Jugend gegen Erfahrung: Münsters Luisa Keller im Duell mit Geerties und Dumancic.
Photo: Daniel Wesseling
Im Rückspiel des Playoff-Viertelfinals hat der USC Münster gegen den amtierenden Meister SSC Palmberg Schwerin nicht mehr für die große Überraschung sorgen können. Mit 0:3 (15:25, 27:29, 17:25) unterlagen die Münsteranerinnen am Sonntagnachmittag in eigener Halle dem großen Favoriten,
Damit zieht das Team aus Mecklenburg, das bereits das Hinspiel mit 3:0 für sich entschieden hatte, ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft ein. Dem USC bleibt am Ende offiziell Platz fünf und das Wissen darum, dass das Team von Trainer Teun Buijs trotz aller Rückschläge durch Verletzungen eine vorzügliche Saison gespielt hat. „Wir können mit der Saison sehr zufrieden sein. Wir hätten auch heute wieder zumindest einen Satz verdient. Aber noch haben wir in gewissen Situationen nicht die Erfahrung die es braucht“, resümierte Buijs, nachdem die Bundesliga-Serie 2017/18 um 15.53 Uhr für seine Münsteranerinnen beendet war.
Was sich wie ein roter Faden durch die Saison zog, nämlich das Pech mit Verletzungen und Ausfällen, blieb dem USC auch im Rückspiel gegen Schwerin treu: Der Infekt der erfahrenen ehemaligen Nationallibera Lisa Thomsen unter der Woche, ließ einen Einsatz in diesem so wichtigen Match nicht zu, und so musste die erfahrene Defensivspezialistin passen. Als Ersatz sprang – zum dritten Mal in dieser Serie – Linda Dörendahl ein. Und an der 33-Jährigen lag es nicht, dass der USC Schwerin ziehen lassen musste: Sie wurde zur wertvollsten Münsteranerin gekürt.
Dennoch – es war wieder eine Umstellung, die Buijs vornehmen musste, die die Balance naturgemäß etwas störte. Was aber ein überaus positiver Fingerzeig auch für die Zukunft der Unabhängigen war, war die Startaufstellung mit einem Durchschnittsalter von nur 21,5 Jahren. Zudem setzte Buijs mit Blockerin Juliet Lohuis lediglich eine einzige Ausländerin ein.
Frech und unbekümmert begann die münstersche Mannschaft, mit einer 16-jährigen Luisa Keller auf der Diagonalen und der 17-jährigen Lina Alsmeier auf Außen. Mit 8:6 ging Münster in die erste Technische Auszeit. Doch dann war bei Münster der Faden gerissen – oder die Gäste hatten sich akklimatisiert. Auf jeden Fall blieb der USC-Angriff zu oft im Schweriner Block hängen, und auch die Annahme hatte Probleme. Der SSC seinerseits legte hier den Grundstein zum ersten Satzgewinn, ging über 16:12 und 21:13 uneinholbar in Front.
Was den USC auszeichnet, sah die Rekordkulisse von knapp 1600 zahlenden Zuschauern im zweiten Abschnitt: Der deutliche Satzverlust blieb Münsters Akteurinnen nicht in den Kleidern hängen, wieder lag der USC in der ersten Auszeit mit 8:6 vorne. Und auch wenn der Meister in der zweiten wieder mit 16:13 die Nase vorne hatte, gaben die Westfälinnen nicht auf. Im Gegenteil: Sie kämpften sich wieder ran und bei 19:18 sogar vorbei am Champion. Am Ende ließ wieder die Erfahrung die Waage zu Schwerins Gunsten ausschlagen. Zwei Satzbälle erarbeiteten sich die Unabhängigen, um dann doch mit 27:29 das Nachsehen zu haben. „Es sind immer wieder die kleinen Sachen, die wir noch nicht so im Griff haben“, analysierte Buijs nach dem Spiel, „hier einen Tip spielen, da mal einen Leger – oder bei Satzball ein verschlagener Aufschlag.“
Nach dem so knapp gewonnenen Satz hatte der Meister nun komplett Oberwasser, schnell war klar, dass der SSC Münster keine Tür mehr offen lassen würde. So setzte sich Schwerin dann auch in drei Sätzen durch und zieht verdient ins Halbfinale ein. So konnte auch SSC-Coach und Bundestrainer Felix Koslowski um 15.53 Uhr aufatmen und ein dickes Kompliment an den westfälischen Konkurrenten geben: „Wir sind mit viel Respekt nach Münster gereist. Der USC hat tolle Talente und eine überragende Saison gespielt. Und das bei so vielen Verletzten. Das ist schon stark“, war Koslowkis Fazit.
published on Sunday, March 25, 2018 at 5:34 PM; created by USC Münster e.V.