Acht Teams leben den gleichen Traum: Es gilt, Gesamtmeister in den zum ersten Mal ausgetragenen Playoffs der 2. Bundesliga Nord und Süd zu werden. Die besten vier Mannschaften beider Staffeln aus der Hauptrunde sind qualifiziert und treffen ab Samstag, 28. März in Kreuzduellen aufeinander. Die Erstplatzierten FC Schüttorf 09 und Blue Volleys Gotha setzten sich am letzten Spieltag in den Spitzenspielen gegen die jetzigen Tabellenzweiten 3:2 durch. Fans können die Endrunde live und kostenlos auf YouTube verfolgen.
Viel mehr als nur ein Titel
In den ersten Playoffs der 2. Bundesliga Männer geht es nicht nur um den alleinigen Meistertitel. Es ist auch ein Schlagabtausch zweier Ligen, die sich in dieser Form zum ersten Mal begegnen. „Durch den K.-o.-Modus entstehen echte Endspiele, in denen man sein absolutes Leistungsmaximum erreichen muss. In den vergangenen Jahren war die Meisterschaft häufig schon einige Spieltage vor Saisonende entschieden“, sagt Gothas Trainer Robert Werner, für den die Top-Platzierung das Ergebnis fokussierter Arbeit und konstanter Leistung ist. „Der wichtigste Faktor war unsere Konstanz über die gesamte Saison. Wir haben sehr solide gespielt und vor allem gegen Teams aus dem Tabellenmittelfeld und vom Tabellenende zuverlässig unsere Punkte geholt. Gleichzeitig haben wir auch in den Spitzenspielen gezeigt, dass wir ein Top-Team in dieser Liga sind“, so der Chefcoach, der mit seinem Team am Samstag auf den TSV Giesen GRIZZLYS II trifft. „Ich glaube, die Playoffs sind die Belohnung für eine erfolgreiche Saison. Aus sportlicher Sicht fühlt sich jedes Spiel wie ein kleines Finale an. Vor allem die Duelle mit den Teams aus der Süd-Liga sind für uns ein Highlight“, berichtet Giesens Kapitän Julian Hoyer. Die „Superzweite“ der GRIZZLYS hatte sich nach einem holprigen Saisonstart den Einzug in die Playoffs am letzten Spieltag gesichert. Trainer Martin Richter ist stolz auf das junge Team: „Wir haben es geschafft. Mit dem vierten Platz haben wir uns qualifiziert. Auf uns warten schwere Gegner - genau die Herausforderung, die wir suchen.“

Die Blue Volleys Gotha gehen als Hauptrundensieger aus dem Süden in den Kampf um den Meistertitel.
(Foto: Christian Heilwagen)
Vorfreude herrscht auch beim VV Humann Essen, der sich als Dritter der Nordstaffel das Playoff-Ticket sicherte. Cheftrainer Christoph Bielecki weiß: „Die Fans sind sehr euphorisch und freuen sich. Die Nachfrage auch im privaten Umfeld ist Wahnsinn.“ Er ergänzt: „Wir wollten FÜR etwas und nicht GEGEN etwas spielen. Für die Playoffs statt gegen den Abstieg. Dieses Ziel hat uns die ganze Saison über begleitet.“ Ausschlaggebend für die sportliche Qualifikation war unter anderem die gute Teamchemie: „Wir spielen in nahezu derselben Konstellation nun die dritte Saison. Die Serie zur Mitte der Saison hat uns auf einer Welle reiten lassen, die der Grundstein für das Erreichen der Playoffs war“, erklärt Christoph Bielecki den Erfolg. Gegner ist der TV Rottenburg, der als Tabellenzweiter des Südens an den Start geht und sich auf den neuen Playoff-Modus freut: „Er bringt frischen Wind in die 2. Bundesliga und sorgt erstmals für einen bundesweiten Wettkampf und Vergleich zwischen der Nord- und Südliga. Genau solche Spiele möchte man doch als Spieler machen – unter positivem Druck, vor vielen Zuschauern und mit der Chance, gemeinsam etwas Besonderes zu schaffen“, so TVR-Kapitän Timon Schippmann. Für Teammanager Timo Baur, treibende Kraft beim aufstiegswilligen TV Rottenburg, spielt neben der konstanten Saisonleistung auch die Zusammenstellung des Kaders eine wichtige Rolle für die Playoff-Teilnahme: „Wir profitieren von einem breiten Kader, in dem jeder spielen kann. Dadurch konnten wir Belastungen steuern und auf Ausfälle, Verletzungen oder Krankheiten reagieren und diese kompensieren.“

Der VV Humann Essen kann sich über den Playoff-Einzug freuen - und bekommt es mit dem TV Rottenburg zu tun.
