Neue Mannschaften, ein Titelfavorit und jede Menge ambitionierte Ziele: In der Sparda 2. Liga Pro beginnt die Saison 2026/27 am 19. September mit einer Ausgangslage, die Spannung verspricht. Während sich einige Teams nach größeren Umbrüchen erst finden müssen, setzen andere auf gewachsene Strukturen und Kontinuität. Eintracht Spontent Düsseldorf eröffnet gegen den TV Planegg-Krailling, die Neuseenland-Volleys Markkleeberg empfangen NawaRo Straubing, die BayerVolleys Leverkusen haben den VfL Oythe zu Gast und Aufsteiger SV Lohhof tritt beim TV Waldgirmes an. Am Sonntag stehen dann die Duelle ESA Grimma Volleys gegen Sparkassen Wildcats Stralsund und Liganeuling SCU Emlichheim gegen DSHS SnowTrex Köln auf dem Programm.
Die Sparda 2. Liga Pro geht in ihre nächste Spielzeit und über allem steht die Frage, wer nach dem Aufstieg Vilsbiburgs der neue Titelträger wird. Aber auch der Auftritt der Aufsteiger aus Emlichheim und Lohhof wird mit Spannung erwartet. Die Bandbreite der Erwartungen und Ausgangslagen in der Liga könnte dabei kaum größer sein. In Straubing wird offen vom Aufstieg gesprochen, in Leverkusen von den Top drei, beim SCU Emlichheim zunächst vom Klassenerhalt. Dazwischen liegen Mannschaften im Umbruch, Teams mit gewachsenen Kernen und Vereine, die ihre Strukturen Schritt für Schritt professionalisieren. Nur eines haben alle Teams: Den Anspruch, den nächsten Entwicklungsschritt zu machen.
Straubing im Fokus, die Konkurrenz in Lauerstellung
Bei der Frage nach dem Titelfavoriten herrscht erstaunlich viel Einigkeit, kein Weg führt an Vizemeister NawaRo Straubing vorbei. Zehn der dreizehn Vereine nennen den Club an erster Stelle oder zählen den Vorjahresvizemeister zumindest zum engsten Favoritenkreis. Beim SCU Emlichheim begründet Trainer Axel Büring seine Wahl damit, dass sich Straubing seit Jahren auf den Schritt in Richtung 1. Bundesliga vorbereite. Auch Eintracht Spontent-Kapitänin Ina Gosen verweist auf die kontinuierliche Verstärkung des Teams und die starke vergangene Saison.
Besonders deutlich fällt das Urteil bei den Neuseenland-Volleys Markkleeberg aus. „Aus unserer Sicht nimmt Straubing, nicht zuletzt durch die veröffentlichten Neuzugänge, eine ähnliche Rolle wie Vilsbiburg im Jahr zuvor ein und sollte damit klarer Favorit sein. Mit Stralsund, Oythe, aber auch dem VCO Dresden gibt es jedoch einige Verfolger und wir sind gespannt, wer sich schlussendlich durchsetzen wird“, sagt Chefcoach Tim Reichenbach. Auch TV Waldgirmes-Trainer Daniel Bock zählt Straubing zu den Titelaspiranten: „Für mich gehört NawaRo Straubing zu den Topfavoriten. Sie waren schon vergangene Saison ganz vorne dabei und haben sich nochmal spannend verstärkt – insgesamt erwarte ich aber eine sehr ausgeglichene Liga.“
Beim VfL Oythe landen die Niederbayern ebenfalls ganz vorne. „Mein Favorit ist Straubing. Sie waren im letzten Jahr schon eine sehr starke Mannschaft und ich glaube, dass sie auch in diesem Jahr nur schwer zu schlagen sein werden. Gespannt bin auch auf SCU Emlichheim. Sie sind ein eingespieltes Team mit einem sehr erfahrenen Trainer“, sagt Volleyballobfrau Jurina Wehry. DSHS SnowTrex Köln erwartet Straubing ebenso an der Spitze, geht allerdings von einer insgesamt sehr ausgeglichenen Liga aus.
