Renate Riek-Bauer feiert 50. Geburtstag
Die deutsche Rekordnationalspielerin Renate Riek-Bauer feiert am heutigen Donnerstag (11.03.) ihren 50. Geburtstag. Das gesamte Team der Allianz Volley Stuttgart gratuliert seiner Co-Trainerin recht herzlich zu diesem Jubiläum:
dpa-Bericht:
Um genau 20.36 Uhr hält es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Sitzen. In der Halle des Stuttgarter Hegelgymnasiums bricht ein Jubelsturm los. Es ist der 14. März 2009, als die deutsche Rekord-Volleyballerin Renate Riek-Bauer noch einmal in der Bundesliga spielt. Für ihre Mannschaft Allianz Volley Stuttgart - mit 49 Jahren. Das hatte es im Volleyball bis dahin nicht gegeben. «Ich habe von dem Drumherum gar nichts mitbekommen. Als ich eingewechselt wurde, war ich sofort wie eingeschaltet», erinnert sich die Zuspielerin. An diesem Donnerstag wird sie 50.
Mit außergewöhnlichen Bestmarken kennt sich die Stuttgarterin aus. 518 Länderspiele hat sie bestritten. So viel wie kein anderer Sportler in Deutschland in welcher Sportart auch immer. Dazu ist sie zwischen 1982 und 1991 mit dem SV Lohhof und dem CJD Feuerbach je dreimal deutsche Meisterin geworden - und war in ihrer Generation das Beste, was der deutsche Volleyball zu bieten hatte. Das schönste Erlebnis seien aber die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles gewesen, erzählt Riek-Bauer. Dort wurde sie mit dem Nationalteam Sechste. «Olympia ist für jeden etwas Besonderes, ein übergreifendes Erlebnis in der Gemeinschaft der Sportler.»
Es war natürlich nicht geplant, dass die mit 1,70 Meter für eine
Volleyballerin relativ kleine Frau im vergangenen Jahr noch einmal in der Bundesliga spielte. 1994 hatte sie ihre Karriere im Alter von 34 Jahren bereits beendet. Da arbeitete sie schon, wie auch heute noch, als Designerin bei Mercedes-Benz. Nebenher spielte sie noch für den MTV Stuttgart in der Regionalliga - mit einigen anderen Frauen jenseits der 30. Doch sie stiegen in die zweite Liga auf, und der MTV beschloss eine Kooperation mit dem Ortsrivalen TSV Georgii Allianz. 2008 war Allianz Volley Stuttgart ganz oben.
Das Aushängeschild war Riek-Bauer, die dem Projekt einen
außergewöhnlichen Glanz verlieh. «Sie hat sportlich einen unglaublichen Wert für uns», sagte der damalige Trainer Alexander Waibl. «Aber im Marketing ist ihr Wert noch viel unglaublicher.» Denn die Interview-Termine und Fernsehauftritte des stets fröhlichen, aber nie arroganten Lockenkopfs bescherten dem Club eine große Öffentlichkeit. In der ersten Bundesliga-Saison war sie noch als Standby-Profi dabei. Heute hilft sie als Co-Trainerin von Waibl-Nachfolger Jan Lindenmair mit. Dass sie so lange so fit geblieben ist, habe sie ihren Eltern zu verdanken, sagt die mit dem Allianz-Volley-Manager Rüdiger Bauer verheiratete, lebensfrohe Schwäbin. «Die haben mir eine gute Grundkonstitution mitgegeben.»
Zu besonderen Leistungen ist die EM-Dritte von 1991 noch immer fähig und darf sich zurzeit sogar deutsche Vize-Meisterin nennen. Mit einigen «älteren Damen» des MTV Stuttgart bei den Seniorinnen 1, der Altersklassse ab 32 Jahren. Sie könnten auch schon Seniorinnen 3 spielen. An Pfingsten vergangenen Jahres wurden sie erst im Finale geschlagen - von der Ex-Nationalmannschaft der DDR. «Wir spielen einfach mit dem, was wir noch haben. Das ist toll. Wir leben sozusagen von unserem Restpotenzial», erklärt Riek-Bauer und lacht.
Volleyball sei nie das Einzige gewesen, was ihr wichtig ist. Die Zeit ihrer großen Erfolge vermisse sie nicht. «Das ist vorbei», sagt Riek-Bauer, die lieber in der Gegenwart lebt. Jetzt, mit 50, wünscht sich die Designerin ganz einfach, beweglich zu bleiben. «In jeder Beziehung. Und dabei hilft auch der Sport.»