(Foto: Lukas Brockmann)
Kriftel nach Zitter-Endspurt dabei
Mit dem notwendigen Sieg zum Abschluss belohnt sich die TuS Kriftel, die zuletzt die eine oder andere Niederlage einstecken musste, nach einer insgesamt starken Saison mit dem Einzug in die Playoffs. Dass Kriftel diese Last-Minute-Qualifikation gelang, führt Teammanager Danny Schleuning auf die mannschaftliche Geschlossenheit zurück: „Wir haben über die Saison hinweg immer zusammengehalten, auch in engen oder schwierigen Spielen. Dazu kommt, dass wir konstant gearbeitet und uns Schritt für Schritt verbessert haben. Dass wir uns letztlich erst durch einen Sieg im letzten Saisonspiel endgültig für die Playoffs qualifiziert haben, zeigt auch, wie eng es war und wie wichtig dieser Zusammenhalt am Ende gewesen ist.“ Kriftels Führungsspieler Jannik Weber freut sich bereits auf Duelle mit alten Bekannten: „Die Playoffs sind eine tolle Gelegenheit, sich endlich auch mit Teams aus dem Norden zu messen. Besonders spannend ist es für mich, dabei auf bekannte Gesichter zu treffen – wie unter anderem bei unserem kommenden Gegner aus Schüttorf auf Diagonalspieler Felix Orthmann, mit dem ich schon in der Jugend in Kriftel mal zusammengespielt habe.“ Gegner Schüttorf geht als Hauptrundensieger der Nordstaffel als Favorit ins Rennen und freut sich auf die Duelle mit dem Süden: „Es gibt seit vielen Jahren die Frage, ob in der 2. Liga der Norden oder der Süden stärker ist. Jetzt können wir es zum ersten Mal herausfinden“, so der besagte Schüttorfer Diagonale Felix Orthmann. Sein Trainer Daniel Gorski hebt den Teamgeist seiner Sechs hervor und fordert nun volle Einsatzbereitschaft im Viertelfinale: „Wir sind als echtes Team aufgetreten. Auch für die Playoffs gilt: Jeder einzelne muss bereit sein, egal auf welcher Position er spielt.“

Der FC Schüttorf 09 konnte sich am letzten Spieltag im Showdown gegen TuS Mondorf den Hauptrundensieg im Norden sichern.
