„Ein Kampf mit offenem Visier“

BERLIN RECYCLING Volleys vs. United Volleys Rhein-Main, 17.02.18, 1. BLM
Trotz eines starken Georg Escher konnten die Uniteds Berlin nur knapp zwei Sätze lang herausfordern.
Foto: Gregor Biskup

Ein Duell um Platz zwei hatten die gut 4.000 Zuschauer, die am Samstag in die Berliner Max-Schmeling-Halle gekommen waren, erwartet, und sie wurden nicht enttäuscht: Über weite Strecken lieferten sich der amtierende Deutsche Meister Berlin Recycling Volleys und die Herausforderer von den United Volleys ein packendes Match mit zahlreichen hochklassigen Ballwechseln. Vor der Begegnung gerade einmal einen Punkt in der Tabelle zurück, mussten sich die Hessen trotz 1:0-Satzführung am Ende mit 1:3 (25:23, 19:25, 20:25, 17:25) geschlagen geben. Damit ist klar, welches Team sich in den kommenden Wochen vielleicht sogar noch etwas nach oben orientieren kann – Und auch der Grund dafür war für United Volleys-Cheftrainer Michael Warm schnell ausgemacht: „Heute hat man gesehen, was für eine große Bereicherung die Rückkehr von Stelian Moculescu für die Liga ist.“

Erfolgreich „eingeeschert“

Tatsächlich traten die Hauptstädter unter der Regie des zu Wochenbeginn verpflichteten Startrainers gänzlich anders auf als noch im Hinspiel, das mit 3:2 an die Uniteds gegangen war. „Das war lange Zeit ein Kampf mit offenem Visier“, befand Warm. Dabei hatten seine „jungen Wilden“ zunächst schwer ins Spiel gefunden, lagen bei der ersten Technischen Auszeit mit 2:8 hinten. Beide Punkte für die Gäste hatte bezeichnenderweise einer erzielt, der sich mit seinen Schnellangriffen auch im weiteren Spielverlauf als „Mister Zuverlässig“ auf Seiten der Hessen erweisen sollte: Der Wahl-Berliner Georg Escher war von Anfang bis Ende eine sichere Bank für Passgeber Patrick Steuerwald. Bei sieben von neun Versuchen wurde erfolgreich „eingeeschert“, hinzu kamen ein Ass und drei Blockpunkte. 

Entscheidendes Spielelement bei beiden Teams war jedoch der Aufschlag – bei United-Australier  Lincoln Williams zunächst eher ein Anschlag auf seinen Landsmann Luke Perry im Libero-Trikot der BR Volleys. Mit einem Beinahe- und einem Komplett-Abschuss war der Anschluss zum 5:8 hergestellt. Nach diesem „Wake-up-Call“ wollte auch Ady Aciobanitei nicht zurückstehen und setzte sein Ass zum 10:12 direkt neben seinem früheren Friedrichshafener Mentor Moculescu auf die Linie. Ebenfalls per Service-Winner besorgte wenig später Tobias Krick den 16:16-Ausgleich. Fortan war es ein offener Schlagabtausch, bevor wiederum eine Aufschlagserie – diesmal von Jung-Nationalspieler Moritz Karlitzek – den United Volleys zwei Satzbälle bescherte.

„Berlin hat einfach nicht nachgelassen“

Nach Vollzug durch den „Krickster“ in der Mitte erwischten die Gäste mit einem Escher-Einerblock in Durchgang zwei einen Start nach Maß. In der Annahme brachten Escher und Williams Berlins Robert Kromm in Verlegenheit, der beim Stand von 14:14 für Adam White Platz machen musste. „Dieser Wechsel hat sich voll ausgezahlt“, analysierte Michael Warm, der White später zum „Sports&Travel“ MVP“ kürte. Bis zum 19:20 aus United-Sicht blieb alles offen, dann waren es diesmal die Hausherren, die in Gestalt von Paul Carroll unbarmherzig zuschlugen. Erst mit dem Satzende sollte der australische Linkshänder sein Aufschlagrecht wieder abgeben. „Bis dahin haben wir es mit viel Mut geschafft, voll dagegenzuhalten. Als unsere Annahme dann unter dem enormen Druck zu wackeln begonnen hat, wurde es schwierig, weil Berlin auf diesem hohen Niveau einfach nicht nachgelassen hat“, erklärte Michael Warm.

So sollte sich ein früher Fünf-Punkte-Rückstand in Satz drei nicht als gutes Omen erweisen, obwohl nach einem Aciobanitei-Ass zum 17:20 noch einmal Hoffnung aufkam. Immer wieder gelangen den United Volleys spektakuläre Punkte, die entscheidenden erzielten allerdings weiterhin die Gastgeber, bei denen Coach Moculescu permanent im intensiven Dialog mit seinen erfahrenen Akteuren stand. Durchweg deutlich zugunsten den BR Volleys verlief der vierte Durchgang, in dem bei den Uniteds zu den Annahmeproblemen auch vermehrt unglückliche Aktionen in der Abwehr und in der Angriffssicherung kamen. Symptomatisch das Ende, als Adam White den Männern um Libero Julian Zenger noch einmal zwei Asse einschenkte und damit bei ihnen das Gefühl hinterließ, nach zwei kampfstarken Sätzen zumindest ein bisschen unter Wert geschlagen worden zu sein. „Aber Berlin hat das sehr souverän gemacht, das müssen wir anerkennen“, resümierte Cheftrainer Warm.

 

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veröffentlicht am Sonntag, 18. Februar 2018 um 20:01; erstellt von TG 1862 e.V. Rüsselsheim
letzte Änderung: 18.02.18 20:00

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