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Mehr als nur Sponsoren: Allianz MTV Stuttgart und seine Partner stehen auch in der Krise zusammen

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Nachbarschaftshilfe, Spendenaktionen oder der Beifall am offenen Fenster für die vielen Menschen, die das öffentliche Leben derzeit aufrechterhalten – die Corona-Pandemie stellt in vielen Bereichen trotz des Kontaktverbotes das Miteinander der Menschen in den Mittelpunkt. In der Krise partnerschaftlich und solidarisch zueinanderzustehen ist eine der großen Stärken, die unsere Gesellschaft derzeit auszeichnet.


Gemeinsam erfolgreich: Allianz MTV Stuttgart und seine Partner: Allianz und Scharr. (Foto: Tom Bloch)

Auch im Spitzensport wird häufig von Partnern gesprochen – gemeint sind dann zumeist Geldgeber und Geldempfänger, Werbesender und Werbeträger, Sponsoren und Vereine. Im Volleyball wird der Begriff der Partnerschaft auch im Sponsoring mit mehr Leben ausgefüllt als es eine Überweisung für eine Werbefläche im spitzensportlichen Umfeld tut. Wie die Corona-Pandemie dabei die Seiten Sport und Wirtschaft noch enger zusammenrücken lässt, zeigt das Beispiel von Allianz MTV Stuttgart.

"Wir fühlen uns als ein Teil des Ganzen"

„Uns verbindet eine lange, gute und intensive Zusammenarbeit mit Allianz MTV Stuttgart. Von den Anfängen vor mehr als zehn Jahren in der Hegelhalle bis zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2019 in der SCHARRena ist die Partnerschaft stetig gewachsen“, sagt Rainer Scharr, geschäftsführender Gesellschafter der Friedrich Scharr KG, und unterstreicht die Vorzüge, die der Volleyball seinem Unternehmen mit rund 650 Mitarbeitern bietet: „Volleyball als attraktive, dynamische und sympathische Sportart passt sehr gut zu uns als mittelständischem Familienunternehmen. Wir fühlen uns hier als ein Teil des Ganzen und nicht nur als ein Sponsor.“

Die Zusammenarbeit zwischen Scharr und Allianz MTV Stuttgart geht dabei deutlich über das normale Sponsoring-Engagement hinaus. Das Unternehmen unterstützt den Deutschen Meister von 2019 beispielsweise in Personal- oder Finanzfragen. „Da in diesem Umfeld durch die Krise in den letzten Tagen besonders viele Themen zu besprechen waren, sind wir mit Kim Renkema und Aurel Irion (Sportdirektorin und Geschäftsführer bei Allianz MTV Stuttgart, Anm. d. Red.), bildlich gesprochen, gerade noch etwas enger zusammen gerückt – natürlich immer unter Einhaltung des derzeit gebotenen Abstandes“, sagt Scharr mit einem Augenzwinkern.

"Spielerinnen sind fast Kolleginnen"

Auch die Allianz, der zweite große Partner der Stuttgarterinnen, fühlt sich weniger als Sponsor, sondern vielmehr der Familie zugehörig. „Für uns sind die Spielerinnen eigentlich fast Kolleginnen“, sagt Manfred Boschatzke. Der Direktor Sponsoring der Allianz Deutschland AG spielt damit auf die Geschichte des dreimaligen DVV-Pokalsiegers an, dessen Erfolgsgeschichte 2008 als Kooperation der Vereine MTV Stuttgart und TSV Georgii Allianz Stuttgart begann.

Die Beteiligten waren damals überzeugt, auch in einer vom Fußball so dominierten Stadt wie Stuttgart einen anderen, soliden und attraktiven Profi-Mannschaftssport etablieren zu können. Dafür sind viele Dinge nötig: Wissen, gute Kontakte ins gesellschaftliche Leben und die Welt des Sports, ein vernünftiges finanzielles Engagement, eigene Ideen und hohe sportliche Kompetenz. Allein mit Sponsoren im klassischen Sinn kommt man da nicht weit. Dafür braucht es richtige Partner.

„Wir haben aus der Zusammenarbeit mit all ihren sportlichen Höhen und Tiefen viel gelernt. All diese Lerneffekte fließen nunmehr zum Beispiel in unsere Partnerschaft mit der Deutschen Sporthilfe ein, für die die Allianz mehr als 4.000 Sportler versichert“, sagt Boschatzke.