Ganz einstimmig ist die Sparda 2. Liga Pro allerdings nicht. Der TV Planegg-Krailling setzt auf den VfL Oythe und begründet dies mit dessen professionellem Auftreten samt Umfeld. Die Sparkassen Wildcats Stralsund nennen gleich drei Kandidaten: Straubing wegen der langfristigen Arbeit auch im Nachwuchs, Planegg-Krailling aufgrund der Kontinuität im Kader und Oythe aufgrund seiner Verstärkungen. Und in Straubing selbst schaut man auf andere Teams: NawaRo nennt die Sparkassen Wildcats Stralsund und die BayerVolleys Leverkusen als Favoriten.

Der TV Planegg-Krailling freut sich auf die zweite Spielzeit in der Sparda 2. Liga Pro.
(Foto: Max Fahrmeier)
Neun Neue, sieben Neue: Viel Bewegung in den Teams
Wer verstehen will, warum Prognosen über die Straubinger Favoritenrolle hinaus schwierig bleiben, muss auf die Kader schauen. Bei Eintracht Spontent Düsseldorf ist kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Neun neue Spielerinnen und ein neuer Trainer sorgen für einen Neustart. Kapitänin Ina Gosen sieht darin vor allem Potenzial: „Mit neun neuen Spielerinnen und einem neuen Head Coach hat sich natürlich einiges verändert. Ich sehe das vor allem als Chance und freue mich auf die Herausforderung, schnell als Team zusammenzufinden. Gleichzeitig glaube ich, dass wir mit unserer neuen Mannschaft den ein oder anderen Gegner überraschen können.“
Auch bei den BayerVolleys Leverkusen ist die Liste der Veränderungen lang: Ebenfalls ein neuer Trainer, ebenfalls neun neue Spielerinnen und zahlreiche weitere Neuerungen. Gleichzeitig soll der Blick nach vorne gehen. NawaRo Straubing geht mit einem fast komplett neuen Team in die Spielzeit. Gleichzeitig wird dort auch abseits des Feldes an den nächsten Schritten gearbeitet: Der Verein will professioneller aufgestellt sein und organisatorisch gewissermaßen schon „eine Liga voraus“ denken. Wer in dieser Saison in Straubing besonders überraschen könnte? „Unsere drei Mittelblockerinnen: deutsche Talente mit viel Größe“, tippt Sportdirektor Rupert Hafner.
Beim VCO Dresden ist ebenfalls Bewegung im Kader. Wichtige Stammspielerinnen haben die Mannschaft verlassen, dafür rücken drei Talente aus der zweiten Mannschaft nach. Mit Carlotta Fleischmann kommt zudem eine Libera aus Dingolfing. Auch der Staff wird erweitert: Trainer Andreas Renneberg übernimmt zusätzlich das Amt des U20-Bundestrainers, er wird unterstützt durch einen neuen Co-Trainer und einen weiteren Athletiktrainer. Der SV Lohhof kombiniert laut Teammanagerin Martina Banse dagegen Erfahrung und Jugend: „Viele der Spielerinnen unterschrieben nicht für ihre erste oder zweite Saison, einige sind seit mehreren Jahren Teil des Teams oder haben schon Erfahrung in den höheren Ligen. Gleichzeitig können wir sieben Neuzugänge verzeichnen, welche den Altersdurchschnitt im Team extrem nach unten ziehen.“
In Emlichheim überwiegt die Kontinuität. „Lisa Louwrink, unsere Stammdiagonale der letzten zwei Jahre, verlässt uns Richtung Erste Liga. Ansonsten konnten wir die Stammformation halten. Wir haben mit Noek Hofhuis, Michelle Fenske und Lina Hanstede drei junge Spielerinnen verpflichtet, die großes Entwicklungspotenzial haben, und damit perfekt in unsere Mannschaftsstruktur passen“, beschreibt Trainer Axel Büring die Situation beim SCU. Gleichzeitig investiert der Verein in die Rahmenbedingungen: Marvin Dinter verstärkt als Athletiktrainer das Trainerteam, hinzu kommt eine wöchentliche Techniktrainingseinheit.
