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"Froh, in eine starke Liga zurückzukehren": Attraktive Bundesliga lockt Topspieler an

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Es war ein klares Zeichen, als Anfang April verkündet werden konnte: „Krystal Rivers greift eine weitere Saison für Allianz MTV Stuttgart an“. Rivers, das prägende Gesicht der Meistersaison 2018/19 und MVP 2018/19, hatte sich für Stuttgart und für die Volleyball Bundesliga (VBL) entschieden.

Michaela Mlejnková und Jennifer Geerties spielen in der Saison 2020/21 in der VBL. (Fotos: Conny Kurth & Tom Bloch)

Die US-Amerikanerin ist aber nicht die einzige Spielerin auf internationalem Topniveau, die sich zuletzt aktiv zur VBL bekannt hat. Die Volleyball Bundesliga hat in Zeiten von Corona an Attraktivität für Spielerinnen und Spieler gewonnen. Mit Jennifer Geerties (Dresdner SC) und Michaela Mlejnková (Stuttgart) kehren zur kommenden Saison zwei weitere Top-Spielerinnen nach Deutschland zurück. Die tschechische Nationalspielerin Mlejnková spielte bereits von 2015 bis 2018 für die Schwäbinnen, ehe sie nach Polen wechselte und zwei Jahre für Developres SkyRes Rzeszów aufschlug. Geerties wechselte vor der abgelaufenen Saison vom SSC Palmberg Schwerin zum italienischen Spitzenverein Imoco Volley Conegliano, mit dem die deutsche Nationalspielerin im Dezember 2019 die FIVB Club-WM gewann.

Verlässlichkeit und hohe Standards

Ein Punkt, mit dem die Volleyball Bundesliga im Ringen um Top-Spieler*innen aufwarten kann, ist ihre Verlässlichkeit. In den unsicheren Zeiten der Corona-Pandemie bietet sie einen sicheren Hafen. „Aktuell spricht vieles für den deutschen ‚Standard‘. Dieser Standard ist eben um einiges höher als in anderen Ligen. Gerade das Vereinsumfeld und die medizinische Versorgung durch Ärzte und Physiotherapeuten ist in Deutschland optimal“, unterstreicht Rückkehrerin Geerties die Vorzüge der VBL und ihrer Vereine. „Hinzu kommt, dass die Fans und die Stimmung in einer vollen Halle schon einmalig sind. All das trägt zur Attraktivität der Volleyball Bundesliga bei“, sagt die 26 Jahre alte Außenangreiferin.

Michaela Mlejnková hat sich die Entscheidung für die Volleyball Bundesliga nicht leicht gemacht – am Ende sprachen aber gleich mehrere Faktoren für eine Rückkehr nach Stuttgart. „Ich hatte mehrere Angebote und habe mich nach einigem Überlegen für Deutschland entschieden. Es ist ein sicheres Land, nah an meiner Heimat. Die Gehälter werden zuverlässig gezahlt und zudem habe ich mich im Klub schon früher sehr wohl gefühlt“, sagt die 23-Jährige, die nach drei Vizemeisterschaften mit den Stuttgarterinnen auch noch Mission zu beenden hat: „Der fehlende Meistertitel spukt mir im Kopf herum. Ich hoffe und glaube, dass wir in der kommenden Saison um den Titel spielen können.“

Auch bei den Männern gibt es prominenten Zuwachs: Nationalspieler Noah Baxpöhler beendet sein Intermezzo in Frankreich und steht in Zukunft für die United Volleys Frankfurt auf dem Feld. Deutschlands derzeit wohl größtes Volleyball-Talent, Linus Weber, wird für die kommende Spielzeit vom italienischen Erstligisten Powervolleys Mailand vom deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen ausgeliehen.

Bundesliga wird "weiterhin nach oben entwickeln"

Bereits in der vergangenen Saison bekam Weber das Angebot, beim VfB zu spielen, entschied sich damals allerdings für Mailand. „Wir waren aber weiterhin im Kontakt und als Micha (VfB-Trainer Michael Warm, Anm. d. Red.) mir jetzt erneut seine Vision erklärt hat, wollte ich Teil des Teams werden", nennt der 19-jährige Nationalspieler die sportliche Perspektive am Bodensee als Grund für die Rückkehr.

Auch bei Nationalmannschaftskollege Baxpöhler hat die gestiegene sportliche Attraktivität der Bundesliga zur Entscheidung beigetragen, den Schritt zurück nach Deutschland zu machen. „Die Volleyball Bundesliga ist in den letzten Jahren deutlich stärker geworden. Mich reizt der Standort Frankfurt, da sie in den letzten Jahren gezeigt haben, wie professionell sie arbeiten, und dass sie auf junge deutsche Spieler setzen“, sagt der 26 Jahre alte Mittelblocker. „Generell ist momentan eine schwierige Phase für den Leistungssport. Ich bin froh, in eine starke Liga zurückzukehren. Ich bin sicher, dass die Liga weiterhin eine gute Qualität haben wird und sie sich weiterhin nach oben entwickeln wird“, so Baxpöhler.


Auch Linus Weber und Noah Baxpöhler kehren in die VBL zurück. (Foto: DVV)

„Das Interesse an einer Rückkehr in die VBL – genauso wie an einem Verbleib in Deutschland – ist bei den Spielern spürbar gestiegen“, sagt Jan Wüntscher, Mitglied der Geschäftsführung bei den United Volleys Frankfurt. „Das Bewusstsein dafür hat sich in den Wochen seit März eindeutig erhöht. Uns gegenüber wurden vor allem die Professionalität und Zuverlässigkeit angesprochen.“

"Aufmerksamkeit internationaler Spieler größer geworden"

Die Verlässlichkeit von Gehaltszahlungen, das engmaschige Gesundheitsnetz und das heimische Umfeld sind dabei nicht die einzigen Gründe, warum Spielerinnen und Spieler den Weg in die Volleyball Bundesliga suchen. „Die Bundesliga hat sich in den letzten Jahren immens gesteigert“, führt Björn Andrae auch die gestiegene sportliche Attraktivität an. „Man sieht, dass die Aufmerksamkeit internationaler Spieler größer geworden ist. Das Niveau in der Liga ist sehr viel ausgeglichener.“

Auch wenn man aktuell in der VBL nicht in ähnliche Gehaltsklassen aufsteigen kann, wie es vielleicht in Italien, Polen oder Russland der Fall ist, sei „das Produkt Volleyball Bundesliga in den vergangenen Jahren sehr im Ansehen gestiegen und für viele Spieler lukrativ geworden“, so Andrae, der selbst über zehn Jahre seiner Karriere bei sieben unterschiedlichen Klubs in vier Ländern unter Vertrag stand, ehe er 2015 wieder nach Deutschland und damit in die VBL zurückkehrte.

Der 39-Jährige sieht auch im Rückzug des TV Rottenburg aus der 1. Liga ein Argument für den Volleyball in Deutschland. „So traurig das für die ganze Liga ist – das wünscht sich natürlich keiner –, es ist dennoch auch ein Zeichen dafür, dass hier keiner probiert, etwas zu versprechen, was er nicht halten kann. Und das ist etwas, was die Bundesliga ausmacht: Die Werte, für die sie steht“, sagt Andrae. „Das kommt bei vielen deutschen und ausländischen Spielern sehr gut an.“

veröffentlicht am Freitag, 22. Mai 2020 um 11:18; erstellt von Kuhnt, Franziskus
letzte Änderung: 22.05.20 11:00
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