Angst vor dem Gewinnen

GSVE Delitzsch vs. Oshino Volleys Eltmann, 10.02.18, 2. BLSM
Benedikt Bauer spielt mit dem Block von Eltmann, während vier GSVE-Spieler den Raum absichern.
Foto: Thomas Jentzsch

War das schon der Tintenschwung, der den Abstieg aus der 2. Liga besiegelt? „Das muss nicht sein, aber es wird schwer“, lauten nicht etwa Durchhalteparolen seitens des GSVE. Die hat Frank Pietzonka satt. Auch, dass immer wieder das Thema Klassenerhalt Thema ist. Schließlich sind die Delitzscher keine Fantasten. „Wir müssen nicht immer daran erinnert werden, wir wissen es“, sagt der Coach.

Der einleitende Satz stammt von Milan Maric. Seines Zeichens Trainer des Gegners der Gymnasialen, der Sonnabend im Beckerkarton eigentlich Punkte lassen sollte. Und das sah anfangs auch so aus. Denn tatsächlich schaffte es der GSVE, sich auf 23:19 abzusetzen, er holte auch den Satz – allerdings mit 30:28. Gleich zwei Dinge zeigten sich da. Erst ging den Delitzschern die Muffe, dann zeigten sie Nerven. Aber immer erst dann, wenn es an die Existenz geht. „Wir sollen keine Angst vorm Gewinnen haben. Das hat uns ,Spitz’ immer wieder gesagt“,
resümierte Wieland Oswald, der nach einer langwierigen Erkältung endlich wieder ins Spiel eingreifen konnte.

Wie so oft in dieser Saison sprang der Hebel bei ihm und seinen Mitspielern dann aber wieder ins Off. „Wir haben gut mitgespielt, haben auch geführt, aber wir ziehen es nicht richtig durch“, beschrieb Oswald, „es fehlt der letzte Schliff. Ich bin ratlos. Es fühlt sich gut an, aber am Ende verlieren wir trotzdem.“

Wo ansetzen? Jedenfalls nicht beim Coach. „Es ist schwer für ihn“, sagte Oswald. „Er motiviert die Spieler, er ist ein super Trainer, spricht die richtige Sprache.“ Wo dann? „Wir stehen uns selbst im Weg“, lautet seine Antwort.

„Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, wissen alle, wie wichtig der Sieg gewesen wäre“, fasste Robert Karl zusammen. Dieser Druck sei einfach nicht wegzudiskutieren. Bezeichnend und verständlich: Anfänglich produziert der GSVE im Spiel viele Fehler, hat aber Mut zum Risiko. Das zahlt sich mit dem Satzgewinn aus. Dann werden die Delitzscher sicherer, „aber wirkungslos“. So beschrieb Pietzonka das Dilemma. Und sein Konterpart Maric? „Sie haben mutig gespielt, vor allem in der Schlussphase des ersten Satzes. Aber wir kennen die Macken bei Delitzsch. Wenn sie unter Druck stehen, machen sie unnötige Fehler. Das haben wir ausgenutzt und sind so ins Spiel zurückgekommen.“ Der ewige Knackpunkt beim GSVE in dieser Saison. „Sie sind schon eine gute Mannschaft“, leistete Maric Aufbauhilfe. „Ich drücke Delitzsch die Daumen, aber es sind nicht mehr viele Spiele, sie haben es nicht mehr allein in ihrer Hand“, sagte er weiter.

„Es ist nervig“, gab GSVE-Mann Karl zu, „nervig am Live-Ticker zu hängen und zu hoffen. Mehr können wir jetzt nicht machen.“ Denn: Karlsruhe hat Sonnabend einen entscheidenden Sieg für den Klassenerhalt gelandet. Zu Hause schlugen die Badener Rüsselsheim 3:1.

Damit hat das Team von Diego Ronconi nunmehr 30 Punkte. Das sind neun mehr als die Delitzscher. Bei sechs ausstehenden Spielen. Beide Mannschaften müssen noch gegeneinander ran.

GSVE Delitzsch: Pardini Glaser, Lohrisch, Karl, Oswald, Bauer, T. Pietzonka, F. Winkler, Geisler,
M. Winkler, Büschel, Vanselow, Maase.

Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, wissen, wie wichtig der Sieg gewesen wäre.

Robert Karl,
GSVE-Mittelblocker

Quelle: LVZ-Regionalteil Delitzsch, 12.02.2018

veröffentlicht am Montag, 12. Februar 2018 um 12:05; erstellt von Alexander Bley, GSV Ehrenberg Delitzsch e.V.

Spiele

Samstag, 24. Februar 2018

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19:00
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Eltmann Oshino Volleys Eltmann
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Rüsselsheim II TG 1862 Rüsselsheim II
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Sonntag, 25. Februar 2018

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Unterhaching TSV Unterhaching II
Delitzsch GSVE Delitzsch
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Grafing TSV Grafing
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