DSHS SnowTrex Köln verzeichnet mit drei Abgängen und zwei Neuzugängen vergleichsweise wenig Veränderungen im Team und setzt laut Außenangreiferin Milena Geist auf eine Stärkung des Teamgefüges: „Wir setzen strukturell auf eine stärkere Bindung innerhalb des Vereins und wollen bestehende Strukturen ausbauen und stärken.“
Ganz anders in Stralsund. „Die Mannschaft ist internationaler geworden und umfasst nun 15 Spielerinnen“, fasst der Mannschaftsverantwortliche Tino Härle die Kaderveränderungen zusammen. Die ESA Grimma Volleys haben sich vor allem in der Breite verstärkt. Und beim VfL Oythe ist gerade die Kontinuität eine gute Nachricht: Das Trainerteam, das sich in der vergangenen Saison Ende Oktober gefunden hatte, bleibt zusammen.

Bei NawaRo Straubing gehört die Teampräsentation im Dirndl zum festen Ritual vor Saisonbeginn.
(Foto: German Popp)
Vom Kabinen-Rave bis zum Dirndl
So unterschiedlich die Kader zusammengestellt sind, so unterschiedlich ist auch das, was die Mannschaften zusammenhält. Beim TV Waldgirmes beginnt die Spielvorbereitung beispielsweise mit Musik und richtig kaltem Wasser. „Bei uns gibt es vor jedem Spiel einen kurzen ‚Kabinen-Rave ‘. Der ist besonders wichtig, um uns alle aufs Spiel vorzubereiten und um uns zu hypen. Nebenbei wird noch in den Waschbecken gekneippt, um die Durchblutung anzuregen und einen top Fokus zu bekommen“, verrät Außenangreiferin Maja Löcker.
Oythe setzt bei den Teamritualen auf die Gemeinschaft. Vor den Spielen gehört die intensive Besprechung in der Kabine mit dem Trainerteam für Mittelblockerin Dominika Zoltanska zum festen Ablauf. Beim TV Planegg-Krailling beginnt die Teambildung schon lange vor dem ersten Aufschlag der Saison. „Damit unser Team besser zusammenwächst und wir uns perfekt einspielen können, fahren wir seit Jahren eine Woche in der Vorbereitung nach Italien ins Trainingslager“, sagt Kapitänin Ann-Kathrin Stichlmair. In Straubing gehört stattdessen die Teampräsentation beim Gäubodenvolksfest fest dazu – inklusive Dirndl für jede Spielerin, wie Rupert Hafner verrät.
In Dresden ist die Selbstbeschreibung hingegen weniger traditionell. „Jung, rebellisch, gutaussehend“, beschreibt sich die Mannschaft des VCO selbst. Das passende Motto dazu: „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“.
Eintracht Spontent Düsseldorf setzt angesichts des großen personellen Umbruchs vor allem auf gemeinsames Wachstum. „Unser Motto für die neue Saison ist vor allem: zusammenwachsen und gemeinsam überraschen“, erklärt Ina Gosen. Die neue Mannschaft müsse schnell zueinanderfinden, voneinander lernen und ihre Stärken gemeinsam aufs Feld bringen.
Beim SV Lohhof steht laut Teammanagerin Martina Banse die Philosophie „Gemeinsam wachsen. Mutig entwickeln. Verantwortung übernehmen.“ im Mittelpunkt. Entwicklung wird dort als gemeinsamer Prozess verstanden, zu dem ausdrücklich auch Fehler und Rückschläge gehören. Die Kölner Kapitänin Annika Stenchly fasst das Leitmotiv ihrer Mannschaft kompakt mit zwei Worten zusammen: „Ein Team“. Hinter dem Gedanken stehen nicht nur die Spielerinnen, sondern explizit ebenso Helfer:innen und alle Menschen, die die Mannschaft rund um die Spieltage unterstützen.
