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Mannschaften | 2. Bundesliga Süd Männer

Hammelburg und seine Edelfans

TV/DJK Hammelburg vs. FT 1844 Freiburg, 16.02.19, 2. BLSM
Christian Gartenmeister, Vater Heinz und Helmut Merz (v.l.) sind Edelfans der Hammelburg Volleys
Foto: Saale-Zeitung

Mittelblock, ganz hinten rechts - das ist der Platz auf der Tribüne der Saaletalhalle, wo Familie Gartenmeister zu finden ist. Immer, wenn die Hammelburg Volleys daheim spielen. Die Gartenmeisters sind glühende Fans des Zweitliga-Vereins. Doch ausgerechnet dieses Wochenende gegen die FT 1844 Freiburg haben sie ein Problem.

Die Stimmung in der Saaletalhalle - sie ist gleichermaßen in der Liga berühmt wie bei den Gegnern gefürchtet. Christian Gartenmeister, seine Eltern Heinz und Carola sowie Helmut und Ute Merz haben einen großen Anteil daran. Von der Tribüne aus feuern sie ihr Team leidenschaftlich an. Und das stilecht in Trikot, Fanschal und ausgestattet mit Tröten.

Die beiden Familien begeistern sich für die Hammelburg Volleys, seitdem diese vor knapp vier Jahren in die 2. Bundesliga aufstiegen. Seither haben sie fast kein Heimspiel verpasst.

Aber auch auswärts fahren sie gerne mit, wenn der Spielort nicht weiter als eineinhalb bis zwei Stunden Fahrt entfernt liegt. Letzte Saison waren die Edelfans in Schwaig mit dabei, diese Spielzeit in der Hinrunde in Fellbach. Und vergangenes Wochenende in Bamberg beim Derby gegen Eltmann sowieso. 150 Hammelburg-Fans sollen da laut Veranstalter auf den Rängen gestanden und ihr Team lautstark unterstützt haben. Laut Heinz Gartenmeister fährt aber meist nur ein Häuflein von 20 Unentwegten auswärts mit. "Wir unterstützen die Mannschaft, wo es nur geht."

Inzwischen haben sich auch zu den Spielern Kontakte ergeben. Was vor allem deshalb möglich ist, weil sich Sportler, Vereinsverantwortliche und Fans meist nach Heimspielen im Foyer der Saaletalhalle treffen. "Da gratuliert man schon mal zum Sieg und führt ein kurzes Gespräch. Ständig um die Mannschaft herum sind wir als Fans aber nicht", sagt Christian Gartenmeister.

Die Saat des Fan-Seins keimte bei ihm eher zufällig vor etwa sechs Jahren. Eines Tages ging er rund um das Sportzentrum spazieren. "Ich hörte in der Saaletalhalle Schreierei und ging hinein. Dort spielten die Damen und es hat Spaß gemacht, ihnen zuzuschauen." Der Funke war übergesprungen. Fortan schaute Gartenmeister junior regelmäßig bei den Volleyballerinnen vorbei; bald kamen die Männer hinzu. Irgendwann riss der Hammelburger mit seiner Begeisterung seine Eltern mit. "Sport hat mich immer elektrisiert", sagt Vater Heinz Gartenmeister, "Ich habe 50 Jahre lang Fußball gespielt, bin gewandert und geklettert. Volleyball in der 2. Liga - das ist für Hammelburg ein sehr hohes Niveau, das unterstützt werden muss."

Inzwischen spielt sein Sohn Christian selbst Volleyball - in einem Freizeitteam in der Saale-talhalle. Dienstags teilen sich die Hobbysportler das Feld mit den Zweitliga-Spielern. "Da schaut man beim Training öfters mal hinüber."

Ein bestimmtes Ritual, das seiner Mannschaft den Sieg bringen könnte, hat Christian Gartenmeister nicht. "Außer, dass wir immer die gleichen Plätze einnehmen und wenn es losgeht, die ganze Spielzeit Vollgas geben." Deshalb sei er meist schon eineinhalb Stunden vor Spielbeginn in der Halle, wenn die Frauen vorher antreten, noch früher. "Die freuen sich auch über ein paar Zuschauer."

Das Spiel diesen Samstag gegen Freiburg wird Christian Gartenmeister selbstverständlich in der heimischen Halle verfolgen. Seine Eltern aber müssen passen. Sie sind zu einem 70. Geburtstag eingeladen. Aber beim nächsten Heimspiel - da sind die Familien Gartenmeister und auch Merz sicher wieder komplett mit dabei.

Der Blick aufs Freiburg-Spiel:

Freiburg ist die "Alte Dame" der 2. Bundesliga

Die Ausgangslage Es ist das Treffen zweier Tabellennachbarn, die beide den Abstand zur Abstiegszone weiter vergrößern wollen. Obwohl beide Teams vier Punkte trennen, haben die Freiburger ein Spiel weniger absolviert. Die Breisgauer haben gerade ihre Spiele gegen die vermeintlichen Titelaspiranten Grafing und Mainz hinter sich gebracht und konnten gegen die Rheinländer sogar mit einem Überraschungssieg aufwarten. Für die Volleys hingegen warten die Ligaschwergewichte erst gegen Ende der Saison.

Das Hinspiel Die Begegnung in Freiburg fiel in die Kategorie Tiebreak-Krimi, den am Ende die "Alte Dame" der 2. Volleyball-Bundesliga für sich entschied. Auch im heimischen Wohnzimmer, wie die Volleys ihre Spielstätte Saale-talhalle nennen, darf man ein heißes Duell erwarten. Möchte doch das Team von Trainer Jakob Schönhagen den Abwärtstrend der letzten Wochen beenden. Er erwartet "ein Duell auf Augenhöhe".

Der Zuschauerfaktor Vor ausverkauften Hause und lauten Fans zu spielen sind die Baden-Württemberger gewohnt. Vor dem Unterfrankenderby der Hammelburger mit Ligarekord in der Bamberger Brose Arena standen die Freiburger ganz oben in der Zuschauertabelle. Dies sollte Ansporn für die Vollleys-Fans sein, die "Affenbande" aus ihrer Komfortzone zu locken. "Ich freue mich auf unsere Fans, die uns schon in Bamberg so fantastisch unterstützt haben. Mit ihnen im Rücken wollen wir an die guten Leistungen vom letzten Samstag anknüpfen", sagt Volleys-Headcoach Karl Kaden.

veröffentlicht am Freitag, 15. Februar 2019 um 22:25; erstellt von Steffen Standke, TV/DJK Hammelburg
letzte Änderung: 15.02.19 22:25