Michael Neumeister bleibt: "Der TVR hat seinen Platz in meinem Herzen"
Michael Neumeister, seit vier Jahren Zuspieler bei den Bundesligavolleyballern des EnBW TV Rottenburg, hat für ein weiteres Jahr unterschrieben. Er ist der vierte Spieler, der seine Zusage für die neue Saison gegeben hat. Im Interview verrät er, warum er so sehr an Rottenburg und dem Verein hängt.
Neben Dirk Mehlberg, Felix Isaak und René Bahlburg ist Michael Neumeister der vierte Spieler, den Rottenburg derzeit für die neue Saison im Kader hat. „Ich bin froh, dass auch Micha weiterhin bei uns bleibt. Er hat sich hier ein großes persönliches Umfeld aufgebaut und macht viel für den Volleyballstandort Rottenburg“, sagt Rottenburgs Manager Jörg Papenheim. „Ich glaube, dass er in der Vorbereitungsphase einen weiteren Schritt nach vorne machen wird und uns im nächsten Jahr enorm helfen kann, er kommt jetzt ins beste Zuspielalter.“
Der 27-jährige wechselte 2008 von der SG Eltmann an den Neckar und hat in Rottenburg seine neue Heimat gefunden („der TVR hat seinen Platz in meinem Herzen“). Nach einem Jahr als zweiter Zuspieler hinter Tommy Welz, gelang ihm 2009/2010 der Durchbruch. Papenheim schätzt an seinem Steller dessen Einsatz für das Team und seine volle Identifikation mit dem Verein. „Er verfügt volleyballerisch über alles, was ein guter Zuspieler braucht. Zudem kann er vor allem beim Aufschlag und im Block Qualitäten reinbringen, die bei Zuspielern nicht immer zu finden sind.“
Dies zeigte er vor allem 2009/2010 in der für den TVR bisher besten Saison der Vereinsgeschichte. Der Sportmanagementstudent führte seine Mannschaft zum fünften Platz in der Liga und qualifizierte sich erstmals für den Europapokal. Eigentlich sollte es für ihn in der Saison 2010/2011 so weitergehen, Probleme mit der Achillessehne zwangen ihn jedoch noch vor Saisonstart zu einer langen Pause und er kam erst zu Saisonende wieder richtig in Tritt. Nun ist er voll da: „Er hatte Zeit, auch in seiner Persönlichkeit zu reifen, daher ist er unsere erste Wahl“, sagt Papenheim.
In seiner vierten Spielzeit beim TVR leitete er in der vergangenen Saison zusammen mit Routinier Gergely Chowanski das Rottenburger Spiel und konnte dabei viel vom erfahrenen Zuspielkollegen lernen. Dass er auch in der Saison 2012/2013 in Rottenburg die Fäden in der Hand hält, war für den im russischen Pensa geborenen ehemaligen Juniorennationalspieler ein großes Ziel. „Ich fühle mich im Verein und in der Region pudelwohl, ich freue mich auf ein weiteres Jahr beim TVR.“ Weitere Gründe für seine Vertragsverlängerung und warum er derzeit einige Nächte vorm Fernseher verbringt, verrät er im Interview.
Micha, der neue Deutsche Meister wurde vor wenigen Tagen gekürt, für den TV Rottenburg ist die Saison schon einige Wochen beendet. Wie geht es Dir?
Michael Neumeister: Direkt nach Saisonende hatte ich erst mal das Gefühl, dass sie viel zu kurz war. Wir hätte schon noch länger spielen können und wollen. Andererseits war ich auch froh über die Trainingspause, da das Pensum während der Saison schon sehr hoch. Die Zeit nutze ich gerade für mein Studium und für Hausarbeiten.
Apropos Uni. Wie schaut‘s da aus?
Neumeister: Ich komme ins achte Semester (Sportmanagement, Anm. d. Red.), der Plan ist es, nächsten Sommer scheinfrei zu sein und dann ins Praktikum zu gehen.
Du bist aktuell der vierte Spieler im Kader des TVR für die neue Saison. Durch den Rückzug des Hauptsponsors EnBW steht dem TVR eine schwierige Saison ins Haus, Du hast aber nicht gezögert, hier zu bleiben. Warum?
Neumeister: Es war ein großer Schock, dass der größte Geldgeber aussteigt. Ich kann die Entscheidung der EnBW aber auch nachvollziehen, auch wenn es bitter für uns ist. Der Verein hat danach sofort artikuliert, dass es trotzdem mit Bundesligavolleyball in Rottenburg bzw. Tübingen weiter geht. Die Verantwortlichen kamen gleich auf mich zu und wollten mich unbedingt halten. Da ich mich hier pudelwohl fühle und auch nicht aus der Region weg wollte, stehe ich dem Verein natürlich auch in schwierigen Zeiten zur Seite.
