Die Teilnehmer im ersten Playoff-Finalduell in der Geschichte der 2. Bundesliga Männer stehen fest. Vor heimischem Publikum in der Vechtehalle machte der FC Schüttorf 09 am Sonntag mit einem 3:0-Sieg im zweiten Halbfinalmatch gegen den TV Rottenburg den Endspieleinzug perfekt. Bereits am Samstag hatten die Blue Volleys Gotha mit einem deutlichen Sieg gegen die Enervigo Volleys Dresden das Ticket für den Kampf um die erste gesamtdeutsche Zweitliga-Meisterschaft gelöst. Damit kommt es zu einem Showdown der beiden besten Mannschaften aus der Nord- und der Südstaffel.
Schüttorf arbeitet sich in zwei umkämpften Matches ins Finale
Im Halbfinal-Hinspiel hatte sich der FC Schüttorf 09 nach einem harten Kampf über fünf Sätze in Rottenburg behauptet und konnte dank des 3:2-Sieges zwei wichtige Punkte ins Rückspiel mitnehmen. Der TV Rottenburg stand nun auswärts entsprechend unter Druck. Die Zuschauer:innen in der Vechtehalle sahen zwei Teams, die nahtlos an das ausgeglichene Hinspiel anknüpften. Schüttorf setzte sich direkt zu Beginn ab – doch die Gäste kamen zurück und TVR-Mittelblocker Yannick Menke stellte per Block auf 7:11. Der FC 09 aber kam wieder heran, angepeitscht durch eine lautstarke Halle und so ging der Satz beim Stand von 19:19 in die Crunchtime. Es entwickelte sich ein Sideout-Schlagabtausch auf absolutem Topniveau, der von stabiler Annahme und vollem Risiko im Angriff auf beiden Seiten geprägt war. Erst ein Angriffsfehler Rottenburgs besiegelte den Satzgewinn für die Hausherren bei 31:29. Beide Mannschaften starteten auch in Durchgang zwei mit angriffslustigem, druckvollem Volleyball, bei dem sich kein Team absetzen konnte. Als sich Schüttorf mit 13:9 doch eine Führung aufbauen konnte, griff Rottenburgs Trainer Jan Scheuermann zur Auszeit. Seine Sechs konnte den Rückstand aber nicht verkleinern. Schüttorf blieb kompromisslos und konnte mit Selbstbewusstsein den zweiten Satz gewinnen (25:18). Rottenburg kam trotzdem kämpferisch aus der Satzpause und auch im dritten Durchgang schenkten sich die Mannschaften nichts. Wie im Satz zuvor konnte sich das Heimteam ab der Satzmitte einen leichten Vorsprung erarbeiten (16:13) und hielt diesen trotz eines Rottenburger Zwischensprints. Der ehemalige Rottenburger Felix Orthmann löste mit einem krachenden Diagonalangriff dann das Finalticket für den FC 09 (25:21).

Der FC Schüttorf 09 machte in der vollen Vechtehalle mit einem klaren Sieg gegen den TV Rottenburg die Finalteilnahme perfekt.
(Foto: Hinnerk Schröer)
Gotha mit Machtdemonstration in den Halbfinalspielen
Die Blue Volleys Gotha hatten am Samstag um 19 Uhr bereits optimale Bedingungen für den Finaleinzug geschaffen: Ein klarer Hinspiel-Sieg und die heimischen Fans im Rücken bedeuteten für Gegner Enervigo Volleys Dresden eine große Hypothek. Davon war zu Spielbeginn jedoch nichts zu spüren, Dresden begann mutig und begegnete den Gastgebern auf Augenhöhe, blieb immer in Schlagdistanz. Allerdings schaffte es das Team von Trainer Peter Hesse auch nicht, den direkt zu Beginn entstandenen Drei-Punkte-Rückstand zu verkleinern und so konnte Gotha mit 25:21 den ersten Satz gewinnen und damit einen großen Schritt Richtung Finale machen. Den Blue Volleys fehlte nun noch ein Satz zum Punktgewinn, der die Finalteilnahme bedeuten würde. Doch Dresden gab nicht auf und startete mit Vorsprung in Durchgang zwei. Gotha riss durch eine kleine Serie zur Mitte jedoch das Ruder herum und war in Folge kaum noch zu bremsen. Als Mitteblocker Tim Wagner den Ball druckvoll ins Feld zum Satzgewinn pritschte, kannte der Jubel beim Team von Chefcoach Robert Werner kein Halten mehr. Der sportlich bedeutungslose dritte Satz wurde zu einer kurzen Angelegenheit und so stand am Ende ein klares 3:0 (25:21, 25:15, 25:13) im Derby. MVP Christoph Aßmann sieht den Grund für die Finalteilnahme jedoch nicht nur in diesem Halbfinalmatch, sondern in einer geschlossenen Teamleistung in den Playoffs: „Wir haben als Team sehr gut funktioniert und in den entscheidenden Momenten die nötigen Punkte geholt. Ein wichtiger Faktor war dabei unser breiter Kader, durch den wir ein konstant hohes Niveau im Training und somit auch im Spiel abrufen konnten.“ Dresden konnte hingegen das gewünschte Leistungsmaximum nicht konstant halten. „Spielerisch war das leider nur anderthalb Sätze lang das, was wir uns gegen Gotha vorgenommen hatten. Gotha steht zurecht im Finale“, so Coach Peter Hesse, der trotzdem mit Stolz auf eine überragende Saison zurückblickt: „Wir haben unsere sportlichen Ziele übertroffen und unsere Wünsche nach stärkerer Außenwirkung sogar weit übertroffen.“

Nach dem entscheidenden Satzball jubelten die Blue Volleys Gotha ausgelassen.
(Foto: Blue Volleys Gotha)
Das Duell Nord gegen Süd im Finale – live auf YouTube
Das Endspiel um die erste gesamtdeutsche Meisterschaft der 2. Bundesliga Männer wird zum ultimativen Gipfeltreffen. Mit Gotha und Schüttorf stehen sich die Hauptrundenersten des Nordens und des Südens im Kampf um den Titel gegenüber. Auch im Finale gilt weiterhin der Modus aus Hin- und Rückspiel mit möglichem Golden Set, der unmittelbar im Anschluss nach internationalen Standards ausgetragen wird. Auf Grundlage des jährlichen Wechselsystems darf Schüttorf dank Platzziffer 1 das entscheidende Rückspiel zu Hause ausrichten. Gotha eröffnet aufgrund von Platzziffer 2 die Finalserie – am Samstag, 25.04. um 19 Uhr.
Alle Spiele werden live und kostenfrei auf dem YouTube-Kanal von Dyn Volleyball übertragen.
Die Finalserie im Überblick
- Sa., 25.04.26, 19:00 Uhr: Blue Volleys Gotha vs. FC Schüttorf 09
- So., 03.05.26, 16:00 Uhr: FC Schüttorf 09 vs. Blue Volleys Gotha
veröffentlicht am Sonntag, 19. April 2026 um 19:38; erstellt von Holland, Christian
letzte Änderung: 19.04.26, 20:04