(Foto: Hinnerk Schröer)
Der TuS Mondorf, am letzten Spieltag in Schüttorf unterlegen und als Tabellenzweiter aus dem Norden dabei, brennt auf das neue Format. „Was bisher immer nur Gedankenspiele und Kneipengespräche waren, wird nun mal wirklich ausgetragen. Da kommt eine ganz neue Euphorie und Vorfreude zum Vorschein“, gibt Kapitän Miguel Reuss zu Protokoll. Er sieht Mondorf, das seit Jahren im oberen Tabellenbereich zu Hause ist, aufgrund der Einbindung regionaler Talente mit einem starken Kader ausgestattet. „Wir haben das Glück, dass bislang sehr viele talentierte Spieler aus der Rhein-Sieg-Region bei uns zusammengekommen sind und wir ein eng befreundetes Team geworden sind.“ Sein Trainer Anastasios Vlasakidis betont die Bedeutung der nun anstehenden Playoffs für den gesamten Standort: „Meister der ganzen Liga zu werden ist natürlich eine große Herausforderung und ein besonderer Erfolg – für die Spieler, die Fans und den Verein.“ Gegner ist der Dritte aus dem Süden, die Enervigo Volleys Dresden. "Das Format wird auch die eine oder andere Überraschung bringen. Für fast alle von uns sind es die ersten K.o.-Spiele im Männerbereich, mental wird das noch mal ein anderes Level als in der Hauptrunde“, führt Kapitän Paul Schneider aus. "Der Druck, in zwei Spielen hintereinander performen zu müssen, ist deutlich größer als in der Hauptrunde", findet auch Coach Peter Hesse. Dresden hatte sich bereits vorzeitig für die Endrunde qualifiziert, auch dank der Fähigkeit, sich in wichtigen Momenten immer wieder zu steigern: „Wir haben es in diesem Jahr geschafft, mit mehr Konstanz unsere Leistung abzurufen und in entscheidenden Spielen ans Maximum zu gehen“, so Hesse.

Die Enervigo Volleys Dresden konnten sich in wichtigen Momenten in der Saison als Team steigern - und wollen diese Fähigkeit auch in den Playoffs abrufen.
(Foto: Christian Heilwagen)
Der Weg durch die Playoffs – bei Dyn Volleyball auf YouTube
„No mercy“ verspricht also das Format, in dem die Teams in Hin- und Rückspiel gegeneinander antreten. Bei Punktgleichheit entscheidet ein Golden Set, der nach internationalen Standards ausgetragen wird. Bei einem Drei-Punkte-Sieg des einen Teams im Hinspiel und des anderen Teams im Rückspiel, entscheidet unmittelbar im Anschluss ein Satz bis 15 Punkte die Runde. Gleiches gilt auch bei Zwei-Punkte-Siegen in Hin- und Rückspiel mit unterschiedlichem Gewinner. Das in der Hauptrunde besser platzierte Team spielt zuerst auswärts und bekommt somit die Chance, das Rückspiel und einen eventuellen Golden Set vor heimischer Kulisse durchzuführen. Am 3. Mai steht dann der erste gesamtdeutsche Zweitligameister fest.
Dyn überträgt alle Spiele auf dem YouTube-Kanal von Dyn Volleyball. Gothas Zuspieler Hannes Krochmann findet für das, was Volleyball-Deutschland erwartet, die treffenden Worte: „Für die Fans ist das natürlich ein perfektes Highlight. Am Ende der Saison die besten Teams beider Ligen in zwei Do-or-Die-Spielen aufeinander treffen zu sehen. Ich wüsste nicht, wie man das verpassen könnte.“
Alle Viertelfinal-Partien im Überblick:
- Sa., 28.03.26, 18:30 Uhr TSV Giesen GRIZZLYS II vs. Blue Volleys Gotha
- Sa., 28.03.26, 19:00 Uhr Enervigo Volleys Dresden vs. TuS Mondorf
- Sa., 28.03.26, 19:30 Uhr TuS Kriftel vs. FC Schüttorf 09
- Sa., 28.03.26, 20:00 Uhr VV Humann Essen vs. TV Rottenburg
- Sa., 04.04.26, 18:30 Uhr TV Rottenburg vs. VV Humann Essen
- Sa., 04.04.26, 19:00 Uhr Blue Volleys Gotha vs. TSV Giesen GRIZZLYS II
- Sa., 04.04.26, 19:30 Uhr TuS Mondorf vs. Enervigo Volleys Dresden
- Sa., 04.04.26, 20:00 Uhr FC Schüttorf 09 vs. TuS Kriftel
veröffentlicht am Dienstag, 24. März 2026 um 15:56; erstellt von Holland, Christian
letzte Änderung: 24.03.26, 15:50