Zumal du mittlerweile sehr verwurzelt und integriert bist in Rottenburg…
Neumeister: …ja, ich fühle mich wie gesagt sehr wohl, ich habe viele nette Leute kennen gelernt, die mich teilweise schon fast in ihre Familie aufgenommen haben. An Abschied habe ich nie gedacht. Zudem haben wir kompetente Köpfe im Verein, die es schaffen werden, die „Krise“ zu bewältigen, da bin ich fest davon überzeugt.
Dass es Dir beim TVR gefällt sieht man nicht nur auf dem Spielfeld. Man trifft dich bei der Mitgliederversammlung des Hauptvereins oder bei der Abteilungsversammlung der Volleyballer an. Am Dienstag hast Du auf der Rottenburger Dünnbachhütte im Rahmen der 1.Mai-Bewirtung des TVR Bier gezapft für die durstigen Wanderer. Das ist nicht unbedingt typisch für einen Bundesligaspieler, oder?
Neumeister: Der Verein engagiert sich in vielfältiger Hinsicht. Da helfe ich auch gerne mit und repräsentiere die Bundesligamannschaft. Ich bin ein sehr offener Mensch und freue mich, Leute kennen zu lernen, daher machen mir die Vereinsveranstaltungen großen Spaß. Man bekommt viel Feedback von den Leuten und auch viel Zuspruch. Vor allem bei den anderen TVR-Mitgliedern kommt es gut an, wenn wir Spieler uns auch neben dem Spielfeld zeigen und engagieren.
Du bist also mit Leib und Seele ein TVRler geworden?
Neumeister: Ja klar! Der TVR hat seinen Platz in meinem Herzen. Ich hoffe es werden noch einige weitere Jahre kommen und der Verein bleibt weiterhin erstklassig!
Wie schaut‘s mit Urlaub aus? Warst Du schon unterwegs?
Neumeister: Mit Urlaub ist es eher mau dieses Jahr. Aber ich bin bei vielen Hochzeiten eingeladen, das ist dann ja auch jedes Wochenende wie Urlaub (lacht)!
Du bist in Russland geboren und in der Stadt des aktuellen Deutschen Meisters bei den Frauen, Schwerin, groß geworden. Ist hier oder da mal wieder ein Besuch geplant?
Neumeister: Ja, ich werde noch ein paar Tage Heimaturlaub machen und auch noch einen kurzen Abstecher in meine russische Heimat zu meiner Oma unternehmen. Ich war seit der sechsten Klasse nicht mehr da, ich freu‘ mich riesig.
Kannst du dich denn auf Russisch verständigen?
Neumeister: Ich habe an der Uni russisch gelernt und kann es mittlerweile auch richtig gut lesen und schreiben. Da fällt die Konversation mit Oma doch gleich viel leichter!
Die vergangenen Jahre hast du im Sommer bei Universiaden oder Militärweltspielen mitgespielt. Gibt es dieses Jahr keine Pläne in diese Richtung?
Neumeister: Nein, dieses Jahr steht aufgrund der olympischen Spiele nichts an. Aber das passt sehr gut, da kann ich mein Studium voran bringen.
Du schlägst Dir zurzeit die ein oder andere Nacht um die Ohren? Was ist der Grund?
Neumeister: Natürlich bin ich ja nicht nur Volleyball interesseiert, sondern allgemein sehr sportbegeistert. Zurzeit verfolge ich intensiv die NBA-Playoffs, wo „unser Dirk“ (Basketballer Dirk Nowitzki von den Dalls Mavericks, Anm. d. Red.) gerade gegen Oklahoma City spielt. Letztes Jahr hat er gerockt und soll auch dieses Jahr groß aufspielen.
Er liegt aber in der ersten Playoff-Runde mit 0:2 zurück, packen es die „Mavs“ noch?
Neumeister: Ganz sicher, die werden den Sprung in die Finals schon noch schaffen! Auch wenn es natürlich sehr schwer wird.
Eure Saison beginnt im Oktober, was erwartest Du?
Neumeister: Ich freue mich erstmal auf die intensive Vorbereitungsphase und auf ein cooles Team, mit dem es Spaß macht und mit dem man viele Erfolge feiern darf. Ich hoffe, dass sich auch die Fans weiterhin zum TVR bekennen und ihm mit ihrer Begeisterung und der tollen Stimmung durch die schwierige Phase helfen!
