„Aus dem Tief heraus gekämpft“

VC Wiesbaden vs. Rote Raben Vilsbiburg, 17.02.18, 1. BLF
21 Punkte gehen auf das Konto von Dora Grozer (links)
Foto: Detlef Gottwald

Wichtiger Erfolg für Wiesbadens Bundesliga-Volleyballerinnen: Der VC Wiesbaden hat das erste von zwei Heimspielen an diesem Wochenende mit einer starken Leistung gewonnen. Gegen die Roten Raben Vilsbiburg erkämpfte sich der VCW einen 3:2-Sieg (25:17, 23:25, 25:19, 15:25, 15:11) und sicherte sich somit zwei Zähler für die Tabelle.

Die Hessinnen ziehen in der Volleyball Bundesliga damit wieder an Vilsbiburg vorbei und belegen nun den 5. Rang. Morgen trifft der VC Wiesbaden noch auf den VCO Berlin. Anpfiff in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit ist um 16:30 Uhr.

1.751 Zuschauer erlebten von Beginn an eine höchst unterhaltsame Partie. Die Gastgeberinnen waren sofort präsent und waren sichtlich darauf bedacht, den Gästen aus Bayern souverän entgegen zu treten. Je länger der erste Satz dauerte, umso größer wurde der Vorsprung der Hessinnen. Lagen beide Teams am Anfang noch recht gleich auf (8:6 zu ersten Technischen Auszeit), betrug der Abstand zur zweiten Technischen Auszeit bereits vier Zähler. Am Ende des Durchgangs war der Vorsprung sogar auf acht Punkte angewachen, was durchaus als dickes Ausrufezeichen gegen stark mitspielende Vilsbiburger zu werten ist.

Im zweiten Satz dann waren die Roten Raben etwas spielbestimmender. Einige Ungenauigkeiten im Wiesbadener Zusammenspiel machten es Vilsbiburg zu einfach, zum Erfolg zu kommen. Trotzdem gaben sich Dora Grozer & Co. nicht auf und rangen mit dem Gegner bis zum Ende des Durchgangs, den die Gäste hauchdünn mit 25:23 für sich entscheiden konnten.

Die 22-jährige Außenangreiferin des VCW war neben ihren Teamkolleginnen maßgeblich an der bärenstarken Vorstellung im dritten Satz beteiligt. Hier war Wiesbaden nun ganz klar Herr im eigenen Haus. Die Annahme war stabil, der Service druckvoll und das Selbstvertrauen stimmte. Bei den Bayerinnen war der Faden im Spielfluss jedoch gerissen, sodass Gäste-Coach Timo Lippuner früh beide Teamauszeiten zog. Doch bei einem Zwischenstand von 16:9 für den VCW reichte auch die lautstarke Unterstützung der mitgereisten Vilsbiburg-Anhängerschaft nicht mehr aus, als das die Raben noch zum Satzerfolg hätten kommen können.

In vierten Durchgang waren es dann die Gastgeberinnen, bei denen sich erstmals wieder Verunsicherung breit machte. Die Souveränität war plötzlich dahin und Vilsbiburg nutzte die Abstimmungsprobleme im Annahmespiel des VCW sehr gut aus. VCW-Chef-Coach Dirk Groß brachte nach und nach frische Kräfte in die Partie. Für Dora Grozer, die mit 21 Punkten nicht nur erfolgreichste Scorerin ihrer Mannschaft war, sondern nach der Partie auch mit der goldenen MVP-Medaille ausgezeichnet wurde, war das Ende des vierten Durchgangs sowie der Beginn des Tie-Breaks einer der Schlüsselmomente der Partie: „Vilsbiburg hat uns im vierten Satz richtig unter Druck gesetzt. Da passte unsere Annahme nicht und das machte es unseren Zuspielern sehr schwer. Aber dann kamen unsere Auswechselspieler rein, haben ohne Angst gespielt und 100 Prozent abgeliefert.“ Dies sei eine große Qualität der Mannschaft, so Grozer weiter. „Ich bin immer noch unter Spannung. Es ist geil, dass wir das Spiel bis zum Ende durchgezogen haben.“

Und in der Tat, der VCW hat sich ins Spiel zurück gekämpft und auch einen Rückstand im alles entscheidenden fünften Satz aufgeholt. Hier lag Wiesbaden zunächst 7:10 zurück, bevor Zuspielerin Irina Kemmsies eine 5-Punkte-Aufschlagserie startete und die ohnehin schon lautstarke Kulisse zum Kochen brachte. Am Ende bejubelten alle Zuschauer stehend einen völlig verdienten 3:2-Erfolg der Hessinnen.

„Wir haben ein super Spiel abgeliefert. Die Niederlage gegen Potsdam war noch im Hinterkopf und wir hatten auch im vierten Satz keine gute Phase. Aber wir haben gezeigt, dass wir uns aus einem Tief heraus kämpfen können. Das gibt Selbstvertrauen“, war VCW-Chef-Coach Dirk Groß mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden. Bis auf Mittelblockerin Tanja Sredic, die verletzungsbedingt pausieren musste, setzte Wiesbadens Trainer alle seine Spielerinnen ein. Entsprechend ruhig will er die Vorbereitung auf die morgige Partie gegen VCO Berlin angehen: „Spiele wie heute kosten jede Menge Kopfenergie, deshalb ist das Spiel nach so einer Begegnung immer das Schwerste. Mein Team weiß, dass wir gegen VCO Berlin drei wichtige Punkte gewinnen können. Trotzdem werden wir viel Ruhe reinbringen, nicht trainieren, sondern eher einen gemeinsamen Spaziergang machen.“

So können sich die Zuschauer auch am Sonntagnachmittag um 16:30 Uhr auf ein unterhaltsames, von der Krankenkasse „IKK Classic“ präsentiertes Spiel freuen. Die Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit öffnet ab 15 Uhr.

veröffentlicht am Sonntag, 18. Februar 2018 um 01:29; erstellt von 1. VC Wiesbaden e.V.

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