Mannschaften - VBL

Mannschaften | 2. Bundesliga Nord Frauen

Einschneidender Schritt für den RPB

RPB Berlin
Erst einmal keine weitere Saison in der 2. Bundesliga für den RPB Berlin
Foto: Birk Garkisch

Seit mehr als vier Wochen hält die Coronakrise die gesamte Welt in Atem. Nicht davon ausgenommen ist die Sportwelt – das Gegenteil ist der Fall, die Sportwelt ist ganz besonders hart getroffen. Ein vorzeitiger Saisonabbruch, Teamtreffen können nicht stattfinden, ein gemeinsamer Saisonabschluss muss vorerst verschoben werden. Unter all den akuten Folgen und Veränderungen muss weiterhin in die Zukunft geschaut und Entscheidungen getroffen werden, wie es weiter gehen kann.

Für den RPB stand diese Frage schon seit ein paar Monaten auf der Agenda. Die Saison verlief sportlich anders als geplant, immer wieder ist die Mannschaft aus dem Prenzlauer Berg auf die Abstiegsplätze gerutscht. „Die sportliche Leistung lief in dieser Saison nicht optimal – aber das ist nicht der maßgebliche Entscheidungsgrund für uns. Vielmehr sind es personelle Veränderungen und strukturelle Herausforderungen hier in Berlin, welche uns zwingen, diesen Schritt zu gehen“, hält sportlicher Leiter Marc Zuckermann fest. Mit dem Ende der Saison 2019/20 beschließt der RPB im nächsten Jahr nicht erneut 2. Bundesliga zu melden. Auch wenn sie von offizieller Seite aus dürften, verzichtet der RPB auf diese Möglichkeit. Personelle Ressourcen brachen in den letzten Monaten beim RPB Berlin weg. Zwei langjährige Jugendtrainer verließen den Verein. Ebenfalls hat der seit mehreren Jahren im Verein arbeitende Manager Jelmen Guhlke seinen Rücktritt zum Ende der Saison der Vereinsführung bekannt gegeben. „Mit Jelmen verlieren wir einen wichtigen Baustein in unserer Profisparte. Ich möchte mich bei ihm für seine Arbeit im Namen des gesamten Vereins bedanken und wünsche ihm alles Gute für seine Zukunft. Am Ende fehlt uns das Wofür und unter welchen Bedingungen man bestimmte Unterfangen anfängt und durchführen kann und möchte.“, so Zuckermann weiter. Der Schritt die 2. Bundesliga zu verlassen ist nicht leichtgefallen. So ist das Aushängeschild des RPBs die langjährige Jugendabteilung. Nach Ansicht des Vereins ist eine gute Jugendarbeit nur möglich, wenn man den jungen Mädchen aufzeigen kann, wo die Reise hingehen soll und ein Ziel in deren Köpfen pflanzt. Mit dem Wegfall der 2. Bundesliga Mannschaft bricht dieses Ziel weg. Doch bei einer wegbrechenden Mannschaft soll es nicht bleiben. Die leistungssportlichen Strukturen innerhalb Berlins reißen immer wieder Lücken in die Nachwuchsleistungsstrukturen des RPBs. Maßgeblich hierfür verantwortlich sieht der Verein die Ansiedlung des unabhängigen Bundesstützpunktes in der Hauptstadt. Zu wenige nationale Talente werden nach Berlin geholt, zu viele müssen lokale Vereine abtreten, um leistungsfähige Mannschaftsgrößen am BSP zu erreichen. „Dieses Modell – insbesondere im weiblichen Bereich – ist zum Scheitern verurteilt. Es bietet keine langfristige Sicherung der Leistungsförderung im Volleyballnachwuchs. Vielmehr zwingt es lokale Partner hier in Berlin in die Knie.“ Nach der Aufkündigung einer bestehenden Kooperation zwischen BSP und RPB stellt Zuckermann resigniert fest: „Personelle Ressourcen zu verlieren ist nie schön, aber unter bestimmten Umständen mit einem gewissen Arbeits- und Finanzaufwand sicherlich kompensierbar. Doch diese Umstände sind hier in Berlin nicht gegeben. Weitere Ressourcen in ein Fass ohne Boden zu stopfen macht einfach keinen Sinn mehr.“ Für die Saison 2020/21 meldet der RPB auch seine Regionalliga Mannschaft ab.

Für den RPB bedeuten diese Entscheidungen zwei einschneidende Zäsuren für den Verein. Sowohl Herr Guhlke als auch Herr Zuckermann ist es jedoch wichtig zu betonen, dass die Auswirkungen von Corona nichts mit den Entscheidungen zu tun haben. Aller Voraussicht nach wären auch ohne Corona die gleichen Entscheidungen getroffen wurden. Die Veränderungen werden auch die restliche weibliche Nachwuchsleistungsvolleyball-Sparte beim RPB verändern. Wie dies aussieht, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht skizziert werden.

veröffentlicht am Mittwoch, 22. April 2020 um 13:29; erstellt von SG Rotation Prenzlauer Berg e.V.
letzte Änderung: 22.04.20 13:29