Karl Kaden und die Rechenspiele

TV/DJK Hammelburg vs. TG 1862 Rüsselsheim II, 06.04.19, 2. BLSM
Gemeinsam für den Ligaverbleib
Foto: Sebastian Schmitt

TV/DJK Hammelburg - TG Rüsselsheim II(Samstag, 20 Uhr)

Nur zwei Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz. Mit Gotha und Freiburg zwei Teams, die die Volleys überflügeln könnten. Manch einer schaut da gebannt aufs Restprogramm, rechnet die Chancen der drei Vereine durch. Nicht so Volleys-Trainer Karl Kaden. Er rechnet mit vielem - nur nicht mit dem Abstieg seiner Hammelburger.

Zwei Spieltage vor Liga-Schluss steht nur eines fest: Das #RoteRudel Fellbach ist mit 15 Punkten abgestiegen. Doch dann beginnt sie schon, die komplizierte Volleyball-Rechnerei. Die BlueVolleys Gotha und die FT 1844 Freiburg kommen auf jeweils 28 Punkte, wobei die Breisgauer auf dem Abstiegsplatz die leicht schlechteren Karten zu haben scheinen. Zumal Gotha zuletzt einen Lauf hatte und im März den Wochenend-Gegner der Hammelburger, Rüselsheim II, in dessen Halle glatt 3:0 besiegte. Aber auch für Freiburg ging es zuletzt mit zwei Siegen wieder aufwärts, auch wenn das 3:2 gegen Unterhaching II schwer umkämpft war.

Gegner mit schwerem Programm

Die Hammelburger ihrerseits stehen vor dem letzten Heimspiel gegen Rüsselsheim II bei 30 Punkten. Im schlechtesten Fall verlieren die Volleys daheim gegen Rüsselsheim II und beim SV Schwaig. Und beide Konkurrenten holen mindestens je einen Sieg mit drei Punkten. Beim Restprogramm der Gothaer mit Unterhaching II auswärts und Karlsruhe daheim scheint das schwer, aber nicht unmöglich. Gleiches gilt für Freiburg, das in Karlsruhe ran muss und am letzten Spieltag Eltmann empfängt.

Karl Kaden beteiligt sich an diesen Rechenspielchen nicht. Er findet, "dass meine Mannschaft ihre Bilanz auswärts und daheim insgesamt verbessert hat. Wenn wir so spielen wie in Grafing, ist für uns einiges drin." Ein Sieg, glaubt, Kaden, und die Hammelburger wären durch. Schließlich sei auch das Restprogramm der anderen schwer. "Wenn wir auf einem Abstiegsplatz stehen würden, müsste man vielleicht nachdenken. Das bringt aber nichts", sagt der Trainer. "Wir wollen unser bestes Volleyball spielen und sind guter Dinge, das aufs Feld zu bekommen." Deswegen lässt der Trainer auch nicht anders trainieren als vor früheren Duellen auch.

Karl Kadens Ruhe vor dem Showdown fußt wohl auch auf einer ganz anderen Entwicklung. Durch die 2. Bundesliga Süd geistert ein Gerücht. Es besagt, dass sich eine etablierte Mannschaft nach der Saison aus der Spielklasse zurückziehen wird. Als heiße Kandidaten gelten Rüsselsheim II und Mainz-Gonsenheim. Einen Fingerzeig könnte der 1. Mai geben. Es ist der Termin für die Vorlizenzierung, an dem das Interesse, weiter in der Liga zu spielen und die finanziellen Möglichkeiten dazu nachgewiesen werden müssen.

Unklar bleibt auch, ob es überhaupt einen Absteiger aus der Bundesliga geben wird. Der TV Rottenburg stehe zwar auf einem Abstiegsplatz, plane aber weiter mit der 1. Liga.

Auch steht für Kaden in den Sternen, ob es wirklich vier Aufsteiger aus den vier 3. Ligen in die zwei 2. Bundesligen gibt. Für die Bundesliga Süd relevant wären die TSVG Delitzsch, die L.E. Volleys Leipzig aus der 3. Liga Ost, der TuS Kriftel und eventuell die TSG Blankenloch, die aber in der 3. Liga Süd abgeschlagen auf Platz 2 rangiert. Und schließlich setzt Kaden als letzten Trumpf auf die Eltmänner. Der Unterfranken-Konkurrent möchte unbedingt Meister in der 2. Bundesliga Süd werden und werde sich daher gegen Freiburg keine Blöße geben.

Auch Felix Bendikowski beschreibt die Stimmung im Team als entspannt. "Wir freuen uns eher auf das Spiel gegen Rüsselsheim, machen uns keine großen Gedanken, was passiert, wenn wir verlieren." Der Kapitän setzt auf den Heimvorteil.

Die Fakten

Die Mannschaft: Mit Rüsselsheim (4./40) gastiert eines der beständigsten und erfahrensten Teams der 2. Bundesliga in der Saaletalhalle. Allzu große Personalrochaden gab es in den letzten Jahren nicht, sodass die Volleys (9./30) ein Bollwerk an Teamplay erwarten können. Auch an der Seitenlinie der Reserve von Erstligist United Volleys Frankfurt herrscht Beständigkeit. Hier führt Luis Emilio Ferradás das Kommando, ein Trainerfuchs mit Erstligaerfahrung. So war der gebürtige Argentinier vor vielen Jahren als Headcoach von Erstligist VFB Friedrichshafen tätig.

Das Personal: Aufhorchen ließen die Rüsselsheimer, die seit Mitte Dezember den 4. Tabellenplatz inne haben, durch ihre Niederlage gegen das Team aus Gotha, gegen das sie sich mit 0:3 in eigener Halle geschlagen geben mussten. Damals hatte die Turngemeinde allerdings verletzungsbedingt auf viele Stammspieler verzichten müssen. Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel der Hessen ist Zuspieler und Kreativkopf Sebastian Dinges. Mit Phi-lipp Schuhmann haben die Rüsselsheimer zudem einen wuchtigen Diagonalangreifer in ihren Reihen; dazu erwartet Hammelburg mit Anton Borger ein clevererer und intelligenter Außenangreifer. Offensivkraft und blendende Feldabwehr sind die Markenzeichen der Hessen. olly

veröffentlicht am Samstag, 6. April 2019 um 10:45; erstellt von Steffen Standke, TV/DJK Hammelburg
letzte Änderung: 06.04.19 10:44
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Spiele

Samstag, 13. April 2019

19:30
Freiburg FT 1844 Freiburg
Eltmann HEITEC Volleys Eltmann
1:3
19:30
Gotha Blue Volleys Gotha
Karlsruhe SSC Karlsruhe
3:0
19:30
Mainz TGM Mainz-Gonsenheim
Unterhaching II AlpenVolleys Haching II
3:1
19:30
Grafing TSV Grafing
Fellbach #RotesRudel Fellbach
3:1
19:30
Rüsselsheim II TG 1862 Rüsselsheim II
Mimmenhausen TSV Mimmenhausen
3:2
19:30
Schwaig SV Schwaig
Hammelburg TV/DJK Hammelburg
2:3