Mannschaften - VBL

Mannschaften | 2. Bundesliga Nord Männer

Keine Geschenke für ehemaligen Kollegen

SV Lindow-Gransee vs. FC Schüttorf 09, 29.02.20, 2. BLNM
Piotr Adamowicz brennt auf das Match am Samstag
Foto: Marius Böttcher

„Spitzenreiter, Spitzenreiter“ – lautstark und deutlich schallten die Gesänge am vergangenen Samstagabend aus dem mit knapp 60 Anhängern gefüllten grün-weißen Fanblock in der Jahrhunderthalle in Spergau. Mit sage und schreibe 3:0 besiegten die Volleyballer des SV Lindow-Gransee (SVLG) den Serienmeister Chemie Volleys Mitteldeutschland in deren eigener Halle und übernahmen durch die Machtdemonstration die Tabellenführung in der 2. Bundesliga Nord.

 

Beim Volleyball-Aushängeschild der Region träumt man bereits seit Wochen und Monaten von einer Wiederholung der Zweitliga-Meisterschaft, welche man 2015 gewann. Die Visionen im grün-weißen Lager haben nach dem Coup im Spitzenspiel aber ein neues Ausmaß erreicht. „Die Jungs haben gezeigt, dass es in diesem Jahr tatsächlich möglich ist. Wir dürfen jetzt aber nicht denken, dass die restlichen Spiele ein Selbstläufer werden. Es warten noch sehr schwere Aufgaben auf uns“, warnte Lindows Volleyball-Chef Frank Seeger trotz aller Euphorie nach dem Sieg in Sachsen-Anhalt. Und tatsächlich haben die Mannen um Kapitän Eric Stadie in den restlichen sechs Ligaspielen noch einige Brocken vor sich – der erste gastiert bereits am Sonnabend in der Dreifelderhalle Gransee.

 

Ab 18 Uhr misst sich der neue Ligaprimus mit dem FC Schüttorf. Das nächste Topduell gegen den Tabellenvierten, bei dem man in der Hinrunde mit 1:3 unterlag. „Das wird jetzt eine Charakterfrage“, ist sich Stadie sicher und betont mit mahnenden Worten in Richtung seiner Teamkollegen: „Wir dürfen uns auf diesen Sieg bei Mitteldeutschland nicht ausruhen, müssen weiter abliefern und die Konzentration vom ersten Ballwechsel an auf die Platte bringen.“

 

Einer, der den kommenden Gegner aus dem Effeff kennt, ist Piotr Adamowicz. Der 29-Jährige, der seit letztem Sommer für den SVLG ans Netz geht, spielte in der Saison 2017/18 für die Niedersachsen. „Ich war viele Jahre bei Bitterfeld-Wolfen, hatte dann ein gutes Jahr in Schüttorf und zuletzt beim SV Warnemünde. Jetzt bin ich aber froh, bei Lindow zu sein“, erklärt der polnische Außenangreifer, der gebürtig aus Stettin stammt, mittlerweile jedoch in Gransee lebt: „Ich fühle mich sowohl in der Region als auch im Verein sehr wohl, hier engagieren sich viele großartige Menschen.“

 

Mit großen Ambitionen kam der 1,95-Meter-Hüne, dessen Vorbild der kubanisch-polnische Volleyballer Wilfredo Léon ist, vor der Spielzeit zu den Grün-Weißen. „Lindow spielt seit Jahren ganz vorne mit und auch wenn sich das Team etwas verändert hat, wusste ich, dass wir erneut einiges bewegen können“, erklärt Adamowicz, dessen Vermutungen sich gegenwärtig bestätigen: „Wenn man zu diesem Zeitpunkt die Liga anführt, dann will man auch am Ende der Saison oben stehen. Unser gemeinsames Ziel ist jetzt die Meisterschaft.“ Dabei helfen würden drei Punkte gegen die Ex-Kollegen.

 

„Dass es nicht einfach wird, haben wir ja bereits im Hinspiel zu spüren bekommen. Schüttorf hat eine starke Mitte, Zuspieler Daniel Gorski ist dort der beste Mann“, weiß Piotr Adamowicz, der dennoch an den nächsten Heimsieg in einer hoffentlich rappelvollen Halle glaubt. „Wir müssen druckvoll spielen, dann werden wir die Punkte auch in Gransee behalten. Mit unseren tollen Fans im Rücken haben wir sowieso schon einen großen Vorteil“, betont der viermalige Lindower MVP, der sich auch in der Saison 2020/21 das grün-weiße Trikot überstreifen wird. Dann ja vielleicht sogar als amtierender Zweitliga-Meister.

veröffentlicht am Donnerstag, 27. Februar 2020 um 16:15; erstellt von Marius Böttcher, Lindower SV Grün-Weiß e.V.