Mannschaften | 1. Bundesliga Männer

Die SVG empfängt die Bergischen Volleys

SVG Lüneburg vs. Bergische Volleys, 17.01.18, 1. BLM
Holt ie SVG die nächsten 3 Punkte!
Foto: SVG Lüneburg Michael Behns

Wenn das punktlose Schlusslicht in der gefürchteten Gellersenhölle antreten muss, gibt es über die Favoritenrolle keine zwei Meinungen. Da sind denn auch bei den LüneHünen drei Punkte und ein Vorstoß auf Platz 6 fest eingeplant. Dennoch wäre es fahrlässig, die Bergischen Volleys an diesem Mittwoch (20 Uhr) zu unterschätzen. "Ich glaube auch nicht, dass das passiert", ist sich Chefcoach Stefan Hübner – zumindest auf seine Spieler bezogen – ziemlich sicher.
Schon die Trainingsgestaltung zeigt, dass die SVG das Match hoch konzentriert angehen will. Am Dienstag war nach einer langen Balltrainings-Einheit noch eine ausführliche Video-Sitzung anberaumt, auch tags zuvor schon stand ein Studium des Gegners per bewegten Bildern auf dem Programm. Denn so ein relativ leichter Gang wie das 3:0 im Hinspiel (bei 75:56 Ballpunkten) ist nun nicht zu erwarten.
"Damals hatten die eine kurze Vorbereitung, nachdem sie ihr Team spät zusammengestellt hatten. Seitdem haben sie sich weiterentwickelt, das ist auf den Videos klar zu sehen und zeigen auch die Ergebnisse mit einigen Satzgewinnen und knapperen Sätzen", warnt Hübner. Sogar Friedrichshafen und zuletzt Berlin knöpfte Solingen jeweils einen Satz ab.
Alles auf Null stellten die Bergischen Volleys zu Beginn der Saison, ihrer zweiten in der Bundesliga, einschließlich des Vereinsnamens (davor TSG Solingen). Doch der erhoffte Effekt blieb, bis eben auf insgesamt fünf Satzgewinne, aus. Diese Bilanz ist noch verheerender als in der letzten Saison (6 Punkte, 12:57 Sätze), als die Gäste als Letzter eigentlich Absteiger waren, mit einem Antrag auf Verbleib aber dann in der Liga bleiben durften.
Das neue Team des ebenfalls neuen Trainers Johan Isacsson (Schweden, auch dessen Nationalcoach) schien dabei auf den ersten Blick stärker zu sein, denn es kamen neben dem deutschen Talent Johannes Tille (erst 20 Jahre alt) noch eine Reihe international erprobter Spieler. Zuspieler Tille wird auch regelmäßig als herausragender Akteur genannt. Diagonalangreifer Samuel Boehm und Außen Gerrard Lipscombe (beide Australien) sind weitere auffällige Stützen.

Hübner verweist auch auf eine Solinger Aufschlagstärke: "Da müssen wir auf der Hut sein." In der Kategorie "Aufschläge mit Wirkung" steht der Gegner im Team-Ranking auf Platz zwei (51,5%). Ebenso überraschend ist da sicher eine SVG-Bilanz: Dritter als Team in der Angriffseffizienz hinter Friedrichshafen und Berlin.
Die Nordrhein-Westfalen sehen das Match nur als eine Art Vorbereitung auf die kommenden Aufgaben im Februar, in denen noch die Rettung gelingen soll. Manager Helmut Weissenbach, auf die Zukunft angesprochen, bekräftigte gerade erst wieder in einem Interview: "Ich plane für die Bundesliga." Seine Hoffnungen setzt er dabei vor allem auf die Spiele gegen KW-Bestensee, Bühl, Rottenburg und Herrsching, in denen der Heimvorteil zum Tragen kommen soll. Wobei jeder Punkt- und Satzgewinn die Solinger einem Showdown gegen Rottenburg (bisher 4 Punkte) am 25. Februar näherbringen würde.

Deshalb sei es vor allem erst einmal wichtig, dass sich aus dem kleinen Kader mit elf Akteuren inklusive des spielenden Co-Trainers Oliver Gies keiner verletzt. Gies fällt derzeit mit einer Fingerblessur ohnehin schon aus. Respekt haben die Gäste vor allem vor der „Gellersenhölle“. Weissenbach: „Das ist eine tolle Atmosphäre, die aber auch nervös machen kann. Wir müssen auf jeden Fall Nervenstärke beweisen. Und, sollte es irgendwie eine Chance geben, einen Punkt mitzunehmen, diese auch nutzen.“

veröffentlicht am Dienstag, 16. Januar 2018 um 17:46; erstellt von SVG Lüneburg e.V.