In Emlichheim genügt Trainer Axel Büring sogar ein einziges Wort für den Charakter seiner Mannschaft: „Leidenschaft.“ Bei den ESA Grimma Volleys lautet die Devise ähnlich gemeinschaftlich: „Die Mannschaft ist der Star!“, sagt Teammanager Christian Beutler und Leverkusens Geschäftsführer Jürgen Rothe stellt mit „Zusammen handeln, zusammen gewinnen!“ ebenso den Zusammenhalt in den Mittelpunkt.
Die Neuseenland-Volleys Markkleeberg machen in ihrer Philosophie harte Arbeit zum Dreh- und Angelpunkt. „Seit einigen Saisons begleitet uns in jedem Spiel und jedem Training das Motto ‚harder, better, faster, stronger‘ als ständige Erinnerung daran, sich alles erarbeiten zu müssen und den nächsten Schritt zu gehen“, erklärt Chefcoach Tim Reichenbach und macht deutlich, dass der Wahlspruch der Sächsinnen über die Spielzeiten hinweg gewachsen ist.
Und Oythes neue Zuspielerin Olivia Heidel macht ihr ganz persönliches Motto deutlich: „Gib alles, was du hast. Für mich bedeutet es sehr viel hier zu sein und es war immer mein Traum professionell Volleyball zu spielen. Jetzt bin ich hier und werde einfach alles geben.“

Oythes Zuspielerin Olivia Heidel will in ihrer ersten Saison in der Sparda 2. Liga Pro alles geben.
(Foto: Tino Trubel)
Weiterkämpfen und Favoriten ärgern: Die Lehren aus der Vorsaison
Nicht jede Erkenntnis aus der vergangenen Saison hat mit Punkten oder Tabellenplätzen zu tun. In Markkleeberg steht eine sportliche Baustelle besonders im Fokus. PR-Verantwortlicher Rainer Leipnitz sah in der Vorsaison mehrfach Chancen auf Satz- oder Punktgewinne gegen Topteams, die in den entscheidenden Phasen ungenutzt blieben. Es habe an „Finisher-Qualitäten“ gefehlt. In der neuen Saison sollen deshalb gerade unter Druck bessere Entscheidungen getroffen und gute Phasen konsequenter ins Ziel gebracht werden.
Beim TV Waldgirmes waren es dagegen die Rahmenbedingungen einer langen Saison, die Eindruck hinterlassen haben. „Besonders geprägt haben uns die langen Fahrten, die wir als Mannschaft bestritten haben. Daraus haben wir definitiv gelernt, wie wichtig Organisation und Zusammenhalt sind“, so Mittelblockerin Maret Schlinkheider.
Der TV Planegg-Krailling wiederum nimmt Selbstvertrauen aus seinem ersten Jahr auf dem neuen Niveau mit. „Wir haben aus der letzten Saison gelernt, dass man auch als Aufsteiger und Neuankömmling in der Liga die professionellen Mannschaften ärgern kann“, sagen Anne Miller und Nora Harner. Genau diese Erfahrung dürfte auch für die zweite Saison einen zusätzlichen Motivationsschub geben.
Bei DSHS SnowTrex Köln richtet sich der Blick ebenfalls auf die Favoriten. „Wir haben gezeigt, dass wir gegen die vermeintlich schwächeren Teams sehr konstant unsere Leistung abrufen können“, resümiert die Kölner Diagonalangreiferin Maike Brönhorst. „Daran wollen wir anknüpfen und es gleichzeitig wieder vermehrt schaffen, auch die Favoriten regelmäßig zu ärgern.“
Für den VfL Oythe lautet die zentrale Lehre: nicht aufgeben. „Die letzte Saison hat uns gezeigt, dass es sich immer lohnt, weiterzukämpfen, egal welche Rückschläge man erlebt oder wie es im Spiel gerade steht. Wenn man als Team zusammenhält und füreinander kämpft, ist unglaublich viel möglich“, sagt Libera Mia Kettner. Und auch in Leverkusen klingt die wichtigste Erkenntnis der Vorsaison ähnlich: „Alles ist möglich!“, konstatiert Trainer Tigin Yağlioğlu.
