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„Grozer“ Name mit ordentlichem „Wumms“

United Volleys Frankfurt
Außenangreifer Tim Grozer genießt in der kommenden Saison Heimrecht in der Frankfurter Arena.
Foto: Corinna Seibert

Grozer wechselt nach Frankfurt – Dass es da nicht um den „Hammerschorsch“ Georg Grozer geht, dürften nicht nur absolute Volleyball-Insider schnell durchschauen. Schließlich hat Deutschlands Superstar nach drei Jahren in Russland gerade erst beim italienischen Top-Club Piacenza Volley unterschrieben. Trotzdem sind sie bei den United Volleys über die Verpflichtung „ihres“ Grozer nicht weniger glücklich. Der 21-jährige Tim Grozer, der vom letztjährigen Ligakonkurrenten TV Rottenburg an den Main kommt, bringt schließlich alle Anlagen mit, um selbst einmal ein ganz Großer des Volleyballsports zu werden.

Als „Perle“ hat ihn einst sein früherer Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger bezeichnet und ihm die gleiche Schlaghärte wie seinem Bruder und Vater, Idol der 90-er Jahre, attestiert. Auch DVV-Sportdirektor Christian Dünnes hält große Stücke auf den „kleinen“ Grozer. Dem liegt der Spitzenvolleyball wahrlich im Blut. Schon seine Großmutter war eine Ausnahmespielerin, nahm drei Mal für Ungarn an Olympischen Spielen teil. Auch Mutter Timea trug das Nationaltrikot, Schwester Dora ging einst für den VC Wiesbaden ans Netz und kehrt 2020/21 bei Allianz MTV Stuttgart in die Bundesliga zurück. Vater und großer Bruder prägten beide eine ganze Ära beim Deutschen Volleyballverband. 

In Karlitzeks Fußstapfen

„Tim hat den gleichen Ehrgeiz und ist jetzt soweit, den nächsten ganz großen Schritt nach vorn zu machen“, freut sich United-Cheftrainer Juan Manuel Serramalera auf den Neuzugang. Der tritt auch in die Fußstapfen von Moritz Karlitzek, der ebenfalls nach Lehrjahren in Rottenburg in die Mainmetropole kam, dort von Anfang an voll einschlug und selbst in der Champions League für Furore sorgte. „Ich will mit meinem unbedingten Siegeswillen, meinem Kampfgeist und meiner Zuverlässigkeit überzeugen und das Team bereichern“, hat sich Tim Grozer vorgenommen. Bereits im Alter von 17 Jahren wagte er den Sprung vom Niederrhein, wo er wie Georg senior und junior beim Moerser SC aufschlug, zum belgischen Rekordmeister Maaseik.

Anschließend entschied er sich für den dualen Weg und eine Ausbildung bei der Kreissparkasse Tübingen, die er in diesem Sommer erfolgreich abgeschlossen hat. Jetzt will sich der 1,96-Meter-Youngster voll auf seine Volleyballkarriere konzentrieren: „Ich will mich in Frankfurt der Herausforderung in einem ambitionierteren Verein stellen, meine Leistung weiter steigern, viel dazulernen, internationale Erfahrung sammeln und in Deutschland vielleicht sogar um einen Titel mitspielen.“ Mit dieser Einstellung sollte es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis er sich auch in der Nationalmannschaft in den beachtlichen Kreis von Spielern mit United Volleys-Hintergrund einreiht.

Auch ohne „Masa“ bleiben Asse garantiert

Die Fans in der hessischen Metropole dürften sich auf jeden Fall schon auf den Moment freuen, wenn hier nun die nächste Grozer-Generation den sprichwörtlichen „Hammer“ auspackt. Gleichzeitig müssen sie in der kommenden Saison allerdings auf einen anderen spektakulären Angreifer verzichten. Masahiro Yanagida hat sich entschieden, vorerst auf Dauer in seine japanische Heimat zurückzukehren – eine Entwicklung, die so zunächst nicht absehbar war. „Wir waren uns mit ihm eigentlich frühzeitig über eine Verlängerung einig, der Vertrag lag schon unterschriftsreif vor“, berichtet United-Sprecher Jan Wüntscher. Dann habe jedoch die Corona-Pandemie alles verändert.

„Als Kapitän der japanischen Nationalmannschaft war für ihn der Druck nach den Erlebnissen dieses Frühjahrs einschließlich der Verschiebung von Olympia in Tokio einfach zu groß.“ Umso wichtiger ist für die Uniteds, dass sie mit Tim Grozer nun eine neue deutsche Zukunftshoffnung in ihren Reihen haben, die ihr enormes Potenzial in der Bundesliga bereits unter Beweis gestellt hat: Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs rangierte Grozer an Position sieben der Topscorer-Rangliste, bei den Aufschlägern lag er mit stolzen 36 Assen sogar auf Platz vier. Ordentlich „Wumms“ bleibt in Frankfurt also garantiert. Wer sich dafür bereits seine Dauerkarte sichern will, findet online den entsprechenden Link.

 

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Daten und Fakten:

Tim Grozer:

Geboren: 14. Oktober 1998 in Budapest/HUN

Größe: 1,96 m

Position: Außenangriff

Nationalität: GER

Bisherige Vereine:

Moerser SC

VV Humann Essen

SSF Bonn

TSG Solingen Volleys

Noliko Maaseik (BEL)

TV Rottenburg

 

veröffentlicht am Dienstag, 23. Juni 2020 um 15:05; erstellt von TG 1862 e.V. Rüsselsheim
letzte Änderung: 23.06.20 15:04

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