morgigen Donnerstag empfangen die Netzhoppers in der Potsdamer MBS-Arena Ligakonkurrent WWK Volleys Herrsching. Die Mannschaft von Coach Christophe Achten musste in die märkische Landeshauptstadt ausweichen, da dieses Spiel live im Fernsehen (20:15 Uhr, Sport1) übertragen wird und die Landkost-Arena nicht fernsehtauglich ist. „Vielleicht ist es nicht so schlecht, in der Heimstätte des Volleyball-Frauen-Bundesligisten SC Potsdam zu spielen, da dieser bereits die Fahrkarte ins Endspiel gelöst hat. Es wäre ein großer Traum von uns, mit den SC-Damen gemeinsam in Mannheim um den jeweiligen Pokaltitel zu spielen“, sagt Kapitän Byron Keturakis. Der Kanadier ist zwar erst seit dieser Saison bei den Netzhoppers, hat sich jedoch sehr schnell zu einem absoluten Leistungsträger im Team entwickelt. Besonders gefährlich sind seine Aufschläge, die er mit sehr viel Power in die gegnerische Hälfte donnert. Mit 13 direkten Aufschlagpunkten liegt er im Bundesliga-Ranking hinter Sebastian Gevert (22, SWD Powervolleys Düren) und Johannes Tille (16, Herrsching) auf dem dritten Rang. Mit dem estnischen Nationalspieler Karli Allik und Johannes Mönnich befinden sich in dieser Wertung noch zwei weitere Netzhoppers-Spieler unter den Top-Ten-Aufschlägern der Liga, denn Allik konnte auf Platz sechs liegend zehn direkte Aufschlagpunkte erzielen und Mönnich als Zehntem gelangen bisher acht Asse. „Wir haben uns beim Aufschlagspiel unheimlich gut entwickelt und können mit unseren Angaben sehr viel Druck auf den Gegner ausüben“, sagt Achten. „Herrsching hat aber mit Tille und Jori Mantha ebenfalls zwei sehr gute Aufschläger in seinen Reihen, die uns das Leben sicherlich sehr schwer machen werden. Deshalb müssen wir in der Annahme sehr stabil stehen.“ Keine gute Erinnerung hat der  Netzhoppers-Coach an diese beiden Herrsching-Akteure, denn bei der 2:3-Heimniederlage in der Liga gegen die Bayern am 18. November gelangen Tille und Mantha zusammen fünf Aufschlag-Asse. „Wir dürfen unseren Fokus jedoch nicht nur auf diese Spieler legen, sondern auch die anderen Akteure der Herrschinger haben genügend Qualität, um uns ordentlich zu fordern“, sagt Achten. „Wir gehen als Außenseiter in die Partie, wollen aber unsere kleine Chance nutzen, mit dem eventuellen Finaleinzug Volleyballgeschichte zu schreiben. Das wir immer wieder für Überraschungen gut sind, haben wir sicherlich mit den Siegen im Pokal-Achtel- und im -Viertelfinale gegen Düren und die BR Volleys bereits in dieser Saison bewiesen.“ Netzhoppers-Routinier Dirk Westphal, mit 78 Länderspielen für Deutschland der erfahrenste Akteur im Dahmeland-Team, geht jedenfalls mit ziemlich breiter Brust in das Halbfinale am Donnerstag in Potsdam. „Ich will jedes Spiel gewinnen. So auch die kommende Partie gegen WWK Volleys Herrsching“, gibt der Berliner die Marschroute für das Match vor. Wie es ist, ein Pokalendspiel zu erreichen und zu gewinnen, weiß der 2,03 Meter große Außenangreifer ganz genau, denn 2013 bestritt er mit dem europäischen Spitzenteam Knack Roeselare das Finale in Belgien – und er gewann.
    09.12.2020 17:30
  • Noch ein Sieg bis Mannheim
    Netzhoppers KW-Bestensee vs. WWK Volleys Herrsching, 10.12.20, POK M
    Für Trainer Max Hauser ist es "das vorläufige Saison-Highlight." Am Donnerstag (20.15Uhr, live im TV auf sport1) sind die WWK Volleys im Pokal bei den Netzhoppers zu Gast und wollen ins Finale.
    Empfahl sich im Liga-Spiel gegen Düren für weitere Einsätze: Neuzugang David Wieczorek
    Foto: WWK Volleys Herrsching

    Für Trainer Max Hauser ist es "das vorläufige Saison-Highlight." Am Donnerstag (20.15Uhr, live im TV auf sport1) sind die WWK Volleys im Pokal bei den Netzhoppers zu Gast und wollen ins Finale.