Zwischen Klassenerhalt und dem großen Traum
So einig sich viele Vereine bei der Favoritenfrage sind, so unterschiedlich fallen die eigenen Ziele aus. Beim SCU Emlichheim beginnt das erste Jahr in der Sparda 2. Liga Pro mit einer klaren Priorität. Realistisch nennt Axel Büring den Klassenerhalt, insgeheim darf es die obere Tabellenhälfte sein. Beim SV Lohhof möchte man ebenfalls zunächst in der neuen Liga ankommen: „Realistisch betrachtet wollen wir in der neuen Liga ankommen und hoffentlich nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Insgeheim wäre natürlich ein stabiler Mittelfeldplatz toll“, formuliert Martina Banse die Ziele des Aufsteigers.
Deutlich höher hängt die Latte in Leverkusen: Die BayerVolleys streben eine Top-drei-Platzierung an, gleichzeitig soll die Entwicklung junger Spielerinnen im Mittelpunkt stehen.

Blick nach oben: Der VCO Dresden nimmt das obere Tabellendrittel ins Visier.
(Foto: Sophie Kokott)
Auch Stralsund hat die obere Tabellenregion im Blick, denn die Top fünf sind das erklärte Ziel des Trainers Kim Hakan Buchwald. In Dresden darf der Traum noch etwas größer sein. Das obere Tabellendrittel beziehungsweise die Top fünf bilden das nach außen formulierte Ziel. „Oberes Tabellendrittel und insgeheim Meister“, lautet die einhellige Antwort des VCO-Teams auf die Frage nach den Ambitionen.
Beim VfL Oythe denken gleich mehr als eine Spielerin groß. „Mein Traum wäre die Meisterschaft. Ich denke, dass es ein erreichbares Ziel ist, das wir alle wollen. Obwohl wir uns noch nicht so lange kennen, ist die Teamchemie sehr gut und das ist ein guter Grundstein für den Sieg“, sagt Olivia Heidel. Und auch ihre Teamkollegin Mariele Meyer pflichtet bei: „Sportliche Ziele diese Saison sind auf jeden Fall wieder im oberen Bereich mitzuspielen, möglichst verletzungsfrei durch die Saison kommen und insgeheim natürlich der Aufstieg“, sagt die Mittelblockerin augenzwinkernd.
Am eindeutigsten formuliert Roland Schwab, Trainer bei NawaRo Straubing, den eigenen Anspruch: „Das Ziel ist der Aufstieg.“ Damit scheinen Eigen- und Fremdwahrnehmung zusammenzupassen: Während fast die gesamte Liga Straubing in die Favoritenrolle schiebt, macht man in Niederbayern selbst keinen Hehl daraus, wohin der Weg führen soll.
Düsseldorf wählt einen anderen Maßstab und will trotz weniger Saisonspielen mehr Punkte sammeln als im Vorjahr. DSHS SnowTrex Köln möchte derweil „für jeden Gegner maximal unangenehm und nie leicht zu schlagen sein“, sagt Mittelblockerin Betty Lange.
Über Derbys, Freundschaften und die Frage nach dem Druck
Bei aller Konkurrenz gibt es innerhalb der Liga längst Verbindungen, die über das Sportliche hinausgehen. Für DSHS SnowTrex Köln sind vor allem die Derbys gegen Leverkusen und Düsseldorf besondere Spiele. Auf der jeweils anderen Seite des Netzes stehen Freunde, viele Gesichter kennt man seit Jahren. Das sorgt für zusätzliche Brisanz auf dem Feld – und für umso mehr Austausch danach.