Das Interview führte Philipp Vollmer
Steckbrief:
Name: Michael Neumeister
Geburtstag: 06.06.1985
Geburtsort: Pensa (RUS)
Größe: 193 cm
Nationalität: deutsch
Position: Zuspiel
Bisherige Vereine: Schweriner SC, VCO Berlin, VC Leipzig, SG Eltmann
Der aktuelle Kader des EnBW TV Rottenburg für die Saison 2012/13:
Dirk Mehlberg (AA), Felix Isaak (MB), René Bahlburg (AA), Michael Neumeister (Z)
Der 27-jährige wechselte 2008 von der SG Eltmann an den Neckar und hat in Rottenburg seine neue Heimat gefunden („der TVR hat seinen Platz in meinem Herzen“). Nach einem Jahr als zweiter Zuspieler hinter Tommy Welz, gelang ihm 2009/2010 der Durchbruch. Papenheim schätzt an seinem Steller dessen Einsatz für das Team und seine volle Identifikation mit dem Verein. „Er verfügt volleyballerisch über alles, was ein guter Zuspieler braucht. Zudem kann er vor allem beim Aufschlag und im Block Qualitäten reinbringen, die bei Zuspielern nicht immer zu finden sind.“
Dies zeigte er vor allem 2009/2010 in der für den TVR bisher besten Saison der Vereinsgeschichte. Der Sportmanagementstudent führte seine Mannschaft zum fünften Platz in der Liga und qualifizierte sich erstmals für den Europapokal. Eigentlich sollte es für ihn in der Saison 2010/2011 so weitergehen, Probleme mit der Achillessehne zwangen ihn jedoch noch vor Saisonstart zu einer langen Pause und er kam erst zu Saisonende wieder richtig in Tritt. Nun ist er voll da: „Er hatte Zeit, auch in seiner Persönlichkeit zu reifen, daher ist er unsere erste Wahl“, sagt Papenheim.
In seiner vierten Spielzeit beim TVR leitete er in der vergangenen Saison zusammen mit Routinier Gergely Chowanski das Rottenburger Spiel und konnte dabei viel vom erfahrenen Zuspielkollegen lernen. Dass er auch in der Saison 2012/2013 in Rottenburg die Fäden in der Hand hält, war für den im russischen Pensa geborenen ehemaligen Juniorennationalspieler ein großes Ziel. „Ich fühle mich im Verein und in der Region pudelwohl, ich freue mich auf ein weiteres Jahr beim TVR.“ Weitere Gründe für seine Vertragsverlängerung und warum er derzeit einige Nächte vorm Fernseher verbringt, verrät er im Interview.
Micha, der neue Deutsche Meister wurde vor wenigen Tagen gekürt, für den TV Rottenburg ist die Saison schon einige Wochen beendet. Wie geht es Dir?
Michael Neumeister: Direkt nach Saisonende hatte ich erst mal das Gefühl, dass sie viel zu kurz war. Wir hätte schon noch länger spielen können und wollen. Andererseits war ich auch froh über die Trainingspause, da das Pensum während der Saison schon sehr hoch. Die Zeit nutze ich gerade für mein Studium und für Hausarbeiten.
Apropos Uni. Wie schaut‘s da aus?
Neumeister: Ich komme ins achte Semester (Sportmanagement, Anm. d. Red.), der Plan ist es, nächsten Sommer scheinfrei zu sein und dann ins Praktikum zu gehen.
Du bist aktuell der vierte Spieler im Kader des TVR für die neue Saison. Durch den Rückzug des Hauptsponsors EnBW steht dem TVR eine schwierige Saison ins Haus, Du hast aber nicht gezögert, hier zu bleiben. Warum?
Neumeister: Es war ein großer Schock, dass der größte Geldgeber aussteigt. Ich kann die Entscheidung der EnBW aber auch nachvollziehen, auch wenn es bitter für uns ist. Der Verein hat danach sofort artikuliert, dass es trotzdem mit Bundesligavolleyball in Rottenburg bzw. Tübingen weiter geht. Die Verantwortlichen kamen gleich auf mich zu und wollten mich unbedingt halten. Da ich mich hier pudelwohl fühle und auch nicht aus der Region weg wollte, stehe ich dem Verein natürlich auch in schwierigen Zeiten zur Seite.
Zumal du mittlerweile sehr verwurzelt und integriert bist in Rottenburg…
Neumeister: …ja, ich fühle mich wie gesagt sehr wohl, ich habe viele nette Leute kennen gelernt, die mich teilweise schon fast in ihre Familie aufgenommen haben. An Abschied habe ich nie gedacht. Zudem haben wir kompetente Köpfe im Verein, die es schaffen werden, die „Krise“ zu bewältigen, da bin ich fest davon überzeugt.
