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„Konzentriere mich jetzt auf United-Themen

United Volleys Frankfurt
Jörg Krick verabschiedet sich von der Geschäftsführerrolle, bleibt aber als Gesellschafter erhalten.
Foto: Corinna Seibert

Jörg Krick hatte es Ende vergangener Woche bereits gegenüber verschiedenen Ansprechpartnern aus der Volleyball Bundesliga angekündigt: Der Gründer und seitherige Geschäftsführer der United Volleys Frankfurt zieht persönliche Konsequenzen aus der für ihn „absolut enttäuschenden“ Liga-Entscheidung in Sachen Champions League. Diese sei allerdings nur „der letzte Auslöser“ dafür gewesen, dass Krick nach gut fünf Jahren seine Doppelfunktion aufgibt und zukünftig nur noch als Gesellschafter fungiert: „Ich habe für mich immer den deutschen Volleyball vorn angestellt. Das war schon so, als ich mich nach Gesprächen mit dem damaligen Bundestrainer entschlossen habe, das Projekt in Frankfurt zu starten und die hoffnungsvollsten DVV-Nachwuchstalente herzuholen. Genauso 2017, als wir zugestimmt haben, unseren Kapitän und Führungsspieler Christian Dünnes vorzeitig aus seinem Vertrag freizugeben, damit er beim Verband als Sportdirektor einsteigen kann – obwohl das unsere gesamte sportliche Planung über den Haufen geworfen hat.

„Angemessene Wahrnehmung“ als Herausforderung

Auch bei der Volleyball Bundesliga war es in erster Linie Jörg Krick gewesen, der sich auf Seiten der United Volleys bei den unterschiedlichsten Themen eingebracht hatte, am Schluss natürlich auch, als es um die Folgen der Corona-Pandemie ging. „Das werde ich jetzt beenden und mich in meiner Rolle als Gesellschafter voll auf die United Volleys und deren Zukunft konzentrieren“, betont der IT-Unternehmer und Investor. Zu tun haben wird er dabei weiterhin genug und sieht noch jede Menge Herausforderungen: „Wir müssen unbedingt unser Trainingshallenproblem hier in Frankfurt lösen. Dass wir nach fünf Jahren, im Gegensatz zu den anderen Bundesligavereinen, immer noch nicht unter professionellen Bedingungen trainieren können, ist ein Unding – gerade jetzt mit den ganzen Hygiene-Vorgaben bekommen wir das schmerzhaft zu spüren.“ Hier hat Krick während der zurückliegenden Monate zahlreiche Gespräche geführt und vor allem durch das Land Hessen viel Zuspruch erfahren, „das war existenziell wichtig.“

Ebenso will er sich, intensiver und fokussierter als bisher, dafür engagieren, dass die United Volleys durch weitere Gesellschafter gestärkt werden. „Unsere fünfjährige sportliche Erfolgsgeschichte spricht mit drei Bronzemedaillen in der Meisterschaft, vier Europapokal-Teilnahmen und dem Einzug in die Champions League-Gruppenphase für sich. Ebenso die Vielzahl an deutschen Nationalspielern, die wir in der Zeit hervorgebracht haben. Dass wir damit noch längst nicht angemessen bei Politik und Wirtschaft wahrgenommen werden, liegt sicherlich auch daran, dass ich mich selbst zu oft im Tagesgeschäft verzettelt habe“, so Jörg Krick. Eine „riesige Chance“ sieht er nach wie vor im „TheDome“-Projekt am Flughafen: „Die mit Abstand modernste Arena in ganz Europa würde dem gesamten Profisport in Frankfurt und Umgebung für Jahrzehnte völlig neue Perspektiven eröffnen. Dafür setzte ich mich weiterhin ein.“

Das große Ziel bleibt unverändert

Die United Volleys müssen unterdessen kein Führungs-Vakuum befürchten. „Wir sind ohnehin mit mehreren erfahrenen Mitarbeitern personell gut aufgestellt. Einen neuen Geschäftsführer zu holen, war ohnehin mein Ziel, so dass ich mich frühzeitig um qualifizierte Kandidaten bemüht habe“, erklärt Krick, „geändert hat sich jetzt nur, dass ich nicht selbst noch parallel für eine Saison in der Geschäftsleitung bleibe.“ Der „Nachfolger“ soll schon in Kürze vorgestellt werden, eventuell sogar noch in dieser Woche. „Mit dieser neuen Struktur sind wir besser aufgestellt, um unsere Anliegen und das, was wir bieten, offensiv nach außen tragen zu können“, ist Krick überzeugt. In der Vergangenheit „war ich vielleicht zu oft zu solidarisch und habe nicht egoistisch genug die Interessen der Uniteds vertreten. In der zukünftigen Konstellation wird das nicht mehr passieren.“   

„Auch bei der ganzen Champions League-Diskussion war ich wahrscheinlich selbst genauso zu doof und habe wieder zuallererst an andere gedacht, anstatt das zu tun, was für uns als United Volleys, und letztendlich auch für den Deutschen Volleyball, das Cleverste und Beste gewesen wäre“, stellt der scheidende Geschäftsführer mit gewohnt deutlichen Worten fest. Hervorheben möchte er allerdings, „dass ich mich in der Volleyballgemeinschaft immer wohlgefühlt habe und über die Jahre hinweg viele tolle Begegnungen hatte. Insofern ist und bleibt es mein großes Ziel, dass wir irgendwann einmal mit den United Volleys den Meistertitel in TheDome feiern können. Dafür werde ich weiterhin alles geben.“   

 

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veröffentlicht am Mittwoch, 29. Juli 2020 um 18:09; erstellt von TG 1862 e.V. Rüsselsheim
letzte Änderung: 29.07.20 18:03

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