Mannschaften - VBL

Heimspielauftakt, gleich ein Kracher

Allianz MTV Stuttgart vs. Dresdner SC, 12.10.19, 1. BLF
Channon Thompson in Aktion im neu formierten Außenangriff der Stuttgarterinnen
Foto: Foto: Tom Bloch www.tombloch.de

„Das erste Heimspiel gleich gegen einen Titelaspiranten, das ist natürlich ein Kracher“, so Aurel Irion, Geschäftsführer von Allianz MTV Stuttgart. Aber ob dieses erste Highlight am kommenden Samstag (12.10., 15.30 Uhr live in Stuttgart & im Free-TV auf Sport1) bereits als Gradmesser für die noch junge Saison dienen könnte, war am vergangenen ersten Spieltag noch nicht wirklich herauszufinden. Die Mannschaft aus der sächsischen Landeshauptstadt hat zwar ihr erstes Spiel gegen den SC Potsdam (mit dem ehemaligen Stuttgarter Trainer Guillermo Hernandez und der ehemaligen Zuspielerin Valerie Nichol) etwas überraschend mit 1:3 verloren, in Expertenkreisen gilt sie aber als einer der Top-Favoriten auf den deutschen Meistertitel.

Dresden hat sich mit internationaler Klasse auf gleich sieben Positionen verstärkt und verfügt auch in der Breite über einen ausgeglichen starken Kader. Mit Emma Cyris, Kadie Rolfzen, Lucija Mlinar (alle Außenangriff), Sarah Straube (Zuspiel), Lenka Dürr (Libero) sowie Milica Kubura (Diagonal) kommen internationale Erfahrung, aber auch jugendlicher Tatendrang in die SCHARRena nach Stuttgart. Zudem dürfen sich die Fans mit Camilla Weitzel auf den Shootingstar der Europameisterschaft freuen. „Wir wollen besser sein als im vergangenen Jahr“, lautet die Zielsetzung von Dresdens Trainer Alexander Waibl, nachdem seine Mannschaft in der letzten Bundesliga-Saison ohne Medaille geblieben war.

Aber auch Allianz MTV Stuttgart hat den Aderlass der vergangenen Meistersaison mit neun Abgängen gut kompensiert. Um den starken Mittelblock um Paige Tapp, Molly McCage und Micheli Pissinato adäquat zu ersetzen, wurden die holländische Nationalspielerin Juliet Lohuis, die kroatische Nationalspielerin Martina Samadan sowie die Amerikanerin Jenna Rosenthal verpflichtet. Was insbesondere Juliet Lohuis für eine Qualität mitbringt, konnte man schon beim ersten Auswärtsspiel am Samstag gegen den USC Münster beobachten, wo sie praktisch direkt aus dem Flieger (Lohuis war mit der holländischen Nationalmannschaft noch auf Länderspielreise in Japan) aufs Feld geschickt wurde und direkt Stabilität in den Block und die Defensive brachte.

Nach der Verletzung von Pia Kästner muss die neu verpflichtete Türkin Cansu Aydinogullari im Zuspiel gleich „federführend“ die Bälle verteilen. Dies tut sie hochengagiert für den ebenfalls komplett neu formierten Außenangriff, wo neben Channon Thompson aus Trinidad & Tobago, Celine Van Gestel aus Belgien und Alexandra Lazic aus Schweden sicher auch das deutsche Talent Lara Berger seine Einsatzeit bekommen wird.

Nach dem Karriereende von Debbie van Daelen hat man in Stuttgart mit Jennifer Hamson vom VC Wiesbaden Ersatz für den Diagonalangriff gefunden. Hamson soll neben der überragenden Krystal Rivers einen etwas anderen Spielstil prägen und die Gegner überraschen. Keine Veränderungen gibt es auf der Libero-Position mit Annie Cesar und der Finnin Roosa Koskelo.

„Es ist eine Sache, einen Titel zu gewinnen. Etwas ganz anderes und noch schwerer aber ist es, den Titel dann auch zu verteidigen“, weiß Sportdirektorin Kim Renkema aus langer Erfahrung. Aber mit den tollen Fans in der SCHARRena im Rücken hofft sie auf einen weiteren Schub für ihr noch nicht perfekt eingespieltes Team – und dann sollte auch ein Erfolg gegen das Traditionsteam aus Dresden möglich sein.

veröffentlicht am Freitag, 11. Oktober 2019 um 08:52; erstellt von Timo Keller, MTV Stuttgart 1843 e.V.
letzte Änderung: 11.10.19 08:50