Ergebnisarchiv | 2. Bundesliga Süd Männer

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Trotzige Abschiedsgrüsse vom Absteiger

TSV GA Stuttgart vs. TG 1862 Rüsselsheim II, 22.04.17, 2. BLSM
TSV G.A. Stuttgart
Foto: Nils Wüchner Photography - www.volley-photo.de

Volleyball Die Allianz-Männer gehen mit einem 3:2-Sieg aus der zweiten Liga – und wollen nun bald zurückkehren.

Es ist ein Abschied geworden, wie sie sich ihn gewünscht hatten – zugleich aber auch einer, der schmerzt. Denn er hat am Samstagabend gezeigt, was für die Zweitliga-Volleyballer des TSV Georgii Allianz möglich gewesen wäre in dieser Saison. Obwohl nur mit einem Rumpfaufgebot am Start, zwangen die Vaihinger die TG Rüsselsheim II mit 3:2 in die Knie (25:17, 23:25, 25:20, 15:25, 22:20). Sieht so ein Absteiger aus? Eigentlich nicht. „Wir haben nochmals bewiesen, dass wir eigentlich in diese Spielklasse gehören. Und klar ist, dass wir auch so schnell wie möglich wieder dort hinwollen“, sagt Daniel Holzäpfel, einer der Teammanager, für den und die Seinen die Zukunft nun jedoch erst einmal dritte Liga heißt.

Letztere immerhin ist inzwischen gesichert. In einer Sitzung am Donnerstagabend mit der neuen Führungsriege des Hauptvereins erhielten die Volleyballer die von ihnen erhofften positiven Signale. Der Club wird seine Abteilung weiter wie benötigt finanziell unterstützen – zumindest mal so, dass die Basis zur Zusammenstellung einer schlagkräftigen Mannschaft für die nächste Saison gegeben ist. Was die weiteren Ambitionen betrifft, wollen sich die Beteiligten in zwei Wochen erneut zusammensetzen. Vorgelegt haben die Volleyball-Verantwortlichen um Holzäpfel und dessen Mitstreiter Frank Rüdinger einen Drei-Jahres-Plan, der dann vereinsintern diskutiert werden soll. Der Wunsch ist es, nicht nur wie von Holzäpfel angesprochen zügig nach oben zurückzukehren, sondern auch solche Voraussetzungen zu schaffen, um sich dauerhaft in der zweiten Liga etablieren zu können. In der aktuellen und nun endenden Periode hat es für vier Jahre am Stück gereicht – allerdings überwiegend mit dem Rücken zur Wand.

Was den Allianz-Männern 2016/2017 schließlich vor allem gefehlt hat, ist die Konstanz. Aus verschiedenen Gründen ist es zu selten gelungen, die Bestform abzurufen. Und eigentlich waren auch beim jetzigen Ausklang die Voraussetzungen wieder schlecht. Banges Warten am Spieltag, dann die Gewissheit: Mirko Schneider, Manuel Harms und Jonas Kuhn werden nicht rechtzeitig vom einwöchigen Beach-Trainingslager im italienischen Riccione heimkehren. Das Trio steckte im Stau. Und so stand der Trainer Tim Schöne mit nur noch sieben Akteuren da – darunter kein einziger Zuspieler. Die Lösung in der Not: der Außenangreifer Dominik Höschle wechselte auf diese Schlüsselposition. Eine Premiere für ihn im Allianz-Trikot. In seiner Zeit an der Heßbrühlstraße hatte er sich in dieser Rolle noch nie versucht.

Umso erstaunlicher ist, wie gut dieses Notkonstrukt funktionierte. Die Wahl zum wertvollsten Spieler der Gastgeber gewann am Ende – richtig: just Höschle. Insgesamt entwickelte sich eine turbulente Partie zweier Teams, die beide unbeschwert auftreten konnten, weil es in der Tabelle für sie um nichts mehr ging. Holzäpfel erkannte ein „wildes Rauf und Runter“. Dazu passte auch der Tiebreak. Die Entscheidung fiel erst in dessen Verlängerung, als die Vaihinger ihren vierten Matchball verwandelten.

Gesamtspielzeit: 116 Minuten. Es schien so, als wollten die Allianz-Männer ihren vorerst letzten Zweitliga-Auftritt noch einmal möglichst lange auskosten. Der Abschied, keine Frage, er fällt schwer.

TSV Georgii Allianz: Höschle, Benz, Hinsken, Klausmann, Zager, Pfeffer; Chudoba (Libero). Eingewechselt: –.

TG Rüsselsheim II: Kummer, Schossée, Weber, Kreitling, Schumann, Wolf; Borger (Libero). Eingewechselt: Grabowski, Dinges.

veröffentlicht am Montag, 24. April 2017 um 09:06; erstellt von Stuttgarter Zeitung - Franz Stettmer, TSV Georgii Allianz Stuttgart e.V.
letzte Änderung: 24.04.17 09:12