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TSV Bayer 04 Leverkusen entführt im Verfolgerduell zwei Punkte aus der Wolfskuhle

Wie erwartet kam es in Essen zu einem packenden NRW Derby, in dem der Aufsteiger aus Leverkusen das Spiel noch drehen und nach 132 Minuten hauchdünn mit 3:2 Sätzen die Oberhand behalten konnte.



Angetrieben von 350 Zuschauern begannen die Gastgeber aus Essen im ersten Satz furios. Harte Aufschläge der Essener Akteure Quecke, Jentsch und Windscheif setzten den Leverkusener Annahmeriegel mit Wernitz, Malinowski und Weßel mächtig unter Druck, so dass ein variantenreiches Spiel nur sporadisch möglich war.
Über die Außenpositionen agierten die Leverkusener mit Daniel Wernitz zu fehlerlastig. Lediglich Alexander Walkenhorst konnte mit vielen gelungenen Aktionen nach einem 12:19 Punkterückstand zu einer Ergebniskosmetik beitragen und den Gast aus Leverkusen zwischenzeitig auf 19:22 heranführen. Doch Humann Essen ließ sich nicht beeindrucken, kämpfte leidenschaftlich und gewann den ersten Satz souverän mit 25:19 Punkten.

Im zweiten Satz konnten die Rheinländer aus Leverkusen sich fangen und die Annahme stabilisieren. Die Fehlerquote im Außenangriff senkte sich deutlich und das Spiel der Leverkusener gewann im Satzverlauf an Sicherheit. Bis zum Ende des Satzes blieb es ein offener Schlagabtausch.
Erst Ende des Satzes übernahmen die Herren des TSV Bayer 04 Leverkusen mit drei in Folge gewonnenen Punkten die Führung, die mit 25:23 Punkten zum Satzgewinn führte.

Unbeeindruckt vom Satzverlust legte Humann Essen zu Beginn des dritten Satzes los und konnte sich schnell eine 7:3 Führung erspielen. In der Phase gelang dem Gastgeber aus Essen nahezu alles. Druckvolle Angaben, spektakuläre Abwehraktionen oder harte Angriffe von Quecke, Karbacher und Windscheif führten zu einer bequemen 23:15 Führung.
Doch mit dem Rücken zur Wand und mit dem neuen Zuspieler Mats Gerhards auf dem Feld fingen die Leverkusener an sich auf ihre Stärken zu besinnen. So stand plötzlich der Block und die gut platzierten Angaben von Mats Gerhards verunsicherten den Essener Spielaufbau.
Die Angreifer, um den überragenden Alexander Walkenhorst, liefen zur Höchstform auf.
Selbst zwei Auszeiten des Essener Trainers Kai Annacker brachte beim Gastgeber keine Sicherheit, so dass die Leverkusener Herren tatsächlich zum 23:23 Spielstand ausgleichen konnten.
Humann Essen wankte, fiel jedoch nicht und brachte den Satz mit 26:24 Punkten ins Ziel.
Auch zu Beginn des vierten Satzes führte das Team von Kai Annacker schnell mit 4:1 Punkten. Eine Auszeit des Leverkusener Trainers Helmut Weissenbach steigerte die Konzentration, so dass die Leverkusener nicht nur schnell die Essener Führung ausgleichen, sondern sich ab Mitte des Satzes deutlich absetzen konnte.
Die Schnellangreifer Martin Kern und Henrik Wessel wurden gut eingesetzt und auch die Aussenangreifer Marius Malinowski und Daniel Wernitz fanden mit ihren Angriffen das Ziel.
Mit 25:18 ging der vierte Satz an die Gäste aus Leverkusen.

Im fünften Satz startete Leverkusen mit einem 2:1 Vorsprung doch die Essener kämpften um jeden Ball und konnten einige spektakuläre Ballwechsel für sich entscheiden und sich eine zwei Punkte Führung zum 11:9 erspielen. Die Leverkusener Herren ließen aber nicht locker und hielten dagegen. Der Essenr Annahmeriegel fing an zu wackeln, der Leverkusener Block konnte die Angriffe entschärfen, so dass Diagonalspieler Alexander Walkenhorst und Henrik Wessel in der Offensive die entscheidenden Scorerpunkte
erzielen konnten. Eine Serie von fünf Punkten bescherte den Leverkusenern drei Matchbälle.
Der dritte Matchball fand sein Ziel zum 15:13 Satzgewinn und letztendlich war es vielleicht die spürbare Entschlossenheit der Leverkusener Spieler am Ende des fünften Satzes, die zu diesem glücklichen Sieg zweier gleichwertiger Teams führte.

"Die Partie war heute mal wieder eine Tal- und Bergfahrt in allen Belangen. Aber in den Spielen zwischen den Humännern und uns sind enge Spiele und taktische Wendungen ja typisch.
Essen hat uns im ersten Satz überrollt und es war richtig schwer den Rhythmus zu finden. Im ersten Satz waren unsere Schnellangreifer nicht im Spiel integriert, das wurde im Spielverlauf mit einer besseren Annahme und auch mit Mats Gerhards im Zuspiel zum Glück besser.
Die Wende im Spiel kam im dritten Satz. Nach dem 15:23 haben wir durch die Aufholjagd als Team gut gearbeitet und jeder war bei der Sache. Gerade Mats Gerhards hat dem Team neue Impulse gegeben.
Leverkusener Herren können nach Derbyerfolg jubeln(Foto:T.Walsh)


Alexander Walkenhorst hat heute seine beste Saisonleistung gezeigt. Im fünften Satz haben wir mit höchster Konzentration gespielt und die Fehlerquote gering gehalten. Das war einer der besten Sätze, die wir diese Saison abgeliefert haben.
Humann hat gut gespielt und hätte heute auch gewinnen können.
Schön zu sehen, dass wir als Mannschaft am Schluss ans Limit gegangen sind und volle Konzentration und Siegeswillen gezeigt haben", so dass Kompliment von Trainer Helmut Weissenbach an seine Mannschaft.
 
Helmut Weissenbach
http://www.volleyball-bundesliga.de
erstellt am 19.01.2010

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