    Sehnsuchtsort Mannheim, 28. Februar 2021 - Pokalfinale. Davon träumen die Volleyballer aus Herrsching und KönigsWusterhausen, wenn sie im Halbfinale aufeinandertreffen. Im anderen Halbfinale, das in einer Live-Konferenz ebenfalls auf sport1 zu sehen ist, stehen sich um 20 Uhr Friedrichshafen und Frankfurt gegenüber. Für die WWK Volleys und ihren Trainer wäre der Einzug ins Pokalfinale ein weiteres, besser DAS Highlight der bisherigen Vereinsgeschichte. Daher ist klar: "Es ist das Spiel mit absoluter Priorität", so Max Hauser zum Programm der englischen Woche. "Auch wenn viele schon auf das Derby gegen Haching am Wochenende blicken - wir sind im Kopf voll bei diesem Match und wollen ins Finale." Die Chancen hierfür stehen nicht schlecht. Der Kader des GeilstenClubsderWelt ist wieder komplett verfügbar, in der Liga gelang ein Sieg bei den Netzhoppers. Allerdings mussten die WWK Volleys gehörig kämpfen, bis der 3:2-Erfolg feststand. "Wir hatten auch ein wenig Glück", blickt Max Hauser auf die intensiven 121 Spielminuten am 18. November zurück. Für die Netzhoppers spricht in dieser verkürzten Pokalsaison der absolute Siegeswille. Im Achtelfinale gelang ein 3:2 gegen Düren, im Viertelfinale dann die Sensation mit dem 3:2-Erfolg bei Serienmeister Berlin. Beide Spiele gewannen die Netzhoppers übrigens nach 0:2-Satzrückstand. "Sie haben nicht zu Unrecht Berlin geschlagen", lobt Max Hauser den kommenden Gegner, der in der Liga nur zwei Punkte hinter dem GCDW rangiert. "Das ist alles kein Zufall. Es ist eine schwierig zu spielende Mannschaft, die sehr stark im Block und Aufschlag ist."
    Zusätzliche Motivation wird beiden Teams die Live-Übertragung verleihen. Um die Voraussetzungen für das Event zu schaffen, mussten die Netzhoppers eine TV-taugliche Halle suchen. Die Wahl fiel auf die MBS Arena in Potsdam, in der normalerweise rund 2000 Zuschauer Platz finden und die Spielstätte der Erstligafrauen des SC Potsdam ist. Für Mannschaften, die nicht regelmäßig im medialen Fokus stehen, ist dieser große Rahmen eine willkommene Gelegenheit, um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten. "Es wird ein sehr spannendes Spiel", glaubt Herrschings Head Coach Max Hauser. "Die Chancen stehen 50-50. Wir werden aber alles geben, um nach einigen Halbfinals auch einmal ins Finale einzuziehen."
     

    09.12.2020 01:21

Der SC Potsdam steht im Pokal-Halbfinale

Rote Raben Vilsbiburg vs. SC Potsdam, 18.11.20, POK F
Mit dem 3:0 Sieg im Pokal-Halbfinale
Foto: SC Potsdam

Im Viertelfinale um den DVV-Pokal bezwang der SC Potsdam das Team der Roten Raben Vilsbiburg mit 3:0 (25:23, 25:21, 25:20) und steht damit im Halbfinale, was eine Saisonzielsetzung des Vereins war. Es wird morgen um 18.00 Uhr in Stuttgart ausgetragen. Gegner ist der Sieger aus der Paarung Allianz MTV Stuttgart gegen Schwarz-Weiß Erfurt.

