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TV Bliesen und Island: Burkhard Disch – Volleyballcoach in zwei Welten

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Er ist ein Volleyballvisionär für spezielle Aufgaben. Burkhard Disch lebt seine Leidenschaft für den Volleyball nun in zwei Welten aus, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Neben seinen Aufgaben als Chefcoach des saarländischen Zweitliga-Aufsteigers TV Bliesen bekleidet er eine internationale Doppelposition. Beim isländischen Volleyballverband Blaksamband Island - oder kurz: BLI – ist er seit Mitte Juni als Nationaltrainer der Herren und High Performance Manager angestellt. Hier kommt seine zweite Leidenschaft zum Tragen: die Konzeption.

Ein seit Jahren eingespieltes Team: Michel Beautier und Burkhard Disch (Foto: TV Bliesen)

Es sind die Unterschiede, die Burkhard Disch an seinen beiden Jobs so schätzt. „Beim TV Bliesen gibt es eine seit 20 Jahren gewachsene Struktur in der Nachwuchsarbeit, da kann ich mich zwar punktuell einbringen, aber als Zweitliga-Coach liegt der Schwerpunkt ganz klar auf der Arbeit mit dem Team“, sagt der 50-Jährige.

Gemeinsam mit dem isländischen Verband erarbeitet Disch, der in der internationalen Volleyball-Szene auf Kleinstaaten-Ebene bei seinem langjährigen Arbeitgeber Luxemburg für einen sportlichen Aufschwung sorgte, langfristig angelegte Strukturen für die Trainerausbildung und Spielerförderung. In einem über das ganze Land verteilte Schulprojekt sollen zudem Kinder an den Volleyball herangeführt und in die Vereine integriert werden. Das groß angelegte Projekt erreicht jährlich mehr als 5000 Kinder. Im besten Fall empfehlen sich später einige von ihnen für Mannschaften in den großen europäischen Ligen.

„Einen Spieler mit all seinen Fähigkeiten zu entwickeln und ihn dann an einer herausragenden Stelle spielen zu sehen, macht uns als Trainerteam stolzer als eine Medaille, die wir um den Hals gehängt bekommen“, sagt Disch, dessen ehemaliger Schützling aus luxemburgischen Zeiten, Kamil Rychlicki, mittlerweile bei Champions-League-Sieger Cucine Lube Civitanova unter Vertrag steht.

Vorbild Reichert

Dischs Credo lässt sich leicht auf seine Arbeit in Bliesen übertragen. Die 2. Bundesliga hat sich in ihrem DNA-Papier ausdrücklich die Förderung des Nachwuchses zum Ziel gesetzt - in Bliesen gelebte Praxis mit einem herausragenden Beispiel: Moritz Reichert.

Moritz Reichert beim Aufschlag im comdirect Supercup 2019 (Foto: Sebastian Wells)

Der ehemalige Kapitän von Serienmeister Berlin Recycling Volleys ist seinem saarländischen Heimatverein weiterhin eng verbunden. „Wenn sich junge Spieler so entwickeln, wie es Moritz getan hat, dann bekommst du als Verein davon unheimlich viel zurück“, sagt Disch und verweist auf die Vorbildfunktion solcher Spieler als „Role Model für den Nachwuchs“.

Gemeinsam mit seinem langjährigen Assistenten und Scout Michel Beautier will er diesen Weg in Bliesen weitergehen. Die Trainingszeiten sind so gestaffelt, dass es den Trainern leichtfällt, sich einen persönlichen Eindruck vom Leistungsstand beim Nachwuchs zu machen. Mit Bliesens Sportlichem Leiter Gerd Rauch und Matthias Pons, die die Geschicke im Nachwuchsbereich lenken, arbeitet Disch zudem eng zusammen.

Auch in anderer Hinsicht gibt es Parallelen zwischen seinen beiden Jobs: Die Auswahl an Spielern ist eingeschränkt. „Ziel muss es immer sein, aus einem begrenzten Talentpool das Beste herauszuholen“, erklärt Disch. „Wenn es dann einer schafft, sich für höhere Aufgaben zu qualifizieren, hat man einen guten Job gemacht.“

Bei Máni Matthíasson hat Disch die Entwicklung künftig in beiden von ihm trainierten Mannschaften in der Hand. „Ich freue mich, dass ich ganzjährig mit Máni arbeiten kann“, sagt Disch über seinen Zuspieler in Verein und Nationalteam. Für den 21-Jährigen sieht er in der 2. Bundesliga beste Voraussetzungen. „Für die Entwicklung eines Spielers ist ein gutes Trainingsumfeld entscheidend“, sagt Disch. „Außerdem hilft eine hohe Zahl von Einsätzen auf einem gleichbleibend hohen sportlichen Niveau weiter. Auf all das kann ein Spieler wie Máni in Bliesen und der 2. Bundesliga besser aufbauen als vielleicht in der ersten Liga eines kleineren Verbandes, wo die Leistungsdichte meist geringer ist und man bei einem Topklub nur in wenigen Spielen wirklich gefordert wird.“

„Erfolge“, sagt Disch, „lassen sich nicht immer in Ranglisten abbilden. Oftmals ist man besser beraten, sich die Entwicklungen anzuschauen.“ In Luxemburg arbeitete Disch erfolgreich mit einer Zehn-Jahres-Vision. Mit Blick auf seine neuen beruflichen Herausforderungen wird er seine Konzepte systematisch an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen und setzt dafür einen ähnlichen Zeithorizont an. „In fünf bis zehn Jahren“, so Disch, „wird man sehen, wohin wir gegangen sind.

Im neuen Volleyball Magazin (volleyball.de) am 23. Juli 2020 erscheint ein Porträt über Burkhard Disch für alle, die mehr über ihn erfahren möchten.

veröffentlicht am Mittwoch, 15. Juli 2020 um 12:47; erstellt von Kuhnt, Franziskus
letzte Änderung: 15.07.20 13:05
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