Dass es Dir beim TVR gefällt sieht man nicht nur auf dem Spielfeld. Man trifft dich bei der Mitgliederversammlung des Hauptvereins oder bei der Abteilungsversammlung der Volleyballer an. Am Dienstag hast Du auf der Rottenburger Dünnbachhütte im Rahmen der 1.Mai-Bewirtung des TVR Bier gezapft für die durstigen Wanderer. Das ist nicht unbedingt typisch für einen Bundesligaspieler, oder?
Neumeister: Der Verein engagiert sich in vielfältiger Hinsicht. Da helfe ich auch gerne mit und repräsentiere die Bundesligamannschaft. Ich bin ein sehr offener Mensch und freue mich, Leute kennen zu lernen, daher machen mir die Vereinsveranstaltungen großen Spaß. Man bekommt viel Feedback von den Leuten und auch viel Zuspruch. Vor allem bei den anderen TVR-Mitgliedern kommt es gut an, wenn wir Spieler uns auch neben dem Spielfeld zeigen und engagieren.
Du bist also mit Leib und Seele ein TVRler geworden?
Neumeister: Ja klar! Der TVR hat seinen Platz in meinem Herzen. Ich hoffe es werden noch einige weitere Jahre kommen und der Verein bleibt weiterhin erstklassig!
Wie schaut‘s mit Urlaub aus? Warst Du schon unterwegs?
Neumeister: Mit Urlaub ist es eher mau dieses Jahr. Aber ich bin bei vielen Hochzeiten eingeladen, das ist dann ja auch jedes Wochenende wie Urlaub (lacht)!
Du bist in Russland geboren und in der Stadt des aktuellen Deutschen Meisters bei den Frauen, Schwerin, groß geworden. Ist hier oder da mal wieder ein Besuch geplant?
Neumeister: Ja, ich werde noch ein paar Tage Heimaturlaub machen und auch noch einen kurzen Abstecher in meine russische Heimat zu meiner Oma unternehmen. Ich war seit der sechsten Klasse nicht mehr da, ich freu‘ mich riesig.
Kannst du dich denn auf Russisch verständigen?
Neumeister: Ich habe an der Uni russisch gelernt und kann es mittlerweile auch richtig gut lesen und schreiben. Da fällt die Konversation mit Oma doch gleich viel leichter!
Die vergangenen Jahre hast du im Sommer bei Universiaden oder Militärweltspielen mitgespielt. Gibt es dieses Jahr keine Pläne in diese Richtung?
Neumeister: Nein, dieses Jahr steht aufgrund der olympischen Spiele nichts an. Aber das passt sehr gut, da kann ich mein Studium voran bringen.
Du schlägst Dir zurzeit die ein oder andere Nacht um die Ohren? Was ist der Grund?
Neumeister: Natürlich bin ich ja nicht nur Volleyball interesseiert, sondern allgemein sehr sportbegeistert. Zurzeit verfolge ich intensiv die NBA-Playoffs, wo „unser Dirk“ (Basketballer Dirk Nowitzki von den Dalls Mavericks, Anm. d. Red.) gerade gegen Oklahoma City spielt. Letztes Jahr hat er gerockt und soll auch dieses Jahr groß aufspielen.
Er liegt aber in der ersten Playoff-Runde mit 0:2 zurück, packen es die „Mavs“ noch?
Neumeister: Ganz sicher, die werden den Sprung in die Finals schon noch schaffen! Auch wenn es natürlich sehr schwer wird.
Eure Saison beginnt im Oktober, was erwartest Du?
Neumeister: Ich freue mich erstmal auf die intensive Vorbereitungsphase und auf ein cooles Team, mit dem es Spaß macht und mit dem man viele Erfolge feiern darf. Ich hoffe, dass sich auch die Fans weiterhin zum TVR bekennen und ihm mit ihrer Begeisterung und der tollen Stimmung durch die schwierige Phase helfen!
Das Interview führte Philipp Vollmer
Steckbrief:
Name: Michael Neumeister
Geburtstag: 06.06.1985
Geburtsort: Pensa (RUS)
Größe: 193 cm
Nationalität: deutsch
Position: Zuspiel
Bisherige Vereine: Schweriner SC, VCO Berlin, VC Leipzig, SG Eltmann
Der aktuelle Kader des EnBW TV Rottenburg für die Saison 2012/13:
Dirk Mehlberg (AA), Felix Isaak (MB), René Bahlburg (AA), Michael Neumeister (Z)