Besonders ausgeprägt ist gemäß der Markkleeberger Kapitänin Thora Bauer die Verbindung zwischen den Neuseenland-Volleys und dem TV Waldgirmes. „Bereits in der zweiten Liga entstand eine Art Vereinsfreundschaft zum TV Waldgirmes. Sowohl im Trainerteam als auch zwischen den Spielern schätzt man sich und die Partien sind immer von großer Spannung geprägt. … Die gegenseitige Sympathie schmälert den Ehrgeiz im sportlichen Aufeinandertreffen übrigens keineswegs – es stachelt eher an, wer denn diesmal die Nase vorn haben wird!“
Dass besondere Partien auch einen besonderen Druck mit sich bringen können, ist natürlich kein Geheimnis. Planegg-Krailling will sich von solch besonderen Spielsituationen allerdings nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Wir vertrauen auf unser Können und stärken uns gegenseitig den Rücken auch in druckvollen Situationen“, sagt Mittelblockerin Pauline Pfaudler. In Oythe sieht Olivia Heidel Druck dagegen als natürlichen Bestandteil dieses Niveaus: „Auf dieser Ebene ist Druck unvermeidbar. Aber wahre Stärke kommt von allem, was man schon erlebt hat, um hierher zu kommen.“

Für die ESA Grimma Volleys sind alle Spiel gleich wichtig, egal ob Derby oder Spitzenspiel.
(Foto: Jens Beulich)
Bei den ESA Grimma Volleys sorgen Topspiele und Derbys zwar für zusätzliche Motivation, grundsätzlich will Teammanager Christian Beutler sie aber genauso behandeln wie alle anderen Begegnungen: „Jedes Match ist wichtig.“ Auch die Sparkassen Wildcats Stralsund gehen jedes Duell und jede Drucksituation mit der gleichen Energie an. „Das Team geht in jedes Spiel mit der Einstellung, dieses gewinnen zu können“, verdeutlicht Teammanager Tino Härle das Selbstverständnis an der Küste. Und Tigin Yağlioğlu, Cheftrainer der BayerVolleys Leverkusen, hebt auch in engen Phasen seine Liebe zum Sport hervor. „Volleyball ist das schönste Spiel der Welt. Da gibt es keinen Druck.“
Ab dem 19. September regieren wieder die Punkte – erstmals live auf der Plattform bei Dyn
Straubing geht mit großen Ambitionen und einer nahezu ligaweiten Favoritenrolle in die neue Saison. Dahinter formiert sich jedoch ein Feld, das genügend Argumente für eine offene Spielzeit liefert. Oythe wird von mehreren Konkurrenten hoch eingeschätzt und spricht selbst vom Aufstieg. Leverkusen peilt die Top drei an, Stralsund möchte ebenfalls in die Top fünf und auch Dresden träumt vom ganz großen Wurf. Gleichzeitig wollen die Neuankömmlinge Emlichheim und Lohhof zunächst beweisen, dass sie sich auf dem neuen Niveau etablieren können. Dazu kommen Mannschaften im Umbruch wie Düsseldorf, junge Spielerinnen mit viel Entwicklungspotenzial, neue Trainerteams und Vereine, die ihre Strukturen auf und neben dem Feld professionalisieren. Und dann gibt es noch all jene Dinge, die sich in keiner Tabelle ablesen lassen: Kabinen-Raves in Waldgirmes, Trainingslager in Italien, Dirndl in Straubing, Freundschaften zwischen Markkleeberg und Waldgirmes oder Derbys mit alten Bekannten im Rheinland.
Vielleicht passt in der vielseitigen Liga genau die Einschätzung von TV Waldgirmes-Trainer Daniel Bock besonders gut zur Ausgangslage. Trotz aller Favoritenspekulation erwartet er „eine sehr ausgeglichene Liga.“ Ab jetzt liegt es an den Mannschaften, zu zeigen, wie ausgeglichen sie tatsächlich ist. Fans können in dieser Spielzeit die Sparda 2. Liga Pro zum ersten Mal live und on demand in neuer Qualität auf der OTT-Plattform bei Dyn erleben, inklusive neuer redaktioneller Formate.