Autor: Matthias Jung
Um genau 20.36 Uhr hält es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Sitzen. In der Halle des Stuttgarter Hegelgymnasiums bricht ein Jubelsturm los. Es ist der 14. März 2009, als die deutsche Rekord-Volleyballerin Renate Riek-Bauer noch einmal in der Bundesliga spielt. Für ihre Mannschaft Allianz Volley Stuttgart - mit 49 Jahren. Das hatte es im Volleyball bis dahin nicht gegeben. «Ich habe von dem Drumherum gar nichts mitbekommen. Als ich eingewechselt wurde, war ich sofort wie eingeschaltet», erinnert sich die Zuspielerin. An diesem Donnerstag wird sie 50.
Mit außergewöhnlichen Bestmarken kennt sich die Stuttgarterin aus. 518 Länderspiele hat sie bestritten. So viel wie kein anderer Sportler in Deutschland in welcher Sportart auch immer. Dazu ist sie zwischen 1982 und 1991 mit dem SV Lohhof und dem CJD Feuerbach je dreimal deutsche Meisterin geworden - und war in ihrer Generation das Beste, was der deutsche Volleyball zu bieten hatte. Das schönste Erlebnis seien aber die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles gewesen, erzählt Riek-Bauer. Dort wurde sie mit dem Nationalteam Sechste. «Olympia ist für jeden etwas Besonderes, ein übergreifendes Erlebnis in der Gemeinschaft der Sportler.»
Es war natürlich nicht geplant, dass die mit 1,70 Meter für eine
Volleyballerin relativ kleine Frau im vergangenen Jahr noch einmal in der Bundesliga spielte. 1994 hatte sie ihre Karriere im Alter von 34 Jahren bereits beendet. Da arbeitete sie schon, wie auch heute noch, als Designerin bei Mercedes-Benz. Nebenher spielte sie noch für den MTV Stuttgart in der Regionalliga - mit einigen anderen Frauen jenseits der 30. Doch sie stiegen in die zweite Liga auf, und der MTV beschloss eine Kooperation mit dem Ortsrivalen TSV Georgii Allianz. 2008 war Allianz Volley Stuttgart ganz oben.
Das Aushängeschild war Riek-Bauer, die dem Projekt einen
außergewöhnlichen Glanz verlieh. «Sie hat sportlich einen unglaublichen Wert für uns», sagte der damalige Trainer Alexander Waibl. «Aber im Marketing ist ihr Wert noch viel unglaublicher.» Denn die Interview-Termine und Fernsehauftritte des stets fröhlichen, aber nie arroganten Lockenkopfs bescherten dem Club eine große Öffentlichkeit. In der ersten Bundesliga-Saison war sie noch als Standby-Profi dabei. Heute hilft sie als Co-Trainerin von Waibl-Nachfolger Jan Lindenmair mit. Dass sie so lange so fit geblieben ist, habe sie ihren Eltern zu verdanken, sagt die mit dem Allianz-Volley-Manager Rüdiger Bauer verheiratete, lebensfrohe Schwäbin. «Die haben mir eine gute Grundkonstitution mitgegeben.»
Zu besonderen Leistungen ist die EM-Dritte von 1991 noch immer fähig und darf sich zurzeit sogar deutsche Vize-Meisterin nennen. Mit einigen «älteren Damen» des MTV Stuttgart bei den Seniorinnen 1, der Altersklassse ab 32 Jahren. Sie könnten auch schon Seniorinnen 3 spielen. An Pfingsten vergangenen Jahres wurden sie erst im Finale geschlagen - von der Ex-Nationalmannschaft der DDR. «Wir spielen einfach mit dem, was wir noch haben. Das ist toll. Wir leben sozusagen von unserem Restpotenzial», erklärt Riek-Bauer und lacht.
Volleyball sei nie das Einzige gewesen, was ihr wichtig ist. Die Zeit ihrer großen Erfolge vermisse sie nicht. «Das ist vorbei», sagt Riek-Bauer, die lieber in der Gegenwart lebt. Jetzt, mit 50, wünscht sich die Designerin ganz einfach, beweglich zu bleiben. «In jeder Beziehung. Und dabei hilft auch der Sport.»
Autor: Matthias Jung





