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Samstag, 21. März 2026

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Die Blue Volleys schreiben Geschichte

Blue Volleys Gotha
Playoff-Finale 2026: Schütorf vs. Gotha
Foto: VC Gotha

Mit diesem Erfolg schafften die Gothaer 2.Bundesliga-Volleyballer vor über 1200 Zuschauern, darunter knapp 100 angereiste Gothaer Fans, historisches.

Sie wurden erster gesamtdeutscher 2.Bundesliga-Meister und krönten damit eine herausragende Saison, mit dem 1.Tabellenplatz in der 2.Bundesliga Süd und sechs Siegen in den sechs Playoff-Begegnungen.

Gleichzeitig ging nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft und des Pokals durch die Frauen des VfB Suhl ein weiterer Titel nach Thüringen.

Die Ausgangslage für das zweite Finalspiel war klar. Ein 3:2 Sieg würde den Gothaern zum Titel genügen.

Den ersten Punkt im Spiel holten sich die Blue Volleys. Anders als im Hinspiel waren sie sofort hellwach und erspielten sich eine frühe 7-Punkte-Führung. Schon die ersten längeren Ballwechsel ließen erahnen, dass es eine spannende, hochklassige Partie werden würde. Vom frühen Rückstand unbeeindruckt, kam Schüttorf spätestens nach dem 4:11 in Fahrt. Viel Druck beim Aufschlag und der starke brasilianische Schnellangreifer Victor Lupp bereiteten den Gothaern jetzt erhebliche Probleme. Beim 15:15 hatten die Hausherren den Gleichstand erreicht auch weil in dieser Phase viele Gothaer Angriffe im Block oder der beweglichen Feldabwehr der Niedersachsen hängen blieben. Doch viel mehr als den Ausgleich ließ man dennoch nicht zu. Beim Stand von 23: 21 stand Gotha sogar kurz vor dem Satzerfolg. Das spannende Satzfinale endete dann aber dank starker Aktionen von Felix Orthmann doch mit einem 27:25 für die Gastgeber.

Mit der Euphorie aus dem gewonnenen Satz startete Schüttorf in den folgenden Abschnitt und lag schnell mit 4:0 vor. Die Blue Volleys schüttelten sich kurz und begannen, wie der Gegner im Satz zuvor, eine Aufholjagd und glichen zum 6:6 aus.

Ähnlich dem Fight auf dem Spielfeld entwickelte sich auch auf den Rängen der Vechte SH ein Wettkampf der Fanlager, den die Gothaer trotz personeller Unterzahl zumindest gefühlt für sich entschieden.

Auf dem Feld aber war es jetzt Schüttorfs erfahrener Zuspieler Marcin Kapusniak, der mit seinen Zuspielen häufig Einerblocksituationen für seine Angreifer schuf und auch selbst im Block punktete. Beim 8:13 kam Richard Werner für Dominik Ducháč. Er sollte an diesem Spätnachmiitag noch zu einem der entscheidenden Akteure werden. Zunächst aber waren die Schüttorfer das spielbestimmende Team, behaupteten beharrlich eine Führung und standen nach dem 25:20 und einer 2:0 Satzführung kurz vor dem Titelgewinn.

Was aber danach geschah, geht in die Annalen des Gothaer Volleyballs ein. Gothas Trainer Robert Werner beließ in Absprache mit Co-Trainer Robin Schade, Richard Werner und den später gekommenen Daniel Ridings auf Außen /Annahme im Spiel. Eine Entscheidung, die sich im weiteren Spielverlauf bezahlt machte. Die Begegnung wurde zunehmend intensiver und einige strittige Schiedsrichterentscheidungen sorgten für zusätzliche Emotionen. Das Spiel bot jetzt Volleyball auf Erstliganiveau, das die 1200 Zuschauer begeisterte. Beide Teams unterstrichen mit ihrem Spiel, dass ihre im Saisonverlauf gezeigten guten Leistungen kein Zufall waren, sondern dass sich hier die beiden besten Teams der 2.Bundesliga Nord und Süd gegenüberstanden.

