Nicht für das gute Spiel belohnt

TG 1862 Rüsselsheim II vs. TV/DJK Hammelburg, 08.12.18, 2. BLSM
Gut gekämpft hatten die Volleys, doch am Ende nichts gewonnen
Foto: Dirk Rehmeier

"Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge. Zweimal waren wir ganz nah dran am Satzgewinn, haben uns aber leider nicht belohnt. Bei uns ist manchmal noch jugendlicher Leichtsinn im Spiel, während Rüsselsheim mit seinen erfahrenen Spielern wie Anton Borger und Philipp Schumann einfach nur geduldig geblieben ist", bilanzierte Hammelburgs Cheftrainer Karl Kaden.

Vier Heimsiege in vier Spielen, zuletzt auswärts bei Titelverteidiger Grafing und Vizemeister Schwaig gewonnen: Mehr als deutlich war die Favoritenstellung der Hessen im Spiel gegen die Hammelburg Volleys, die nach dem wichtigen Sieg gegen Gotha nicht hatten nachlegen können, sowohl Mainz (0:3) wie auch Grafing (1:3) den Vortritt lassen mussten. Die Rolle des Underdogs schien den Unterfranken also auf den Leib geschneidert. Dem Drehbuch angemessen starteten die Gastgeber mit einer 5:0-Führung. Aber allmählich fanden die Jungs von der Saale Gefallen daran, die offensichtliche Geschichte des Spiels mit einer eigenen Note zu versehen. Beim 8:7 war der Kontakt zum Gegner hergestellt, der sich fortan seiner Sache nicht mehr sicher sein durfte. Mit dem 20:19 ging es in die heiße Phase des Auftaktsatzes, der beim 24:24 endgültig zu Gunsten der Gäste hätte kippen können, ehe die Erstliga-Reserve der United Volleys Frankfurt doch den Trend der jüngsten Spiele bestätigen konnte.

Aber der Ehrgeiz der Hammelburger war nun geweckt, das Vertrauen in die eigenen Stärken im Kopf und Körper präsent. Früh im Satz gelang die erste Führung überhaupt (2:1), mit der eine extrem spannende Etappe Fahrt aufnahm. Bei der zweiten technischen Auszeit führten die Volleys mit 19:16, was die Hessen beim 21:21 korrigiert hatten. Wieder ging es mit dem 24:24 in die Verlängerung, inklusive einem Hammelburger Satzball beim 27:26 - es sollte der letzte Punkt für die Volleys im zweiten Satz sein. Mehr als ärgerlich war eine umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung, nach der es nicht 23:20, sondern eben mur 22:21 für Hammelburg stand. "Aber das war unter dem Strich nicht der ausschlaggebende Punkt, da wir danach noch unsere Chancen hatten", so Kaden.

Gut gespielt, aber nichts auf die Habenseite gebracht. Was sich auch als mentale Hypothek erweisen sollte. Im dritten Satz begannen die Hessen konzentriert, die über 8:4 und 16:13 einem relativ ungefährdeten Satz- und Matchgewinn entgegensteuerten, der nach 81 Spielminuten beschlossene Sache war. "Entscheidend war in diesem Satz der schlechte Start, den wir diesmal nicht hatten wettmachen können. "In Rüsselsheim hat nur das letzte Quäntchen Glück und in einigen Situationen die nötige Geduld gefehlt. Wir müssen weiter gut trainieren, um auch gegen Topteams die entscheidenden Punkte auf unsere Seite zu bringen", sagt Kaden. Eine Einschätzung, die auch Moritz Rauber teilte: "Wir haben die ersten beiden Sätze gut gespielt, aber in einigen Situationen nicht die nötige Geduld aufgebracht.. Im letzten Satz haben wir nicht mehr unsere eigentliche Leistungsfähigkeit erreicht", so der 21-jährige Außenangreifer.

Über die Auszeichnung zum Silber-MVP durfte sich Hammelburgs Zuspieler Hannes Krochmann freuen. Das alles übrigens vor handgezählten 35 Zuschauern. "Das war schon sehr ruhig in der Halle. Meine Jungs haben sich immer wieder gepusht, und mit der Unterstützung der mitgereisten Fans haben wir für mehr Stimmung als unsere Gastgeber gesorgt", sagte Kaden. Ein Vielfaches wird am Samstag in der Saaletalhalle erwartet zum Frankenderby gegen den SV Schwaig. Um den Kampf um den Klassenerhalt erfolgreich zu gestalten, geht an einem Schulterschluss mit den Fans kein Weg vorbei.

veröffentlicht am Sonntag, 9. Dezember 2018 um 16:50; erstellt von Jürgen Schmitt, TV/DJK Hammelburg
letzte Änderung: 09.12.18 16:50
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