Es war ein Pokalspiel zwischen zwei Mannschaften, was von der Ansetzung her keinen Favoriten hatte und das machte auch den Reiz eines bis zum Ende offenen Fights aus. Beide Teams waren in der SCHARRena gleich bestrebt, schnell den eigenen Lauf zu finden. Den hatte zumindest in der Anfangsphase des 1. Satzes der SC Potsdam, denn er enteilte schnell auf 6:1, da brachte mit ihren wuchtigen Aufschlägen Laura Emonts gleich den richtigen Druck in das Spiel.

Im Vergleich zum letzten Meisterschaftsspiel gegen den 1.VC Wiesbaden, begann Cheftrainer Guillermo Hernandez diesmal mit Brittany Abercrombie, Symone Speech, Lindsey Rudins, Kesley Veltman, Laura Emonts, Ana Tiemi sowie Aleksandra Jegdic (L).

Nach der genommenen Auszeit bei fünf Punkten Rückstand durch die Roten Raben, waren sie da und konnten zum 8:8 ausgleichen und plötzlich stand es 9:11. Cheftrainer Guillermo Hernandez brachte jetzt Vanessa Agbortabi für Lindsey Ruddins, -sie erhielt auch die „MVP“ Ehrung – eine passende Auswechslung zu diesem Zeitpunkt. Ausgeglichen und eng ging es weiter, kein Team konnte sich absetzen. Potsdam lag zweitweise noch 22:23 zurück, raffte sich bemerkenswert auf und schaffte dann noch das 25:23.

Der 2. Satz war beinahe eine Kopie des Ersten. Man enteilte schnell zu 7:3 und Vilsbiburg konnte erneut aufschließen, ausgleichen (10:10) und den Fight immer wieder offen gestalten. Im weiteren Verlauf erkämpfte sich der SC Potsdam einen ein bis vier Punkte Vorsprung. Das ging bis zum 21:20 so weiter. In der Schlussphase war die Angelegenheit dann beim 25:21 deutlicher und man hatte jetzt mit der 2:0 Führung den dritten Satz vor Augen und konnte damit das Spiel entscheiden.

Jetzt war die Frage, halten die Roten Raben mit einem Satzgewinn das Pokalspiel offen oder kann der SCP mit einem 3:0 das Feld in der SCHARRena verlassen. Hier merkte man zum Beginn des Satzes, dass es Vilsbiburg wissen will und brachte das Guillermo-Team gleich in einen 0:3 in Rückstand. Jetzt glich Potsdam im Weiteren aus und erkämpfte sich eine Führung (13:10).  Danach nahmen die Roten Raben eine Auszeit, die blieb aber ohne Wirkung und hatte keinen sichtbaren Einfluss auf das weitere Geschehen. Dieses hatte der SC Potsdam jetzt fest in der Hand und konnte zwischenzeitlich deutlich auf 22:15 enteilen. Nun hatte man den dritten Satz schon vor den Augen, er ging 25:20 aus und brachte für die Brandenburgerinnen nach 72 Minuten das erhoffte Halbfinale im DVV-Pokal.

Brittany Abercrombie war mit ihren 15 Punkten am Erfolgreichsten und zeigte damit, wie wertvoll sie für die Mannschaft ist. Ihr standen Vanessa Agbortabi (12 Pkt.) sowie Laura Emonts (10 Pkt.) kaum nach.

Stimmen zum Spiel:

Sportdirektor Toni Rieger zum Pokalspiel: „Wir sind im Halbfinale, so wie wir uns das vorgenommen haben. Wir haben uns in den ersten beiden Sätzen recht schwer getan. Ich glaube, es war von beiden Teams nicht das beste Spiel. Im ersten Satz haben wir etwas Glück gehabt. In Dritten waren wir dann im Spiel. Insgesamt sind wir verdient im Halbfinale. Morgen ist dann ein alles oder nichts-Spiel“.

„Alle sind sehr glücklich, das wir heute weitergekommen sind. Es war eine gute Leistung und vor allem von Vanessa Agbortabi, die zurecht als „MVT“ ausgezeichnet wurde. Wir haben aber auch einiges entdeckt, was wir morgen im Halbfinale abstellen müssen. Das wir noch hierbleiben können, freut alle“, äußert sich Teammanager Eugen Benzel.

veröffentlicht am Mittwoch, 18. November 2020 um 20:16; erstellt von SC Potsdam / Pohl, SC Potsdam e.V.
letzte Änderung: 19.11.20 16:24

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