Die 2. Bundesliga der Männer steht vor einem historischen Moment: Erstmals in der Geschichte der zweigleisigen Liga werden in dieser Saison Playoffs ausgetragen, um einen gemeinsamen Zweitligameister zu ermitteln. Die vier besten Teams aus dem Norden und Süden sind dabei. Vor dem letzten Hauptrunden-Spieltag am 21. März sind sowohl der Kampf um die Spitzenpositionen als auch die vierten Plätze in beiden Staffeln völlig offen.
Vom 28. März bis 3. Mai 2026 betritt der deutsche Männervolleyball neuen Boden: In diesem Zeitraum spielen die jeweils vier besten Teams der 2. Bundesliga Männer Nord und Süd in den Playoffs erstmals um einen alleinigen Meistertitel. Fans können den Showdown um die Playoff-Teilnahme und die Staffelsiege am kommenden Samstag, 21. März ab 19 Uhr live und kostenfrei bei Dyn Volleyball auf YouTube verfolgen.

Die TSV Giesen GRIZZLYS II müssen den vierten Tabellenplatz verteidigen, um an den Playoffs teilzunehmen.
(Foto: Marlene Gorecki)
Giesen und Aligse spielen um den letzten Playoff-Platz im Norden
In der 2. Bundesliga Nord haben drei Teams ihr Playoffs-Ticket bereits sicher: TuS Mondorf, FC Schüttorf 09 und VV Humann Essen stehen aktuell auf den Plätzen eins bis drei. Um den letzten freien Platz liefern sich die TSV Giesen GRIZZLYS II und die America Unlimited Volleys Aligse ein Fernduell. Giesen geht mit 32 Punkten in den finalen Spieltag und empfängt den Tabellenletzten Münster Volleys, der bereits als Absteiger feststeht. Aligse hat 30 Punkte auf dem Konto und muss hingegen auswärts beim Kieler TV antreten. Den ersten Matchball Richtung Playoffs hatte Giesen vor zwei Wochen noch vergeben, als Aligse im Derby zwei Punkte aus der Schacht-Arena entführte. GRIZZLYS-Trainer Martin Richter gibt sich jedoch kämpferisch: „Wir wollen uns jetzt mit einem Sieg gegen die Münster Volleys aus der regulären Saison verabschieden und den Playoff-Platz unter Dach und Fach bringen.“

TuS Kriftel muss am Samstag gewinnen, um die CERATONIA Volleys Eltmann noch vom letzten Playoff-Platz zu verdrängen.
(Foto: Gerald Oelze-de Stoppany)
Kriftel hat es in der Hand, Eltmann muss zittern
Im Süden können neben dem TV Rottenburg und den Blue Volleys Gotha auch die Enervigo Volleys Dresden bereits mit der Teilnahme an den Playoffs planen - sie stehen unverrückbar auf dem dritten Tabellenplatz. Auf Rang vier sind aktuell die CERATONIA Volleys Eltmann verortet, die ihre Hauptrunde bereits abgeschlossen haben. Doch ihr Platz ist noch nicht sicher: Die TuS Kriftel kann mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen die Baden Volleys SSC Karlsruhe II noch an Eltmann vorbeiziehen und sich das letzte Playoff-Ticket sichern. Ganz tatenlos vor dem YouTube-Kanal von Dyn Volleyball zuschauen will Eltmanns Kapitän Johannes Engel nicht so richtig: „Man könnte mal darüber nachdenken, den Saisonabschluss nach Kriftel zu verlegen. Vielleicht hilft es Karlsruhe ja, wenn sie ein wenig Unterstützung von den Rängen bekommen.“

TuS Mondorf kann sich am Samstag nicht auf die eigene Arena verlassen, sondern spielt auswärts in Schüttorf um den Staffelsieg.
(Foto: Lennart Bevers)
Direkte Showdowns um den Sieg in beiden Staffeln
An der Tabellenspitze der 2. Volleyball Bundesliga Männer Nord kommt es indes zum großen Finale. Tabellenführer Mondorf und Verfolger Schüttorf liegen mit jeweils 54 Punkten gleichauf und treffen am letzten Spieltag in einem echten Endspiel um den Hauptrundensieg direkt aufeinander. Das Hinspiel im Dezember konnte Schüttorf in der alten Mondorfer Heimspielstätte Hardtberghalle mit 3:1 für sich entscheiden.
Auch im Süden wartet ein ultimativer Volleyball-Krimi. Der TV Rottenburg und die Blue Volleys Gotha führen die Tabelle punktgleich mit jeweils 58 Zählern an - auch hier kommt es am letzten Spieltag zum direkten Duell um den Staffelsieg. Im Hinspiel in Gotha konnten sich die Blue Volleys mit 3:1 durchsetzen. Rottenburg hat große Ambitionen auf den Gesamttitel und wagt mit der Einreichung des Lizenzantrags den Blick ins Oberhaus. „Das bedeutet noch nicht, dass wir aufsteigen werden. Aber es ist ein klares Signal, dass wir bereit sind, diesen Schritt zu gehen, wenn sich die Chance sportlich und wirtschaftlich ergibt“, sagt Rottenburgs Manager Timo Baur.

Der TV Rottenburg will als Meister der 2. Bundesliga Männer den Aufstieg in die 1. Liga wagen.
(Foto: Jasmina Frauendorf)
Der Spielmodus in den Premieren-Playoffs
Gespielt werden die Playoffs im klassischen K.-o.-System mit Hin- und Rückspiel sowie, falls notwendig, einem entscheidenden Golden Set im direkten Anschluss an das Rückspiel. Im Viertelfinale treffen die Erstplatzierten der beiden Ligen jeweils auf den Vierten der anderen Staffel. Die Zweit- und Drittplatzierten spielen über Kreuz gegeneinander. Eine Besonderheit bei der Ansetzung ist, dass das besser platzierte Team zuerst auswärts spielt und somit die Chance bekommt, das Rückspiel und einen eventuellen Golden Set vor heimischer Kulisse durchzuführen. Da Nord- und Südstaffel mit vier gleichwertigen Platzierungen in die Playoffs gehen, erfolgt die Zuteilung der Platzziffern im Wechselprinzip. Die Platzziffern 1, 3, 5 und 7 erhalten in Spieljahren, die mit einem geraden Kalenderjahr enden, die Mannschaften aus der 2. Bundesliga Nord. In Spieljahren, die mit einem ungeraden Kalenderjahr enden, gehen diese Platzziffern an die Mannschaften aus der 2. Bundesliga Süd.
Mit der Einführung der Playoffs erhält die Zweitligasaison der Männer erstmals ein echtes Finale und den ersten Zweitligameistertitel der zweigleisigen Geschichte. VBL-Medienpartner Dyn zeigt alle Spiele der Playoffs vom 28. März bis 3. Mai 2026 live und kostenfrei auf YouTube.
veröffentlicht am Dienstag, 17. März 2026 um 14:06; erstellt von Holland, Christian
letzte Änderung: 17.03.26, 18:59