Gute Gespräche mit neuen Partnern

Natürlich läuft in Zeiten von Corona auch in Stuttgart nicht alles perfekt. Schon während der Saison 2019/20 brach insolvenzbedingt einer der Hauptpartner weg. „Es ist natürlich schwierig, wenn auf einmal ein größerer Betrag im Etat fehlt“, sagt Aurel Irion. Der Geschäftsführer von Allianz MTV Stuttgart ist trotz der Auswirkungen der Pandemie guter Dinge, gemeinsam mit Sportdirektorin Kim Renkema und Trainer Giannis Athanasopoulos auch für die Spielzeit 2020/21 eine Mannschaft zusammenzustellen, die um die Titel mitspielen kann.

„Wir hatten bereits gute Gespräche mit Sponsoren und können schon mit einem neuen Partner planen“, sagt Irion. Und auch sportlich setzen die Stuttgarterinnen Zeichen: Ausnahmeangreiferin Krystal Rivers konnte davon überzeugt werden, ihren Vertrag am Neckar zu erfüllen. Für die Zuspielposition wurde in Athina Papafotiou zudem eine alte Bekannte als Verstärkung verpflichtet, die in den letzten Jahren internationale Erfahrung in Frankreich, Italien und Polen gesammelt hat.

Signal an die Liga, Fingerzeig an die Sponsoren

Es ist ein Signal an die Liga, auch in Krisenzeiten sportliche Akzente zu setzen, und ein Fingerzeig an die Sponsoren, weiterhin ein Partner mit sportlicher Bedeutung sein zu wollen. „Krystal Rivers ist ein gutes Beispiel, wie man über einen Star eine Attraktivität für die Mannschaft erreichen kann“, sagt Boschatzke. „Wenn es den Vereinen gelänge, weitere klangvolle Namen in die Liga zu holen, wäre das auch für deren Vermarktung hilfreich.“

Denn auch der Allianz-Manager sieht in der Corona-Pandemie eine Gefahr für den Spitzensport. „Das zieht sich durch den gesamten Sport. Auch der in Teilen verwöhnte Fußball ist davon betroffen – selbst Spitzenklubs“, sagt Boschatzke, der aus unternehmerischen Gründen „alle Engagements in der Prüfung“ hat. „Wir stehen aber zu unseren Partnerschaften“, versichert er. „Als Versicherer ist man da, wenn die Menschen einen brauchen. Da läuft man auch in schwierigen Zeiten nicht davon“, sagt Boschatzke und übersetzt damit das Kerngeschäft der Allianz auch in die Partnerschaften.

"Partnerschaftlicher miteinander umgehen"

Ähnlich sieht es Rainer Scharr, der in sportlichem Erfolg einen wichtigen Faktor für jeden Sponsor sieht. „Aber er darf aus meiner Sicht nicht zum einzigen Kriterium für das Engagement werden. Zu einer guten Partnerschaft gehört es, dass man gemeinsam auch schwierigere Phasen durchsteht, egal ob nun aus sportlichen oder aus anderen Gründen, so wie wir es gerade erleben“, sagt Scharr.

Bis die Volleyball Bundesliga die Fans wieder mit spannenden, fairen Spielen in vollen Hallen begeistern kann, ist vor allem Durchhaltevermögen gefragt. „Bis dahin müssen wir Geduld und Disziplin haben und mit Maß und Vernunft zusammenhalten. Ich finde das ist bei Allianz MTV Stuttgart und auch in der VBL bislang gut gelungen. Hoffentlich bleibt es dabei“, sagt Scharr.

Manfred Boschatzke geht davon aus, dass die Voraussetzungen im Sport für die Zeit nach Corona andere sein werden. „Es werden sich nicht nur die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändern, sondern auch die Engagements im Sponsoring. Da haben einige Dinge eine Übertreibung erfahren, wobei der Volleyball da nicht durchgerüttelt werden muss“, sagt Boschatzke. Er rechnet damit, dass in Zukunft auch im Bereich des Sponsorings „partnerschaftlicher miteinander umgegangen“ wird – so wie im Volleyball, so wie bei Allianz MTV Stuttgart.

veröffentlicht am Mittwoch, 29. April 2020 um 14:40; erstellt von Kunze, Fabian
letzte Änderung: 29.04.20 14:40
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