Ergebnisarchiv | 2. Bundesliga Nord Männer

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Abstiegskampf pur

TuB Bocholt vs. TSGL Schöneiche, 18.03.17, 2. BLNM
Am Samstag konnte mal wieder gejubelt werden
Foto: Susanne Heusinkveld

Vor der großen Kulisse von fast 300 Fans startete das Heimteam, diesmal von Norbert Olbing gecoacht, sehr durchwachsen und fand eigentlich zu keiner Zeit des ersten Satzes richtig ins Spiel. Die Gäste, trotz langer Anreise hellwach, verschafften sich schnell Respekt und setzten sich bis zur zweiten technischen Auszeit mit 16:10 ab. Trainer Olbing reagierte mit einigen Wechseln, die aber nur noch zu einer Ergebniskorrektur führten, denn ein Block der Randberliner machte den Sack zum 25:22 zu.
In der Satzpause schienen die richtigen Worte gefallen zu sein, denn die Bocholter Jungs, in der Grundaufstellung leicht verändert, waren jetzt am Drücker. Immer wieder angetrieben vom späteren MVP Yannik Ahr, der sich gegen zum Teil wesentlich größere Blockspieler geschickt durchsetzte, fanden alle Mannschaftsteile zu ihrer gewohnten Leistungsstärke. Die Annahme kam passgenau und Zuspieler Essing konnte am Netz zaubern, so dass sich den Angreifern  oft nur ein Einerblock entgegenstellte. Der eigene Block fasste im Gegensatz zum Beginn beherzt zu und die schnelle Vier-Punkte-Führung wurde bis zum Ende des Satzes kontinuierlich zum 25:17 ausgebaut.
Zum Leidwesen der Fans der Heimmannschaft holten die Randberliner im Folgesatz aber noch einmal alles aus sich heraus. Gut eingestellt auf den Bocholter Mittelblock gelang Punkt um Punkt und die Aufschläge waren so druckvoll, dass der Angriffsaufbau der TuB-Schrauber vom gegnerischen Block gut zu lesen war. Beständig führte das Team von Mewes Goertz mit zwei oder drei Punkten, ehe sich das Glück scheinbar auf die Bocholter Seite schlagen wollte. Zwei Satzbälle wurden abgewehrt und beim 26:25 war die Chance auf eine eigene Führung gegeben, doch der Angriff landete im Schöneicher Block und von dort im eigenen Feld. Zwei weitere Angriffsfehler später hatte der Gast den ersten Punkt sicher und mit 29:27 die Oberhand behalten.
Vor dem vierten Satz wurde noch einmal gehandelt und der erst kurz vor dem Spiel von einem Auslandsaufenthalt zurückgekehrte Lars Geukes übernahm die Position des Mittelblockers. Und als ob die Rückkehr des Kapitäns Kräfte freigesetzt hätte, spielte in diesem Satz nur noch der TuB. Alles gelang, jeder Angriff saß, die Fehler häuften sich beim Gegner, der dann auch Mitte des zweiten Satzes bei klarem Rückstand die Kräfte für den finalen Satz sparen wollte und nicht mehr mit letzter Konsequenz spielte. So wurde in überzeugender Manier mit 25:10 der Satzausgleich wieder hergestellt und die zahlreichen Zuschauer fieberten der Entscheidung entgegen.
Den Krimi, der dann im fünften Satz folgen sollte, hat aber auch die Euregio-Hölle noch nicht oft gesehen. Zunächst leichte Vorteile auf Bocholter Seite waren bis zum 11:11 egalisiert und dann schien es die Höchststrafe für die Olbing-Sechs zu geben, landeten doch zwei Angriffe im Aus und ein Gästeservice direkt auf der eigenen Linie. Nur hartgesottene glaubten beim 11:14 noch an einen Heimsieg, aber die sollten Recht behalten. Ein Sideoutangriff mit Blockberührung und Yannik Ahr ging zum Aufschlag. Ihm gelang ein Ass zum 13:14 und der nächste Aufschlag berührte die Netzkante, konnte nur schwierig aufgebaut werden und wurde ein Opfer des Bocholter Blocks. Und dann kamen die zwei Minuten des Kapitäns: Erst ein Block zum ersten Matchball bei 15:14 und dann der spielentscheidende Block zum 17:15. In den kollektiven Jubel wollte dann auch Co-Trainer Böhme keinen Wermutstropfen gießen: "Wir hatten zwar auf drei Punkte gehofft, aber die Art und Weise, wie wir hier zwei geholt haben, stimmt mich für die letzten beiden Saisonspiele zuversichtlich."

 

veröffentlicht am Dienstag, 21. März 2017 um 10:37; erstellt von Raimund Schneider, TuB Bocholt 1907 e.V.