5x Adieu: Martin Barthel, Kirsten Prachtel, Antonia Brenscheidt, Tom Bolte und Kevin Mattig
Foto: Ralf Litera
Gerade war der letzte Ball der Saison 2025/2026 gespielt, da rollten die ersten Tränen über das eine oder andere Gesicht am Sorpesee. Neben Freudentränen über das just gewonnenen letzte Match waren dabei aber vor allem Tränen des Abschieds.
Für gleich fünf Engagierte des RC Sorpesee war es das letzte Spiel, das sie in ihren jeweiligen Rollen bestritten.
Eine Saison ohne Kirsten Prachtel? Das mag man sich noch gar nicht vorstellen. Das RCS-Urgestein und seit Jahren Mannschaftsführerin des RC Sorpesee wird ihr Trikot nach rund 30 Jahren Volleyballleidenschaft nun an den Nagel hängen. Die 37-Jährige begann, wie so oft im Ruderclub, mit der Sichtungsgruppe in der Grundschule. Schon schnell wurde das Talent von Kiki erkannt. Es folgte die Nominierung für die WVV-Auswahl und schon zügig der Sprung in die 1. Mannschaft, die damals noch in der Oberliga spielte. Doch was sich dann aus dem Club entwickelte, war auch ein großes Stück Verdienst der "Capitana". Mit Leidenschaft, Emotionen und know-how trug Kiki zu den Erfolgen der letzten Jahre bei.
Und auch auf der Diagonalen wird es Veränderungen geben: denn mit Antonia Brenscheidt verabschiedete sich eine weitere Spielerin von ihrer aktiven Karriere. Die Lehramtsstudentin wird im Herbst ins Referendariat starten. Mit einer goldenen MVP-Medaille verlässt Antonia nun das Feld der 1. Auch sie ist ein RC-Eigengewächs. Wie Kiki durchlief sie die Volleyballschule von der U12 eben bis jetzt zur 1. Mannschaft, in der sie seit Jahren zu den Leistungsträgerinnen gehört. Doch Antonia hat sich auch im Übrigen um den Verein verdient gemacht. Als Trainerin, in der Organisation, in der Westdeutschen Volleyballjugend - ein Leben für den Sport und mit dem unbedingten Willen, etwas zurückzugeben, neue Talente zu entwickeln.
Was beide verbindet: Martin Barthel. Der 55-Jährige Direktor des Städtischen Gymnasiums Sundern übernahm das Team im letzten Jahr in unruhigen Zeiten und führte es sowohl in der letzten Jahr als auch in dieser Saison zum überzeugenden Klassenerhalt. Wie auch andere Spielerinnen erlernten beide Spielerinnen ihr Können durch Martin. Ob Kleinfeld, Großfeld - Martin Barthels Fachkompetenz, verbunden mit seiner positiven Art hat den RCS mit dem zu dem gemacht, was er heute ist: ein professioneller Ausbildungsverein, der den pädagogischen Leistungssport auf seine Fahren geschrieben hat. Diesen Ansatz hat er auch als langjähriger Lehrwart des WVV verbreitet und im eigenen Verein nachhaltig vorgelebt und weiterentwickelt. Umso mehr trägt der RCS des Jahres 2026 genau seine Handschrift.
Und nun wirds laut ;-). Denn auch der "Multifunktionär" Kevin Mattig wird in der nächsten Saison nicht mehr seine vielen Funktionen für den RCS wahrnehmen. Als Quereinsteiger vom Fußball kommend, hat sich Kevin in den letzten Jahren in nahezu allen Bereichen des RC eingebracht. Als Spieler, Hallensprecher, DJ, Streamingverantwortlicher, Co-Trainer, gute Seele, Motivator - ein wahrhaft positiv Volleyballverrückter, der zeigt: Volleyball ist viel cooler als anderes ;-). Insbesondere in den letzten Jahren hat Kevin sein Hobby der Fotografie ausgebaut und ist nun national und darüber hinaus die berühmten 5 Zentimeter hinter der Kamera zu finden - sowohl beim Volleyball als auch Fußball. Und dies ist auch ein Grund, warum er seinen Fokus in diese Richtung noch einmal verschiebt.
Nummer 5 im Bunde derer, die aufhören, ist Thomas Bolte. Als Hallenverantwortlicher hat er in den letzten Jahren dem Trainerteam den Rücken freigehalten, wenn es vor dem und während des Spiels Fragen von Schiedsgericht und Co gab. Ein unverzichtbarer Posten, den Tom mit Bravour und Gelassenheit ausgeübt hat. Und auch er ist kein "Einzeltäter", sondern als Trainer, Koordinator und noch engagierter Vater einer RC-Spielerin im Einsatz.
Man sieht: einfach? Das geht beim RCS nicht. Sondern vielfach! So wächst Zusammenhalt. So entsteht ein Verein, in dem man gerne ist.
Am Samstag verabschiedeten sich 240 Zuschauer von den fünf. Doch in Wahrheit sind es ein ganzer Club, eine ganze Stadt, eine ganze Region, die mit Dankbarkeit auf so viele Jahre Einsatz für den RCS zurückblicken. Der Einsatz ist unmessbar. Einfach mega.
Der RCS punktet mit Emotionen - und viel Zusammenhalt.
veröffentlicht am Dienstag, 28. April 2026 um 20:53; erstellt von Linus Tepe, RC Sorpesee 1956 e.V.
letzte Änderung: 28.04.26, 19:55