In der Crunchtime aber spielten die Gothaer etwas cleverer. Zwar verkürzte Schüttorf ein 19:22 noch auf 21:22, mehr aber nicht. Denn Lauritz Jastrow, der mit einem Angriff über die schnelle Mitte punktete und ein geschickter Blockwischer von Ridings sorgten für Satzbälle beim 24:22. Schüttorf verstärkte nochmal seinen Block aber ein Gothaer Angriff, der knapp auf oder auch neben der Seitenlinie landete, sorgte nicht nur für Diskussionen sondern letztlich für den 25:23 Satzgewinn der Blue Volleys.

Dieser Satzerfolg machte Hoffnung und legte neue Kräfte bei den Thüringern frei. Die Gothaer Annahme, um den einmal mehr Rückhalt bietenden Libero Len Spankowski, später auch zum MVP gewählt, stand stabil und gab Zuspieler Hannes Krochmann beste Möglichkeiten, das gewohnte variable Angriffsspiel aufzuziehen. Allen voran nutzte Richard Werner, die sich daraus ergebenden Chancen konsequent. Ihn hatten die Schüttorfer anscheinend nicht auf der Rechnung, denn es gelang ihnen nicht, ihn in den Griff zu bekommen.

Die Hausherren aber gaben nicht auf und hielten den Satz lange offen. Erst in der Satzmitte schlug das Spielpendel endgültig in Richtung der Gäste. Bei Schüttorf stieg die Fehlerquote und der Aufschlagdruck ließ nach. Dem gegenüber gelang den Gothaern jetzt fast alles. Ben Bierwisch setzte sowohl mit seinen Aufschlägen als auch im Angriff immer wieder Akzente. Beim 20:15 war dann eine Vorentscheidung gefallen. Die Blue Volleys brachten den Abschnitt zum 25:19 Endstand nach Hause und schafften den von Gothas Anhang umjubelten Satzausgleich.

Wie schon im Hinspiel musste nun der Tie Break die Entscheidung bringen, ob Gotha mit dem Satzgewinn schon die Meisterschaft sichern könnte oder ob es in einem Golden Set gehen würde.

Entsprechend bot er Hochspannung bis zum letzten Ballwechsel. Um jeden Ball wurde auf beiden Netzseiten gekämpft. Der letzte Seitenwechsel sah die Hausherren mit 8:7 vorn. Nach einer langen Ballrallye sorgte Tim Wagner mit seinem Angriff für den wohl entscheidenden Punkt zum 12:11. Ein weiterer Blockpunkt ließ den Vorsprung anwachsen. Ri. Werners Angriff brachte das 14:12 und damit 2 Matchbälle. Einen wehrte Schüttorf noch ab, ehe erneut Ri. Werner mit einem Angriff für die endgültige Entscheidung sorgte.

Nachdem die beiden Liberos Florent Quiot für den FC Schüttorf und Spankowski für die Blue Volleys als MVP geehrt wurden, gab es dann die Siegerehrung für den erstmals vergebenen gesamtdeutschen 2.Bundesligameister.

Aus den Händen von VBL Geschäftsführer Daniel Sattler erhielten beide Teams die verdienten Gold-bzw. Silbermedaillen

Der Rest war nur noch grenzenloser Jubel und gemeinsames Gothaer Feiern von Mannschaft und Fans, das auch auf der gesamten gemeinsamen Heimfahrt weiterging.

Blue Volleys Gotha mit: Aßmann, Bierwisch, Ducháč, Filippidis, Jansen, Jastrow, J.Krauße, H.Krauße, Krochmann, Kühn, Ridings, Spankowski, Wagner und Ri.Werner

veröffentlicht am Dienstag, 5. Mai 2026 um 22:28; erstellt von VC Gotha e.V.
letzte Änderung: 05.05.26, 22:27