„Volleyball ist das, was ich machen will“

Dresdner SC
Die 17-jährige Camilla Weitzel trägt auch Rückennummer 17 beim DSC
Foto: Denis Trapp

Während die anderen hochspringen müssen, reicht es dem Mädchen mit den langen Beinen, den blonden Haaren und dem herzlichen Lachen manchmal sogar, wenn sie den Arm einfach nur ausstreckt. Als Ballmädchen in der Champions League mittwochabends bei den DSC Volleyball Damen fällt sie vielleicht nur den Menschen mit geschultem Volleyballauge auf. Rund drei Jahre später kennt sie jeder. Im CEV Cup-Rückspiel gegen TS Volley Düdingen am 7. Februar 2018, 19:00 Uhr wird sie nicht mehr nur Bälle zuwerfen und fangen, sondern selbst im Trikot der ersten Mannschat stecken. Und das, obwohl Camilla Weitzel im Sommer ernsthaft drüber nachdachte, einfach einen Schlussstrich zu ziehen. „Ich hatte einen Internatskoller. Und ich habe meinen Blick auf die anderen Jugendlichen in meinem Alter gerichtet. Wie viel Freizeit sie haben, was sie alles tun, oder eben auch lassen können“, beschreibt die 17-Jährige, die passend zu ihrem Alter Trikotnummer 17 trägt.

Nach vier Jahren beim VC Olympia Dresden, einer Doppelbelastung in zwei Junioren-Auswahlteams und mehreren Meisterschaften in einem Sommer sowie Beachvolleyball, ist der Akku einfach mal leer. „Vier Wochen lang habe ich gar nichts gemacht. Dann aber merkte ich, dass mir das Volleyballspielen sehr fehlt“, erklärt Camilla. Wenn sie selbst daran zurückdenkt, dass sie vor rund sechs Monaten ihren Sport für immer beenden wollte und nun beim Tabellenführer nicht nur schmückendes Beiwerk ist, sondern bereits ihr Debüt in Liga, Pokal und CEV Cup gegeben hat und gegen den VC Olympia Berlin sogar zur wertvollsten Spielerin gewählt wurde, kann sie es selbst kaum glauben.

„Es ist eine unheimlich schöne Bestätigung dafür, dass ich im Sommer die richtige Entscheidung getroffen habe. Mir wurde dann einfach klar, dass Volleyball das ist, was ich machen möchte“, sagt sie.

Natürlich ist die ehemalige DSC-Mittelblockerin Christiane Fürst ihr großes Idol, doch auch ihre drei Mitspielerinnen Barbara Wezorke, Saša Planinšec und Ivana Mrdak sieht sie als Vorbilder. „Sie sind so gut, ich kann in jedem Training etwas dazulernen“, meint sie demütig.  

Dass sie nun von Titeln mit dem DSC träumen darf, ist für Weitzel ein Glücksumstand. Für den Verein, das deutschlandweit größte Talent auf dieser Position in seinen Reihen zu haben, aber auch. Denn als Camilla 2013 beschließt, ihre Heimat Landau in Rheinland-Pfalz zu verlassen, sind andere Stützpunkte an ihr interessiert, unter anderem Stuttgart. „In Dresden hat einfach alles perfekt gepasst. Die kurzen Wege, die Nähe von Schule, Internat, Trainingshalle. Und als ich mit meinen Eltern hier war, hat mir die Stadt so unheimlich gut gefallen“, erklärt sie, warum sie schließlich an der Elbe landete.

Dabei hätte die 1,95 Meter große Mittelblockerin nun auch Olympia oder die French Open vor Augen haben können. Denn Turnen, Tennis und Leichtathletik hießen ihre Sportarten vor dem Volleyball. „Es ist ein dynamischer Sport, der unheimlich komplex ist, in dem man sehr viel mitdenken muss und in dem alles möglich ist, solange der letzte Ball nicht gespielt ist.“

Nationalmannschaft, Ausland, all das sind Träume, die Camilla seit dem Sommer wieder lebt, durch ihr emotionales Tief aber auch weiß, wie schnell alles vorbei sein kann. Erst seit November, als sich Ivana Mrdak am Finger verletzte und Trainer Alexander Waibl die Mittelblockerin fragte, ob sie nun fest in der ersten Mannschaft dabei sein möchte, zählt sie offiziell komplett zum Aufgebot.

Nun will sie am Mittwoch nicht nur ins Viertelfinale des CEV Cups einziehen, sondern freut sich auch schon auf das Pokalfinale in Mannheim. „Letztes Jahr saß ich in der SAP-Arena auf der Tribüne und dachte mir, wie cool es sein muss, da unten zu stehen. Es ist Wahnsinn, dass ich das nun erleben darf“, kann sie es nicht fassen. Am 4. März wird Camilla mal wieder heilfroh sein, dass sie ihre Karriere nicht beendet hat, bevor sie so richtig anfing.

Das Europapokalspiel Dresdner SC vs. TS Volley Düdingen wird im Livestream auf mdr.de übertragen. Kommentatoren beim Mitteldeutschen Rundfunk sind Marc Huster und Corina Ssuschke-Voigt

veröffentlicht am Dienstag, 6. Februar 2018 um 09:32; erstellt von Dresdner SC 1898 e.V.

Spiele

Mittwoch, 21. Februar 2018

Samstag, 24. Februar 2018

18:00
Erfurt Schwarz-Weiß Erfurt
Potsdam SC Potsdam
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18:00
Aachen Ladies in Black Aachen
Münster USC Münster
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19:00
Vilsbiburg Rote Raben Vilsbiburg
Stuttgart Allianz MTV Stuttgart
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19:00
Suhl VfB Suhl LOTTO Thüringen
Dresden Dresdner SC
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Sonntag, 25. Februar 2018

14:30
Schwerin SSC Palmberg Schwerin
Wiesbaden VC Wiesbaden
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16:00
VCO Berlin VCO Berlin
Aachen Ladies in Black Aachen
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