EYESCREENS
EYESCREENS

Oythe schwankt zwischen den Extremen

VfL Oythe vs. TV Gladbeck, 04.02.17, 2. BLNF
Gute Leistungen: Dominika Zoltanska (links) erzielte 13 und Sandra Cabanska 12 direkte Punkte.
Foto: Hubert Lammers

Für den VfL Oythe entschweben die Topplätze in der 2. Volleyball-Bundesliga der Damen in weite Ferne. Nach der bitteren 2:3-Niederlage am Samstag gegen den TV Gladbeck muss der Vizemeister als Tabellenfünfter kleinere Brötchen backen. Und er muss sich am Riemen reißen, um die Saison in den verbleibenden sieben Saisonspielen nicht ins Mittelmaß kippen zu lassen. VfL-Trainerin Danuta Brinkmann war nach der 25:15, 25:19, 20:25, 22:25, 15:17-Pleite gegen die nur zu acht angetretenen Gladbeckerinnen bedient und musste nach den passenden Worten ringen. „So spielen wir: Zwei Sätze Weltklasse – und dann bringen wir es nicht zu Ende. Gladbeck war geschwächt, wir hätten das Spiel gewinnen müssen.“ Auch Vereinschef Wolfgang Büssing, der sich beim Stand von 2:0 um etwa Viertel vor sechs schon auf das Fußball-Topspiel Dortmund gegen Leipzig bei Sky zu freuen begann, sagte nach dem völlig unerwarteten Ende nach 115 Spielminuten um Viertel nach sieben: „Die Mannschaft hat einfach aufgehört, Volleyball zu spielen.“ Wie fast alle der rund 200 Zuschauer hatte der VfL-Vorsitzende in Gedanken schon drei Punkte eingebucht. Aber es wurde die siebte Saisonniederlage. Der im Volleyball oft quer laufende dritte Satz brachte nicht nur ein Gladbecker Intermezzo, sondern leitete die Wende ein, an deren Ende ein verdienter Sieg für das Team von Trainer Til Kittel stand. Die Westdeutschen, schon im Hinspiel 3:0- Sieger gegen Oythe, nutzten die Schwächen des Gastgebers gnadenlos aus – und das angesichts anhaltender Verletzungsprobleme mit nur einer Auswechselspielerin. Und die kam in den Sätzen zwei bis fünf auch eher nur kurzzeitig zur Entlastung der Stammformation aufs Spielfeld. VfL-Obmann Matthias Schumacher bemängelte schon im vierten Satz, als Oythe komfortable Vorsprünge wegschmelzen ließ, die Körpersprache im Team. Als die Niederlage perfekt war, kleidete er seine grenzenlose Enttäuschung in die Worte: „Das war Arbeitsverweigerung.“ Eigentlich hätte Oythe nach zwei ganz sicher gewonnenen Sätzen einfach nur so  weitermachen müssen. Alles lief rund, zudem profitierten die Einheimischen von zahllosen Fehlern des Gegenübers. Dann das Break: 0:7 im dritten Satz. Aber Oythe, das Aleksandra Niemiec (Wadenprobleme) und Anne Middelkamp (Migräne) nur kurz bringen konnte und auf den kurzfristigen Abgang Antonija Legcevic (PSVBG Salzburg) verzichten musste, kam noch zurück. Bei 16:14 schien das Team um Kapitän Paulina Brys den Schaden repariert zu haben. Doch Gladbeck war unerbittlich und drehte den Satz. Und die Giants erkannten, dass die zunehmenden Oyther Konzentrationsprobleme in Aufschlag und Annahme und die Blockschwäche Optionen boten. Über Mannschaftsführerin Katharina Friedrich und Sina Kostorz stieß Gladbeck immer wieder in die Lücken. Oythe verspielte eine 8:3- und 11:6-Führung, lag 16:17 hinten und war bei 21:21 gleichauf. Ein Gladbecker Ass besiegelte den Satzausgleich. Auch im Tiebreak vermochte Oythe seine komfortablen Vorsprünge (9:4, 12:7 und 14:12 mit zwei Matchbällen) nicht ins Ziel zu retten. Gladbeck machte selbst seinen zweiten Matchball zum 17:15 fest und kassierte zwei Punkte, der VfL immerhin noch einen. Aber das war kein Trost. „Es war, als hätten wir Angst vor dem Gewinnen“, schüttelte Danuta Brinkmann den Kopf. Auch ihre erfahrenen Spielerinnen hätten deutlich zu viele Fehler gemacht. So verpufften die guten Angriffsleistungen von Dominika Zoltanska (13 direkte Punkte) und Sandra Cabanska (12). Entscheidend ist eben das Gesamtprodukt. Oythes aktuelle Tendenz: sehr wankelmütig.

veröffentlicht am Montag, 6. Februar 2017 um 14:15; erstellt von VfL Oythe 1947 e.V.
letzte Änderung: 06.02.17 14:16

Spiele