Fischers Faust zum Sieg der Volleys

TV/DJK Hammelburg vs. TSV Mühldorf, 20.02.21, 2. BLSM
Lukas Baden (Mitte) wurde gegen Mühldorf zum MVP gewählt.
Foto: Jens Feistel

Welch ein Ausbruch an Gefühlen. Welch Riesenfreude. Philipp Fischer stürmte ans Spielfeld, ließ einen Schrei der Begeisterung los, ballte die Siegerfaust. Emotionen, die man bisher vom neuen Trainer der Hammelburg Volleys kaum kannte. Doch seine Jungs hatten gerade im schwer umkämpften 2. Satz den Ausgleich zum 24:24 geschafft, zwei Satzbälle der Mühldorfer abgewehrt und eine fatale Wendung des Spiels verhindert.

Den 1. Satz hatten die Volleys gegen den Aufsteiger vom Inn souverän gestaltet. Diesmal stand auf der Zusteller-Position nur Hannes Krochmann zur Verfügung. Laurentiu Vinatoru musste passen, sitzt in Quarantäne, genauso wie Severin Hauke. Beide haben sich nach dem Auswärtsspiel in Friedrichshafen mit dem Corona-Virus angesteckt, müssen die Erkrankung aussitzen. Sechs andere Spieler, die ebenfalls in Quarantäne waren, konnten auflaufen.

Gegen Mühldorf fiel der Ausfall von Vinatoru und Hauke nicht ins Gewicht. Krochmann machte seine Sache gut, setzte auch mit einigen gewitzten Punkten Akzente. Die Volleys zogen schnell auf 10:4 und dann 19:8 davon. Auch, weil sich die Mühldorfer mehr Fehlangaben leisteten und ihre Spielzüge überhastet und schlampig abschlossen.

Der Satz war entschieden, doch die TSVler zeigten gegen Ende, dass sie mit ihrer unorthodoxen Spielweise Gegner unter Druck setzen können. Nicht umsonst stehen sie aus Aufsteiger im Mittelfeld der Tabelle. Noch behielten die Hammelburger die Ruhe.

Spannend wie die Champions League

Das änderte sich im 2. Satz, der - etwas Übertreibung ist angebracht - von der Spannung her Champions-League-Niveau besaß.

Beide Seiten punkteten anfangs verlässlich. Beide Seiten hauten sich Fehlangaben um die Ohren. Ein wichtiger Block der Hammelburger brachte ihnen eine 7:5-Führung. Doch diesmal blieb Mühldorf dran, war nicht gewillt, auch diesen Satz herzuschenken. 11:11-Ausgleich nach einem Aufschlag-Ass.

An der Linie stand Alexander Brandstetter und bereitete den Hammelburgern mit Hammer-Angaben Probleme. Der 23-Jährige bescherte seinem Team eine Zwei-Punkte-Führung (11:13) und was noch wichtiger war - den psychologischen Vorteil.

Zwar holten sich die Gastgeber die Führung durch Oscar Benner wieder zurück (17:16). Aber die Souveränität des 1. Satzes war dahin. Beim Stand von 21:21 zeigten die Gäste einen super Spielzug und dann geriet ein Schmetterball Benners zu lang: 21:23. Zwar machten die Hammelburger den Anschluss; doch die Mühldorfer antworteten erneut mit einem tollen Spielzug zu 22:24.

Früher hätten die TV/DJKler solche Sätze abgegeben und dem Gegner die wende im Spiel ermöglicht. Siehe die Heimpartie gegen Freiburg in der Hinrunde. Doch nicht mit der mentalen Stärke eines aktuellen Tabellen-Fünften.

Ein Mega-Ballwechsel mit mehreren kritischen Momenten für die Hammelburger endete mit dem glücklicheren Ende für Moritz Rauber: 23:24 und erster Satzball abgewehrt. Und als derselbe Spieler den Ball gekonnt am Mühldorfer Block vorbei an die Auslinie schlug, war sie da -die Fischer-Faust.

Weil danach ein Mühldorfer Anspiel auf außen zu weit geriet und der Angreifer nur den Block anschlagen konnte, führten die Volleys nun mit 25:24. Zwar vergab Hannes Krochmann den Vorteil mit einer Fehlangabe wieder. Doch Doch Oscar Benner und Moritz Rauber mit einem Aufschlag-Ass machten den Satzgewinn klar. Zwei Mühldorfer streckten sich vergebens.

Auch 3. Satz umkämpft

Der 3. Satz würde nun Formsache sein, glaubten viele. Und die Volleys führten auch mit 7:4. Doch dann gab der Schiri am Netz einen Schmetterschlag Benners irrtümlich "Aus", einige Ballwechsel gingen unglücklich an die Gäste und David Fecko brachte einige Aufschläge durch: 8:11.

Doch so kritisch wie im 2. Satz wurde es nicht mehr. Moritz Zeitler konnte einige Bälle gut und glücklich verwandeln; Mühldorf leistete sich mehr Aufschlagfehler (auch Fecho und Brandstetter). Weil ein TSV-Rückraumspieler den Ball im 3-Meter-Raum verwertete, bekam Hammelburg den Punkt zum 20:18 zugesprochen. Den Vorsprung hielten die Gastgeber. Eine zu weite Angabe der Mühldorfer beendete das Spiel.

Darin sah TSV-Trainer Michael Mayer auch das große Manko seines Teams. "Wir haben unseren Rhythmus im Aufschlag nicht gefunden und wenn eine Mannschaft wie Mühldorf den nicht hat, sind wir zu schwach." Die sichere Annahme sei nicht die Stärke des TSV. Den Hammelburgern bescheinigte er ein sehr gutes Spiel.

Und Philipp Fischer? Der bezeichnete sich hinterher als "schon emotionalen Typen, der die ganze Zeit mitfiebert, sich auch über Fehler ärgert". Von den Begegnungen in der Dritten Liga mit seinem Ex-Verein Eibelstadt habe er gewusst, wie Mühldorf seinen Spielaufbau gestalte, mit zwei sehr guten Außen und sehr viel Rückraumspiel.Sich darauf einzustellen, habe man im Training geübt.

MVP des Spiels wurde Libero Lukas Baden. Er wollte diesen Erfolg nicht nur an sich selbst, sondern an der "Klasse-Teamleistung" festmachen. In den entscheidenden Phasen habe die Mannschaft mehr gekämpft. Da habe dann noch mehr geklappt.

veröffentlicht am Sonntag, 21. Februar 2021 um 22:29; erstellt von Steffen Standke, TV/DJK Hammelburg
letzte Änderung: 21.02.21 22:29
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