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TSV Grafing auch weiterhin zweitklassig

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Mit dem im Sport viel beschworenen blauen Auge ist der TSV Grafing bei der diesjährigen Zweitligasaison davon gekommen. Durch einen 3:0-Sieg (26:24, 25:16, 25:19) über den direkten Abstiegskonkurrenten TSV Friedberg sicherten sich die Bärenstädter auf den letzten Drücker aus eigener Kraft den Klassenerhalt.



Am Ende tanzten die Grafinger im Kreis und demonstrierten, dass sie auf der Zielgeraden der Saison doch noch zu einer Mannschaft zusammen gewachsen waren. Trainer Jürgen Pfletschinger ging an die Tribüne und sagte: „Danke Jungs, ohne euch wäre das hier heute nicht so glatt gelaufen.“ 70 Fans waren in Privatautos und einem extra organisierten Fanbus nach Friedberg gekommen. Mit Trommeln, Tröten und singfreudigen Kehlen stellten sie einerseits den Friedberger Anhang klar in den Schatten und sorgten auf der anderen Seite dafür, dass die Grafinger Mannschaft zeitweise euphorisiert spielte.

Positives Ende einer negativen Saison. Foto: Johannes Markmann



Dass den Bärenstädtern ob ihrer schaurigen Serie von neun Niederlagen aus den letzten zehn Spielen der Mumm in den Knochen fehlte, zeigten sie Ende des ersten Satzes. 19:9 führte die Gastmannschaft, der Durchgang war eigentlich gelaufen. Dann reihten sich Fehlannahmen, Missverständnisse und schwache Spielzüge aneinander und auf einmal stand es 24:24 – zehn Punkte Vorsprung verspielt. Doch das Grafinger Nervenkostüm hielt. Satz zwei ersparte Fans, Management und den Auswechselspielern den Griff zum Beruhigungsfläschchen.

Grafing tanzt im Kreis. Die Klasse ist gesichert. Foto: Johannes Markmann



Auf dem Feld herrschte Ekstase. Libero Adis Katanovic brüllte sich auf dem Feld die Seele aus dem Leib, trieb Mitspieler und Publikum an. Die Grafinger Bassdrum dröhnte unaufhörlich durch die Friedberger TSV Halle. Und auch wenn der TSV Grafing im dritten Satz noch einmal ins Schwimmen geriet und erst im Schlussspurt den Deckel drauf setzte, setzten sie sich letztendlich doch souverän gegen jene Mannschaft durch, die nun statt den Grafingern in die Dritte Liga absteigen wird.

Dank an die Fans, die zahlreich nach Friedberg gekommen waren. Foto: Johannes Markmann



Und so hatten sich alle lieb. Die Spieler gönnten sich nach der Partie eine kurze Sektdusche, um dann zu ihren Fans auf die Tribüne zu steigen und sich zu bedanken für die sensationelle Unterstützung. Wer alles nächste Saison im Grafinger Dress auflaufen wird, wer an der Seitenlinie steht – im Moment gibt es noch viele Fragezeichen. Alles scheint möglich. Einzig Libero Andreas Kuhn hat öffentlich angedeutet, sich vom Volleyball verabschieden zu wollen.

Passend zur verkorksten, durch den Klassenerhalt zumindest aber nicht komplett verschenkten Saison meinte Manager Marcus Bohle auf der Tribüne: „Jetzt müssen wir erst mal den Boden aufwischen.“ Mit ihrer überschwänglichen Sektdusche hatten die Spieler in fremder Halle eine komplette Spielfeldhälfte besudelt. Danach ging es für einige Spieler im Fanbus zurück nach Hause. Sie sangen und lachten in der Gewissheit im wichtigsten Saisonspiel gezeigt zu haben, dass sie in die zweite Liga gehören.

Grafing: Stanislav Lampart, Marcin Boruc, Renaud Doué, David Schirmer, Dejan Stankovic, Armis Dewes, Adis Katanovic; Felix Langer, Moritz Pfletschinger.


Trainer Jürgen Pfletschinger: „Die Jungs haben mit einer sehr emotionalen Einstellung gespielt, so habe ich das lange Zeit nicht gesehen. Die Zuschauer waren heute eine wahnsinnige Unterstützung für uns.“

Libero Jörg Fredersdorf: „Das war fast das beste Spiel der Saison für uns. Wir haben heute konsequent die Punkte gemacht, jeder hat sich für den anderen auf dem Feld den Arsch aufgerissen.“

Ehrenpräsident Günter Schmidt: „Heute war wieder alles dabei, was Grafing beherrscht. Im ersten Satz mit zehn Punkten geführt und knapp gewonnen, im zweiten souverän und dann der fast vergeigte dritte Satz. Als es hin und her ging, haben wir das Ding doch noch durchgebracht.“

Manager Marcus Bohle: „Das war der Showdown einer verkorksten Saison. Ich bin froh, dass jetzt alles vorbei ist und wir auch nächstes Jahr in der zweiten Liga spielen.“

Mittelblocker und Beachvolleyballer Konstantin Schmid: „Nach dieser Saison freue ich mich jetzt einfach nur noch auf den Sand.“


von Johannes Markmann
 
TSV Grafing
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erstellt am 30.04.2012

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